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Borreliose beim Hund – Symptome, Therapie & Impfung

von Felix Ortmann
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Der bittere Beigeschmack eines jeden schönen Spaziergangs im Sommer – die Angst vor Zecken. Nicht nur für uns Menschen kann die Zecke gefährlich werden, auch unsere Vierbeiner können durch ihren Stich mit ansteckenden Krankheiten infiziert werden. Eine dieser Krankheiten ist die Borreliose. Alles, was Du über Borreliose beim Hund wissen solltest, haben wir Dir in diesem Artikel zusammengefasst.

Borreliose beim Hund – Was ist das?

Die Borreliose ist eine Krankheit, die durch einen Zeckenstich übertragen wird. Die Krankheit wird durch Bakterien, sogenannte Borrelien, über die Speicheldrüse der Zecken übertragen. Sie trägt die Bakterien bereits vorher in sich. Nicht jede Region ist ein Risikogebiet. Hier solltest Du Dich vorerst informieren, ob dies auf Deinen Kreis zutrifft. Es gibt verschiedene Arten der Borrelien. Dabei ist nicht jede Art für den Hund gefährlich. Außerdem muss die Zecke erst einmal eine Dauer von 16 bis 24 Stunden an ihrem Wirt saugen, bevor die Borrelien übertragen werden. Deshalb solltest Du Deinen Liebling regelmäßig untersuchen, wenn die Zeckensaison wieder los geht.

Falls Du selbst die Zecke ziehen möchtest, musst Du unbedingt darauf achten, dass der Kopf mit rauskommt. Hier kann spezielles Werkzeug eingesetzt werden, um sicher zu gehen, dass dieser nicht hängen bleibt. Falls Du das selbst noch nie gemacht hast, lasse es Dir ruhig beim ersten Mal von einem Tierarzt zeigen. Den Stich solltest Du direkt nach Entfernung der Zecke desinfizieren.

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, Hunde impfen zu lassen. Eine Impfung wird vor allem dann empfohlen, wenn Hunde viel draußen im Freien laufen. Du kannst Deinen Hund gegen die drei wichtigsten Arten impfen lassen. Diese heißen:

  • Borrelia burgdorferi sensu stricto
  • Borrelia afzelii
  • Borrelia garinii

Was ist Borreliose beim Hund?

Borreliose beim Hund ist eine gefährliche Infektionskrankheit, die durch Zeckenbisse übertragen wird. Die Erreger der Krankheit sind die sogenannten Borrelien-Bakterien.

Wie gefährlich ist Borreliose?

Hunde infizieren sich in der Regel häufig mit den Erregern. Es kommt aber in den seltensten Fällen zu einer Erkrankung mit Symptomen. Die Bakterien lagern sich auf der Haut der Hunde. Dies führt zur Bildung von Antikörpern gegen die Borrelien. Sollte das Immunsystem Deines Hundes allerdings durch eine andere Krankheit geschwächt sein, können sich die Erreger im Körper ausbreiten.

Welche Symptome hat mein Hund bei Borreliose?

Hund läuft in einem Wald

Sobald der Verdacht einer Borreliose besteht, sollte dein Tierarzt unbedingt einen Borreliose-Test durchführen.

Borreliose frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, ist besonders wichtig. Sobald der Verdacht einer Borreliose besteht, sollte dein Tierarzt unbedingt einen Borreliose-Test durchführen. Anfangs, oft auch über Monate hinweg, verläuft die Erkrankung symptomfrei. Die Wanderröte, der bekannte rote Kringel um den Zeckenbiss, fällt beim Hund häufig weg oder ist durch das Fell verdeckt. Eine Rötung und Schwellung deutet deshalb immer auf eine Entzündung hin.

Symptome, die auch Monate später auftreten können, betreffen hauptsächlich die  Gelenke. Betroffene Hunde humpeln oder haben Probleme beim Aufstehen. Der Hund bekommt teilweise hohes Fieber und hat angeschwollene Lymphknoten. Er macht außerdem einen kranken, müden und appetitlosen Eindruck. Für viele Hundebesitzer ist es schwierig, die Symptome nach Monaten noch auf den Zeckenbiss zurückzuführen. Deshalb ist Vorsicht, wie immer, besser als Nachsicht. Weitere Folgesymptome können das Herz und die Nieren betreffen, aber auch Lähmungserscheinungen verschiedener Körperteile können vorkommen.

Wie erkenne ich Borreliose beim Hund?

Die Borreliose kann leider über Monate hinweg symptomfrei verlaufen. Eine Rötung oder Schwellung der Einstichstelle im Körper deuten immer auf eine Entzündung hin. Die Symptome betreffen dann häufig die Gelenke. Aber auch hohes Fieber und angeschwollene Lymphknoten können auf eine Borreliose-Erkrankung hindeuten. Infizierte Hunde zeigen sich matt und kränklich.

Wie und wie oft infizieren sich Hunde mit Borreliose?

Infektionsgefahr bei Borreliose
Hauptüberträger der Erreger sind vor allem der sogenannte Holzblock und die Igelzecke. Die Borrelien sitzen im Darm der Zecke. Sticht sie zu, strömt das Blut des Wirts in den Parasiten. Die Erreger durchbrechen die Darmwand der Zecke. Daraufhin gelangen sie in die Speicheldrüse. Von dort aus findet die Übertragung auf den Hund statt. Dies geschieht aber erst nach 16 bis 24 Stunden. Die Erreger wandern in den Wirt und verbreiten sich. Dabei befallen sie häufig die Gelenke oder auch Organe.

In Bezug auf die Häufigkeit der Infektionen bei Hunden mit Borreliose, haben lediglich neun Bundesländer eine Borreliose-Meldepflicht. Hierzu gehören Bayern, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Ganz vorne mit dabei sind vor allem Brandenburg, mit einer bestätigten Infektionszahl von knapp 64 Fällen pro 100.000 Einwohner und Bayern, mit einer Infektionszahl von knapp 48 Fällen pro 100.000 Einwohner.

Wie wird Borreliose bei meinem Hund diagnostiziert?

Beim Verdacht auf Borreliose solltest du unbedingt einen Tierarzt aufsuchen. Er kann daraufhin einen Bluttest veranlassen. Werden bei einem Hund Borrelien im Blut festgestellt, muss das nicht zwangsläufig bedeuten, dass der Hund auch an Borreliose leidet. Das Blutbild, die Symptome im Zusammenhang mit einem Zeckenbiss sind aber immer ein wichtiger Hinweis für den Tierarzt. Eine 100%ige Sicherheit gibt es bei einer Borrelioseinfektion allerdings nie! Selbst wenn Symptome, Blutbild und Biss zusammenpassen, könnte die Zecke auch andere Krankheitserreger in sich getragen haben, welche die Symptome auslösen.

Eine erfolgreiche Behandlung und Therapie

Sollte Dein Hund schließlich leider doch an Borreliose erkranken, sei es, weil der Zeckenbiss zu spät entdeckt wurde oder sonstiges, solltest Du die Behandlung und Therapie immer mit dem Tierarzt Deines Vertrauens besprechen. In der Regel erhält ein an Borreliose erkrankter Hund ein Antibiotikum zur Therapie. In den meisten Fällen wird hier Doxycyclin oder Amoxicillin verschrieben. Um die Erreger bestmöglich bekämpfen zu können, sollte mit der Einnahme des Antibiotikums zügig gestartet werden. Die Dauer der Einnahme beträgt mindestens vier Wochen. Es ist zwingend notwendig, die komplette Dauer der Einnahme ohne Pause einzuhalten, um eine vollständige Genesung herbeizuführen.

Leidet Dein Hund an schwerwiegenden Symptomen, so werden in den meisten Fällen zusätzliche Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente verschrieben. Dies ist je nach Hund individuell.

Welches Antibiotikum wird bei Borreliose beim Hund eingesetzt?

In den meisten Fällen wird ein Doxycyclin oder Amoxicillin verschrieben.

Frau spielt mit Hund im Wald

Die Verbesserung der Symptome sollte nach den ersten paar Tagen eintreten.

Heilungsverlauf – Wann Dein Hund sich besser fühlen wird

Die Verbesserung der Symptome sollte nach den ersten paar Tagen eintreten. Antibiotika zeigen in der Regel direkt nach der Einnahme eine deutliche Verbesserung der Symptome. Trotzdem sollte die Dauer der Einnahme von vier Wochen eingehalten werden. Sollte es Deinem Hund nach einiger Zeit noch immer nicht besser gehen, halte definitiv Rücksprache mit Deinem Tierarzt. Dieser kann in dem Fall der Fälle mit der Veränderung der Medikation aushelfen.

In vielen Fällen werde die Borrelien nicht vollständig beseitigt. Dies ist der Fall, wenn die Borreliose bereits chronisch geworden ist. Dann kann es sein, dass die Behandlung nicht anschlägt oder es zu einem Rückfall kommt. Hier werden durch den Tierarzt zusätzliche Entzündungshemmer eingesetzt, um die Symptome zu lindern.

Was kostet eine Borreliose Impfung beim Hund?

Die Impfung gegen Borreliose beim Hund kostet in der Regel ca. 30 Euro.

Vorbeugemaßnahmen – So vermeidest Du Borreliose beim Hund

Hund im tiefen Wald

Um einer Borreliose beim Hund vorzubeugen, eignet sich eine Zeckenprophylaxe besonders gut.

Lieber zu früh als zu spät. Um einer Borreliose beim Hund vorzubeugen, eignet sich eine gute Zeckenprophylaxe. Hier können verschiedene Präparate oder Sprays zum Einsatz kommen. Eine wichtige Maßnahme sind sogenannte Antiparasitika. Dies sind chemische Substanzen, die die Übertragung der Erreger durch das Abtöten der Zecke auf der Haut der Hunde verhindern sollen. Die Zecken können auf dem Fell des Hundes herumkrabbeln, sterben jedoch spätestens beim Blutsaugen.

Aber auch Zecken-Halsbänder zeigen ihre Wirkung über einen längeren Zeitraum. Da die Zecken bereits ab über 7 Grad Celsius aus ihrer Starre erwachen, solltest Du darauf achten, bereits dann schon mit der Vorsorge zu starten. Um einen langanhaltenden Schutz zu gewähren, wiederhole die Behandlung regelmäßig. Halte hierbei aber dennoch Rücksprache mit Deinem Tierarzt, denn nicht jeder Hund verträgt jedes Präparat gleich gut.

Eine weitere Möglichkeit ist die Impfung gegen Borreliose. Diese Impfung wirkt aber leider nicht gegen alle Arten der Borrelien. Die Impfung muss außerdem vor einem Zeckenbiss bzw. vor der Infektion mit der Borreliose geschehen. Im Nachhinein kann eine Impfung nichts mehr gegen die Erkrankung ausrichten. Die ständige Impfkommission Veterinärmedizin rät nur im Einzelfall und bei stark exponierten Hunden dazu, eine Impfung vorzunehmen. Die Impfung kann dabei bereits ab einem Alter von zwölf Wochen verabreicht werden. Die zweite Impfung erfolgt drei bis fünf Wochen später, dann ist Dein Hund grundimmunisiert. Ist die Grundimmunisierung erst im Frühjahr erfolgt, sollte eine auffrischende Impfung im Herbst (vier bis sechs Monate später) durchgeführt werden. Jährliche Wiederholungsimpfungen erhalten den Impfschutz. Um den Hund bestmöglich vor Zecken zu schützen, sollte die Impfung jährlich vor Start der Zeckensaison stattfinden. Eine Impfung kostet in der Regel ca. 30 Euro.

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