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Hund scheren – Hilfreiche Tipps & Tricks

von Simone Heitmann
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Ohne ein Hundehaar an Bluse, Hemd oder Pulli ist man als Hundehalter:in einfach nicht richtig angezogen! Diesen und viel mehr Hundehaar-Sprüche kennen wir alle als Hundebesitzer:innen. Doch wie verhält es sich eigentlich mit den Haaren auf unseren Lieblingen? Welche Felltypen gibt es eigentlich und wann sollten Halter:innen den Hund scheren und wann trimmen? Alles zum Thema „Hund scheren” findest Du in diesem Artikel.

Das Hundefell – Von der Unterwolle bis hin zum Deckhaar

Die Fellstruktur eines Hundes hängt von seiner Rasse ab. Es gibt Hunderassen, deren Fell mehrschichtig aus Unterwolle und Deckhaar besteht. Andere Hunderassen haben nur einschichtiges Deckhaar, also keine Unterwolle. Das Hundefell ist ausschlaggebend, ob man den Hund scheren oder trimmen sollte. Beim mehrschichtigen Fell schützt das Deckhaar, das auch Fellhaar oder Primärhaar genannt wird, vor Sonne, Regen, Schnee, Schmutz und auch vor Parasiten wie Stechmücken. Es ist das kräftigere Fell, das beim mehrschichtigen Fell den Hauptteil ausmacht. Das Deckhaar bestimmt zudem die Farbe des Fells. Ein Hund hat je nach Rasse pro Quadratzentimeter zwischen 400 und 1200 Deckhaare auf seiner Haut.

Die Unterwolle, auch Wollhaar oder Sekundärfell genannt, dient der Isolierung – sowohl bei Wärme als auch bei Kälte. Es ist dünn und dicht und liegt unter dem Deckhaar. Die Unterwolle sorgt für den Temperaturausgleich am Hundekörper, dafür darf es aber nicht verfilzt sein. Damit die Unterwolle fluffig und sauber bleibt, muss sie regelmäßig gebürstet werden. Auch um Verfilzungen zu vermeiden und um abgestorbene Unterwolle aus dem Fell zu holen. Bis zu 20.000 Unterwoll-Härchen können einen Quadratzentimeter Hundehaut bedecken.

Hund scheren: Fellnase von hinten

Nur wenige Hunderassen dürfen geschoren werden.

Hunderassen, die Deckhaar und Unterwolle haben, unterliegen zweimal im Jahr einem Fellwechsel – im Frühjahr und im Herbst. Im Frühjahr stirbt die Unterwolle ab und das Fell wird insgesamt dünner. Im Herbst ändert sich das Fell wieder und es bildet sich mehr Unterwolle für den Winter. Die Deckhaare hingegen fallen das ganze Jahr über aus.

Sollte man einen Hund scheren?

Es gibt nur wenige Hunderassen, die geschoren werden dürfen. Meist besitzen sie kein Unterfell.

Die unterschiedlichen Fellarten von Hunden

  • Stockhaar: Das Stockhaar ist dem Wolfsfell am ähnlichsten. Es besteht aus Deckhaar und Unterwolle. Stockhaar unterliegt zweimal im Jahr einen Fellwechsel wie oben beschrieben und wächst je nach Rasse in unterschiedlicher Länge. Hunderassen mit Stockhaar sind zum Beispiel: Rottweiler, Labrador Retriever, Collie und Spitz 
  • Rauhaar: Diese Fellart besteht ebenfalls aus zwei Schichten. Jedoch wechseln Unterwolle und Deckhaar gleichzeitig. Die losen und toten Haare fallen nicht von allein aus dem Fell, sondern müssen von Hand gezupft oder ausgebürstet werden. Rauhaar-Hunde sind:  Cairn Terrier, Schnauzer und natürlich auch der Rauhaardackel
  • Filzhaar: Auch das Filzhaar ist ein doppeltes Fell, jedoch mit extrem dicker und langer Unterwolle. So kommt es schnell zu Verfilzungen. Dadurch bilden sich Haarschnüre, die aussehen wie Dreadlocks, die aber erst einige Zentimeter über der Haut anfangen, somit kann es nicht zu Hautproblemen kommen. Rassevertreter sind: Komondor, Bergamascos und Puli
  • Glatthaar (Kurzhaar): Hunde mit Glatthaar haben kaum Unterwolle. Das Deckhaar ist kurz und fest und verliert sich verteilt über das ganze Jahr. Typische Hunderassen für Glatthaar sind: Boxer oder Dobermann
  • Langhaar (mit wenig Unterwolle): Typisch für Langhaarhunde ist langes Deckhaar und sehr wenig Unterwolle. Der Fellwechsel vollzieht sich periodisch. Einmal fällt nur das Deckhaar aus und einmal fällt nur die Unterwolle aus. Zu diesen Hunden gehören: Setter, Spaniel oder Deutsch Langhaar
  • Langhaar (mit viel Unterwolle): Hunde mit diesem Felltyp sind in der Fellpflege am anspruchsvollsten. Der Fellwechsel findet ganzjährig statt und die dicke Unterwolle neigt schnell zu Verfilzungen. Zum Beispiel bei: Bobtail, Tibet Terrier oder Shih Tzu
  • Krauses Haar: Bei Hunden dieses Typs besteht das Fell hauptsächlich aus gelocktem Haar und oftmals haben die Hunde dieses Felltyps wenig bis keine Unterwolle. Ein Fellwechsel findet zwar statt, dennoch können die Haare sehr lang werden. Dieses Fell sollte zur Pflege regelmäßig abgeschoren oder geschnitten werden. Beispiel: Pudel und Bedlington Terrier.

Welche Hunde kann man scheren?

Pudel, Wasserhunde, Doodles, Bedlington Terrier gehören zu den Hunderassen, die man scheren darf.

Hund scheren oder trimmen?

Neben der regelmäßigen Fellpflege und Hautpflege durch Bürsten besteht je nach Rasse und Fellstruktur die Frage, ob das Fell nun geschoren werden darf oder besser doch getrimmt werden sollte. Es gibt nur wenige Hunderassen, die geschoren werden dürfen. Meist sind es Hunde mit Kraushaar und ohne Unterwolle. Beim Scheren von Hunden ohne Unterwolle ist aber darauf zu achten, dass sie im Sommer nicht zu kurz geschoren werden. Denn bei einer zu kurzen Schur besteht die Gefahr eines Sonnenbrandes auf der ungeschützten Hundehaut.

Scheren Hund: Fellnase wird geschoren

Egal ob Scheren oder Trimmen, wenn man bei seinem Vierbeiner selbst Handanlegen möchte, ist es ratsam, sich zuvor bei einem Profi zu informieren oder einen Kurs zu besuchen.

Getrimmt werden hingegen Hunderassen, die über Deckhaar und Unterwolle verfügen aber dies beim natürlichen Fellwechsel oder Nachwachsen nicht von allein aus dem Fell rausfällt. Damit der Hund sich wohlfühlt und sich nicht ständig aufgrund des Piksens der abgestorbenen Haare immer kratzen muss, werden die losen Haare per Hand oder per Trimmmesser mit einer speziellen Technik herausgetrimmt. Bei regelmäßiger Trimmpflege entsteht das sogenannte „rolling coat“, eine gleichmäßige Felldecke ohne Trimmlöcher.

Egal ob Scheren oder Trimmen, wenn man bei seinem Vierbeiner selbst Handanlegen möchte, ist es ratsam, sich zuvor bei einem Profi zu informieren oder einen Kurs zu besuchen. Tatsächlich bieten bereits viele Hundefriseure solche Kurse regelmäßig an und es wurde schon dabei so manches Talent entdeckt, das seine Profession darin fanden. 

Wichtiger Hinweis: Werden Hunde mit Unterwolle geschoren, wird ihre Fellstruktur zerstört. Sowohl Unterwolle und Deckhaar können nicht mehr richtig wachsen und die natürliche Schutzfunktion des Fells wird nicht mehr erfüllt. Das Fell verfilzt und wird stumpf.

Wie kann ich meinen Hund selber scheren?

Am besten ist es, wenn man sich das einmal von einem Profi-Groomer zeigen lässt. Viele Hundefriseure bieten sogar Kurse fürs Scheren an.

Diese Hunderassen können geschoren werden!

  • Pudel 
  • Wasserhunde
  • Doodles 
  • Bedlington Terrier
Hund scheren: Pudel auf einer Wiese

Pudel, Wasserhunde, Doodles, Bedlington Terrier gehören zu den Hunderassen, die man scheren darf.​

Diese Hunderassen dürfen NICHT geschoren werden!

Die meisten Hunde sollten nicht geschoren werden und Hunde mit Unterwolle schon gar nicht. Nicht nur wird das schützende Deckhaar zerstört, sondern die verbleibende Unterwolle wächst viel schneller nach und führt somit zu Verfilzungen im Fell. Auch kann es zu einer Post-clipping-Alopezie kommen – hässliche kahle Stellen auf der Haut oder vereinzelte Stellen am Hundekörper, an denen nur noch Deckhaarbüschel wachsen.

Hier nur eine kleine Auswahl an Rassen, die nicht geschoren werden dürfen. Besser ist es, das Fell nur zu bürsten, um abgestorbene Unterwolle aus dem Fellkleid zu holen, die Haut zu durchbluten und das Fell gepflegt aussehen zu lassen.  

Welche Haarlänge ist die perfekte für Hunde?

Was die perfekte Haarlänge ist, ist von Rasse zu Rasse unterschiedlich. Die richtige Haarlänge ist daher auch unabhängig von der Jahreszeit.

How to – So kannst Du Deinen Hund scheren

Jede Hunderasse, deren Fell sich zum Scheren eignet, hat spezielle Anforderungen. Am besten ist es daher tatsächlich, sich die passende Technik für seinen Hund von einem Profi-Groomer zeigen zu lassen. Geschnitten wird aber bei allen Hunderassen immer mit der Haarwuchsrichtung. Auch sollte immer so geschoren werden, dass das Fell nicht seine natürliche Schutzfunktion verliert. Zuvor sollte der Hund aber bereits mit der Schermaschine und dem Geräusch der eingeschalteten Maschine vertraut gemacht worden sein. Einfach loslegen, ohne dass der Hund weiß, was da auf seinem Körper ist und dann noch das komische Geräusch dazu, kann ihn zeitlebens vor dem Scheren ängstlich werden lassen. 

Vor dem Scheren sollte das Fell gründlich ausgebürstet werden und von jeglichem Schmutz und Verfilzungen frei sein. Schließlich noch gut abgeduscht und wieder getrocknet lässt sich das Fell am besten Scheren. Der Hund steht dafür auf einem Tisch mit einer rutschfesten Unterlage. Mit einer hochwertigen und leistungsstarken Schermaschine ist die Prozedur für den Hund stressfreier und erträglicher. Denn es kann durchaus für den Hund schmerzvoll auf der Haut ziepen, wenn mit geringer Schnittkraft geschoren wird. Den Gebrauch der unterschiedlichen Aufsätze der Schermaschine und die geeignete Schnittlänge für den Hund, sollte man sich von einem professionellen Hundefriseur erklären lassen.

Geschoren wird immer in Wuchsrichtung der Haare. Ohne abzusetzen, wird mit leichtem Druck am Hals beginnend über den Rücken weg geschoren und dann abwärts in Richtung Brust, Beine, Bauch. Empfindliche Körperteile wie Kopf, Ohren, Pfötchen und auch das Geschlecht sind besser mit einer abgerundeten Fellschere zu bearbeiten. Nach dem Scheren muss der Hund noch einmal gut ausgebürstet werden, damit alle losen Haare entfernt werden. Und wenn der Hund diese für ihn durchaus anstrengende Prozedur des Scherens und langen Stehens überstanden hat, darf er im Anschluss ausgiebig spielen und mehr als üblich seine Lieblingskekse erhalten.

Wichtiger Hinweis: Schnautzhaare, die sogenannten Vibrissen oder auch Tasthaare, dürfen niemals abgeschnitten oder geschoren werden. Sie sind ein sensibles Sinnesorgan und überaus wichtig für Hunde und Katzen. Aus rechtlicher Sicht stellt das Abschneiden oder Abrasieren der Tasthaare eine vorübergehende Amputation im Sinne des § 6 Tierschutzgesetz dar.

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