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Leonberger

von Maren Kleymann
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Der ursprünglich aus Süddeutschland stammende Leonberger steht im Schatten seines nahen Verwandten, dem Bernhardiner. Doch das völlig zu unrecht, denn der intelligente, lernwillige Leonberger ist gutmütig, geduldig und bestens als Begleit- und Familienhund geeignet. Der Hund wird bei der FCI in der Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer – Molosser – Schweizer Sennenhunde und andere Rassen, Sektion 2.2 Molossoide und Berghunde, unter der Nummer 145 geführt.

Leonberger im Steckbrief

Steckbrief
Größe: Hündinnen: 65-72 cm Rüden: 72-80 cm
Gewicht: Hündinnen: 41-59 kg Rüden: 47-70 kg
FCI-Gruppe: 2: Pinscher und Schnauzer – Molosser – Schweizer Sennenhunde und andere Rassen
Sektion: 2.2 Molossoide und Berghunde, unter der Nummer 145
Herkunftsland: Deutschland
Farben: löwengelb, rot oder rotbraun
Lebenserwartung: 8-9 Jahre
Geeignet als: Begleit-, Familienhund
Sportarten:
Charakter: sanft, lebhaft, verspielt, aufgeschlossen
Auslaufbedürfnisse: hoch
Sabber-Potential gering
Stärke des Haarens mittel
Pflegeaufwand: mittel
Fellstruktur: lang und leicht gewellt, dicht mit Unterwolle, weich bis derb
Kinderfreundlich: ja
Familienhund: ja
Sozial: ja

Herkunft und Rassegeschichte

Anfang des 19. Jahrhunderts, so geht die Legende, hatte der Leonberger Stadtrat Heinrich Essig ein ehrgeiziges Ziel: Er wollte einen Hund züchten, der dem Wappentier der Stadt Leonberg, einem Löwen, ähnelt. Ob er wirklich diesen Gedanken hatte, ist nicht belegt. Fest steht, dass er ein begeisterter Hundezüchter war und seine Tiere in alle Welt verkaufte. Die Rassezucht bei Hunden steckte noch in den Kinderschuhen, anerkannte Rassen gab es nur wenige und in der Hauptsache Jagdhunde. Hundeausstellungen waren selten, doch sie begannen, häufiger zu werden.

Leonberger Gesicht

Das Aussehen des Leonbergers ähnelt dem eines Löwen.

In dieser Zeit begann Heinrich Essig aus Leonberg, der ein Freund von großen, langhaarigen Hunden war, die damals schon sehr bekannten und weithin beliebten Hunde aus dem Klosterhospitz St. Bernhard, die heute als Bernhardiner bekannt sind, mit einer schwarzweißen Neufundländer-Hündin zu kreuzen. Einige Überlieferungen gehen nach der Beschreibung davon aus, dass es sich bei der Hündin um eine Landseer handelte. Auch Pyrenäen-Berghunde, von denen die Bernhardiner abstammten, kreuzte Heinrich Essig mit ein. Und ob Legende oder nicht: der von ihm gezüchtete Hund hat wirklich viel Ähnlichkeit mit einem Löwen.

Doch es gibt auch die Theorie, dass es die Hunde schon länger in Baden-Württemberg gab und Heinrich Essig sie nur geschickt gepaart und rückgezüchtet hätte. Genau klären lässt sich das wohl nicht mehr. Heinrich Essig hatte unter den damaligen Hundezüchtern viele Neider und es ist gut möglich, dass sie letzteres nur verbreiteten, um ihn in einen schlechten Ruf zu bringen. Denn der Aufstieg des Leonbergers war rasant. Heinrich Essig schrieb in einem Brief an einen Hundezüchter: „Meine Hunde, die ich seit dem Jahre 1846 erziehe …“. Das ist eine der wenigen Überlieferungen, die das Jahr 1846 als Geburtsstunde der Leonberger nennen. Große, langhaarige Hunde waren zu der Zeit sehr beliebt und mit einem geschickten Marketing machte Heinrich Essig seinen Leonberger bekannt.

So wurden die Leonberger zum Beispiel von damals sehr bekannten Tiermalern gemalt. Diese Bilder wurden weit über Deutschland hinaus abgedruckt. Der Leonberger zog weltweit vornehmlich in Adelshäuser ein. Sowohl am russischen Zarenhof als auch am britischen Königshof fanden Leonberger ein Zuhause. Kaiserin Sissi und König Umberto von Italien besaßen welche. Doch ebenso rasch wie ihr Aufstieg war, verpuffte der Erfolg wieder, was nicht zuletzt an den Neidern lag.

In den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts lief der Bernhardiner den Leonbergern in der Beliebtheit den Rang ab. Bis heute steht der Leonberger weit hinter seinem nächsten Verwandten zurück. Ende des 19. Jahrhunderts schien der Leonberger kurz davor, zu verschwinden. Doch die Rettung kam 1895. Einige der wenigen noch verbliebenen Liebhaber der Rasse schlossen sich zum Internationaler Klub für Leonberger Hunde zusammen. Sie legten die Rassestandards fest und begannen, mit ihren wenigen verbliebenen Hunden zu züchten. Bereits 1895 wurde die Rasse in Deutschland anerkannt. Von der FCI erfolgte die Anerkennung allerdings erst 1955, was sicher auch daran liegt, dass in den Kriegs- und Hungerjahren des Ersten und Zweiten Weltkriegs der Leonberger kurz vor dem Aussterben stand, denn in diesen schweren Zeiten konnten sich nur die wenigsten einen so großen Hund leisten.

Wesen & Charakter vom Leonberger

Der Leonberger ist ein sanfter Riese und hat nicht nur äußerlich ein dickes Fell. Im Umgang mit Kindern hat er eine Engelsgeduld und selbst Kleinkinder bringen ihn nicht aus der Ruhe, auch wenn man ihn natürlich nicht mit ihnen alleine lassen sollte. Doch man darf seine Ruhe nicht missverstehen. Er ist kein Hund, der stets gemütlich auf seiner Decke liegt. Der Familienhund ist lebhaft, verspielt, aufgeschlossen und möchte beschäftigt werden. Der Leonberger wurde schon von seinen Anfängen an als Wachhund gezüchtet, der entweder Haus und Hof oder die Kutschen der Adeligen auf Reisen bewacht hat.

Doch seine Stärke als Wachhund liegt in seiner beeindruckend großen und kräftigen Gestalt, nicht im Gekläffe oder gar in übermäßiger Aggressivität –  auch wenn er bei einem Angriff seine Menschen und sein Revier verteidigen wird. Grundsätzlich reagiert er aber eher gelassen auf Fremde. Der intelligente Hund spürt sehr genau, wer Feind und Eindringling und wer einfach nur ein Besucher oder Passant ohne bösen Absichten ist. Artgenossen gegenüber ist der gesellige Leonberger grundsätzlich friedlich und freundlich, wenn er gut sozialisiert wurde. Auch mit Katzen und anderen Tieren kommt er klar, wenn er von klein auf an sie gewöhnt wird. Sein Jagdtrieb ist sehr schwach. Jedoch sollte man beachten, dass der riesige Leonberger beängstigend auf kleine Tiere wirken kann.

Seinen Menschen gegenüber ist der Vierbeiner treu und anhänglich. Er lernt schnell und ist folgsam, auch wenn ihm manches Mal ein Dickkopf nachgesagt wird. Bellen wird der Leonberger nur, wenn es unbedingt nötig ist. Man kann den gelassenen Hund grundsätzlich überall mit hin nehmen, er wird kaum auffallen und keine Unruhe stiften.

Wie viel kostet ein Leonberger?

Die Zucht von Leonbergern ist mir hohen Kosten verbunden. Bei einem seriösen Züchter kann ein Welpe daher 1.500,00 Euro bis 2.000 Euro kosten.

Hunde dieser Rasse

Aussehen des Leonbergers

Beim Leonberger, oder Leo, wie er von Besitzern und Liebhabern oft genannt wird, ist der Name Programm. Denn in seinem Aussehen und seiner Größe ähnelt er tatsächlich einem Löwen und er kann seine Vor-Vorfahren, die kräftigen, molossoiden Hunde der Antike, nicht verleugnen. Schon seine Größe ist mit einer Schulterhöhe von 72 bis 80 Zentimetern bei Rüden und 65 bis 75 Zentimetern bei Hündinnen beeindruckend. Als ideal werden dabei 76 Zentimeter bei Rüden und 70 Zentimeter bei Hündinnen angesehen. Damit gehören sie ganz klar zu den großen Hunderassen. Dabei erreichen Hündinnen ein Gewicht von 45 bis 55 Kilogramm, Rüden bringen 55 bis 70 Kilogramm auf die Waage.

Das Fell des Hundes ist lang und leicht gewellt, dicht mit Unterwolle, weich bis derb. Besonders bei Rüden wächst an Hals und Brust eine Mähne. Der Rücken ist gerade, die Rute fällt ab und ist befedert. Auch die Beine sind stark mit langen Haaren behaart. Der Körperbau des Leonbergers ist kräftig und muskulös. Auch die Farbe des Fells ähnelt der eines Löwen. Leonberger müssen laut Rassestandard sandfarben, löwengelb, rot oder rotbraun sein. Alle Schattierungen dazwischen sind erlaubt, Aufhellungen an der Befederung von Rute und Läufen und am Hals dürfen vorkommen, sollten die Harmonie aber nicht stören. Auch schwarze Haarspitzen und weiße Flecke an der Brust und weiße Zehen werden bei der Zucht toleriert. Typisch für Leonberger sind die schwarze Schnauze und die schwarze Maske. Die Ohren hängen herab und liegen dicht an, die Augen sind braun, im Idealfall dunkelbraun, doch es gibt auch Leonberger mit hellbraunen Augen.

Impressionen der Hunderasse

Erziehung & Haltung des Leonberger- Das gilt es zu beachten

Leonberger sind intelligent und lernwillig. Sie sind dadurch selbst für engagierte Anfänger geeignet, die ihren vierbeinigen Kameraden mit Liebe, Ruhe und Konsequenz erziehen können und wollen. Der Besuch einer Welpen- und Hundeschule ist immer eine gute Idee, denn so lernt der kleine Leonberger den Umgang mit Artgenossen und sowohl Anfänger als auch Menschen, die schon Erfahrung mit Hunden haben, erfahren noch so einiges.

Wie alt werden Leonberger?

Ein Leonberger kann acht bis neun Jahre alt werden.

Ernährung des Leonbergers

Bei der Ernährung des Leonbergers muss man Vorsicht walten lassen, denn er liebt Futter und frisst gerne – auch über seinen Bedarf hinaus. Oft ist man versucht, zu denken, dass ein bisschen mehr diesem Riesen nicht schaden kann. Doch Leonberger neigen sehr zu Übergewicht. Man muss daher bei der Auswahl des Futters auf hochwertige Nahrung achten, die Portionen an das Alter und die Aktivität anpassen und konsequent sein, wenn der Hund versucht, den Eindruck zu erwecken, er hätte noch nicht genug.

Wasser sollte ihm immer ausreichend zur Verfügung stehen. Bei Wanderungen und sportlichen Aktivitäten sollte man immer einen Napf und eine Wasserflasche dabei haben, besonders natürlich im Sommer. Bei der Auswahl des Trinkplatzes muss man wissen, dass Leonberger beim Trinken gerne schlabbern und ein wenig sabbern.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Leonberger werden leider nicht von den für große Hunderasse typische Krankheiten verschont. Hüftgelenksdysplasie rangiert dabei an vorderster Stelle. Doch wenn man ihn bei einem seriösen Züchter kauft und von klein auf das richtige Maß an Bewegung beachtet und einhält, ist das Risiko einer Erkrankung gering. Typische Krankheiten bei großen Hunderasse sind zudem Arthrose, Herzprobleme und Magendrehungen. Auch hier kann man mit dem Kauf bei einem seriösen Züchter und einer ausgewogenen Ernährung gegensteuern.

Insgesamt sind Leonberger aber robuste Hunde und unter den großen Hunden diejenigen, die am wenigsten als krankheitsanfällig gelten. Bei guter Pflege, ausgewogener Ernährung und ausreichender Auslastung können Leonberger ohne Probleme acht bis neun Jahre alt werden.

Wie groß werden Leonberger?

Rüden können eine Schulterhöhe von 72 bis 80 Zentimetern erreichen, Hündinnen können 65 bis 75 Zentimeter groß werden. Damit gehört der Vierbeiner zu den großen Hunderassen.

Pflege des Leonbergers

Das Fell des Leonbergers reinigt sich bei leichten Verschmutzungen in der Regel selbst, dennoch sollte man die Fellpflege nicht vernachlässigen. Mindestens einmal in der Woche sollte man den Hund ausführlich bürsten. Der Leonberger haart zwar nicht so stark wie andere langhaarige Hunde, dennoch sollte er während des Fellwechsels täglich gebürstet werden. Auch wenn er sich so richtig schmutzig gemacht hat, muss man mit der Bürste ran und Kletten und ähnliche „Anhängsel“ müssen entfernt werden. Gerade in den Sommermonaten verfangen sich leicht Zecken und andere Insekten im Fell. Es ist daher besonders wichtig, dass der Leonberger nach einem Spaziergang gründlich abgesucht werden.

Auch die Ohren müssen regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden, denn unter den Hängeohren sammelt sich schnell Schmutz an, der leicht zu Entzündungen führt.

Leonberger – Aktivitäten und Training

Die Leonberger mögen aufgrund ihrer Masse und ihres ruhigen Wesens träge und gemütlich wirken, doch die Hunde sind alles andere als das. Sie sind verspielt, bewegungsfreudig und gerne aktiv. Täglich lange Spaziergänge sind das Minimum, das man einem Leonberger bieten muss. Er begleitet seine Menschen gerne auf langen Wanderungen.

Für Hundesport ist er geeignet, doch er braucht ihn nicht. Am liebsten tobt er in freier Natur oder in seinem Garten. Wasser liebt er, ein Teich oder See in der Nähe, in dem es Hunden gestattet ist, zu schwimmen, wäre ideal für ihn. Alternativ kann man im Sommer auch den Wasserschlauch im Garten aufdrehen. Der Leonberger wird über dieses Spiel begeistert sein. Aufgrund seiner Liebe zum Wasser wird er am Dog Diving Freude haben. Auch für Obedience ist er aufgrund seiner Lernwilligkeit und seiner Intelligenz gut geeignet. Obedience sind Gehorsamsübungen, die die perfekte Zusammenarbeit zwischen dem Hund und seinem Menschen erfordern. Oft wird Obedience mit der Dressur im Pferdesport verglichen.

Leonberger draußen

Der Leonberger ist gerne viel mit seiner Familie draußen unterwegs.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Leonbergers

In Deutschland sind die Leonberger nicht weit verbreitet und relativ unbekannt, in den USA haben sie bereits Hollywood erobert. In dem Thriller „The Equalizer“ mit Denzel Washington spielten gleich zwei Leonberger mit. Auftritte hatten die klugen Hunde auch in „Das Geheimnis der Mondprinzessin“, „Der Ruf der Wildnis“ und in „Grumpy Cat’s Worst Christmas Ever“.

Auch auf Youtube hat es ein Leonberger bereits unter die Stars geschafft. Bei der Westminster Kennel Club Dog Show 2016 hatte Dario, ein zwei Jahre alter Leonberger, die Lacher auf seiner Seite, als er im Madison Square Garden mehr Interesse an der Leckerli-Tüte in der Tasche seines Herrchens zeigte als an seinem Lauf und seinem Auftritt. Die Preisrichter konnte er damit nicht überzeugen, doch der noch junge Hund wurde zum Internet-Star.

Sabbern Leonberger viel?

Leonberger sabbern in der Regel wenig bis gar nicht.

Nachteile des Leonbergers

Leonberger haaren nicht so stark wie andere langhaarige Hunde, dennoch muss man, besonders während des Fellwechsels, damit rechnen, dass er seine Haare in allen Zimmern verteilt. Die braunen Haare des Leonbergers fallen zudem besonders auf.

Auch die Gesundheit könnte zum Nachteil werden, da die Hunde anfällig für einige Krankheiten sind.

Passt der Leonberger zu mir?

Der Leonberger ist ein toller Familienhund: Er besitzt ein ruhiges Wesen und liebt Kinder. Zudem gestaltet sich die Erziehung meist recht leicht, da der Hund sich in der Regel gelehrig präsentiert.

Auch wenn den Leonberger nichts aus der Ruhe bringt und er in dem Wohnraum seines Menschen mit wenig Platz zufrieden ist, ist er durch seine Größe nicht für eine Stadtwohnung geschaffen. Er benötigt seine Bewegung in der freien Natur. Ideal ist ein Haus mit einem Garten, in dem er auch einmal unbeaufsichtigt toben kann. Besonders gesichert muss dieser Garten übrigens nicht sein, der normale Zaun genügt. Leonberger zeigen in der Regel kein großes Interesse daran, ihr Territorium zu verlassen. Ansonsten kommt er mit allen zurecht. Ob eine Familie mit vielen Kindern oder Senioren, die er auf ihren Wanderungen begleiten darf: er wird sich überall wohl fühlen.

Was man vor dem Kauf eines Leonbergers unbedingt bedenken sollte, sind auch die Kosten, die auf einen zukommen. Das beginnt schon mit dem vergleichsweise hohen Anschaffungspreis, der der Tatsache geschuldet ist, dass die Haltung der Tiere und die Aufzucht der Welpen viel Geld verschlingt. Ein seriöser Züchter, der seine Hunde gut behandelt, wird trotz des hohen Preises nicht viel an den Welpen verdienen. Daneben benötigen so große Hunderassen natürlich eine entsprechend große Menge an Futter. Hinzu kommen Tierarztkosten und Hundesteuer. Man sollte sich daher im Vorfeld genau überlegen, ob man das auf Dauer leisten kann. Schließlich wird der Hund rund zehn Jahre Teil der Familie sein und Zeit und Fürsorge benötigen.

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