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Die Körpersprache des Hundes – So deutest Du sie richtig

von Rica Kenning
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Die Kommunikation unserer geliebten Vierbeiner basiert auf einem Zusammenspiel der Mimik und Gestik des Hundes. Hunde sprechen mit ihrem gesamten Körper und teilen damit anderen Hunden und auch ihren Besitzer ihre Gefühle und Bedürfnisse mit. Damit wir unsere Hunde besser verstehen, ist es wichtig die unterschiedlichen Signale des Tieres, also die Körpersprache der Hundes, zu erkennen und deuten zu können. Dadurch verstärkt sich die Bindung zwischen Hund und Halter und auch an Problemen kann effektiver gearbeitet werden. Wie Du die Körpersprache Deines Hundes richtig deutest, erfährst Du in diesem Artikel.

Wie sieht die Körpersprache beim Hund aus?

Unsere Hunde kommunizieren mit ihrem gesamten Körper. Um die Signale des Hundes richtig zu deuten. muss daher auf die ganze Haltung des Tieres und auf die aktuelle Situation, in der der Hund diese zeigt, geachtet werden. Die einzelnen Punkte, auf die der Besitzer achten sollte sind: Die Mimik des Hundes, Körperspannung, Kopfhaltung, Stellung der Ohren, Rutenstellung, akustische Signale und Raumnutzung. Bei der Kommunikation nutzt der Hund alle seine Ausdrucksmöglichkeiten, um ein klares Bild an die Außenwelt zu senden. Dabei passieren einige Signale unbewusst und andere sehr bewusst.

Wichtig ist zu wissen, dass die unterschiedlichen Ausdrucksmöglichkeiten in verschiedene Ebenen gegliedert werden, so gibt es die Ebene der akustischen Signale, der Mimik, der Gestik und der Positur. Dabei kann die Kommunikation für uns Menschen teilweise leicht zu lesen sein, wie beispielsweise starke Angst, die der Hund durch einen eingezogenen Schwanz, einem geduckten und gekrümmten Rücken, zurückgelegte Ohren und einem panischen und meist hektischen Blick ausdrückt. Andere Ausdrücke bemerken wir Menschen kaum oder interpretieren diese falsch. Beispielsweise wird das Anspringen, wenn der Besitzer nach Hause kommt, von vielen Menschen als Wiedersehensfreude interpretiert, wobei es in den meisten Fällen ein Anpöbeln vom Hund ist, der den Menschen maßregeln will, weil diese ohne seine Kontrolle weg war.

Was ist die Körpersprache eines Hundes?

Die Körpersprache des Hundes ist ein Zusammenspiel verschiedener Ebenen von Kommunikatiossignalen, die der Außenwelt mitteilen, was der Hund ausdrücken möchte.

Aus diesen Ebenen besteht die Körpersprache im Hundeverhalten

Die Kommunikation der Hunde kann sehr kleinteilig sein und immer muss der Besitzer auch die aktuelle Situation, in der der Hund das Verhalten zeigt, mit bedenken. Dabei ist es wichtig, die unterschiedlichen Ebenen der Körpersprache des Hundes zu kennen und deuten zu können. Die Kommunikation der Hunde findet nahezu immer mit ihrem ganzen Körper und allen Ausdrucksmöglichkeiten statt, dennoch sprechen wir bei der Kommunikation von verschiedenen Ebenen.

Die erste Ebene der Kommunikation ist das Aussenden von akustischen Signalen. Hierzu zählt jede Lautäußerung des Hundes wie Bellen, Jaulen, Winseln, Heulen und Knurren. Diese akustischen Signale werden meist genutzt, wenn der Hund über eine größere Distanz kommunizieren will. Dadurch klappt sogar eine Kommunikation ohne Sichtkontakt zum anderen Tier oder dem Menschen. Im Rudel wird diese Ebene der Kommunikation sehr oft genutzt. Auch in der Verständigung zwischen Hund und Mensch greift der Hund oft auf akustische Signale zurück, da er gelernt hat, dass die meisten Menschen hierherauf reagieren. Ein klassischen Beispiel ist das Bellen. Bevor ein Hund bellt, hat er bereits eine ganze Reihe an anderen Signalen abgespielt, solange der Kommunikationspartner in Sicht ist. Dennoch reagiert der Menschen meist erst auf das laute Bellen des Hundes und nicht bereits auf die vorherigen Signale.

Eine weitere Ebene der Kommunikation ist die Gestik. Hierzu werden die Bewegungen der Rute und deren Haltung gezählt, ebenso wie bei den Ohren. Diese optischen Signale sind für andere Hunde bereits auf Distanz gut zu erkennen, daher werden sie meist genutzt, wenn Hunde aufeinander zulaufen. Die Signale sind eindeutig und können auch von uns Menschen noch leicht erkannt werden. Die Mimik des Hundes zu lesen ist bereits schwieriger für viele Menschen, dabei kommuniziert der Hund mit einer sehr feinen und deutlichen Mimik. Besonders die Augen und die Lefzen werden zur Kommunikation zwischen den Hunden und auch für den Menschen genutzt. Dabei ist die Mimik vor allem bei direktem Kontakt zum Hund wichtig.

Als letzte Ebene kommt die Positur, diese ist für Menschen und besonders für hundeunerfahrene Personen oftmals am schwersten Einzuschätzen. Bei der Positur kommuniziert der Hund über seine Körperhaltung und Körperspannung. Hierdurch kann er seinem Gegenüber vermitteln, ob er diesem defensiv, nervös, entspannt, selbstbewusst oder sogar dominant entgegensteht. Für Hunde ist dies eine sehr wichtige Methode der Kommunikation und drückt sehr genau die Position von Hunden untereinander aus.

Es gibt noch die Ebene der Duftstoffe. Da diese für uns Menschen jedoch nicht wahrnehmbar ist, werden wir sie in diesem Ratgeber auslassen. Mit Duftspuren hinterlassen Hunde vor allem Nachrichten für spätere Artgenossen, die den selben Weg beschreiten.

So deutest Du die Körpersprache Deines Hundes

Nachdem der Besitzer weiß, wie sein Hund kommuniziert, muss er nun noch lernen, was die Signale für eine Bedeutung haben und was sein Hund ausdrücken will. Dabei ist zwar immer die Situation, in der der Hund das Verhalten zeigt und das Zusammenspiel der einzelnen Signale wichtig. Dennoch können wir die einzelnen Signale aufzeigen und erklären, was sie bedeuten.

Was verrät die Körpersprache?

Die Körpersprache verrät, ob der Hund wie der Hund auf sein Gegenüber oder eine Situation reagiert. Meist zeigt sie Freude, Ausgeglichenheit, Erregtheit, Angst, Dominanz oder Aggression.

Mimik des Hundes – Was drückt sie aus?

Hund schräggelegter Kopf

Mimik, Ohren und Fell und Rute sind Signale der Körpersprache des Hundes.

Beim Blick des Hundes kann der Besitzer gut erkennen, wie dieser gerade gegenüber anderen Hunden auftritt. Ein abgewandter Blick signalisiert immer Friedfertigkeit und hat bei Streitereien eine deeskalierende Funktion. Der Hund dreht den Kopf und den Blick demonstrativ zu Seite und zeigt, dass er eine friedliche Lösung möchte. Ein starrer Blick, bei dem der Kopf noch drohend abgesenkt wird, ist eine direkte Drohung und signalisiert Dominanz. Der Hund möchte damit meist sein gegenüber einschüchtern und hofft, dass der andere entsprechen deeskalierend reagiert und seinen Blick abwendet. Ein direkter Blick ohne Absenken des Kopfes steht meist für ein selbstbewusstes und oft auch imponierendes Auftreten des Hundes.

Zur Mimik gehört auch die Kommunikation des Hundes mit den Lippen, den Mundwinkeln und natürlich den Zähnen. Dabei ist das Zusammenspiel der einzelnen Partien sehr wichtig. Werden die Mundwinkel bei geschlossener Schnauze nach hinten gezogen, zeigt dies Unterwürfigkeit und kann auch für Unsicherheit stehen. Werden dabei jedoch die Zähne sichtbar, ist es eine klare Drohung des Hundes und bedeutet „Komm auf keinen Fall näher oder ich setz meine Zähne ein“. Wenn der Hund mit einem leicht geöffneten Maul locker läuft, signalisiert dies Entspannung und Wohlbefinden. Dabei sollte er sich jedoch nicht über die Nase lecken oder übertrieben hecheln – beides sind Anzeichen für Stress und Unsicherheit. Ebenso ist Gähnen eine Übersprungshandlung und wird oft aus Unsicherheit, in Stresssituationen oder zur Beschwichtigung genutzt.

Die Stellung der Ohren richtig deuten

Bei den Ohren gibt es natürlich Unterscheide durch die Anatomie der verschiedenen Hunderassen. Dennoch gibt es einige klassische Ohrstellungen, die alle Hunderassen nutzen, um zu kommunizieren. So stehen nach vorne gerichtete Ohren für Aufmerksamkeit, Neugierde und ein selbstsicheres Auftreten, während nach hinten gerichtete und sogar flach angelegte Ohren für Unterwürfigkeit und Angst stehen. Eine leichte Drehung der Ohren verrät sehr gut, ob der Hund gerade etwas spannendes hört und eventuell in diese Richtung laufen möchte.

So können Jagdhundebesitzer, die sehr gut auf den Kopf und die Ohren des Hundes achten, früh ein Jagdverhalten erkennen und ihre Hunde viel besser zurückrufen, bevor der Reiz für den Hund Überhand nimmt.

Nackenhaare und Rückenfell des Hundes

Das Nacken und Rückenfell des Hundes ist ebenfalls ein Ausdrucksmittel. Der Hund stellt sein Fell auf, um sich aufzuplustern und optisch größer und damit beeindruckender zu wirken. Das Aufstellen des Fells stellt eine Drohung da, wobei diese auch mit Unsicherheit einhergeht, weshalb er seinem Gegenüber auch größer und bedrohlicher erscheinen möchte.

Die Stellung der Rute richtig deuten

Die Rute des Hundes ist eine der stärksten Ausdrucksmöglichkeiten. Diese kann die verschiedensten Emotionen darstellen und ist mit etwas Übung auch für uns Menschen gut zu lesen.

Wenn die Rute locker und gelassen schwingt, ist der Hund gerade freundlich oder bei einem schnelleren Wedeln aufgeregt. Dabei muss bedacht werden, dass Aufregung nicht immer positiv besetzt sein muss. Ein Dackel wird beim Ausgraben eines Tierbaus ebenfalls sehr aufgeregt mit dem Schwanz wedeln und ist nicht freundlich gegenüber dem Tier gestimmt. Wesentlich eindeutiger ist ein starr aufgestellter Schwanz. Dieser steht für Aufmerksamkeit, beispielsweise wenn der Hund einen bekannten Artgenossen entdeckt hat oder gerade von seinem Besitzer gerufen wird. Es ist immer eine selbstbewusste Geste, die jedoch keine Aggressivität ausstrahlt.  Anders wenn die aufgerichtete Rute an der Spitze leicht zittert. Dies bedeutet Verärgerung oder stellt eine Drohung da. Wird die Rute zwischen die Hinterbeine geklemmt, ist dies ein sehr deutliches Zeichen für Angst und Unterwürfigkeit.

Bei Hunden, die einen amputierten Schwanz haben oder von Geburt an eine Stummelrute, ist der Ausdruck des Hundes in diesem Bereich deutlich eingeschränkt, dennoch wird der Hund versuchen mit dem Stummel zu kommunizieren. Der Besitzer muss in diesem Fall genauer auf den Rest der Körpersprache achten.

Wie versteht der Hund meine Körpersprache?

Im Laufe der Domestizierung hat der Hund gelernt unsere Körpersprache zu deuten, dabei können wir unserem Vierbeiner entgegenkommen, indem wir klar kommunizieren.

Missverständnisse bei der Hundekörpersprache

In der Kommunikation zwischen Mensch und Hund kommt es immer wieder zu Missverständnissen, doch besonders oft wird das Verhalten von Hunden untereinander falsch interpretiert. Dies liegt sehr oft daran, dass Menschen einem kleinen Hund beispielsweise nicht zutrauen, einen Streit mit einem großen Hund anzufangen oder sie missinterpretieren die Signale des Hundes. Wer sich intensiv mit der Kommunikation seines Hundes beschäftigt, wird schnell merken, dass er Situationen besser im Griff hat und seinen Hund sicherer führen kann. Dadurch wird sich auch der Hund mehr verstanden fühlen und sich verlässlicher am Menschen orientieren.

Wie kommunizieren Hunde mit andere Hunden?

Hunde untereinander kommunizieren über die Mimik, die Körperhaltung, Rutenstellung, Schnauze und über Duftspuren und Blickkontakt.

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