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Neufundländer

von Kolja von edogs
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Um den Neufundländer kurz zu beschreiben, ist es wichtig, zu sagen, dass er trotz seines Wuschelfells das Wasser über alles liebt. Das braucht er zum Glücklichsein. Ansonsten gehört diese Hunderasse zu den besonders gutmütigen und kinderlieben. Neufundländer sind deshalb ideale Familienhunde. Der Neufundländer gehört zum FCI-Standard Nr. 50. Dort gehört er zur Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde, Sektion 2: Molossoide, 2.2 Berghunde ohne Arbeitsprüfung.

Neufundländer im Steckbrief

Steckbrief
Größe: Rüden: 69-75 cm, Hündinnen: 63-69 cm
Gewicht: Rüden: 60-72 kg, Hündinnen: 45-55 kg
FCI-Gruppe: 2: Pinscher und Schnauzer – Molosser – Schweizer Sennenhunde und andere Rassen
Sektion: 2.2: Molossoide, Berghunde
Herkunftsland: Kanada
Farben: Schwarz, Schwarz-Weiß, Grau, Braun
Lebenserwartung: 8-10 Jahre
Geeignet als: Rettungs-, Begleit- und Familienhund
Sportarten: Dogdancing, Dogdiving
Charakter: Sanft, Erziehbar, Süß, Temperiert
Auslaufbedürfnisse: mittel
Sabber-Potential: hoch
Stärke des Haarens: hoch
Pflegeaufwand: eher hoch
Fellstruktur: Deckhaar: mäßig lang und gerade, Unterwolle: weich und dicht
Kinderfreundlich: ja
Familienhund: ja
Sozial: eher ja

Herkunft und Rassegeschichte

Soweit sich die Rassegeschichte der Neufundländer noch zurückverfolgen lässt, begann sie ungefähr im Jahr 1100. Zu dieser Zeit brachten die Wikinger den Schwarzen Bärenhund mit auf die Insel Neufundland und kreuzten diese Hunderasse dort mit den großen einheimischen Hunderassen. Später flossen auch noch europäische Hunderassen sowie Hunde der Micmac- und Beothuk-Indianer mit in die Zucht ein. Man geht davon aus, dass der Neufundländer bereits 1610 ähnlich aussah und ähnliche Charaktermerkmale hatte wie heute. Der Neufundländer war in erster Linie ein Hund der Fischer auf der Insel Neufundland. Er wurde dort hauptsächlich zum Ziehen von Lasten und als Rettungs- und Wasserhund verwendet.

Erwähnt wurde diese Hunderasse erstmals von Kapitän Cartwright im 18. Jahrhundert als Newfoundland dog. Im Jahr 1886 wurde die Hunderasse durch den Amerikanischen Kennel Club offiziell anerkannt. Hierzulande sind diese Hunde heute beliebte Familienhunde mit einer besonderen Vorliebe für das Wasser.

Wesen & Charakter vom Neufundländer

Neufundländer in der Natur

Neufundländer sind sehr freundlich.

Der kuschelige Neufundländer ist vom Wesen her ruhig und sanft. Ähnlich wie der Labrador ist er ausgesprochen gutmütig. Er liebt Kinder über alles. Diese Hunderasse ist deshalb ein toller Familienhund, selbst wenn noch ein Baby im Haus ist. Der Neufundländer verträgt sich auch sehr gut mit anderen Haustieren, sogar mit Katzen. Trotz seiner Gutmütigkeit und ruhigen Art beschützt dieser Hund seine Familie und kann sogar im Notfall einen Erwachsenen vor dem Ertrinken retten.

Neufundländer spielen ausgesprochen gern und möchten immer dabei sein. Das gilt auch für erwachsene Tiere und nicht nur für die Welpen. Trotz des Wuschelfells toben diese Hunde besonders gern im Wasser. Deshalb ist es bei dieser Hunderasse wichtig, Wasser in der Nähe zu haben und Spiele im Wasser bei der Haltung dieser Hunde unbedingt mit zu berücksichtigen.

Ist ein Neufundländer als Familienhund geeignet?

Wenn genug Platz und Zeit vorhanden sind, sind Neufundländer ideal als Familienhunde. Diese Hunde sind besonders freundlich und ruhig. Sie sind sehr kinderlieb und selbst ein Baby im Haus stellt kein Problem für sie dar. Sie vertragen sich auch gut mit allen anderen Haustieren.

Hunde dieser Rasse

Aussehen des Neufundländers

Neufundländer gehören zu den sehr großen Hunderassen. Ihr Gewicht beträgt 54 bis 68 kg. Rüden werden bis zu 71 cm groß und Hündinnen bis zu 66 cm. Die meisten Neufundländer sind von der Farbe her zwar schwarz, sie können gelegentlich aber auch schwarz-weiß, braun oder grau aussehen.

Das Fell eines Neufundländers ist gerade, lang und besonders dicht. Diese Hunde wirken deshalb besonders wuschelig. Unter dem langen Deckhaar befindet sich wasserundurchlässiges Stockhaar. Deshalb sind diese Hunde für das Wasser so besonders gut geeignet und baden so gern.

Erziehung & Haltung des Neufundländers – Das gilt es zu beachten

Neufundländer Welpe

Neufundländer brauchen viel Platz.

Wichtig ist bei der Haltung eines Neufundländers genug Platz. Als besonders große Hunde sind sie als Stadt- und reine Wohnungshunde nicht gut geeignet.

Die Liebe zum Wasser sollte bei der Haltung immer eine Rolle spielen. Diese Hunde schwimmen eben gern und lieben auch sonst alles, was mit dem Wasser zu tun hat. Eine Ausbildung zum Rettungshund für Ertrinkende bietet sich deshalb geradezu an.

Auch wenn die gemütlichen Riesen so ruhig wirken, brauchen sie viel Bewegung an der frischen Luft. Die lebhaften typischen Familienhunde genießen ansonsten jede Art von Beschäftigung, wenn nur die Mitglieder ihrer Familie mit dabei sind. Wenn es sehr heiß draußen ist, brauchen diese Hunde aufgrund ihres sehr dicken Fells ein schattiges Plätzchen. Um als Wachhund eingesetzt zu werden, eignet sich diese Hunderasse nicht. Dazu sind diese Hunde zu gutmütig und zu freundlich.

Zur Erziehung ist zu sagen, dass sich diese Hunderasse im Prinzip sehr leicht erziehen lässt. Diese Hunde sind sehr intelligent und lernwillig. Sie brauchen aufgrund ihrer enormen Größe und Kraft aber auch eine konsequente Erziehung, damit sie später genau wissen, was Herrchen und Frauchen von ihnen wollen. Die Erziehung sollte nicht aggressiv sein, sondern sanft und freundlich. Nette Worte, Streicheleinheiten und hier und da ein Leckerli zur Belohnung genügen meistens vollkommen, um diesen Hunden klarzumachen, was sie lernen sollen. Eine klare Linie ist wichtig, um so einen Hund nicht durcheinander zu bringen. Gewalt wäre vollkommen fehl am Platz und ist nicht erforderlich.

Sind Neufundländer leicht zu erziehen?

Neufundländer sind recht leicht und problemlos zu erziehen. Sie brauchen eine freundliche, aber konsequente Ausbildung mit viel Lob und ohne Strafe. Die intelligenten Hunde lernen sehr schnell.

Ernährung des Neufundländers

Bei den Welpen ist es ratsam, ein für Neufundländer geeignetes Welpenfutter zu geben, damit sie nicht zu schnell wachsen, was ihnen später zugute kommen wird, wenn sie erwachsen geworden sind.

Erwachsene Tiere brauchen ungefähr 70 % Fleisch im Futter. Der Rest sollte aus Obst und Gemüse bestehen. Getreide sollte nur wenig im Futter vorhanden sein. Diese Hunderasse kann generell mit Trockenfutter und Nassfutter gefüttert werden, verträgt aber auch das Barfen gut.

Du kannst bei Unsicherheit Deinen Tierarzt oder den Züchter Deines Welpen um Rat bitten, falls Du beim Füttern noch unsicher sein solltest. Dieser gibt Dir Tipps, wie die optimale Futterzusammensetzung bei Deinem Hund aussehen sollte.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Besonders krankheitsanfällig sind Neufundländer nicht, wenn sie gut gehalten werden.

Sie neigen aufgrund ihres Gewichts allerdings zur Hüftgelenksdysplasie und zu Arthrose. Schon im Welpenalter ist es deshalb wichtig darauf zu achten, dass diese Hunde nicht zu oft Treppen steigen müssen. Wer das beachtet, kann diesen Problemen vorbeugen.

Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Neufundländers ist nicht besonders hoch und beträgt nur acht bis zehn Jahre.

Pflege des Neufundländers

Wer sich einen Neufundländer ins Haus holt, sollte sich darüber klar sein, dass das Fell dieses Hundes sehr viel Pflege braucht. Wer sich vor Hundehaaren in der Wohnung fürchtet oder keine Lust hat, recht viel Arbeit mit der Fellpflege seines vierbeinigen Freundes zu haben, ist mit so einem Hund nicht gut beraten. An normalen Tagen reicht es aus, diesen Hund täglich gründlich durchzubürsten. Wer das nicht tut, riskiert, dass der Hund verfilzt. In dem langen Fell verfangen sich gern Kletten, Blätter, Zweige und Schmutz. Das muss natürlich alles immer wieder entfernt werden.

Besonders aufwendig ist dieser Hund im Fellwechsel. In dieser Zeit wird Dein Hund bergeweise Haare verlieren, die Du ausbürsten musst. Das macht dann noch mehr Arbeit als sonst und die Wohnung ist oftmals voll mit Hundehaaren. Ansonsten lieben es diese Hunde, gebürstet zu werden. Sie lieben generell Zuwendung und Streicheleinheiten und deshalb auch die Fellpflege, die zu einem innigen täglichen Ritual werden kann.

In Bezug auf das Baden sollte hier noch erwähnt werden, dass diese wasserbegeisterten Hunde den natürlichen Schutzfilm, der bei ihnen rassetypisch ist, unbedingt brauchen. Sie sollten deshalb nur in absoluten Ausnahmefällen und wenn, dann mit einem rückfettenden Hundeshampoo gebadet werden.

Wie sieht ein Neufundländer aus?

Ein typischer Neufundländer ist sehr groß, wirkt sehr gemütlich, hat braune freundliche Augen und ein besonders wuscheliges Fell. Die meisten Neufundländer sind schwarz. Es gibt aber auch welche in anderen Fellfarben wie welche mit braunem, schwarz-weißem oder aber grauem Fell. Diese Hunde haben Schlappohren.

Der Neufundländer – Aktivitäten und Training

Neufundländer im Wasser

Neufundländer lieben Wasser

So gemütlich wie der Neufundländer auch wirkt, er braucht viel Bewegung. Darüber solltest Du Dir klar sein, wenn Du Dich für diese Hunderasse entscheidest. Optimal wäre auf jeden Fall als Grundlage ein Garten, in dem er sich einmal frei bewegen kann, wo es aber auch möglich ist, viel mit ihm zu spielen.

Weil die Wasserliebe dieser Hunderasse einfach zu diesen Tieren dazugehört, wäre es auch wichtig, dass zu den Aktivitäten mit diesem Hund das Wasser in irgendeiner Form dazugehört. Ohne Wasser wäre so ein Tier nicht wirklich glücklich. Wenn diese Hunde als Rettungshunde für Badende ausgebildet werden, können sie sogar Leben retten und können nicht nur Kinder, sondern sogar große Erwachsene aus dem Wasser holen, wenn die in Gefahr sind.

Bei der Art der Bewegung ist der Neufundländer nicht spezialisiert. Die Hauptsache ist, er bekommt viel Bewegung von Dir oder Deiner Familie. Wichtig ist dabei für dieses anhängliche Tier, immer dabei sein zu dürfen. Neufundländer sind ausgesprochen lernfähig und machen eigentlich alles mit, was mit ihnen gespielt wird. Ansonsten lieben diese Tiere außer eben dem Wasser und viel Beschäftigung aller Art ausgiebige Spaziergänge mit Herrchen, Frauchen oder der ganzen Familie.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Neufundländers

Als Rettungshunde haben Neufundländer schon viele Menschen vor dem Ertrinken gerettet. Der wohl bekannteste Gerettete dieser Art war Napoleon. Er wurde von einem Neufundländer namens Boatswain vor dem Ertrinken gerettet.

Auch der Komponist Richard Wagner war ein Fan dieser Hunderasse. Sein Hund Robber inspirierte ihn dazu, den „Fliegenden Holländer“ zu schreiben. Sein letzter Neufundländer hieß Russ und wurde sogar gemeinsam mit ihm in Bayreuth begraben.
Als der schottische Schriftsteller J.M. Barrie das Kinderbuch „Peter Pan“ schrieb, kam darin in der Figur der „Nana“ seine Neufundländer-Hündin vor.

Nachteile des Neufundländers

Neufundländer haben eigentlich mehr Vorteile als Nachteile. Sie sind sehr groß und werden deshalb mit ungefähr 10 Jahren leider nicht so alt wie die meisten kleinen Hunde. Die Neigung zu Arthrose und Hüftgelenksdisplasie gehört auch zu den Nachteilen bei dieser Hunderasse.

Generell brauchen so große Hunde natürlich viel Futter und kosten deshalb etwas mehr als kleine Hunde, was Du einplanen solltest. Ebenso sind sie nicht für eine Etagenwohnung geeignet, sondern fühlen sich in einem Haus mit Garten oder ähnlichen Wohnverhältnissen einfach wohler. Generell brauchen diese großen Tiere eben viel Platz, selbst im Auto.

Neufundländer haben ein total kuscheliges Wuschelfell. Aber dieses Fell macht eben auch viel Arbeit und bedeutet, sie haaren extrem in der Wohnung. Damit sollte die Familie zurechtkommen.

Neufundländer im Auslauf

Neufundländer brauchen viel Platz und Pflege.

Passt der Neufundländer zu mir?

Es ist immer wichtig, sich genau zu überlegen, ob eine bestimmte Hunderasse zu einem selbst oder der ganzen Familie passt. Also entscheide Dich nicht Hals über Kopf und zu spontan, sondern denke zunächst einmal eine Weile nach. Eine erste Überlegung ist beim Neufundländer, ob auch genug Platz für das Tier vorhanden ist, denn das ist kein Schoßhund, sondern ein besonders großer Hund.

Diese Hunde lassen sich leicht erziehen, selbst von Anfängern. Sie sind sehr freundlich und ruhig im Wesen, aber sie haben auch sehr viel Kraft. Wenn so ein Hund nicht konsequent und gut erzogen wurde, kann so viel Kraft ein Problem werden. Das ist vor allen Dingen bei Kindern oder Senioren im Haus der Fall, die das Tier dann möglicherweise unterwegs nicht halten können. Andererseits ist eine Familie genau das Richtige für diese Hunderasse. Senioren sind oft den ganzen Tag zu Hause und können da sein, wenn die jüngeren Leute arbeiten müssen. Diese Hunde brauchen nämlich viel Gesellschaft, und das den ganzen Tag, wenn es machbar ist. Sonst wären sie unglücklich. Besonders ältere Familienmitglieder oder auch Kinder können im Garten sehr schön mit dem Hund spielen und so für die so wichtige Beschäftigung sorgen. Nicht umsonst haben sich Neufundländer inzwischen zu viel geliebten Familienhunden entwickelt.

Wie empfindlich bist Du oder seid ihr, wenn es darum geht, dass die ganze Wohnung immer wieder voller Hundehaare liegt, die weggeräumt werden müssen? Wenn Dich oder euch das nicht stört, dass ein solcher Hund eben sehr zum Haaren neigt und auch viel Zeit für die Fellpflege braucht, dann passt das Tier gut zu Dir oder in Deine Familie. Lass Dir das alles vor der Anschaffung so eines Hunde am besten noch einmal in aller Ruhe durch den Kopf gehen.

Wenn Du Dich für diese Hunderasse entschieden hast, kannst Du bei den Tierheimen Deiner Umgebung schauen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, bei entsprechenden Tierrettungs-Organisationen nachzufragen, ob sie Neufundländer in der Vermittlung haben. In beiden Fällen werden diese Hunde dann nicht so viel kosten wie Welpen von einem Züchter. Eine weitere Option besteht darin, eventuell einer Privatperson zu helfen, die ihren Neufundländer nicht mehr selbst halten kann. In solchen Fällen geht es fast immer um das Thema Platz vor Preis. Als Helfer in der Not mit einem schönen neuen Zuhause für den Hund wirst Du sicherlich auch weniger bezahlen müssen und hast dennoch ein gutes Werk getan und sowohl dem Hund als auch seinem Vorbesitzer geholfen.

Wie viel kostet ein Neufundländer?

Bei einem Züchter kosten reinrassige Neufundländer-Welpen momentan zwischen 1.200 und 1.400 Euro.