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Fieber beim Hund – Symptome, Ursachen & Behandlung

von Michelle Holtmeyer
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Fieber beim Hund: Indiz für eine Krankheit

Fieber beim Hund ist selbst keine Krankheit, sondern deutet darauf hin, dass sich der Organismus gegen Angriffe von außen zur Wehr setzt. Es handelt sich stets um ein Symptom, dessen Ursache es zu erforschen gilt. Bis zu einem bestimmten Grad ist Fieber für den Hund nicht gefährlich, steigt es jedoch zu stark an, kann es lebensbedrohend werden und muss vom Tierarzt gesenkt werden.

Bei nur leicht erhöhter Temperatur oder als Erste-Hilfe-Maßnahme können auch Hausmittel dem Tier helfen. Nicht jedes leichte Fieber sollte direkt mit Medikamenten behandelt werden, denn dadurch wird der Körper daran gehindert, seine natürliche Abwehrreaktion zu entfalten.

Wann hat ein Hund Fieber?

Wenn das Immunsystem von Bakterien, Viren oder anderen Fremdkörpern angegriffen wird, setzt es seine Maschinerie in Gang, um die Eindringlinge zu bekämpfen. Der Körper produziert vermehrt weiße Blutkörperchen, die sich als Verteidiger den Angreifern entgegenstellen. Diese gesteigerte Aktivität des Immunsystems geht mit einer Erhöhung der Körpertemperatur einher. Denn wenn Krankheitserreger in den Organismus gelangen, senden Botenstoffe eine Meldung an den Teil des Gehirns, das den Wärmehaushalt des Körpers steuert.

Das Gehirn gibt sodann den Befehl an die anderen Organe, die Wärmeentwicklung im Körper anzukurbeln. Die Muskeln arbeiten verstärkt, was sich in Muskelzittern zeigen kann. Der Wärmeverlust über die Haut wird reduziert, weshalb der Patient oft kalte Extremitäten hat und Anfälle von Schüttelfrost bekommt. Herz und Lunge arbeiten im Schnelltempo, die Folge sind eine hohe Pulsfrequenz und eine beschleunigte Atmung.

Wenn die Höchsttemperatur erreicht ist, fühlt sich der ganze Körper heiß an und der Kopf glüht. Sind die Eindringlinge besiegt, beginnt die Körpertemperatur wieder abzusinken, wobei dem Menschen starkes Schwitzen hilft. Hunde dagegen verschaffen sich ihre Abkühlung nicht über den Schweiß, sondern durch vermehrtes Hecheln.

Wie reagiert der Hundekörper auf Fieber?

Wenn ein Hund Fieber hat, leidet er zumeist an Appetitlosigkeit und wirkt antriebslos und schlapp. Seine Atmung beschleunigt sich und er hechelt stark. Der Temperaturanstieg lässt sich auch erfühlen, am besten an den Ohren und an den wenig behaarten Stellen am Bauch und unter den Achseln. Steigt das Fieber, kann der Hund auch Schüttelfrost bekommen und sein Fell sträubt sich.

Weitere Anzeichen sind eine trockene Nase und der sogenannte Fieberkot, der sehr fest und trocken ist, weil sich die Darmtätigkeit des Hundes vermindert hat. Im schlimmsten Fall verweigert das Tier nicht nur die Aufnahme von Nahrung, sondern auch von Flüssigkeit, was zur Dehydrierung führt.

Fieber beim Hund: Vierbeiner liegt mit Spielzeug auf dem Rasen

Die ersten Anzeichen dafür, dass der Hund Fieber hat, sind Appetitlosigkeit, Schlappheit und eine erhöhte Körpertemperatur.

Normaltemperatur bei Hunden

Die Körpertemperatur eines Hundes ist etwas höher als die des Menschen. Sie liegt zwischen 37,5 und 39 Grad im Normalbereich und erst bei einer Temperatur von mindestens 40 Grad hat ein Hund Fieber.

Da kurzzeitige körperliche Anstrengung sich auf die Temperatur auswirken können, ist nicht jede Erhöhung ein Grund zur Sorge. Ein kerngesunder Hund kann zum Beispiel nach einem ausgiebigen Sprint eine Körpertemperatur von 39,5 Grad haben. Auch beim Fressen, Autofahren und beim intensiven Spielen kann die Temperatur leicht ansteigen.

Ab 41 Grad allerdings wird die Situation für den Hund bedrohlich, und wenn das Fieber auf 42 Grad steigt, schwebt das Tier in akuter Lebensgefahr. Welpen haben noch eine etwas höhere Körpertemperatur als ausgewachsene Hunde. Für junge Vierbeiner sind Temperaturen von 39,5 Grad im Ruhezustand noch normal.

Wann hat ein Hund Fieber?

Die normale Körpertemperatur liegt bei ausgewachsenen Hunden zwischen 37,5 und 39 Grad, bei Welpen bis zu 39,5 Grad. Wenn ein Hund im Ruhezustand eine Körpertemperatur von 40 Grad oder mehr hat, leidet er an Fieber.

Tiermedizinische Sicht: Verschiedene Arten von Fieber beim Hund

In der Tiermedizin wird Fieber zum einen nach seiner Dauer und zum anderen nach seiner Art klassifiziert. Zeitlich werden ephemeres, akutes, subakutes und chronisches Fieber unterschieden.

  • Ephemer: hält nur maximal einen Tag an
  • Akut: dauert 8 bis 14 Tage
  • Subakut: dauert 14 bis 21 Tage an
  • Chronisch: hält über drei Wochen an

Je nachdem, welche Temperaturschwankungen auftreten, wird das Fieber als remittierend, intermittierend oder rekurrierend bezeichnet beziehungsweise als atypisch eingestuft.

  • Remittierend: Schwankungen um mehr als 1 Grad innerhalb eines Tages
  • Intermittierend: Fiebrige Phasen wechseln mit fieberfreien Phasen an
  • Rekurrierend: Die fiebrigen Phasen überwiegen
  • Atypisch: Es lässt sich kein Muster erkennen

Fieber beim Hund: Typische Symptome & Anzeichen

Das deutlichste Symptom für Fieber beim Hund ist seine erhöhte Körpertemperatur, die sich messen und an einigen Stellen auch leicht erfühlen lässt. Dazu kommt als weiteres Symptom ein erhöhter Puls von mehr als 120 bei einem kleinen und 100 bei einem mittelgroßen bis großen Hund. Außerdem hechelt der Hund, weil sich seine Atmung beschleunigt, und sein Fell sträubt sich als Folge des Schüttelfrostes.

Möglicherweise verkriecht sich der Vierbeiner und legt sich extra auf einen kalten Fußboden. Dazu können Appetitlosigkeit und Antriebslosigkeit als Symptome hinzu kommen und bei hohem Fieber kann sich der Hund auch erbrechen.

Zu den weiteren Symptomen zählen:

  • Starkes Hecheln
  • Schüttelfrost
  • Erhöhter Puls
  • Fieberkot (trocken & fest)
  • Müdigkeit & Abgeschlagenheit
  • Appetitlosigkeit
  • Warme, trockene Nase
  • Heiße Ohren

Wie erkenne ich, ob mein Hund Fieber hat?

Die sicherste Methode der Feststellung ist das Fiebermessen mit einem Thermometer. Besonders geeignet für Hunde ist ein Thermometer mit digitaler Anzeige, das die Temperatur schon nach wenigen Sekunden anzeigt.

Fieber messen beim Hund

Bei einem Hund Fieber zu messen ist keine ganz einfache Aufgabe, denn es gefällt dem Tier überhaupt nicht. Am besten sollte daher ein zweiter Mensch zur Hilfe gebeten werden, um den Patienten festzuhalten. Die beim Menschen praktikablen Messmethoden im Mund oder im Ohr sind für Hunde ungeeignet. Denn im Maul behält der Vierbeiner das Thermometer keine paar Sekunden freiwillig, und bei einer Ohrmessung kann das Ergebnis durch die vielen Härchen im Gehörgang stark verfälscht werden. Exakte Resultate lassen sich daher nur durch eine rektale Messung erzielen.

Das Thermometer wird mit Vaseline oder einem ähnlichen Gleitmittel eingefettet und vorsichtig einen bis zwei Zentimeter tief in den After des Hundes eingeführt. Nach kurzer Zeit wird es herausgezogen und gereinigt, und die Temperatur lässt sich ablesen. Im Anschluss muss das Thermometer gründlich desinfiziert werden und darf in Zukunft nur noch für den Hund verwendet werden.

Beim Fiebermessen kommt es auf den richtigen Zeitpunkt an. Denn die Körpertemperatur des Hundes könnte sich kurzfristig durch Stress oder Anstrengung erhöht haben. Deshalb sollte zwischen sportlichen Betätigungen und dem Messvorgang eine Ruhepause von mindestens einer Stunde liegen.

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Was leisten Fieberthermometer speziell für Hunde?

Es gibt spezielle Fieberthermometer für Hunde mit einer genauen digitalen Anzeige, die zu sehr schnellen Messergebnissen führen. Grundsätzlich ist ein klassisches Glasthermometer für Menschen ebenso gut für tierische Patienten geeignet. Wer allerdings Probleme hat, seinen Vierbeiner lange genug ruhig zu halten, dem kann ein Hundethermometer die Arbeit deutlich erleichtern. Ist der Hund dagegen ein besonders gutmütiger Zeitgenosse, der sich das Fiebermessen ohne zu zappeln gefallen lässt, funktioniert die Messung auch mit einem traditionellen Thermometer problemlos.

Fieber messen ohne Fieberthermometer

Wer kein Thermometer zur Hand hat, kann versuchen, die Körpertemperatur des Hundes zu erspüren. Vor allem die Ohren und Pfoten fühlen sich bei Fieber merklich heiß an, außerdem lässt sich die Hitze im Lendenbereich ertasten. Auch wer den Handrücken an die kaum behaarten Stellen unter den Achseln legt, kann mit etwas Erfahrung feststellen, ob der Hund eine stark erhöhte Temperatur hat und zum Tierarzt muss. Bei der Messung am Ohr ist zu beachten, dass sich bei Fieber beide Ohren etwa gleich heiß anfühlen. Ist nur das eine Ohr warm, leidet der Hund wahrscheinlich an einer einseitigen Ohrenentzündung, aber hat kein Fieber.

Wie misst man Fieber beim Hund?

Exakt lässt sich Fieber bei Hunden nur rektal messen, das Fieberthermometer muss also in den After eingeführt werden. Nachdem das Thermometer gut eingefettet wurde, sollte ein menschlicher Helfer den Hund festhalten und dafür sorgen, dass er während des Messvorgangs ruhig in seiner Position liegen bleibt.

Fieber beim Hund: Vierbeiner legt seinen Kopf ab

Wie beim Menschen wird auch das Fieber beim Hund zumeist durch eine Infektion durch Bakterien oder Viren ausgelöst.

Häufige Ursachen für Fieber beim Hund

Wie beim Menschen wird auch das Fieber beim Hund zumeist durch eine Infektion durch Bakterien oder Viren ausgelöst. Unter den vielfältigen Ursachen lassen sich grob die sechs häufigsten ausmachen:

  • bakterielle Entzündungen,
  • virale Infekte,
  • Parasiten,
  • Aufnahme von Giftstoffen,
  • chronische Entzündungen und
  • Tumore oder immunbedingte Erkrankungen.

Fieber kann durch sämtliche von Bakterien hervorgerufenen Entzündungen im gesamten Körper verursacht werden, zum Beispiel Blasen-, Leber-, Darm- oder Herzentzündungen. Auch Hautentzündungen, Zahnfleischentzündungen und Abszesse an allen Körperstellen können Ursachen für Fieber sein. Häufig bekommt ein Hund eine fiebrige Entzündung, nachdem er von einem anderen Vierbeiner gebissen wurde. Ebenso können Krankheitserreger durch Zeckenbisse übertragen worden sein. Schließlich kommt bei einer Hündin, die nicht kastriert ist, auch eine Entzündung der Gebärmutter in Betracht.

Virale Infekte wie eine Mandelentzündung oder Grippe können auch beim Hund mit Fieber einhergehen. Diese Krankheiten lassen sich zumeist an weiteren Symptomen erkennen, so hustet der Hund, würgt häufig oder hat eine Schniefnase. Hunde, die viel Kontakt mit ungeimpften Artgenossen haben, können an Zwingerhusten erkranken, einer infektiösen Tracheobronchitis, die von Fieber und einem trockenen Husten begleitet wird. Oftmals reagiert der Hundekörper auch mit einem leichten Fieber, wenn er eine Impfung gegen Krankheitserreger bekommen hat. Die Körpertemperatur bleibt dann aber zumeist im unbedenklichen Bereich und reguliert sich innerhalb kurzer Zeit von selbst wieder.

Zu den gefährlichen Parasiten, die den Hund befallen können, zählen vor allem die einzelligen Giardien und Kokzidien. Auch Darmparasiten und Babesien, die gern durch Zecken übertragen werden, verursachen Krankheiten, die mit Fieber einhergehen. Schließlich kann eine chronische Entzündung, ein Tumor oder eine immunbedingte Krankheit wie Rheuma oder Polyarthritis ursächlich für die erhöhte Temperatur sein.

Warum bekommt ein Hund Fieber?

Fieber tritt als Begleiterscheinung zahlreicher Erkrankungen auf. Die Ursache kann eine bakterielle oder virale Infektion sein, außerdem sind Vergiftungen, Impfreaktionen und chronische Entzündungen häufige Auslöser.

Die richtige Behandlung von Fieber

Fieber beim Hund: Mensch streichelt Vierbeiner

Das Wichtigste vor der Behandlung: die korrekte Ursache ermitteln.

Das Wichtigste bei der Behandlung von Fieber ist die Ermittlung der Ursache. Nur wenn die zugrunde liegende Erkrankung bekämpft wird, lässt sich auch das Fieber dauerhaft senken und tritt nicht erneut auf. Leidet der Hund aber nur vorübergehend an einer nicht bedrohlichen Temperaturerhöhung, etwa als Folge einer Impfung, können einige Maßnahmen ihm dabei helfen, schneller wieder auf die Beine zu kommen. Der Hund braucht einen kühlen Platz in einer abgedunkelten Umgebung. Um schnell wieder fit zu werden, muss er viel Wasser trinken und besonders vitaminreiche Nahrung zu sich nehmen.

Im Handel sind außerdem spezielle Kräutermischungen für Hunde erhältlich, die das Immunsystem stärken sollen. Kalte Umschläge aus angefeuchteten Tüchern als Hausmittel können den Nacken und Bauch des Hundes kühlen. Der Patient darf aber nicht mit eiskaltem Wasser abgeduscht werden, weil der Kälteschock seinen Kreislauf überfordern könnte.

Falls der Hund trotz aller Bemühungen längerfristig an Fieber leidet, muss er zum Tierarzt. Der Arzt wird versuchen, die Ursache herauszufinden und einen geeigneten Fiebersenker spritzen. In den meisten Fällen handelt es sich um eine bakterielle Infektion, gegen die ein Antibiotikum wirkt.

Wann ist eine tierärztliche Untersuchung notwendig?

Wenn das Fieber entweder die Temperatur von 41 Grad erreicht hat oder längere Zeit anhält, muss der Hund unbedingt in ärztliche Behandlung. Auch ein schwerwiegender Verlauf mit Erbrechen deutet auf eine ernst zu nehmende Gefahr hin und es besteht sofortiger Handlungsbedarf. Schließlich muss das Fieber umgehend gesenkt werden, wenn das Tier die Nahrungsaufnahme verweigert oder nicht mehr trinken will.

Hundehalter sollten keinesfalls selbst mit Medikamenten aus der Hausapotheke experimentieren. Viele der fiebersenkenden Mittel, die für Menschen harmlos und daher verschreibungsfrei erhältlich sind, können für Hunde höchst gefährlich sein. Ohne Rücksprache mit dem Tierarzt darf der Hund daher keine humanmedizinischen Wirkstoffe verabreicht bekommen.

Wie erkenne ich Fieber beim Hund ohne Thermometer?

Ohne Thermometer kann ein Fühltest Aufschluss über die ungefähre Körpertemperatur geben. Ein Hund mit Fieber hat heiße Ohren, auch an den unbehaarten Stellen am Bauch und unter den Achseln fühlt sich die Haut stark erwärmt an.

So beugst Du Fieber beim Hund vor

Um seinen Hund vor Krankheitserregern zu schützen, muss er vor oder nach seinen Ausgängen in die freie Natur immer mit einem wirksamen Mittel gegen Zecken und andere Parasiten behandelt werden. Sprays oder Spot-on-Präparate sorgen dafür, dass gefährliche Krankheitsüberträger sich erst gar nicht im Fell einnisten können. Außerdem gibt es gegen einige Virusinfektionen relativ zuverlässige Schutzimpfungen für den Hund, so zum Beispiel gegen Staupe, Zwingerhusten und Parvovirose. Auch gegen Borrelien und Leptospiren stehen heute Impfstoffe zur Verfügung. Da nicht jede Impfung 100 %-igen Schutz versprechen kann, wird der Hund jedoch am wirksamsten vor Ansteckung bewahrt, wenn er schon von den Gefahrenherden ferngehalten wird.

Die größten Ansteckungsrisiken lauern in Pfützen und anderen stehenden Gewässern, in denen sich Krankheitserreger ungehindert vermehren können. Wer seinem Hund schon von klein auf angewöhnt, niemals aus Pfützen zu trinken, kann die Gefahren für seine Gesundheit reduzieren.

Als weitere Vorsorgemaßnahme können Hundehalter ihrem Liebling bestimmte Futtermittelzusätze verabreichen, die das Immunsystem stärken und die körpereigene Abwehr ankurbeln. Falls der Hund einmal eine Bissverletzung oder eine andere offene Wunde hat, muss diese sofort fachmännisch versorgt werden, damit sich keine Entzündung entwickeln kann.

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