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Zecken beim Hund – Tipps zum Entfernen & Schutz

von Michelle Holtmeyer
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Der Winter ist vorbei und wir können zusehen, wie die Natur wieder erwacht. Doch auch die Zecken kommen wieder raus und freuen sich, wenn wir mit unserem Hund im Wald spazieren sind. Zu Hause entdecken wir dann die kleinen Biester, wie sie im Fell unseres Hundes krabbeln oder sich schon festgebissen haben. Doch wie gefährlich sind die Parasiten eigentlich und welche sind die besten Mittel zur Vorbeugung? Wo sitzen Zecken beim Hund am häufigsten und wie entferne ich sie richtig? Alles, was Du wissen musst, erfährst Du gleich hier!

Welche Zecken befallen Hunde?

Es gibt verschiedene Arten von Zecken, die unsere Hunde befallen. Dazu zählt der Holzbock, die Buntzecke/Auwaldzecke und die Braune Hundezecke. Alle drei Arten gehören zur Familie der Schildzecken. Sie kommen allerdings in verschiedenen Gebieten vor, können unterschiedliche Krankheiten übertragen und sind an ihrem Aussehen erkennbar.

Holzbock

Der Holzbock wird in der Fachsprache als Ixodes ricinius bezeichnet. Man wird ihn vor allem von März bis Juni und von September bis November am Haustier entdecken können. Durch diese Zeckenart können die Krankheiten Borreliose, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Anaplasmose übertragen werden. Natürlich muss auch der Holzbock sich vorher damit infiziert haben, denn diese Krankheiten werden natürlich nicht grundsätzlich von ihm übertragen.

Buntzecke

Die Buntzecke wird auch als Auwaldzecke bezeichnet oder in Fachsprache als Dermacentor reticulatus bezeichnet. Während der Holzbock eher gräulich gefärbt ist, hat die Buntzecke einen weiß marmorierten Körper mit rotorangener Färbung. Sie überträgt die Krankheit Babesiose, welche zu Blutarmut führt und sogar den Tod des Hundes bedeuten kann, wenn sie unentdeckt bleibt.

Braune Hundezecke

Die Braune Hundezecke war früher nicht in Deutschland, sondern in Südeuropa beheimatet. Mit der Erwärmung des Klimas hat die Braune Hundezecke nun jedoch ihren Lebensraum in nördlichere Regionen erweitert und ist auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu finden.

Die Rhepicephalus sanguineus kann ohne eine Blutmahlzeit bis zu einem Jahr überleben. Diese Zeckenart ist durchgehend rötlich/braun und kann in vollgesogenem Zustand von 1 mm auf 1,2 cm wachsen. Sie kann die Ehrlichiose übertragen, welche auch als Mittelmeerkrankheit oder Zeckenfieber bezeichnet wird.

Bei dieser Krankheit werden die weißen Blutkörperchen angegriffen und das Immunsystem wird blockiert. Da es häufig nicht erkannt wird, kann es sich zu einer chronischen Krankheit entwickeln. Es kann außerdem vorkommen, dass es sich um eine Kreuzinfektion handelt. Dabei finden sich sowohl Erreger der Babesiose und der Ehrlichiose im Körper. Auch Anaplasmose wird durch diese Zeckenart übertragen. Diese Krankheit wird jedoch unter Ehrlichiose eingruppiert.

Was hilft gegen Zecken beim Hund?

Man kann mit bestimmten Mitteln wie Kokosöl, Halsbändern, pflanzlichen Präparaten, Spot On Produkten oder Insektiziden arbeiten. Ein hundertprozentiger Schutz wird durch diese Produkte jedoch nicht gewährleistet.

Wieso sind Zecken beim Hund so gefährlich?

Zecke auf einem grünen Blatt

Es ist sinnvoll, den Hund regelmäßig auf Zecken zu kontrollieren und jede Zecke schnellstmöglich zu entfernen, um sich und seinen Liebling zu schützen.

Zecken beim Hund sind so besonders gefährlich, da sie Krankheitserreger übertragen können, die oft nicht erkannt werden. Wir Menschen können zum Beispiel oft nicht erkennen, ob die typischen roten Stellen der Borreliose beim Hund auftreten. Die Symptome der Krankheiten sind unspezifisch und so leben viele Hunde lange Zeit mit einer Infektion ohne, dass der Besitzer es bemerkt.

Darüber hinaus können die Krankheiten auch auf den Menschen übertragen werden. Auch beim Menschen sind manche Krankheiten nur schwer zu erkennen und man tut sie vielleicht einfach mit schlechter Fitness ab und lebt einfach weiter. Zusätzlich gibt es für Hunde keine Impfung gegen die Zecken und trotz vorsorglichem Zeckenschutz werden die Parasiten sich mindestens eine Weile im Fell bewegen und können so auf den Menschen übergehen.

Aus diesen Gründen ist es wichtig, die Krankheiten und ihre Symptome zu kennen, um eine Infektion im Ernstfall bei sich und seinem Hund zu erkennen. Eine Erkrankung ist nicht nur unangenehm, sie kann sogar schwere Schäden verursachen oder zum Tod führen. Die Übertragung einer Krankheit dauert allerdings einige Stunden oder Tage. Deshalb ist es sinnvoll den Hund regelmäßig auf Zecken zu kontrollieren und jede Zecke schnellstmöglich zu entfernen, um sich und seinen Liebling zu schützen.

Welche Krankheiten übertragen Zecken beim Hund?

Borreliose

Zu den am meisten verbreiteten Krankheiten, die durch eine Zecke übertragen werden, gehört die Lyme Borreliose. Sie ist eine sogenannte Vektorerkrankung und eine Überträger-Zecke kann mit jedem Biss die Erreger übertragen. Die Borrelien werden durch den Biss aktiviert und 24 Stunden danach auf den Hund übertragen. Die Inkubationszeit kann mehrere Wochen oder sogar bis zu mehreren Monaten andauern.

Symptome einer Borreliose

Die Symptomatik einer Borreliose-Erkrankung ist nicht sehr eindeutig, woraufhin die Diagnose erst spät eindeutig gestellt werden kann. Die folgenden Anzeichen sind Hinweise für eine Infektion mit Borrelien:

  • Fieber
  • lethargisches Verhalten
  • Schwellung der Lymphknoten
  • Lahmheiten
  • neurologische Ausfälle
  • auffällige Nierenwerte und Entzündung der Augen

Eine mögliche Schutzmaßnahme ist die Impfung gegen Borreliose. Im Gegensatz zum Menschen können Hunde gegen die Borrelien geimpft werden. Jedoch sind die Impfstoffe, die in Deutschland zulässig sind, kein hundertprozentiger Schutz vor den in Deutschland auftretenden Arten.

Außerdem bringt eine Impfung ebenfalls ein Risiko für Nebenwirkungen mit sich, die sich mit Fieber, Erbrechen, Mattheit und Lustlosigkeit äußern können. In manchen Regionen Deutschlands ist eine zusätzlich Impfung neben anderen Präparaten ein ratsamer Schutz vor einer von Zecken übertragenden Borreliose.

Gefahr von Zecken: Hund sitzt im tiefen Wald

Lange Spaziergänge im Wald gehören zu den größten Gefahrenquellen für einen Zeckenbefall.

Babesiose

Die Babesiose wird auch Hundemalaria oder Piroplasmose genannt und ist eine schnell verlaufende, tödliche Infektionskrankheit, wenn sie nicht direkt behandelt wird. Hierbei entsteht eine Anämie, weil die Blutkörperchen zerstört werden. Die Inkubationszeit liegt bei 9 Tagen bis hin zu 3 Wochen.

Symptome einer Babesiose

Bei einem akuten Krankheitsverlauf sind die Hunde sehr schwach und matt, leiden an hohem Fieber und haben blassgelbe Schleimhäute. Dazu kommt meistens noch ein Nierenversagen.

Bei einem chronischen Verlauf treten wechselndes Fieber und abnehmende Kondition am häufigsten auf. Dazu können noch Störungen der neurologischen Funktionen, des Kreislaufs und des Magen-Darm-Traktes kommen.

Ehrlichiose oder Zeckenfieber

Normalerweise kommt diese Infektionskrankheit nur in Mittelmeerländern und in sub- sowie tropischen Regionen vor. Die Inkubationszeit liegt zwischen 8 und 20 Tagen und sie wird oftmals mit einer Doppelinfektion von Babesien diagnostiziert. Die Ehrlichiose taucht in zwei Verlaufsformen auf, einerseits als mono- und lymphozytäre Ehrlichiose und als granulozytäre Ehrlichiose, auch Anasplasmose genannt.

Symptome einer Ehrlichiose

Mono- und lymphozytäre Form: wiederauftretendes Fieber, Nasenausfluss und -bluten, Erbrechen, Blutarmut, Milzvergrößerung, Ödeme und Blutungen der Unterhaut.

Anasplasmose: Milderer Verlauf, Appetitlosigkeit, Lahmheit, Gewichtsverlust und Polyarthritis.

Wie lange saugt eine Zecke beim Hund?

Zecken bleiben an Hunden oder auch an Katzen etwa 2 bis 10 Tage.

Wo sitzen die Zecken beim Hund?

Zecken suchen sich besonders gerne Stellen, die weniger behaart sind. Dazu zählen die Augen Partie, der Kopf allgemein und die Ohren. Auch die Achseln, die Leistengegend und der Genitalbereich sowie der Bereich zwischen den Zehen. Außerdem gehen zecken gerne an Stellen, an denen die Haut relativ dünn ist. Zecken kommen aus der Natur, so sollte man nach dem Spaziergang im Wald oder auf der Wiese seinen Vierbeiner nach Zecken absuchen. Zecken können nicht springen oder sich von Bäumen fallen lassen. Das ist und bleibt ein Mythos. Sie sitzen hingegen am Boden auf Grashalmen oder Ähnlichem.

Wie entferne ich Zecken beim Hund richtig?

In den warmen Monaten sollte deine tägliche Routine mit deinem Hund auch darauf bestehen, dass du ihn komplett auf Zecken untersuchst! Manche Insekten setzen sich trotz Hilfsmittel fest und beißen zu. Je länger eine Zecke am Körper des Hundes sitzt, desto größer ist auch das Infektionsrisiko! Also: entferne jede Zecke direkt und korrekt, sodass du das Risiko einer Erkrankung möglichst gering hältst!

Zeckenzange, Zeckenkarte oder Zeckenhaken?

Es gibt unzählige Möglichkeiten, um festgebissene Zecken beim Hund zu entfernen. Neben den bereits genannten Werkzeugen gibt es noch Zeckenschlingen oder oft genügt auch eine spitze Pinzette.  Damit kannst du die Insekten kinderleicht und schnell entfernen.

Typische Stellen am Hundekörper, an denen Zecken sich gerne festbeißen, sind sehr warme Körperregionen, dazu gehören der Nacken, hinter den Ohren oder an der Innenseite der Hinterbeine. Trotzdem setzen sie sich auch an den Beinen, am Bauch oder Rücken und am Kopf fest.

Zecken entfernen: Hund schaut zur Seite

Mit spitzen Pinzetten kannst Du die Insekten kinderleicht und schnell entfernen.

Zecken beim Hund entfernen – drehen oder ziehen?

Entfernung von Zecken beim Hund gibt es unterschiedliche Auffassungen – einige drehen die Zecke aus der Haut heraus, aber wiederum ziehen sie gerade. Die Art und Weise ist allerdings nicht ausschlaggebend – achte lediglich darauf, dass du die Zecke nicht ruckartig, sondern langsam entfernst. Da das Insekt festsitzende Widerhaken haben, kann eine leichte Drehung oder eine Hebelwirkung hilfreich zur Entfernung sein.

Achte darauf, dass du die Zecke beim Entfernen nicht zusammendrückst! Dadurch gibt sie weitere Erreger an deinen Hund ab! Fasse sie ganz nah an der Haut und entferne sie langsam. Falls ein Teil des Stechapparats in der Haut bleibt (meistens durch einen schwarzen Punkt zu sehen), brauchst du dir keine Sorgen machen! Die Haut des Hundes stößt die Reste mit der Zeit ab. Behalte in den folgenden Tagen die Bissstelle im Auge, ob sie anschwillt oder rötlich verfärbt. Dies kann eine Entzündung des Bisses sein.

Wie entferne ich eine Zecke beim Hund richtig?

Man kann mit einer Zeckenzange oder einer Pinzette die Zecke vorsichtig greifen (nicht zu viel Druck!) und sie dann langsam rausziehen oder drehen. Beide Möglichkeiten sind in Ordnung, aber man muss behutsam vorgehen, damit sich die Widerhaken der Zecke lösen können.

Wie schütze ich meinen Hund vor Zecken?

Die kleinen Helferlein gegen Zecken reichen von chemischen Präparaten bis hin zu pflanzlichen Mittel und diversen Hausmitteln. Nicht jeder Hund verträgt alle Anti-Zeckenmittel und alle Mittel helfen nicht bei jedem Vierbeiner. Die bekanntesten Produkte stellen wir dir hier einmal vor:

Spot on Produkte

Die Mittel sind die typischen Produkte, die Hundebesitzer oft beim Tierarzt erhalten. Sie haben verschiedene chemische Wirkstoffe, die du auf die Haut deines Hundes träufelst. Das bekannteste Mittel gegen Zecken ist Frontline, das mithilfe des Wirkstoffs Fipronil die Zecken bekämpft. Dieses Insektizid führt durch einen Einfluss auf das Nervensystem zum Tod des Insekts. Laut Frontline wirkt das Spot on Mittel rund 4 Wochen gegen Zecken, wobei es aber nicht bei Junghunden unter 2 Kilogramm Körpergewicht angewendet werden darf.

Leider kann Frontline verschiedene Nebenwirkungen auslösen, wie Reaktionen der Haut an der Anwendungsstelle, genereller Juckreiz oder Haarausfall, neurologische Veränderungen oder Erbrechen.

Exspot und Advantix

Schutz vor Zecken: Hund legt seine Pfoten auf Pflegesachen

Nicht jeder Hund verträgt alle Anti-Zeckenmittel und nicht alle Mittel helfen nicht bei jedem Vierbeiner.

Eine andere Anwendung, die ebenfalls mit Insektiziden arbeitet, sind Exspot und Advantix. Beide Präparate enthalten Permethrin, ein Kontaktgift, das die Fußorgane von nicht festgebissenen Zecken auf dem Hund reizt. Die Insekten werden dann im Fell besser sichtbar, weil sie aus den Regionen mit erhöhter Konzentration zurückziehen. Exspot darf nicht bei Hunden unter drei Monaten verwendet werden und für die Anwendung von Advantix muss der Hund mindestens 8 Wochen alt sein.

Bekannte Nebenwirkungen können Juckreiz und gelegentlich Haarausfall sein. Ganz wichtig: Exspot darf ausschließlich für Zecken beim Hund angewendet werden! Katzen können das Permethrin nicht verstoffwechseln und leiden daraufhin an einer Vergiftung!

Zecken Halsbänder

Diese zusätzlichen Halsbänder geben Insektizide ab, die von dem Halsband aus auf dem gesamten Körper des Hundes verteilt wird. Die Konzentration des Giftes wird konstant abgegeben und die Wirkung hält, je nach Wirkstoff, bis zu 6 Monate an. Der Wirkstoff der Halsbänder beeinträchtigt nicht den Geruchssinn des Hundes, aber es können Nebenwirkungen wie Juckreiz oder weitere allergische Reaktionen auftreten. Hunde, die jünger als 7 Wochen alt sind, und Tiere, die an Hautirritationen oder -läsionen leiden, dürfen diese Halsbänder nicht tragen.

Pflanzliche Mittel für Zecken beim Hund

Hierbei bedienen sich die Hersteller verschiedener Extrakte und Öle, die auf natürliche Art und Weise gegen Zecken wirken. So beispielsweise Bogacare, dass Margosa-Exrakt, Nelkenblütenöl und Citronella beinhaltet. Andere pflanzliche Produkte sind Nova Gard Green und Amigard. Der wesentliche Vorteil sind hierbei, dass keine Nebenwirkungen bekannt sind.

Natürliche Mittel gegen Zecken beim Hund

Viele Hundebesitzer, die ihren Vierbeinern keine chemischen Präparate verabreichen möchten, wählen oft eine der ganz natürlichen Alternativen. Diese verzichten vollkommen auf Zusatzstoffe, die bei den Hunde Nebenwirkungen auslösen können.

Kokosöl

Das Fett der Kokosnüsse gehört zu den wenigen naturbelassenen Produkten, die eine nachweisbare Wirkung gegen Zecken haben. Die darin enthaltene Laurinsäure hält Zecken fern. Selbst wenn sich die Zecke bereits fest gebissen hat, kann das Einreiben mit Kokosöl das direkte Abfallen des Insekts hervorrufen.

Zunächst solltest du an einer kleinen Stelle testen, ob dein Hund das Öl verträgt. Danach solltest du ihn direkt vor dem Spaziergang mit einer haselnussgroßen Menge einreiben. Besonders die Pfoten, Beine, Bauch sowie Nacken und Kopf müssen von dem Öl bedeckt sein.

Zusätzlich dazu kannst du deinem Hund, voraus gesetzt er mag das Kokosöl gerne, auch unter die tägliche Ration Trockenfutter mischen. Dadurch erhöht sich der Schutz und gleichzeitig ist das Öl förderlich für den Glanz und das Wachstum des Fells.

Zistrose

Die Zistrose gehört zu den Zitrosengewächsen und ist eine vielseitig einsetzbare Pflanze. Sie ist entzündungshemmend, stärkt das Immunsystem und ist antiviral sowie antimikrobiell. In der Humanmedizin ist sie bereits ein effektives Mittel bei Durchfall- oder Hauterkrankungen und auch als Zeckenmittel zeigt sie vielversprechende Ergebnisse.

Zistrose wird als Kapseln verfüttert, die du problemlos mit der herkömmlichen Hundefutter geben kannst. Weitere Hilfsmittel wie Bierhefe, Knoblauch oder Bernsteinhalsbänder werden von vielen Hundehaltern ebenfalls als Mittel gegen Zecken verwendet. Hier liegen jedoch keine Nachweise über die Wirkung vor.

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