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Impfplan für Welpen – Wann muss mein Hund geimpft werden?

von Ralf Becker
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Zieht ein Welpe bei dir ein, bekommst Du vom Züchter seinen Impfausweis mit ausgehändigt. Er gibt Aufschluss darüber, wogegen der Junghund bereits geimpft ist und ob Du nachimpfen lassen musst. Aber wann muss die Impfung aufgefrischt werden? Welche Impfungen gibt es überhaupt? Wir verraten Dir, wie ein möglicher Impfplan für Welpen aussehen kann.

Impfplan für Welpen – Wann muss ein Welpe geimpft werden?

Im Allgemeinen werden Welpen das erste Mal in ihrer achten Lebenswoche geimpft. Diese Impfung wird meistens noch von ihrem Züchter in die Wege geleitet, da die Welpen in der Regel erst frühestens ab der achten Woche überhaupt von ihrer Mama getrennt werden und in ein neues Zuhause kommen würden. Die selbe Impfung, die in der achten Lebenswoche vorgenommen wird, wird dann sowohl in der zwölften als auch in der 15. Woche wiederholt, um den vollen Impfschutz abzuschließen.

Wann müssen Welpen geimpft werden?

Die erste Impfung erfolgt ungefähr mit acht Wochen und werden in der zwölften und 15. Woche wiederholt.

Staupe, Hepatitis, Parvovirose – Welche Impfungen sind wirklich notwendig?

Im Welpenalter sollten die Hunde notwendiger Weise eine Grundimmunisierung gegen Staupe, Hepatitis und Parvovirose erhalten. In Deutschland gibt es per Gesetz keine Impfpflicht für Hunde und somit auch keine Pflichtimpfungen in diesem Sinne. Richtlinien sind sich jedoch darüber einig, dass jeder Welpe die Impfung gegen diese drei Krankheiten erhalten sollte. Hierbei geht es neben der Gesundheit des eigenen Welpen auch darum, die Übertragung ansteckender Krankheiten zu vermeiden, wenn Dein Hund mit anderen zusammentrifft.

Ergänzend zu diesen drei wichtigsten Grundimpfungen gibt es noch die Impfungen gegen Leptospirose und Tollwut. Gegen die offizielle Empfehlung der „Leitlinie zur Impfung von Kleintieren“ kann man diese Impfungen jedoch auch erst nach der 8. Lebenswoche vornehmen, um die kleinen Welpen nicht direkt mit Impfstoffen zu überlasten. Beide Impfungen werden in diesem Fall erst ab der zwölften Woche vorgenommen.

In einigen Fällen wird auch noch eine Impfung gegen Zwingerhusten ergänzend durchgeführt. Diese bietet besonders dann Schutz gegen den ansteckenden Zwingerhusten, wenn ein Hund mit vielen anderen Hunden zusammenkommt. Die Krankheit kann beispielsweise in Tierheimen oder Tierpensionen vorkommen oder, wie der Name bereits aussagt, auch bei der Haltung einer größeren Meute in einem Zwinger.

Kritiker fragen sich, warum die Borreliose-Impfung so stark beworben wird. Kaum ein Hund, der sich per Zeckenstich infiziert, wird krank. Borreliose-Impfstoffe sollen genauso nebenwirkungsreich sein wie die Leptospirose-Impfung. Achte also besser auf einen guten Zeckenschutz. Beim relativ neuen Impfstoff gegen Babesiose steht die Frage im Raum, ob er wirklich schützt. Diese Frage steht ebenso beim Impfstoff gegen Leishmaniose im Raum. Diese Impfung macht lediglich dann nur Sinn, wenn du mit deinem Hund in Länder verreist, in denen ein erhöhtes Leishmaniose-Risiko herrscht.

Welche Impfungen sind für Welpen notwendig?

Die Impfungen gegen Staupe, Parvorirose und Hepatitis sind die notwendigen Impfungen.

Gesundheitliche Vorteile der Impfungen

Impfplan für Welpen

Die richtigen Impfungen sind ein wichtiger Schutz für Welpen.

Impfungen sind für die Welpen meist körperlich etwas belastender, als für erwachsene Hunde, da ihr Immunsystem noch etwas schwächer ist. Dennoch schützen die Impfungen die Hundekinder sinnvoll. Gerade bei Welpen ist das Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet und kann etwas Unterstützung gut vertragen. Die ersten Lebenswochen lang bieten die in der Muttermilch enthaltenen Antikörper Schutz vor Krankheiten.

Die Welpen sind in dieser Zeit jedoch auch noch nicht sehr aktiv, was die Gefahr einer Ansteckung verringert. Geht es mit ein paar Wochen daran die Welt zu entdecken, haben Krankheitserreger leichtes Spiel bei den jungen Hunden. Kommt es zu einer Erkrankung, so kann diese bei einem Welpen deutlich schlimmere Auswirkungen und Spätfolgen hervorrufen, als bei einem bereits ausgewachsenen Hund mit stabilerem Immunsystem.

Die richtigen Impfungen sind daher ein wichtiger Schutz für alle Tiere. Da die Impfbelastung dennoch vorhanden ist, sollte die genaue Verteilung und Auswahl der Zusatzimpfungen gut bedacht werden, um die Belastung für Deinen Welpen so gering wie möglich zu halten.

Junge mit Welpe

Wichtig ist, sich wissenschaftlich fundiert beraten zu lassen.

So sieht ein konkreter Impfplan für Welpen aus

Bei der Befolgung der offiziell empfohlenen Impfungen gestaltet sich der Impfplan wie folgt:

  • 8. Woche: Parvovirose, Staupe, (Leptospirose), Hepatitis
  • 12./13. Woche: Parvovirose, Staupe, (Leptospirose), Hepatitis, (Tollwut)
  • 16. Woche: Parvovirose, Staupe, Hepatitis, Tollwut
  • 15. Monat: Parvovirose, Staupe, (Leptospirose), Hepatitis, (Tollwut)

Bei den eingeklammerten Impfungen handelt sich um Impfungen, die nicht unbedingt gemacht werden müssen und bei denen jeder Besitzer selber entscheiden kann und muss, ob er sie durchführen lassen möchte oder nicht. Für eine Entscheidungsfindung informiert man sich im Optimalfall eigenständig und tritt anschließend mit einem oder mehreren Tierärzten in den Dialog, um sich ausreichend und umfangreich über mögliche Nebenwirkungen und das Für und Wider dieser Impfungen zu informieren.

Darf ein Welpe ohne Impfung raus?

Dem Gesetz nach gibt es keine Verpflichtung zu einer Impfung, jedoch werden Impfungen der Gesundheit wegen empfohlen. Zum Schutz des Welpen sollten die Impfungen jedoch so früh wie möglich durchgeführt werden, um ihn vor Ansteckung im Alltag zu schützen. Theoretisch darf ein Welpe aber auch ohne Impfung raus.

Warum von einigen Tierärzten immer noch das jährliche Nachimpfen empfohlen wird

Das Impfschema des Weltverbands für Kleintierärzte zeigt, dass viele Impfungen mehrere Jahre, teilweise sogar ein Hundeleben, lang halten. Denn alle Säugetiere haben Immungedächtniszellen, ob Mensch, Katze oder Hund. Jährliches Nachimpfen ist unnötig. Ständige Wiederholungsimpfungen belasten den Körper, erhöhen die Gefahr auf Krebsgeschwüre an der Einstichstelle und der Impfschutz wird nicht erhöht. Richtest du dich nach den Impf-„Leitlinien“ der Ständigen Impfkommission (StIKo Vet), reicht alle drei Jahre nachimpfen aus. Führende Wissenschaftler sind der Meinung, dass die Grundimmunisierung im Welpenalter ausreicht und ein Nachimpfen sogar unnütz ist.

Um sicher zu gehen, macht es Sinn bei deinem Hund eine Titer-Bestimmung vom Tierarzt vornehmen zu lassen. Mit einer einfachen Blutentnahme lässt sich erkennen, ob er noch genug Antikörper gegen den jeweiligen Erreger aufweist. Ist das der Fall, muss nicht nachgeimpft werden.

Impfstoffe für Hunde – Mögliche Nebenwirkungen

Über einige Impfstoffe kursieren Horrorgeschichten, was ihre Nebenwirkungen angeht. Diese Geschichten können Hundehalter in ihrer Entscheidung zu einer Impfung beeinflussen. Deshalb ist es immer ratsam, sich von einem Tierarzt wissenschaftlich fundiert aufklären zu lassen, anstatt auf bloßes Hörensagen zu vertrauen. Das ist für die Gesundheit des Hundes am besten. Einige Impfungen sind vielleicht für Deinen Hund auch gar nicht nötig und können daher weggelassen werden.

Einige schwache Nebenwirkungen, wie beispielsweise leichte Schwellungen oder Juckreiz an der Einstichstelle, können schon mal vorkommen. Stärkere Nebenwirkungen wie Erbrechen, Fieber oder Atemnot treten nur in Ausnahmefällen auf. In der Regel ist das Risiko für eine Krankheit und deren Gefahr für den Vierbeiner deutlich höher, als eine heftige Reaktion des junges Hundes auf die jeweilige Impfung. Der zu impfende Welpe sollten dennoch zur Vermeidung einer Impfreaktion vollkommen gesund sein, um mögliche Nebenwirkungen durch ein überlastetes Immunsystem auszuschließen.

An welchen Stellen erfolgt die Impfung bei Welpen?

Meistens erfolgt die Injektion der Impfspritze in die linke Flanke des Welpen.

Die Leptospirose-Impfung – ein schwieriger Fall

Kritische Hundehalter lehnen die Impfung von vornherein ab. Das liegt daran, dass der aktuelle Impfstoff nur gegen vier Leptospiren-Stämme schützt, es aber über 200 gibt. Viele Hunde erkranken also trotz Impfung an Leptospirose. Wird dies früh genug entdeckt, ist die Krankheit gut mit Antibiotika therapierbar. Eine verschleppte oder zu spät erkannte Leptospirose kann tödlich verlaufen. Dazu kommt das Problem, dass die Krankheit auch auf Menschen übertragbar ist. Die Impfung steht auf der anderen Seite im Verdacht Impfschäden beim Hund auszulösen. Die Nutzen-Risiko-Abwägung ist hier also schwierig. Willst du den Teilschutz, den die Impfung bietet, gewährleisten, musst Du Deinen Hund jährlich nachimpfen lassen.

Kosten der Impfungen

Eine einmalige Impfung gegen Staupe, Parvovirose, Hepatitis und Leptospirose kostet ungefähr 40 bis 55 Euro. Dieser Preis wird also bei jedem Impftermin fällig. Die Tollwutimpfung beläuft sich preislich auf ungefähr 20 bis 35 Euro. Auch diese muss mehr als einmal durchgeführt werden, um wirksam zu sein.

Was kosten die ersten Impfungen bei Welpen?

Die Kosten für den ersten Impftermin liegen bei ungefähr 50 Euro.

Impfplan für Welpen – PDF Dokument zum kostenlosen Download

Damit Du den Impfplan für Deinen Welpen stets im Überblick hast, haben wir für Dich ein Dokument erstellt, das alles Wichtige zusammenfasst. Das kann Du einfach kostenlos herunterladen und ausdrucken. So verpasst Du bestimmt keine Impfung!

Fazit: Impfplan für Welpen befolgen – ja oder nein?

Durch die fehlende Impfpflicht bleibt es jedem Halter selber überlassen, wogegen er seinen Hund impfen lassen möchte. Bei einigen Impfungen muss das Risiko gegen den Nutzen und die Notwendigkeit aufgewogen werden, andere Impfungen sind jedoch essentiell und sollten unbedingt vorgenommen werden. Grundsätzlich sollte einem Welpen immer nur eine moderate Impfdosis auf einmal zugemutet werden, damit das Immunsystem nicht kurzzeitig überlastet. Bist Du Dir unsicher, solltest Du mit dem Tierarzt des Hundes in Kontakt treten.

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