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Problematisches Hundeverhalten verstehen

von Michelle Holtmeyer
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Manche Hunde geraten beim kleinsten Anlass aus dem Häuschen, andere ziehen sich lieber sofort zurück. Verhalten sich Hunde auf die ein oder andere Art auffällig, kann dies zu ganz unterschiedlichen Problemen führen. Der Beitrag grenzt die drei Stufen problematischer Verhaltensweisen voneinander ab, erläutert die Hintergründe und gibt Tipps, was Halter bei aufmerksamkeitsheischenden, aggressiven oder ängstlichen Hunden tun können.

Was ist problematisches Verhalten bei Hunden?

Es gibt unterschiedlich starke Ausprägungen von problematischen Verhalten. Fachlich betrachtet gibt es drei Abstufungen.

Unerwünschtes Verhalten

Unerwünschtes Verhalten bei Hunden gehört generell zum Normalverhalten von Hunden. Allerdings weicht dieses Verhalten von dem ab, was sich Halter von ihrem Hund erwarten oder wünschen. Typisches unerwünschtes Verhalten ist das Fressen von Kot, jagen von anderen Tieren oder anspringen beim Begrüßen. Unerwünschtes Verhalten ist die mildeste Form und lässt sich mit Konsequenz und Training meistens gut in den Griff bekommen.

Problemverhalten

Unter Problemverhalten versteht man auffällige Verhaltensweisen, die generell störend sind und vor allem den Hund einschränken, aber auch Wirkungen auf die Menschen in seiner Umgebung haben können. Typische Problemverhaltensweisen dieser Kategorie sind z. B. Ängstlichkeit und Unruhe. Aber auch körperliche Ursachen wie z. B. Schmerzreaktionen, die zu unkontrolliertem Lösen führen, fallen in die zweite Stufe von Problemverhalten. Auch hier braucht es regelmäßiges Training und Konsequenz, bei körperlichen Ursachen ist Unterstützung von Tierärzten gefragt.

Unerwünschtes Hundeverhalten: Eingesperrter Hund

Unter Problemverhalten versteht man auffällige Verhaltensweisen, die generell störend sind und den Hund einschränken, aber auch Wirkungen auf die Menschen haben können.

Verhaltensstörungen

Verhaltensstörungen weichen von der Norm ab und lassen sich generell als krankhaft einstufen. Treten Verhaltensstörungen auf, gibt es in der Regel keinen Auslöser, der sich etwa ethnologisch herleiten ließe. Das bedeutet, dass andere Hunde in derselben Situation ein anderes, natürliches Verhalten zeigen würden. Gelegentlich ist eine Verhaltensstörung so abnorm, dass Halter keine Möglichkeit sehen, dem Hund mit gängigen Trainingsmethoden zu helfen. Hier geht es z. B. um Hunde, die stundenlang grundlos im Kreis laufen oder sich selbst Wunden zufügen.

Wichtig zu wissen: Hunde verhalten sich reizgebunden

Jede Verhaltensweise, die Hunde an den Tag legen, ist eine Folge der inneren und äußeren Reize, denen das Tier ausgesetzt ist. Wenn Hunde Verhaltensweisen zeigen, die uns ängstigen oder gefährlich sind, haben die Tiere nicht die Absicht, sich zu rächen oder uns zu bedrängen. Sie verhalten sich so, weil sie nicht anders können. Dies gilt auch für positive Verhaltensweisen. Prinzipiell geht es Hunden darum, ihre eigenen Bedürfnisse zu decken und Schäden zu vermeiden. Wird einer der beiden Ziele gefährdet, reagieren sie darauf auf ihre eigene Weise. Beispiele:

  • Haben Hunde Hunger, versuchen sie auf ihre Weise an Futter zu kommen. Dies kann etwa durch aggressives oder durch besonders freundliches Verhalten geschehen.

  • Werden Hunde in die Enge getrieben, schützen sie sich auf ihre eigene Weise. Manche Hunde schalten in den Angriffsmodus, andere verstecken sich.

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Jede Verhaltensweise, die Hunde an den Tag legen, ist eine Folge der inneren und äußeren Reize, denen das Tier ausgesetzt ist.

Wenn Stress beim Hund in Kurzschlusshandlungen mündet

Stress beim Hund ist wie beim Menschen eine hormonelle Reaktion. Der Hauptakteur ist Cortisol. Schüttet der Organismus viel Cortisol aus, wird der Hund in höchste Leistungsbereitschaft versetzt. Dies ist das Schutzsystem für ihn, denn unter dem hormonellen Überschuss wird er schneller, stärker und reaktiver. Genau hier ist ein Teil des Problems verortet. Wird der Hund von den Hormonen eingenommen, läuft das Verhalten buchstäblich vollautomatisch ab. Denken fällt komplett weg und so kommt es zu Handlungen im Affekt. Wenn Hunde absolut untrainiert sind und keine gefestigte positive Lösungsstrategie abrufen können, wird das Auftreten von Übersprungshandlungen noch wahrscheinlicher.

Stress abbauen und regelmäßig für Regeneration sorgen

Hunde benötigen erheblich mehr Schlaf als Menschen. Experten geben an, dass junge Welpen bis zu 20 Stunden am Tag schlafen, große und ältere Tiere 16 bis 18 Stunden täglich benötigen. Gesunde Hunde im besten Alter benötigen 12 bis 16 Stunden Schlaf am Tag. Dieses Schlafbedürfnis wird allerdings nicht immer bedient, viele Hunde bekommen viel zu wenig Schlaf. Die Folge ist verminderte Konzentrationsfähigkeit und damit einhergehend eine verminderte Lernfähigkeit.

Entspannte, ausgeschlafene Hunde sind stressresistenter, konzentrations- und lernfähiger. Wer seinem Vierbeiner problematisches Verhalten abgewöhnen will, sollte deshalb zuerst für optimale Voraussetzungen sorgen und das individuelle Ruhebedürfnis seines Hundes erfüllen. Zur natürlichen Unterstützung bietet sich CBD Öl für Hunde an, was bei Nervosität, Ängstlichkeit und Unruhe günstig wirken kann. Es sorgt oft für mehr Ausgeglichenheit und ein gesteigertes Wohlbefinden, was Grundvoraussetzung für einen entspannten Schlaf, eine höhere Stresstoleranz und optimale Lernfähigkeit ist.

Was tun bei ängstlichem, aggressivem oder aufmerksamkeitsheischendem Verhalten?

Es gibt zahllose Verhaltensweisen, die Menschen beim Hund nicht schätzen und ihm abgewöhnen wollen. Ängstliches, aggressives und aufmerksamkeitsheischendes Verhalten soll nun etwas näher betrachtet werden.

Der Hund sucht ständig nach Aufmerksamkeit oder ist aggressiv

Wenn Hunde ständig nach Aufmerksamkeit suchen, bedrängen sie ihren Halter permanent. Bekommen sie nicht, was sie wollen, fangen sie an zu rangeln, bellen langanhaltend oder werden aggressiv, um ihr Bedürfnis zu stillen.

Um ein Verhaltensproblem wie dieses bewältigen zu können, muss dem Hundebesitzer klar sein, woher dieses Verhalten kommt. Dann ist eine Lösung durch Training gut möglich. Nicht geeignet ist das Training für Tiere, die stark aggressiv reagieren. In einem solchen Fall ist die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Hundetrainer unverzichtbar.

Die Lösung: Zeigt der Hund die unerwünschte Verhaltensweise (sucht Aufmerksamkeit oder ist aggressiv), wird er ignoriert. Nicht berühren, nicht anschauen und nicht ansprechen, lautet die Devise. Aggressive Hunde werden zu diesem Zweck angeleint. Führt das Ignoriert werden zu noch mehr Stress und Aggression, bitte dosiert einsetzen. Parallel dazu wird erwünschtes Verhalten verstärkt. Dies kann etwa durch Belohnungen geschehen, die dem Hund besonders viel bedeuten. Verhält sich der Hund spontan brav, erhält er die Belohnung. Wichtig ist, dass Hunde nicht bestraft werden. Stattdessen gilt die Regel “erst die Arbeit, dann das Vergnügen”.

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Um ein Verhaltensproblem bewältigen zu können, muss dem Hundebesitzer klar sein, woher dieses Verhalten kommt.

Der Hund fürchtet sich häufig und verhält sich ängstlich

Zunächst ist das wichtig, frühzeitig zu erkennen, wann ein Hund Angst hat. Zur typischen Körpersprache gehören eine eingezogene Rute und eine insgesamt geduckte Körperhaltung. Der Hund legt die Ohren an und meidet Blickkontakt. Mitunter zittert der Hund, hechelt stark, leckt sich Nase oder Schnauze. Ebenfalls typisch für ängstliche Hunde ist, dass sie sich verstecken, Dinge anknabbern oder zerstören oder in der Defensive aggressiv werden. Körperliche Reaktionen von Angst sind etwa übergroße Pupillen, Durchfall und Erbrechen, erhöhter Speichelfluss oder Appetitlosigkeit.

Die Lösung: Wer den Auslöser kennt, kann das Problem an der Wurzel lösen. Hunde können Angst vor Geräuschen haben, Angst vor Trennung, Angst vor fremden Menschen und anderen Hunden, Angst vor Fremden Dingen und Situationen oder Angst durch eine neue Wohnumgebung. Um Stress abzubauen, gibt es relativ einfache Strategien. Eine Möglichkeit ist die stressige Situation zu vermeiden. Zusätzlich empfehlen sich folgende Methoden zum Stressabbau:

  • Selbst ruhig verhalten, um Ruhe zu signalisieren.
  • Bei akuter Angst den Hund nicht ignorieren, sondern bewusst und dosiert Aufmerksamkeit geben, um das ängstliche Verhalten nicht zu verstärken. Ein paar beruhigende Worte oder kurz hinterm Ohr kraulen beispielsweise, sind erlaubt.
  • Zusammen mit dem Hund mit Angst besetzte Situationen meistern und ruhig an seiner Seite bleiben.
  • Viel Bewegung ermöglichen, etwa mit Hundesport, um Stresshormone abzubauen
  • Arttypisches Hundeverhalten zulassen wir z. B. rennen, schnüffeln nicht jagen
  • Störungsfreie Schlafphasen an einem geschützten Ort in ruhiger Umgebung gönnen.
  • Erwünschtes Verhalten belohnen, unerwünschtes Verhalten nicht bestrafen
  • Hund beschäftigen und nach seinen Fähigkeiten fordern und anregen.

Angst, aufmerksamkeitsheischendes und aggressives Verhalten beeinträchtigt Hunde stark. Wenn es nicht gelingt, das problematische in Eigeninitiative auf ein gesundes Maß zu senken, hilft ein erfahrener Tiertrainer.

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