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Hundebegegnungen – Die richtige Verhaltensweise

von Michael Hein
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Wer einen Hund hält, der wird auf seinen täglichen Spaziergängen häufig die Begegnung mit anderen Hunden und den dazugehörigen Haltern machen. Grundsätzlich ist die Begegnung zweier Hunde positiv für die Entwicklung ihres Sozialverhaltens, es kann jedoch immer auch zu Schwierigkeiten kommen, die es zu vermeiden gilt. Wer die Körpersprache von Hunden perfekt lesen kann, wird jedoch auch die Begegnung mit anderen Hunden gut meistern können. Tipps zum Umgang mit Hundebegegnungen erfährst Du in diesem Artikel.

Möglicher Ablauf einer Hundebegegnung

Grundsätzlich gibt es drei Varianten, in denen Hunde aufeinandertreffen können. Es können entweder zwei angeleinte Hunde in die Situation kommen, beide Hunden können freilaufen oder nur einer der beiden Vierbeiner ist angeleint, während der andere ohne Leine unterwegs ist. Trifft ein angeleinter auf einen nicht angeleinten Hund, so ist der Vierbeiner, der an der Leine geführt wird, deutlich in seinen Reaktions- und Kommunikationsmöglichkeiten eingeschränkt. Diese Tatsache sollte vom Hundehalter bei solchen Begegnungen berücksichtigt werden. Generell ist es immer empfehlenswert, wenn eine Hundebegegnung beidseitig ohne Leine geschieht, sofern dies situativ machbar ist.

Wie trainiert man Hundebegegnungen?

Am besten mit einem erfahrenen Hundeführer und einem besonnen, älteren Hund, der den eigenen Hund „erziehen“ kann. Somit werden Deinem Hund und Dir bei einem Training die Basics beigebracht, die ihr auch bei anderen Hundebegegnungen anwenden könnt.

Körpersprache von Hunden

Hunde kommunizieren in ihrer ganz eigenen, für den ungeübten Menschen nicht verständlichen Körpersprache. Um die kleinen körpersprachlichen Abläufe bei einer Hundebegegnung daher gut einschätzen und lesen zu können, bedarf es den Hundehalter einiges an Übung. Generell empfiehlt es sich für unerfahrene Hundehalter deshalb, einige Übungsstunden mit einem Hundetrainer abzuhalten, der über die Körpersprache des Tieres aufklären und somit zwischen Mensch und Hund vermitteln kann.

Hundebegegnungen: Zwei Hunde begegnen sich

Ein Hundetrainer hilft dabei, die Körpersprache von Hunde besser zu deuten.

Wird einer oder gar beide Hunde an der Leine geführt, kann dies die Körpersprache der Hunde verfälschen und zu einer Fehlkommunikation zwischen den beiden Hunden führen, die schlimmstenfalls in einem Streit enden kann. So gehen Halter und Hund während des Laufens an der Leine beispielsweise in der Regel gerade Wege. Treffen zwei Hunde im Freilauf aufeinander, gehen sie jedoch meist in einem Bogen aufeinander zu, da frontale Begegnungen vom Gegenüber als bedrohlich und angreifend gewertet werden. So gibt es daher einige Fehlerquellen, die lediglich durch Unwissenheit entstehen, dennoch aber zu brenzligen Situationen führen können.

Wie viel Kontakt braucht ein Hund zu anderen Hunden?

Hunde sind soziale Rudeltiere und brauchen neben dem Kontakt zum Menschen auch den Kontakt zum Artgenossen, um ihre eigene Sprache zu erlernen und eigenes Verhalten im Hundedialog gespiegelt zu bekommen. Regelmäßiger, positiver Kontakt zu anderen Hunden ist daher sehr wichtig.

Streit und Beißerei bei Hundebegegnungen: Was tun?

Kommt es während einer Hundebegegnung trotz aller Vorsichtsmaßnahmen mal zu einem Streit bzw. einer Beißerei, heißt es für die Hundebesitzer in aller erster Linie einen kühlen Kopf zu bewahren und sich nicht von der Hitze des Moments anstecken zu lassen. Dem eigenen Hund ist deutlich mehr damit geholfen, wenn sein menschlicher Begleiter Klarheit und Ruhe ausstrahlt. In keinem Fall sollten die anwesenden Menschen beginnen, die Hunde anzuschreien, etwas nach ihnen zu werfen oder zu versuchen, sie gewaltvoll voneinander zu trennen.

Die Hundehalter können versuchen, einem der beiden Hunde mit einer Jacke oder ähnlichem die Augen zu verdecken, und somit einen kurzen Moment der Unterbrechung zu schaffen, in dem es möglich ist, beide Hunde voneinander loszulösen, anzuleinen und ein Stück von einander zu entfernen. Mit etwas Abstand zueinander sollten beide Hunde bestmöglich zur Ruhe gebracht werden, damit sie die Situation aus diesem Moment der Ruhe heraus beenden können. Zudem können beide Hundehalter nun deutlich besser nach Verletzungen am eigenen Hund schauen. In jedem Fall sollten die Besitzer der beiden in Streit geratenen Hunde ihre Kontaktdaten miteinander austauschen, falls es zu einem späteren Zeitpunkt noch zu Nachwirkungen des Kampfes kommt. Auch nach dem aktuellen Impfschutz des anderen Hundes zu fragen, ist wichtig, um mögliche Ansteckungen über offene Wunden direkt ausschließen zu können.

Warum verträgt sich mein Hund nicht mit anderen Hunden?

Fehlende Sozialisation oder ein sehr dominantes Wesen können dazu führen, dass Dein Hund sich nicht mit anderen Hunden verträgt. Hier empfiehlt sich der Rat und die Analyse eines Hundetrainers.

Richtiges Verhalten bei Hundebegegnungen

Es gibt einige Faktoren, die eine Hundebegegnung positiv beeinflussen können und somit die Situation für Herrchen und Hund angenehmer machen. Begegnest Du mit Deinem freilaufenden Hund einem angeleinten Hund, so solltest Du Deinen Hund zu Dir rufen und dicht bei Dir halten. Es wird einen Grund haben, dass der andere Hund an der Leine unterwegs ist.

Hundebegegnungen auf einer Wiese

Fehlende Sozialisation oder ein sehr dominantes Wesen können dazu führen, dass Dein Hund sich nicht mit anderen Hunden verträgt.

Dein Hund spürt zudem immer auch Deine Stimmung. Bist Du also grundsätzlich bei der Begegnung mit anderen Hunden entspannt, so überträgt sich dies auch auf deinen Hund und ihr könnt gemeinsam positiv in die Situation hineingehen. Hierbei solltest Du jedoch darauf achtgeben, nicht zu dicht an den beiden sich begegnenden Hunden zu stehen, da Dein eigener Hund sonst eventuell denken könnte, Dich vor dem fremden Hund beschützen und abschirmen zu müssen. Auch dies kann dann zu einem Streit zwischen beiden Hunden führen. Grundsätzlich solltest Du etwas Vertrauen in Deinen Hund haben, dass er die Kommunikation mit dem anderen im Griff hat, auch wenn Du selber nicht alles sicher deuten kannst.

Warum will mein Hund immer zu anderen Hunden?

Grundsätzlich sind Hunde sehr neugierig und möchten ihr Umfeld und ihre „Mithunde“ erkunden. Ihr soziales Wesen zieht sie daher in der Regel zum Kontakt mit anderen Hunden.

Falsches Verhalten bei Hundebegegnungen

Negative Gefühle, wie Angst oder Panik, haben bei einer Hundebegegnung keinen Platz und sollten vermieden werden, um sie nicht auf Deinen Hund zu übertragen. Hast Du aufgrund schlechter Vorerfahrungen eine solche Angst, kannst Du Dir einen erfahrenen Hundeführer an die Seite nehmen, der zunächst einmal solche Begegnungen mit Dir durchgeht, bis Du aufgrund neuer, positiver Erfahrungen Deine Ängste loslassen kannst.
Stelle Dich nicht zwischen Deinen und einen anderen Hund.

Kommt ein fremder Hund unkontrolliert auf euch zu, während Dein Hund sich an der Leine befindet, solltest Du die Leine loslassen und den Hunden somit den Freiraum gewähren, sich auf ihre eigene Art in der Situation zurecht zu finden. Entscheide selbst, wann Dein Hund einem anderen Hund begegnet! Lass Dich nicht von Deinem Hund in die Richtung anderer Hunde ziehen, wenn Du gerade eigentlich keine Hundebegegnung möchtest. Notfalls kannst Du versuchen, ein Alternativverhalten von Deinem Hund zu fordern, beispielsweise durch die Gabe eines Kommandos, um ihn in seinem Zug zum anderen Hund zu unterbrechen.

Was kann man tun, wenn der Hund fixiert?

In diesem Fall sollte der Hundehalter versuchen, den Moment der Fixierung durch eine Alternativhandlung, wie beispielsweise die Abfrage eines Kommandos, zu unterbrechen.

Hundebegegnungen trainieren

Gerade wenn man in der Haltung eines Hundes noch unerfahren ist oder einen neuen, eventuell sogar einen bereits älteren Hund mit einer Vorgeschichte hat, sollten Hundebegegnungen trainiert werden. Hierfür bietet sich professionelle Hilfe durch einen Hundetrainer an. Zunächst wird dieser daran arbeiten, das Verhältnis zwischen Dir und Deinem Hund zu festigen und am Grundgehorsam Deines Hundes zu arbeiten, der wichtig ist, um Deinen Hund später jederzeit bei einer Hundebegegnung abrufen zu können.

In geschütztem Umfeld, wie beispielsweise in einer Hundeschule, können sich gerade junge Hunde einander ohne Druck nähern und so im gemeinsamen, spielerischen Umgang die eigene Körpersprache erlernen. Ein sozial geschulter Hund wird sich auch im Erwachsenenalter anderen Hunden deutlich bedachter und sicherer nähern, da er ihre Signale deuten und entsprechend reagieren kann.

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