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Hund hat Angst vor Gewitter

von Simone Heitmann
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Ein Hund hat Angst vor Gewitter, weil er die Situation nicht einschätzen kann. Panisch wird er sogar, wenn er keinen Ausweg aus dieser Situation für sich sieht. Wie Du Deinen Hund besser verstehen und helfen kannst bei Gewitter, liest Du in diesem Artikel nach. 

Anzeichen von Angst beim Hund

Hunde sind sensible Wesen und laute Geräusche können sie in Angst und Panik versetzen. Hat ein Hund Angst vor Gewitter, dann ist es auf das laute Donnern und die hellen zuckenden Blitze am Himmel zurückzuführen. Aus einer eben noch fröhlich und unbeschwerten Fellnase wird von einer Sekunde auf die andere ein ängstlicher oder sogar höchst panischer Hund.

Dies sind Anzeichen von Angst und Panik beim Hund, die übrigens nicht nur bei Gewitter gezeigt werden können, sondern auch für andere Situation mit demselben Stressfaktor für den Hund: 

  • Der Körper versteift und zittert gleichzeitig
  • Die Ohren sind angelegt
  • Die Augen sind weitaufgerissen, das Weiß im Auge ist zu sehen und die Pupille groß 
  • Starkes Hecheln und weit nach hinten gezogene Mundwinkel
  • Die Rute ist zwischen die Hinterbeine oder sogar unter den Bauch geklemmt 
  • Der Hund flüchtet panisch
Hund hat Angst vor Gewitter: Hund im Fenster

Es gibt verschiedene Anzeichen, durch die Du erkennst, dass Dein Hund Angst vor Gewitter hat

Der schlimmste Fall, der dann eintreten kann, ist, wenn ein nicht angeleinter Hund panisch die Flucht ergreift und nicht mehr abrufbar ist. Dabei kann der Hund auch vor ein Auto, Motorrad oder Fahrrad laufen, sich schwer verletzen oder sogar getötet werden. Auch vermeintlich geräusch- oder schusssichere Hunde sind bei einem plötzlich auftretenden lauten Knall oder grellem Licht nicht davor gefeilt in Panik zu verfallen und reißaus zunehmen.

Daher unser Tipp: Vorausschauend handeln! Wenn Du merkst, dass ein Gewitter mit Blitz und Donner aufzieht, leine Deinen Hund unverzüglich an, sollte er es nicht sein. Das gilt auch, wenn es auf der Gassirunde eventuell zu einem anderen lauten Knall oder Blitz kommen kann, wie zum Beispiel vor, an und nach Silvester, bei einer Startschusspistole von einem Sportwettbewerb oder auf einer Baustelle, an der Du gerade mit Deinem Hund vorbeigehst. Angeleint kann er in seiner Panik nicht die Flucht ergreifen und sich oder sogar andere verletzen. 

Haben alle Hunde Angst vor Gewitter?

Wenn ein Welpe rechtzeitig lernt mit lauten Geräuschen, Donner und Blitz ruhig umzugehen, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass er auch als erwachsener Hund gut damit zurechtkommt.

Folgen eines Gewitters, die ein Hund spürt   

Die meisten Tiere, egal ob wildlebend oder domestiziert, haben einen sechsten Wettersinn. Rotkelchen, Schafe, Katzen oder auch Spinnen spüren es, wenn ein Gewitter oder eine Wetterveränderung im Anmarsch ist. Tiere sind viel feinfühliger als wir Menschen und den sich durch einen Wetterumschwung verändernden Luftdruck oder Luftfeuchtegehalt, bemerken auch unsere Hunde sehr viel früher als wir.

Hund hat Angst vor Gewitter: Hund auf Stein vor See

Die meisten Tiere, egal ob wildlebend oder domestiziert, haben einen sechsten Wettersinn.

Ein Grund dafür ist bei Tieren mit Fell, dass sich die Haare elektrostatisch aufladen. Bei Hochdruckwetter ist die Luftfeuchte meist niedrig, sodass sich das Fell elektrisch aufladen kann. Wenn der Hund dann zum Beispiel von uns gestreichelt wird, entlädt sich das Fell, und Hund und Mensch bekommen den berühmt berüchtigten kleinen Schlag zu spüren. Leckt sich der Hund sehr häufig, erhöht sich die Leitfähigkeit des Fells und es lädt sich weniger auf. Dadurch kann die für den Hund unangenehme elektrostatische Aufladung besser abfließen. Hunde mit viel Unterwolle bemerken diese Veränderung im Fell meist intensiver als Hunde mit keiner oder weniger Unterwolle. Im Falle hoher Luftfeuchtigkeit findet dagegen fast keine elektrostatische Aufladung statt.

Sollte man einen ängstlichen Hund bei Gewitter trösten?

Ja, man gibt dem Hund damit Sicherheit und Vertrauen in einem überhöhten Angstzustand.

Warum haben Hunde Angst vor Gewitter?

Durch den sich verändernden Luftdruck oder Luftfeuchtegehalt, das sich durch die Elektrostatik bereits im Fell bemerkbar macht, kommt dann auch noch eine aufkommende Veränderung der gewohnten Umwelt hinzu. Der Himmel wird dunkel, der Wind nimmt zu und durch den immer stärker aufkommenden Wind nimmt auch die Geräuschkulisse um den Hund zu. Belaubte Bäume rauschen stark, die Verhüllung eines Baugerüstes flattert bedrohlich oder Gegenstände fallen um. Auch wir Menschen verhalten uns dann anders. Wenn wir draußen sind, beeilen wir uns nach Hause zu kommen, im Garten wird noch schnell die Wäsche von der Leine genommen oder hektisch zusammengesucht, was keinen Schaden nehmen soll.

All dies nimmt ein Hund natürlich um ihn herum wahr. Wenn dann noch das Donnergrollen und die Blitze eines Gewitters immer näher herankommen, geraten einige Hunde in Angst oder sogar Panik. Solche Hunde wollen diesem Gefühl dann entkommen, merken aber, dass sie dem ausgeliefert sind, was wiederum zu panischen Übersprungshandlungen führen kann, die für ihn gefährlich werden können.

Hund hat Angst vor Gewitter: Hund im Regen

Einige Hunde geraten in Panik oder Angst, wenn das Donnergrollen und die Blitze eines Gewitters näher herankommen.

Sozialisierung, Erziehung, Beziehung

Viele dieser Ängste, dass damit nicht umgehen können, beziehungsweise die Überforderung damit, werden leider oft bereits sehr früh schon im Welpenalter angelegt. Wenn ein Welpe bereits bei seiner Mutter diese Ängste vor Gewitter, Blitz und Donner mitbekommt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Welpe dieses Verhalten auch in sein Leben übernimmt, sehr wahrscheinlich. Von daher ist jede:r Welpenbesitzer:in damit gut beraten, wenn er seinen Welpen mit acht oder neun Wochen erhält, auch eine feinfühlige und behutsame Geräusch-Sensibilisierung trainiert. Bei seriösen und verantwortungsvollen Züchtern geschieht dies meist schon ab dem ersten Lebenstag, damit der Welpe ein möglichst angstfreies Leben führen kann. Später gehört die Stärkung des Nervenkostüms genauso zur Hundeerziehung, wie mit ihm eine vertrauensvolle Beziehung zu führen, die ihm auch in angsteinflößenden Situationen das Gefühl der Sicherheit gibt.

Warum fürchten sich Hunde vor Gewitter?

Oft hat dies mit der Geräuschempfindlichkeit von Hunden zu tun. Aber auch die Blitze vor den Augen machen Hunden Angst.

10 Tipps, wie Du Deinem Hund bei akuter Gewitterangst helfen kannst

  • Selbst ruhig bleiben, Souveränität vermitteln und nicht in Hektik verfallen.
  • Niemals laut oder aggressiv auf die Angst des Hundes reagieren.
  • Haustür, Balkontür, Terrassentür und Fenster schließen.
  • Fenster und Türen mit blickdichten Vorhängen/Jalousien zuziehen oder wenn vorhanden, Rollläden runterlassen.
  • Beruhigenden Musik anmachen. Klassische Musik von Haydn und Bach soll am besten beruhigend auf Hunde wirken.
  • Den Rückzugs- oder Schutzort, den der Hund wählt, akzeptieren. Sei es die Toilette, unterm Bett oder bei Dir ganz eng auf dem Sofa. 
  • Den Hund in seinem Angstzustand niemals allein lassen.
  • Wenn der Hund dazu in der Lage ist, versuchen durch Spielen oder Fressen abzulenken. 
  • Bei extremer Angst einen halben, maximal einen Teelöffel Eierlikör verabreichen.
  • Medikamente nur nach Absprache mit der Tierärztin verabreichen.

Wichtiger Hinweis!  
Dem Hund auf keinen Fall Medikamente mit dem Wirkstoff Acepromazin geben, auch wenn es vom Tierarzt verschrieben wurde. Die damit verbundene Angst des Hundes wird durch den Wirkstoff Acepromazin nicht eingeschränkt, dies ist wissenschaftlich bewiesen. Der Hund hat genauso viel Angst und Panik wie sonst auch, er ist nur nicht mehr körperlich in der Lage seine Angstreaktion zu zeigen. Innerlich ist der Hund damit noch panischer, weil er nun gar nicht mehr weiß, was mit ihm los ist.

Wie bekommt man die Angst vor Gewitter beim Hund weg?

Ganz wird die Angst nicht wegbekommen zu sein. Aber mit einem sensiblen und langfristigen Training kann der Hund lernen besser mit der Angst umzugehen.

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