Home Welpen RatgeberDie ersten Wochen Hundesteuer – Kosten pro Bundesland in der Übersicht

Hundesteuer – Kosten pro Bundesland in der Übersicht

von Michael Hein
0 Kommentar
Kostenloses E-Book Welpen 1x1 zum Download

Hundesteuer: Was steckt dahinter?

Die Hundehaltung in der Stadt kann zu Problemen führen, wenn die Zahl der Hunde zu stark ansteigt, oder Hunde mit aggressivem Verhalten gehalten werden. Um die Haltung der Hunde zu steuern und die Anzahl der Vierbeiner zu reduzieren, setzen die Gemeinden die Hundesteuer ein. Dabei handelt es sich um eine kommunale Aufwandsteuer. Die Gemeinde erbringt keine Leistung für den Hundehalter. Diese Steuer fließt vollständig in das Budget der Gemeinde und wird für die Finanzierung von verschiedenen Aufgaben verwendet.

Die meisten Gemeinden setzen die Hundesteuer für Kampfhunde und Listenhunde höher an. Durch die höhere Hundesteuer soll die Haltung dieser Hunderassen an Attraktivität verlieren und die Zahl der von der Behörde als gefährlich angesehenen Hunde im Gemeindegebiet reduziert werden.

Zusätzlich zu den Unterschieden bei der Hundehaltung in den einzelnen Gemeinden bestehen auch große Unterschiede zwischen den deutschen Bundesländern. Abhängig vom jeweiligen Bundesland muss für bestimmte Hunde zusätzlich zu der Bezahlung einer höheren Hundesteuer eine Haftpflichtversicherung für den Hund abgeschlossen werden.

Warum zahlt man Hundesteuer?

Die Hundesteuer ist eine Aufwandsteuer und soll die Zahl der gehaltenen Hunde verringern.

Warum zahlt man Hundesteuer?

Die meisten Hundehalter müssen in Deutschland Hundesteuer bezahlen. Ausnahmen bestehen bei einer Hundehaltung für gewerbliche Zwecke, bei Assistenzhunden und wenn sich Hundehalter aufgrund eines geringen Einkommens die Bezahlung der Hundesteuer nicht leisten können. 

Die Ausnahmen sind in jeder Gemeinde unterschiedlich in der Hundesteuersatzung festgelegt. Meistens sind Kampfhunde und Listenhunde von einer Ermäßigung oder Befreiung von der Hundesteuer ausgenommen. Da es sich um eine reine Aufwandsteuer handelt, muss die Gemeinde für die Hundesteuer keine Gegenleistung erbringen. Die Steuereinnahmen werden für diverse Aufwendungen in der Gemeinde verwendet. Der Zweck der Hundesteuer liegt vor allem daran, die Zahl der Hunde in der Stadt zu begrenzen und einige Hunderassen von dem Gebiet der Gemeinde fernzuhalten.

Wohin fließt das Geld und was wird damit gemacht?

Viele Hundehalter sind der Meinung, dass die Hundesteuer für die Entfernung von Hundekot auf den Straßen verwendet wird. Das ist aber nicht der Fall. Die Hundesteuer befreit den Hundebesitzer nicht davon, den Hundekot selber zu entfernen und auf die Reinheit der Wege zu achten. Diese Steuer ist als Aufwandsteuer ein Teil des Gemeindebudgets. Sie wird entsprechend der Beschlüsse des Gemeinderats für verschiedene Zwecke verwendet.

Hundesteuer: Hund beim Gassigehen

Um die Haltung der Hunde zu steuern und die Anzahl der Vierbeiner zu reduzieren, setzen die Gemeinden die Hundesteuer ein.

Wie hoch ist die Hundesteuer?

Jede Gemeinde in Deutschland setzt die Höhe der Hundesteuer unabhängig vom Bund fest. Daher bestehen sogar innerhalb eines Bundeslandes große regionale Unterschiede. Durchschnittlich liegt der Betrag der Hundesteuer zwischen 40 und 190 Euro. Für Kampfhunde und Listenhunde wird in den meisten Gemeinden in Deutschland eine höhere Hundesteuer angesetzt. Die Beträge liegen zwischen 120 und 250 Euro. Bei der höheren Hundesteuer für Listenhunde wird zwischen Hunderassen, die immer als gefährlich gelten, und Hunderassen, die eventuell gefährlich sind, unterschieden. Im zweiten Fall hat der Hundehalter die Möglichkeit über einen Wesenstest zu beweisen, dass von seinem Hund keine Gefahr für andere Menschen und Tiere ausgeht. Fällt der Wesenstest positiv aus, wird die Hundesteuer auf den normalen Steuersatz gesenkt.

Auch für Hunde, die nach den Hundegesetzen im Einzelfall als gefährlich angesehen werden, muss eine höhere Hundesteuer bezahlt werden. Dabei handelt es sich vor allem um Hunde, die regelmäßig Menschen und Tiere bedrohen, oder bereits ein Mal gebissen haben.

Wie hoch ist die Hundesteuer?

Die Höhe der Hundesteuer wird von der Gemeinde festgesetzt. Sie liegt zwischen 40 und 190 Euro. Bei Kampfhunden fällt sie wesentlich höher aus.

Gibt es Unterschiede in den Bundesländern?

In den einzelnen Bundesländern gibt es nicht nur Unterschiede in der Höhe der Hundesteuer. Die niedrigste Hundesteuer muss in Bayern und Sachsen bezahlt werden. In Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen wird die höchste Hundesteuer in Deutschland eingehoben. Auch die Bedingungen für eine Ermäßigung der Zahlung oder einer vollständigen Befreiung von der Hundesteuer sind von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. 

Liste der deutschen Hauptstädte und der dortigen Kosten der Hundesteuer

StadtKosten Hundesteuer pro HundKosten Hundesteuer pro Kampfhund
Stuttgart108 Euro612 Euro
München100 Euro800 Euro
Berlin120 Euro120 Euro
Potsdam108 Euro648 Euro
Bremen150 Euro150 Euro
Hamburg90 Euro600 Euro
Wiesbaden180 Euro180 Euro
Schwerin108 Euro700 Euro
Hannover150 Euro720 Euro
Düsseldorf96 Euro600 Euro
Mainz186 Euro600 Euro
Saarbrücken120 Euro120 Euro
Dresden108 Euro108 Euro
Magdeburg96 Euro500 Euro
Kiel126 Euro126 Euro
Erfurt108 Euro564 Euro


Für Kampfhunde muss zusätzlich um eine Haltungsbewilligung angesucht werden. Der Abschluss einer Hundehaftpflichtversicherung ist Voraussetzung für die Bewilligung der Haltung.

Wie oft zahlt man die Hundesteuer?

Die Hundesteuer wird von der Gemeinde immer als Jahresbetrag vorgeschrieben. Sie kann jährlich, halbjährlich oder vierteljährlich bezahlt werden.

Steigt die Hundesteuer, wenn man mehr als einen Hund besitzt?

Die Kosten der Hundesteuer sind auch abhängig davon, wie viele Hunde von jemandem gehalten werden. In einigen Gemeinden in Deutschland wird die Haltung von Zweit- und Dritthunden höher besteuert.

Liste der Kosten für die Hundesteuer bei der Haltung von einem, zwei oder mehr Hunden in den Hauptstädten der Bundesländer

StadtKosten Hundesteuer pro HundKosten Hundesteuer bei der Haltung von zwei HundenKosten Hundesteuer bei der Haltung von drei und mehr Hunden
Stuttgart108 Euro216 Euro216 Euro
München100 Euro100 Euro100 Euro
Berlin120 Euro180 Euro180 Euro
Potsdam108 Euro144 Euro192 Euro
Bremen150 Euro150 Euro150 Euro
Hamburg90 Euro90 Euro90 Euro
Wiesbaden180 Euro180 Euro180 Euro
Schwerin108 Euro200 Euro350 Euro
Hannover150 Euro276 Euro276 Euro
Düsseldorf96 Euro150 Euro180 Euro
Mainz186 Euro216 Euro216 Euro
Saarbrücken120 Euro168 Euro168 Euro
Dresden108 Euro144 Euro144 Euro
Magdeburg96 Euro144 Euro196 Euro
Kiel126 Euro177 Euro213 Euro
Erfurt108 Euro132 Euro156 Euro

Für wen gilt die Hundesteuer?

Für alle Hunde, die zu privaten Zwecken gehalten werden, muss die Hundesteuer bezahlt werden. Stellt die Bezahlung der Hundesteuer für den Hundehalter eine unverhältnismäßige soziale Härte dar, kann er um eine Befreiung oder Ermäßigung ansuchen. Die Möglichkeit für eine Reduzierung der jährlichen Hundesteuer besteht in den meisten deutschen Städten nur für den Ersthund. Werden mehrere Hunde gehalten, muss für den zweiten und dritten Hund die volle Hundesteuer bezahlt werden. 

Damit die Hundesteuer bezahlt werden kann, müssen alle Hunde, die älter als drei Monate sind, bei der Gemeinde angemeldet werden. Hält sich ein Hundehalter mit seinem Hund kürzer als zwei Monate in der Gemeinde auf, muss er für den Hund in den meisten Gemeinden keine Hundesteuer bezahlen. Der Hundehalter muss nur nachweisen, dass der Hund bereits in einer anderen deutschen Stadt besteuert wird.

Private Zwecke vs. gewerbliche Zwecke

Für alle Hunde, die für private Zwecke gehalten werden, muss die Hundesteuer bezahlt werden. Ausnahmen bestehen nur bei der Haltung von Blindenhunden und anderen Assistenzhunden, sowie Rettungs- und Sanitätshunden. Für Hunde, die für gewerbliche Zwecke gehalten werden, muss keine Hundesteuer bezahlt werden. Sie sind vollständig von der Besteuerung befreit.

Hält ein Hundezüchter mehrere Hunde, um mit ihnen zu züchten, kann er um eine Herabsetzung der Hundesteuer ansuchen. In den meisten Gemeinden wird diese reduzierte Steuer als Zwingersteuer bezeichnet.

Wie melde ich die Hundesteuer an?

Die Anmeldung der Hundesteuer erfolgt persönlich oder online bei der Gemeinde.

Hunde, für die keine Steuer erforderlich ist

Einige Hunde sind automatisch von den Steuern für Hunde befreit. Für andere Vierbeiner muss der Hundehalter bei der Gemeinde um eine Befreiung von der Hundesteuer ansuchen.

Wird ein Hund aus dem örtlichen Tierheim adoptiert, muss in einigen Gemeinden für die folgenden zwölf bis 24 Monate keine Hundesteuer bezahlt werden. Bei dem Ansuchen um die Befreiung von der Hundesteuer muss auch eine Bestätigung des Tierheims vorgelegt werden. Sozialhilfeempfänger sind in einigen Bundesländern ebenfalls von der Bezahlung der Hundesteuer befreit. Sie müssen einen Sozialpass der jeweiligen Gemeinde vorlegen.

Hundesteuer: Hund auf Asphalt

In Deutschland müssen alle Hunde, die älter als drei Monate sind, bei der Gemeinde angemeldet werden.

Hundesteuer anmelden

In Deutschland müssen alle Hunde, die älter als drei Monate sind, bei der Gemeinde angemeldet werden. Danach erhält der Hundehalter einen Bescheid über die Höhe der Hundesteuer. Mit dem Bescheid wird eine Hundesteuermarke übergeben. Diese muss von dem Hundehalter jederzeit vorgezeigt werden können. Befindet sich der Hund außerhalb der Wohnung, muss die Hundesteuermarke sichtbar an dem Halsband oder Brustgeschirr befestigt werden, damit der Hund jederzeit identifiziert werden kann.

Wie melde ich die Hundesteuer an?

Abhängig von der Gemeinde ist es möglich, die Hundesteuer persönlich oder online anzumelden. Eine persönliche Anmeldung erfolgt in der jeweiligen Stadtkasse oder Gemeindekasse. Teilweise ist es auch möglich, die Anmeldung des Hundes bei den Bürgerämtern durchzuführen. Ist eine persönliche Vorsprache des Hundehalters nicht erforderlich, kann die Anmeldung auch per Fax, Telefon oder E-Mail durchgeführt werden. Online ist die Anmeldung für die Hundesteuer über das Serviceportal der Gemeinde oder die Meldebox des Bundeslandes möglich.

Bei der Anmeldung müssen neben den Daten des Hundehalters die Rasse des Hundes, sein Alter, Geschlecht, die Chipnummer und die Hunderasse angegeben werden. In einigen Gemeinden wird die Vorlage des Impfpasses mit einer gültigen Tollwutimpfung bei der Anmeldung des Hundes gefordert. Halter von Kampfhunden müssen zusätzlich zu der Anmeldung für die Hundesteuer eine zweite Anmeldung mit einem Ansuchen um eine Haltungsbewilligung durchführen.

In den Hundesteuersatzungen der Gemeinden ist festgehalten, dass die Anmeldung des Hundes für die Hundesteuer innerhalb von zwei bis vier Wochen zu erfolgen hat.

Welchen geschichtlichen Hintergrund hat die Hundesteuer?

Hunde waren früher Arbeitshunde. Die Bauern mussten dem Lehensherren für die Hunde Steuer bezahlen. Später füllten die Gemeinden mit der Hundesteuer die Armenkassen. Teilweise wurden mit dem Geld auch die Kriegsschulden der Städte bezahlt. Heute ist die Hundesteuer eine Aufwandsteuer, mit der das Budget der Gemeinde aufgebessert wird.

Wie melde ich die Hundesteuer ab?

Ist die Hundehaltung durch den Tod oder den Verlust des Tieres beendet, muss dieser Umstand der Gemeinde innerhalb von zwei Wochen mitgeteilt werden. Die Abmeldung des Hundes kann ebenfalls persönlich oder online durchgeführt werden. Bei der Abmeldung muss die Hundesteuermarke an die Gemeinde zurückgegeben werden. Erfolgt die Abmeldung wegen des Todes des Hundes, wird die zu viel bezahlte Hundesteuer von der Gemeinde anteilig rückerstattet.

Was gibt es bei einem Umzug zu beachten?

Erfolgt der Umzug innerhalb der Gemeinde, muss der Stadtkasse die neue Adresse schriftlich mitgeteilt werden. Bei dem Umzug in eine andere Gemeinde in Deutschland ist eine Abmeldung und eine neue Anmeldung des Hundes an dem neuen Wohnort erforderlich. Die bisher bezahlte Hundesteuer wird in der neuen Gemeinde auf die neu vorgeschriebene Hundesteuer angerechnet. In den meisten Gemeinden werden aber Überzahlungen nicht zurückbezahlt. Die Frist für die Ummeldung des Hundes beträgt zwischen zwei und vier Wochen. Der Hund erhält eine neue Hundesteuermarke.

Kann die Hundesteuer abgesetzt werden?

Ein Absetzen der Hundesteuer ist im Rahmen der Sonderausgaben nur bei einer gewerblichen Haltung möglich. Zusätzlich können Behinderte mit einem Schwerbehindertenausweis die Kosten für die Hundehaltung und die Hundesteuer bei dem Finanzamt absetzen.

Warum gibt es eine Hundesteuer, aber keine Pferdesteuer oder Katzensteuer?

Für eine allgemeine Katzensteuer oder Pferdesteuer müsste das Gesetz erst verändert werden. Pferde stellen zudem einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Bei der Einhebung einer Pferdesteuer könnten die Pferdehalter in eine andere Gemeinde abwandern. Das zieht zahlreiche wirtschaftliche Nachteile nach sich.

Katzen werden sehr unterschiedlich gehalten. In der Stadt sind oft reine Wohnungskatzen zu finden. Auf den Bauernhöfen gibt es immer noch Nutzkatzen, die bei der Verringerung der Mäuse- und Rattenpopulation ihren Beitrag leisten. Die Schädlingsbekämpfung hat auch einen Nutzen für die Gemeinde. Die Katzensteuer nur bei Wohnungskatzen einzuheben, könnte den Gleichheitsgrundsatz verletzen.

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

* Mit der Nutzung der Kommentarfunktion erklärst Du Dich mit der Speicherung und Verarbeitung Deiner Daten durch diese Website einverstanden.