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Tumor beim Hund – Symptome & Behandlung

von Michelle Holtmeyer
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Tumor beim Hund zählt zu den am häufigsten auftretenden Krankheiten bei den Vierbeinern. Welche Arten von Tumorerkrankungen gibt es? Was sind typische Anzeichen und Symptome für Tumore beim Hund? Was kannst Du als Hundebesitzer tun und was sind effektive Behandlungsmethoden? In diesem Beitrag findest Du zu den wichtigsten Fragen die richtigen Antworten zum Thema Tumor beim Hund.

Das Wichtigste im Überblick

  • Gutartige Tumore bilden in der Regel keine Metastasen, bösartige Tumore neigen zur Streuung durch Metastasen
  • Die drei häufigsten Arten von Tumorerkrankungen beim Hund sind Maul-, Haut- und Milchdrüsentumore
  • Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit des chirurgischen Eingriffes, einer Bestrahlung oder einer Chemotherapie

Tumorarten – Wo entsteht ein Tumor beim Hund?

Tumore können an den verschiedensten Stellen im Hundekörper auftauchen und werden nach der jeweiligen Stelle ihres Auftauchens klassifiziert. Die sogenannten solitären Tumore treten nur an einer Stelle auf, multizentrische Tumortypen sind über mehrere Stellen im Körper des Hundes verteilt. Gutartige Tumore bilden in der Regel keine Metastasen, bösartige Tumore neigen zur Streuung durch Metastasen, ebenso wie sie bevorzugt Fremdgewebe durchwachsen und somit auch eine chirurgische Entfernung sehr erschweren oder sogar unmöglich machen.

Die häufigsten Stellen, an denen Tumore beim Hund vorkommen:

  • An den Milchdrüsen (auch Mammatumore genannt)
  • Auf der Haut
  • An den Geschlechtsorganen
  • In Magen oder Darm bzw. im Verdauungsapparat
  • In den Ohren
  • An Organen wie beispielsweise Leber oder Bauchspeicheldrüse
  • Am Skelett
  • Im Nerven- oder Blutsystem

Die Vorsilben der diagnostizierten Tumorbezeichnungen geben jeweils die Lage des Tumors im Körper an, wohingegen die Endung der Bezeichnung aussagt, ob ein Tumor gut- oder bösartig ist. Die Endung -om bezeichnet in der Regel gutartige Tumore. Bezeichnungen, die auf -sarkom oder -karzinom enden, sind bösartige Tumore im Gewebe.

Welche Hunderassen sind besonders häufig betroffen?

Einige Hunderasse sind statistisch betrachtet besonders häufig von Tumorerkrankungen betroffen. Hierzu zählen unter anderem der Golden Retriever sowie der Dobermann.

Tumorrisiken bei Hunderassen als Grafik

Tumor beim Hund – Typische Anzeichen und Symptome

Das auffälligste Symptom einer bestehenden Erkrankung ist der Tumor an sich, der nicht selten auch das einzige Symptom bleibt. Besonders wenn es sich um gutartige, sogenannte benigne Tumore handelt, sind meist keine weiteren Veränderungen beim Hund festzustellen. Bösartige, maligne Erkrankungen, bei denen der festzustellende Tumor meist eines von mehreren Symptomen ist, treten in den meisten Fällen Hand in Hand mit anderen Symptomen auf.

In einem solchen Fall kann es zu folgenden Begleitsymptomen kommen:

  • Epileptische Anfälle und Ausfälle der motorischen Fähigkeiten
  • Blutungen aus einer Körperöffnung (Mund, Ohren, After)
  • Schmerzen
  • Müdigkeit/ Antriebslosigkeit
  • Fieber
  • Angeschwollene Lymphknoten
  • Appetitlosigkeit einhergehend mit Gewichtsverlust

Tritt eine Veränderung des Gewebes auf, sollte diese Veränderung immer einem Tierarzt vorgestellt werden. Besonders, wenn eines oder mehrere der oben genannten Symptome dazukommten, sollte eine Diagnose möglichst rasch gestellt werden. So kann auch eine eventuell notwendige Behandlung schnellstmöglich erfolgen, bevor die Krankheit sich weiter im Körper des Hundes ausbreitet und am Ende möglicherweise nicht mehr einzudämmen ist. Die oben aufgelisteten Symptome können auch in Zusammenhang mit anderen Krankheiten auftreten und müssen nicht automatisch die Diagnose Krebs für einen Hund bedeuten.

Wie erkennt man einen Tumor beim Hund?

Äußere Tumore sind optisch und fühlbar für den Hundebesitzer zu erkennen. Meist treten sie beulenartig auf und ähneln Schwellungen, die nicht wieder abklingen. Auch andere Begleitsymptome können das Vorhandensein eines Tumors, der nicht mit dem bloßen Auge zu sehen ist, verraten.

Tumorerkrankungen beim Hund

Hund beim Tierarzt

Die drei häufigsten Arten von Tumorerkrankungen beim Hund sind Maul-, Haut- und Milchdrüsentumore.

Die drei häufigsten Arten von Tumorerkrankungen beim Hund sind Maul-, Haut- und Milchdrüsentumore. Letztere nennt man auch Mammatumore. Gleichzeitig damit, dass es die häufigsten Tumorarten sind, sind es auch diejenigen, die für den Hundebesitzer am leichtesten erkennbar sind. Innenliegende und nicht ersichtliche Tumore können vom Laien im Regelfall nicht ausgemacht und entdeckt werden.

Milchdrüsentumore/ Mammatumore

Besonders häufig treten diese bei Hündinnen auf, die nicht kastriert sind. Sie werden durch ein Ungleichgewicht an Hormonen hervorgerufen. Soll die Läufigkeit einer Hündin beispielsweise durch die Gabe von Medikamenten unterdrückt werden, so steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Entwicklung von Mammatumoren durch diese Medikamente signifikant an. Durch eine Kastration vor der ersten Läufigkeit einer Hündin kann das Risiko für diese Art der Tumorbildung minimiert werden.

Studien zufolge beträgt die Chance für Tumore an den Milchdrüsen in diesem Fall nur noch 0.5%. In Deutschland ist dieses Verfahren bislang jedoch sehr unüblich, da viele Hundehalter ihre Tiere nicht aus reiner Vorsorge kastrieren lassen möchten. Ungefähr die Hälfte aller auftretenden Tumore an den Milchdrüsen einer Hündin sind bösartig und neigen dazu, stark zu streuen, also viele Metastasen zu bilden. Diese Tumorart kann in der Regel nur durch chirurgische Eingriffe bekämpft werden.

Hauttumore

Die Haut, das größte Organ des Körpers, ist ebenfalls sehr häufig von Tumoren befallen. Hauttumore werden vom Hundehalter jedoch meist leicht und vor allem früh erkannt, was eine vollständige Heilung begünstigen kann. Nicht jeder auf der Haut festgestellte Tumor ist automatisch bösartig, es treten auch viele gutartige Hauttumore auf. Wird eine Veränderung des Hautgewebes durch Besitzer und Tierarzt festgestellt, so wird eine Biopsie des Tumors vorgenommen.

Das heißt, mit Hilfe einer Spritze wird eine Gewebeprobe aus dem Tumor entnommen und in einem Labor untersucht. Hier kann nun festgestellt werden, ob es sich um gutartiges oder bösartiges Gewebe handelt. Je nachdem, was für ein Tumor vorliegt, muss dann die Art der Behandlung an das Testergebnis angepasst werden. Auch Warzen zählen zu den Hauttumoren. Sie sind jedoch in jedem Fall gutartig, werden über eine Viruserkrankung übertragen und sind meistens nur ein optischer Mangel, ohne weitere Beeinträchtigung des Hundes und seines Wohlergehens mit sich zu ziehen.

Einige Hunderassen, wie zum Beispiel der Cocker Spaniel und der Pudel, sind überdurchschnittlich oft von sogenannten Basalzelltumoren betroffen, die vor allem am Kopf und am Hals des Hundes auftreten. Sie sind gutartig und können leicht chirurgisch entfernt werden, wenn sie den Besitzer stören.

Als Lipom bezeichnet man gutartige Hauttumore, die im Fettgewebe auftauchen. Besonders ältere Hund sind häufig von Lipomen betroffen. Eine chirurgische Entfernung eines solchen Lipoms ist in der Regel nur dann notwendig, wenn die Lage des Tumors den Hund in seiner Bewegung einschränkt. Es gibt noch einige weitere Arten von Hauttumoren, die erst durch genauere Bestimmung des Tierarztes diagnostiziert und eingestuft werden können. Bei bösartigen Hauttumoren gilt es, dass immer zwei bis drei Zentimeter des umliegenden gesunden Gewebes mit abgetragen werden sollten, um wirklich alle bösartigen Zellen zu beseitigen und eine Rückkehr der Krankheit zu unterbinden.

Maulhöhlentumore

Maulhöhlentumore gehören zu den Tumoren des Magen-Darm-Traktes bzw. des gesamten Verdauungsapparates. Meist stellen Besitzer solche Tumore fest, weil der betroffene Hund nicht mehr richtig frisst oder übermäßig an Mundgeruch leidet. Die häufigste Tumorart in der Mundhöhle sind maligne Melanome. Diese sind bösartig und neigen dazu, in Organe, Lymphknoten oder sogar die Lunge zu metastasieren. Man erkennt sie meist an ihrer dunklen Färbung. Ist ein Hund von einem solchen malignen Melanom befallen, so kommt es meist zu einer Kombination aus chirurgischem Eingriff und Chemotherapie, um die optimale Behandlung gewährleisten zu können.

Meist hellrot und leicht blutig auftretend sind die sogenannten Plattenepithelkarzinome. Sie kommen gehäuft bei alten Hunden vor und wachsen stark invasiv. Auch diese Tumore müssen chirurgisch entfernt und anschließend das umliegende Gewebe bestrahlt werden.

Zwei weitere Maulhöhlentumorarten sind Fibrosarkome und Epuliden, wobei letztere in der Regel gutartig sind, nicht streuen und leicht zu entfernen sind. Fibrosarkome kommen gehäuft bei großen Hunderassen und hier vor allem bei Rüden vor. Sie befallen das Zahnfleisch und die Schleimhaut im Mund und können sehr groß und somit extrem einschränkend wachsen. Werden sie frühzeitig erkannt, können sie durch Chirurgie und Bestrahlung angegriffen werden. Zur Früherkennung von Mundhöhlentumoren sollte jeder Hundebesitzer regelmäßig zuhause Mund und Zähne seines Hundes in Augenschein nehmen und ein bis zweimal im Jahr eine umfassende Kontrolle durch den Tierarzt vornehmen lassen.

Tumore der inneren Organe, des Nervensystems, am Skelett oder anderen, im Körper liegenden Stellen, sind von außen schwer bis gar nicht erkennbar. Diese werden meist erst dann entdeckt, wenn es aufgrund anderer beunruhigender Symptome zu einer umfassenden Untersuchung inklusive Röntgen und/oder MRT kommt.

Ist ein Tumor beim Hund hart oder weich?

Es gibt sowohl weiche als auch harte Tumore, die beim Hund auftreten können. Oft sind Tumore eher weich und leicht mit der Hand verschieblich. Dies ist vor allem bei Hauttumoren üblich. Jede festgestellte Art der Veränderung, ob nun weich oder hart, sollte sicherheitshalber von einem Tierarzt angeschaut werden.

Was kann der Hundebesitzer tun?

Hund mit Mann

Der Hundebesitzer sollte seinen Vierbeiner stets gut im Auge behalten.

Zunächst einmal sollte ein Hundebesitzer seinen Hund und dessen Zustand stets gut im Auge haben, um mögliche Symptome oder auftretende Tumore frühzeitig ausmachen zu können. Zeit ist vor allem bei bösartigen Tumoren ein wichtiger Faktor, der darüber entscheidet, ob ein Hund sich von der vorliegenden Erkrankung wieder erholen kann – oder im schlimmsten Fall sogar daran stirbt. Werden Auffälligkeiten durch den Besitzer festgestellt, sollte dieser zunächst nicht unnötig in Panik verfallen, aber schnellstmöglich einen Termin beim behandelnden Tierarzt vereinbaren, um die Veränderungen abklären zu lassen.

Vorbeugende Handlungen zur Vermeidung eines Tumors gibt es so gut wie nicht. Bei Tumoren, deren Bildung mit Hormonen in Verbindung steht, kann eine frühe Kastration helfen. Hierzu zählen beispielsweise Mammatumore oder Hodentumore. Da das Risiko für Tumorerkrankungen bei alten Hunden höher ist, als bei jungen, sollten diese öfter beim Tierarzt vorgestellt werden.

Fernab dieser (wenigen) Möglichkeiten hilft es einem kranken Tier immer, die Nähe und Liebe seines vertrauten Herrchens oder Frauchens zu spüren und die Sicherheit seines „Rudels“ um sich zu wissen. Ob gute Pflege, Wärme, Aufmerksamkeit und Liebe wirklich prophylaktisch gegen die Bildung von Tumoren helfen, ist wissenschaftlich nicht erwiesen. Dennoch spielt auch die mentale Verfassung eines Tieres immer mit in die körperliche Verfassung hinein.

Wie lange kann ein Hund mit einem bösartigen Tumor leben?

Die jeweilige Prognose für die restliche Zeit, die einem Hund mit einem nicht behandelbaren, bösartigen Tumor noch bleibt, ist stark individuell.

Tumor beim Hund – Effektive Behandlungsmethoden

Die Art der Behandlung bestimmt sich durch die Art und den Schweregrad des Tumors. Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit des chirurgischen Eingriffes, einer Bestrahlung oder einer Chemotherapie. Bei Tumoren, die das umliegende Gewebe angegriffen und sich stark mit diesem verwoben haben, kann möglicherweise nur ein Teil des kranken Gewebes chirurgisch entfernt werden, da sonst zu viel des umliegenden Gewebes mitentfernt werden müsste. Hier greift meist zusätzlich die Methode der Bestrahlung, die das befallene Gewebe von den bösartigen Zellen befreien soll.

Aber auch gutartige Tumore können im Zweifelsfall so ungünstig liegen, dass eine chirurgische Entfernung zu riskant ist. Es könnten wichtige anliegende Organe beschädigt oder ein großes Blutgefäß verletzt werden, welches zum Verbluten des Hundes führen würde.

Einige auf der Haut liegende Tumore können auch durch Vereisung oder den Einsatz eines Lasers problemlos und minimalinvasiv entfernt werden. Gutartige Tumorformen, die nur sehr langsam wachsen und vielleicht bereits im fortgeschrittenen Alter des Hundes festgestellt werden, müssen mitunter überhaupt nicht behandelt werden. In diesem Fall wird der Hund vermutlich eines natürlichen Todes sterben, bevor der Tumor eine gefährliche oder beeinträchtigende Größe erreicht hätte. Im schlimmsten Fall kann es nötig werden, das erkrankte Tier einzuschläfern und von seinem Leid zu befreien. Nicht operable und stark invasive Tumore, die weit im Körper verbreitet sind und erst spät bemerkt werden, können einen solchen schweren Schritt notwendig machen. Allgemein gilt aber, dass es heutzutage vielfältige Behandlungsmöglichkeiten gibt und ein Tumor oder die Krebs-Diagnose nicht gleich den Tod eines Hundes bedeuten muss.

Kann ein Tumor beim Hund platzen?

Ja, ein Tumor bei einem Hund kann platzen bzw. aufbrechen. In einem solchen Fall muss der Hund umgehend zu einem Tierarzt oder in eine Tierklinik gebracht werden, da das Aufplatzen des Tumors eine lebensgefährliche Situation für den Hund darstellt.

Heilungsverlauf nach der erfolgreichen Behandlung

Je nach Schwere des Tumors und der Art, mit der dieser behandelt wird, gestaltet sich auch das Zusammenleben von Besitzer und Hund nach der Behandlung. Bei einem chirurgischen Eingriff müssen eine Weile nach der OP die Fäden gezogen und die Wunde ärztlich kontrolliert werden. Gegebenenfalls müssen Verbandswechsel vorgenommen werden, die mitunter auch nach Anleitung des Tierarztes vom Besitzer zuhause durchgeführt werden können.

Bestrahlung und Chemotherapie können einen Hund sehr schwächen und seinen Körper belasten. In jedem Fall wird Dein Hund nach einer Behandlung wie einer Chemotherapie erst einmal Ruhe benötigen und eine Weile auf übermäßige Bewegung verzichten müssen. Eine Unterstützung des Immunsystems nach der Therapie durch eine ausgewogene Ernährung ist gut geeignet, um die Selbstheilung des Körpers des Tieres etwas anzukurbeln. Auch Liebe und Zuneigung tun der Hundeseele gut und sorgen für eine gute Heilung und lassen Hunde die Schmerzen ein wenig vergessen.

Zudem solltest Du, wenn Dein Hund bereits einmal aufgrund einer Tumorerkrankung in Therapie war, regelmäßig die Blutwerte checken lassen und vermehrt auf Symptome achten, die eine Rückkehr der Krankheit anzeigen könnten. Das Kuscheln mit dem Hund kann dazu genutzt werden, den Körper achtsam auf Veränderungen hin abzutasten. Ist der Hund nach der Behandlung wieder vollständig fit und hat die Erlaubnis vom Tierarzt, wieder sein normales Leben zu führen, so steht dem gemeinsamen Herumtollen nichts mehr im Wege.

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