Home Hundewissen von A bis Z Erster eigener Hund – Worauf Du beim Hundekauf achten solltest

Erster eigener Hund – Worauf Du beim Hundekauf achten solltest

von Michelle Holtmeyer
0 Kommentar

Wahrscheinlich hast du dich schon viel mit dem Thema „ erster eigener Hund“ beschäftigt. Du hast dir schon Gedanken darüber gemacht, wie es ist einen eigenen Hund zu haben und was vor dem Kauf alles geplant werden muss? Hier findest Du eine Checkliste mit Tipps, die du beim Hundekauf beachten solltest.

5 Dinge, die Du beim Hundekauf beachten solltest

1. Der Züchter / Verkäufer

Hund mit Familie

Lass dir genug Zeit, um einen seriösen und verantwortungsvollen Züchter zu finden.

Bei der Auswahl eines Züchters oder eines Verkäufers solltest du dir beim Hundekauf genügend Zeit lassen. Es ist wichtig, sich für einen seriösen Verkäufer zu entscheiden. Dabei ist es egal, ob es sich um einen Züchter oder eine Privatperson handelt. Natürlich kann der Hund auch aus einem Tierheim kommen. Wer sich einen Hund kaufen möchte, sollte darauf achten, dass es sich nicht um einen Hundehändler handelt, denn die Hunde werden dort nicht ordnungsgemäß gehalten.

Ein seriöser Züchter bietet meistens nicht mehr als zwei Hunderassen an. Außerdem wirst du, egal bei welcher Art von Verkäufer, nach Hause eingeladen. Ein Kennenlernen zwischen dir und dem Hund ist besonders wichtig. Meistens hast du die Möglichkeit, den Hund bei seinem Besitzer für mehrere Stunden oder häufiger besuchen zu dürfen. Mit Tierheimen oder Privatpersonen gibt es häufiger Regelungen, dass man den Hund sogar probeweise mit nach Hause nehmen darf. Du kannst dir dort den Hund und das Umfeld, in dem dieser lebt, ganz in Ruhe anschauen.

Der Besitzer wird Dich über den Hund und die Rasse informieren und auf Fragen wird ein seriöser Verkäufer gerne eingehen. Achte darauf, dass der Hund in sauberen Verhältnissen lebt und wie er sich dir gegenüber verhält. Ist er offen und neugierig oder eher ängstlich oder sogar aggressiv? Haben die Hunde einen sauberen und warmen Schlafplatz mit ausreichend Tageslicht? Hat der Hund immer die Möglichkeit nach draußen auf eine Grasenfäche zu gehen? Natürlich wird der Verkäufer oder das Tierheim dir auch einige Fragen stellen. Dies können Fragen über das Umfeld und die Lebenssituation sein, denn der Vorbesitzer möchte ebenfalls, dass der Hund ein schönes neues Zuhause bekommt. Insgesamt sollten sich beide Seiten gut informiert fühlen.

2. Der Hund

Der Hund ist eigentlich das Hauptthema. Wenn du den Hund vorher siehst, solltest du ihn genau unter die Lupe nehmen, denn er wird dich die nächsten Jahre begleiten. Er sollte sich in einem guten Zustand befinden. Der Hund sollte gepflegt sein und auch ein für sein Alter passendes Gewicht haben. Starkes Über- oder Untergewicht kann fast jeder selbst erkennen. Das Fell sollte glänzen und an den Augen und der Nase sollten keine Verklebungen oder sonstiges zu sehen sein. Der Hund muss außerdem gechipt und ausreichend geimpft sein. Die Entwurmung darf natürlich auch nicht fehlen. Am besten lässt du den Hund vor dem Kauf einmal vom Tierarzt durchchecken – dieser kann dir am besten sagen, ob der Hund körperlich fit ist. Falls dir etwas an dem Hund auffällt, solltest du dies immer direkt ansprechen, um Missverständnisse direkt zu beseitigen.

Das Verhalten des Hundes spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Beobachte, wie sich der Hund dir und seinem Besitzer gegenüber verhält. Für Familien mit Kindern ist es natürlich auch wichtig zu sehen, ob der Hund sich mit den Kindern versteht oder ob er Angst vor ihnen hat oder sogar mal zuschnappt. Viele Hunde reagieren verschieden auf Kinder. Frag nach der Herkunft des Hundes und warum dieser verkauft werden soll und wie er sich beim Spazieren gehen verhält. Hab keine Angst davor zu viele Fragen zu stellen, denn am Ende bist du es, der sich diesen Hund kaufen möchte und du musst dir mit deiner Entscheidung sicher sein.

Wenn du dir einen Welpen vom Züchter kaufen möchtest, solltest du hier auch immer das Muttertier zeigen lassen. Einerseits kann der Eindruck über den Charakter der Mutter hilfreich sein und andererseits kannst du die Seriosität des Züchters prüfen, ob alle Hunde in dem Haushalt gesund und fit sind und die Mutter ein entsprechendes Gesäuge hat.

Lass dir bei der Besichtigung des Hundes auch immer die Papiere oder den EU-Heimtierausweis zeigen. In den Zuchtpapieren kannst du die Abstammung kontrollieren und der EU-Heimtierausweis gibt Aufschluss darüber, ob der Hund regelmäßig geimpft und entwurmt wurde.

Mann mit Hund

Ein Preis von unter 600 Euro ist nicht marktüblich und sollte dich daher misstrauisch machen.

3. Der Preis

Der Preis für einen Rassehund direkt vom Züchter liegt meistens zwischen 600 bis 1500 Euro. Preise die deutlich unter 600 Euro liegen sind nicht marktüblich und sollten dich misstrauisch machen. Bei ausgewachsenen Hunden je nach Alter kann der Preis natürlich etwas niedriger ausfallen. Auch bei Mischlingen ist es üblich, dass sie etwas günstiger sind als Rassehunde.

Trotzdem ist es auch bei Mischlingen wichtig, dass du nicht auf Betrüger oder Hundehändler rein fällst. Informiere dich beim Besitzer des Hundes, wie der Preis zustande kommt und vergleiche  Angebote von verschiedenen Hunden. Du wirst wahrscheinlich selbst schnell merken, wann es sich um seriöse und wann es sich um unseriöse Anbieter handelt.

4. Der Kaufvertrag

Wir empfehlen dir beim Kauf des Hundes einen Kaufvertrag mit dem Verkäufer abzuschließen. Dieser sollte auf jeden Fall den Namen und die Anschrift beider Parteien enthalten. Der Name, das Wurfdatum und die Chipnummer des Hundes sollten auch im Kaufvertrag vorhanden sein. Wichtig ist auch der Gesundheitszustand des Hundes, damit im Nachhinein keiner der beiden Parteien für bestimmte Mängel verantwortlich gemacht werden kann. Kaufpreis und Zahlungsart beziehungsweise Zahlungsdatum sollten ebenfalls nicht fehlen.

Der Übergabetermin des Hundes sollte auch im Kaufvertrag enthalten sein. Wenn du all diese Informationen mit in den Kaufvertrag aufnimmst, bist du auf der sicheren Seite. Der Hundekauf ist eine ernst zu nehmende Sache, denn du kannst wie bei allen anderen Tieren oder auch Immobilien an Betrüger geraten.

5. Ort und Art des Hundekaufs

Sicherlich ist Dir bewusst, dass der Ort des Verkaufes bei einem Hundekauf eine wichtige Rolle spielt. Kaufe keinen Hund, der dir auf einem Parkplatz oder auf Märkten angeboten wird. Die Übergabe des Hundes sollte beim Besitzer stattfinden. Falls du einen Hund aus einem Tierheim kaufst, findet die Übergabe dort statt.

Außerdem wird sich der jetzige Besitzer viel Zeit für dich nehmen. Stelle noch die letzten Fragen, die du an die jetzigen Besitzer hast. Der Besitzer wird dir wahrscheinlich auch anbieten, dass du dich nach dem Kauf bei Fragen auch noch an ihn wenden kannst.

Diese Fragen solltest Du dir vor dem Hundekauf stellen

1. Habe ich ausreichend Wohnraum?

Wer zur Miete wohnt, muss vor dem Hundekauf mit seinem Vermieter besprechen, ob dieser Hundehaltung erlaubt. Außerdem sind manche Wohngegenden mehr, manche weniger geeignet, um dort einen Hund zu halten. Eine schöne Umgebung, die zum Gassi gehen einlädt, ist hier auf jeden Fall ein großes Plus. Des Weiteren sollte bedacht werden, dass ein zukünftiger Umzug, dann mit Hund, sich wesentlich schwieriger gestalten kann, als ohne Haustier.

Auch solltest du dir darüber im Klaren sein, dass ein Hund mehr Putzarbeit bedeutet. Er haart, bringt Dreck mit in die Wohnung oder wirft seinen Napf um. Häufigeres sauber machen wird also auf dem Plan stehen, wenn du dich für einen Hund entscheidest.

2. Bin ich körperlich fit genug?

Einen Hund zu halten bedeutet, auch den Bedürfnissen des Hundes gerecht zu werden. Hunde sind sehr aktive Tiere, die (je nach Rasse manche mehr, andere weniger) sich bewegen möchten. Egal ob beim spazieren gehen oder spielen: Hunde sollten körperlich ausgelastet werden. Um dies als Hundehalter leisten zu können, muss der gesundheitliche Zustand und die körperliche Fitness stimmen.

Ein weiterer gesundheitlicher Aspekt sind Allergien. Teste im Vorfeld, ob alle im Haushalt lebenden Personen ohne Probleme mit einem Hund zusammen leben können. Es wäre für alle eine schlimme Situation, wenn der neue Liebling die Familie wieder verlassen müsste, weil die Gesundheit nicht mitspielt.

Mann spielt mit Hund

Viele Hunderassen liebe die körperliche Auslastung – bist du fit genug, um deinen Hund ausreichend zu beschäftigen?

3. Habe ich genügend Zeit?

Hast du genügend Zeit, um einem Hund täglich gerecht zu werden? Wenn du im Alltag immer von einem Termin zum anderen eilst, oft länger unterwegs bist und deine Freizeit mit Freunden verbringen möchtest, ist ein Hund vielleicht nicht die beste Entscheidung.

Wenn es ein Welpe werden soll, ist es am besten sich in den ersten zwei bis vier Wochen Urlaub zu nehmen. So können sich alle in Ruhe auf die neue Situation einstellen.

4. Bin ich bereit Verantwortung zu übernehmen?

Je nach Rasse und Typ eines Hundes kann die Lebenserwartung bei ungefähr 15 Jahren liegen. Das bedeutet, dass man sich mit dem Hundekauf auf einen langen Zeitraum dem Tier verpflichtet. Es ist immer offen, was die Zukunft bringt, jedoch sollte die grundsätzliche Bereitschaft, sich für viele Jahre um das Tier zu kümmern, gegeben sein.

Das gilt auch, wenn der Hund älter wird und nicht mehr so fit ist. Bist du bereit, dein Tier bis ins hohe Alter zu pflegen und im schlimmsten Fall zum Wohle des Tieres zu entscheiden, auch wenn es vielleicht sehr schmerzt? Ein Hund wird dich bedingungslos lieben und immer für dich da sein – kannst du das auch?

5. Was sagen Familie und Freunde dazu?

Natürlich bist du niemandem Rechenschaft schuldig und wenn du dich für einen Hund entscheidest, ist das deine Sache. Dennoch ist es durchaus sehr sinnvoll, die Personen aus deinem engen Umfeld mit einzubeziehen. Einerseits erfährt man so sehr schnell, wer sich mal um den Hund kümmern kann.

Auch wenn alles gut geplant ist: es kann immer mal etwas dazwischen kommen (Termin, Krankheit), sodass man darauf angewiesen ist, dass sich jemand spontan um den Hund kümmern kann. Andererseits ist der Hundekauf an sich schon aufregend genug, da ist es am besten, wenn man die volle Unterstützung seines Umfeldes hat.

6. Wie werde ich den Urlaub gestalten?

Ein weiteres Thema, über das man sich im Vorfeld vor einem Hundekauf Gedanken machen sollte, ist der Urlaub. Leute, die gerne viel reisen, sollten sich überlegen ob dies auch mit Hund möglich ist. Eine tolle Möglichkeit sind hier Wanderurlaube oder Urlaub am Meer in der Nähe von einem ausgewiesenen Hundestrand.

Wenn es in die Ferne gehen soll, ist es meist für alle Beteiligten am erholsamsten, den Hund in dieser Zeit durch eine andere Person betreuen zu lassen. Informiere dich hierzu rechtzeitig! Am einfachsten ist es hier, wenn sich jemand aus deinem Familien- oder Bekanntenkreis bereit erklärt.

 

Hund und Familie in der Natur

Du solltest dich fragen, ob ein Hund mit deinen üblichen Urlaubsaktivitäten vereinbar wäre.

7. Bin ich bereit die Kosten zu tragen?

Einen Hund zu halten, kostet Geld. Und dabei ist der Anschaffungspreis im Verhältnis zu den laufenden Kosten gering. Um einen ungefähren Überblick über den finanziellen Aspekt zu bekommen, kann du dir beispielhafte Kostenübersichten ansehen. Du solltest die Fragen ehrlich beantworten, und schauen, ob du in der Lage bist, diese Kosten zu tragen. Außerdem solltest du immer eine gewisse Rücklage haben, falls mal ein medizinischer Notfall oder ähnliches auftritt.

8. Wie möchte ich meine Freizeit gestalten?

Stelle dir die Frage: Wie verbringe ich am liebsten meine Freizeit? Was sind meine Hobbys? Könnte ein Hund mich bei dieses Aktivitäten begleiten? Dass es problematisch werden könnte, Beruf und Hund unter einen Hut zu bekommen, ist recht offensichtlich.

Das Gleiche kann jedoch auch mit Freizeitaktivitäten und Hobbys passieren. Überlege dir, ob du dir vorstellen kannst, deine Freizeit nach dem Hund zu richten und ggf. auf Dinge zu verzichten. Vielleicht entdeckst du ja ein neues Hobby, das du super zusammen mit deinem Hund ausführen kannst.

9. Bin ich der richtige Typ dafür?

Kannst du damit umgehen, dass ein Hund ein Lebewesen mit eigenem Kopf ist und wahrscheinlich nicht immer alles so laufen wird, wie du es dir wünscht? Kannst du in stressigen und frustrierenden Situationen ruhig bleiben? Hast du die Geduld, dich in allen Situationen liebevoll und einfühlsam, aber konsequent um deinen Hund zu kümmern? Geduld, Ruhe und Konsequenz sind Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Umgang mit Hunden.

10. Reicht meine Erfahrung aus?

Jährlich landen tausende von Hunden aufgrund von Verhaltensstörungen im Tierheim. In den meisten Fällen lässt sich dieses Verhalten jedoch auf die Erziehung des Hundes zurückführen. Um ein harmonisches und glückliches Miteinander von Mensch und Hund zu erreichen, ist ein gut erzogener Hund sowie ein sicherer und ruhiger Besitzer eine Grundvoraussetzung.

Wenn man noch wenig Erfahrungen mit Hunden gesammelt hat, ist es notwendig, sich vor dem Hundekauf umfassend mit dem Thema Hundehaltung und Erziehung auseinanderzusetzen. Außerdem kann man sich Unterstützung und Hilfe von erfahrenen Hundehaltern oder Fachmännern holen. Auch wenn man schon sehr erfahren mit Hunden ist, es gilt immer der Satz: „Man lernt nie aus!“

Ähnliche Beiträge