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Ohrenentzündung beim Hund

von Felix Ortmann
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Die häufig vorkommende Ohrenentzündung beim Hund ist eine sehr schmerzhafte und unangenehme Erkrankung. Vor allem Hunde mit Hängeohren erkranken häufig. Treten erste Anzeichen einer Ohrenentzündung beim Hund auf, sollte die Ursache von einem Tierarzt abgeklärt werden. Ohne fachgerechte Behandlung kann die Ohrenentzündung beim Hund zum vollständigen Verlust des Gehörs führen. In diesem Artikel erfährst Du alles zu diesem wichtigen Thema.

Was ist eine Ohrenentzündung beim Hund und welche Arten gibt es?

Die Ohrenentzündung wird auch als Otitis bezeichnet. Abhängig vom entzündeten Bereich des Ohrs spricht man von einer Otitis externa, Otitis media oder Otitis interna.

Die Otitis externa

Bei einer Otitis externa ist der äußere Gehörgang von der Entzündung betroffen. Die Entzündung erstreckt sich von der Ohrmuschel bis zum Trommelfell. Sofort erkennbar ist diese Ohrenentzündung beim Hund durch die immer wieder auftretende Verschmutzung des Gehörgangs. Bei 90 Prozent der Ohrenentzündungen beim Hund handelt es sich um eine Entzündung des äußeren Gehörgangs.

Die Otitis media

Breitet sich die Entzündung über das Trommelfell oder die Eustachische Röhre, eine Verbindung zum Rachenraum, weiter aus, liegt eine Mittelohrentzündung vor. Von den entzündlichen Prozessen ist häufig auch das Gleichgewichtsorgan des Hundes betroffen.

Die Otitis interna

Die Otitis interna ist die seltenste Form der Ohrenentzündung beim Hund. Die Entzündung hat sich so weit ausgebreitet, dass das Innenohr betroffen ist. Der Hund leidet an einem Vestibularsyndrom oder einer Facialislähmung (Lähmung der Gesichtsnerven)

Was hilft bei einer Ohrenentzündung beim Hund?

Abhängig von der Ursache wird das Ohr mit Medikamenten oder rezeptfreien Mitteln behandelt. Wichtig ist immer eine gründliche Reinigung des Gehörgangs.

Typische Symptome & Anzeichen für eine Ohrenentzündung beim Hund

Die Symptome sind abhängig von der Ursache und der Ausbreitung der Entzündung.

Otitis externa

Der äußere Gehörgang ist geschwollen und gerötet. Im Gehörgang sammeln sich schmutzige Massen und Entzündungssekrete an. Gelangen Bakterien auf die geschädigte Schleimhaut, ist ein eitriger, gelblicher Ausfluss zu erkennen. Bei Infektionen mit Parasiten oder Hefepilzen ist der Gehörgang mit braunen, trockenen, bröckeligen Massen ausgefüllt.

Das entzündete Ohr juckt und ist schmerzhaft. Der Hund schüttelt immer wieder den Kopf, kratzt sich mit der Pfote oder reibt mit dem Ohr am Boden. Anfassen wird kaum toleriert. Durch das häufige Kopfschütteln platzen Gefäße in der Ohrmuschel. Zwischen den äußeren Hautschichten sammelt sich Blut an (Blutohr, Othämatom).

Ohrenentzündung Hund Rötung

Ein häufiges Symptom ist, wenn der äußere Gehörgang geschwollen und gerötet ist.

Otitis media

Haben sich die Keime bis in das Mittelohr ausgebreitet, ist das Gleichgewicht des Hundes gestört. Er hält den Kopf schief nach der betroffenen Seite und taumelt beim Gehen. Der Vierbeiner leidet unter Fieber. Er frisst weniger. Durch die Schmerzen kann aggressives Verhalten auftreten.

Otitis interna

Die Entzündung hat auf die Nerven in der Umgebung übergegriffen. Der Hund hält den Kopf vollständig schief. Die Lymphknoten am Ohrgrund sind stark angeschwollen. Bei der Beobachtung der Augen sind schnelle Bewegungen der Pupille seitlich oder von oben nach unten erkennbar. Das Sehvermögen des Hundes ist eingeschränkt.

Bei einer Lähmung des Gesichtsnervs hängt das obere Augenlid nach unten. Das Sehfeld ist stark eingeschränkt. Der Hund schwankt beim Gehen stark und fällt immer wieder um. Manchmal ist ein Aufstehen nicht mehr möglich. Er frisst nicht mehr. Wird die Otitis interna nicht behandelt, kann der Tod des Hundes durch die Schädigung der Nerven und die Ausbreitung der Bakterien im gesamten Körper eintreten.

Wie kann man eine Ohrenentzündung beim Hund erkennen?

  • Der Hund schüttelt ständig den Kopf
  • Der Hund kratzt sich am Ohr
  • Berührungen der Ohren sind schmerzhaft
  • Das Verhalten des Hundes ist verändert
  • Der Gehörgang ist verschmutzt

Wie erkenne ich eine Ohrenentzündung beim Hund?

Der Hund schüttelt den Kopf und kratzt sich an den Ohren. Berührungen am Kopf sind schmerzhaft.

Ursachen der Ohrenentzündung beim Hund

Ohrentzündungen durch Parasiten und Fremdkörper

Am häufigsten wird eine Ohrenentzündung beim Hund durch Parasiten verursacht. Die Übertragung der Ohrmilben erfolgt durch den direkten Kontakt mit einem anderen Hund. Besonders häufig steckt die Mutterhündin ihre Welpen an. Eine Übertragung über mit Krusten verschmutzte Gegenstände ist möglich.

Fremdkörper sind eine weitere Ursache für eine Ohrenentzündung beim Hund. Besonders im Sommer und Herbst kann auf Spaziergängen ein Schliafhansl (trockene Granne der Mäusegerste) in den Gehörgang eindringen und weiter in Richtung des Trommelfells wandern. Wird der Fremdkörper nicht entfernt, bohrt er sich durch das Trommelfell. Die Bakterien breiten sich in das Innenohr aus.

Ohrentzündungen durch Bakterien und Hefepilze

Bei Hunden mit Schlappohren gelangt kaum Luft in den äußeren Gehörgang. Siedeln sich Bakterien (Staphylokokken, Streptokokken) im Ohr an und vermehren sich, verursachen diese eine eitrige Entzündung. Besonders häufig treten bei Hunden Ohrentzündungen durch Hefepilze (Malassezien) auf. Die Pilze schädigen die Schleimhaut, der Gehörgang ist mit braunen bröckeligen Massen und Ohrschmalz gefüllt.

Ohrentzündungen durch Allergien

Bei einer Allergie entsteht eine Überreaktion des Immunsystems. Überall im Körper flammen Entzündungen auf. Bei der Überempfindlichkeitsreaktion kann es sich um eine Futtermittelallergie, eine Kontaktallergie auf einen scharfen Ohrreiniger oder die Reaktion auf ein Medikament handeln.

Welche Ursache hat eine Ohrenentzündung beim Hund?

Ohrenentzündungen beim Hund entstehen durch verschiedene Ursachen. Dazu gehören Parasiten, Bakterien, Pilze, Fremdkörper oder Tumoren. Bei einigen Hunderassen kommt die Ohrenentzündung durch eine genetische Veranlagung häufig vor.

Ohrentzündung beim Hund durch Autoimmunerkrankungen

Selten bildet sich aufgrund einer Autoimmunerkrankung eine dicke verhornte Schicht im äußeren Gehörgang. Die Selbstreinigung funktioniert nicht mehr. Die abgestoßenen verhornten Zellen verbinden sich mit dem Ohrschmalz zu einer festen Masse, die den Gehörgang verschließt.

Ohrenentzündungen durch Tumore

Bildet sich im äußeren Gehörgang ein Tumor, reizt dieser durch Reibung mechanisch die Schleimhaut. Meistens handelt es sich bei den Tumoren um bösartige Plattenepithelkarzinome oder Melanosarkome.

Welche Faktoren fördern die Ohrenentzündung beim Hund?

Die Belüftung des äußeren Gehörgangs ist bei Hängeohren schlechter als bei Stehohren. Bakterien können sich leichter ansiedeln. Geht der Hund oft schwimmen, gelangt Wasser in den äußeren Gehörgang. Dieser trocknet nur langsam. In dem feuchten und warmen Milieu können sich Bakterien leichter ansiedeln und vermehren.

Häufiges Reinigen mit einem aggressiven Ohrreiniger, der die Schleimhaut austrocknet, fördert die Entstehung von Ohrentzündungen beim Hund. Minderwertiges Futter, das nur wenig Nährstoffe enthält, beeinträchtigt das Bakteriengleichgewicht im Darm. Die Schleimhaut wird für Allergene und Bakterien durchlässiger. Reaktionen des Immunsystems führen zu Ohrentzündungen.

Bei einigen Hunderassen wie zum Beispiel dem Cocker Spaniel oder dem Boxer enthält das Ohrsekret große Mengen an Talg. Der Gehörgang ist durch die starke Bildung von Ohrschmalz verstopft. Bakterien können sich leichter ansiedeln.

Ohrenentzündung Hund: Wattestäbchen als Ursache

Was viele nicht wissen: Wattestäbchen sind oft das Problem, und nicht die Lösung.

Professionelle Behandlung durch einen Tierarzt

Damit keine Folgeschäden durch eine Ausbreitung der Ohrenentzündung beim Hund entstehen, sollte eine professionelle Therapie durch einen Tierarzt erfolgen. Bevor der Tierarzt das Ohr reinigt, nimmt er eine Tupferprobe aus dem äußeren Gehörgang. Mit dieser können Bakterien, die die Ohrentzündung verursachen bestimmt und ein Antibiogramm für die Behandlung angefertigt werden. Ohrmilben sind nach einem Abstrich direkt unter dem Lichtmikroskop zu erkennen. Fremdkörper werden mit einer speziellen Zange vorsichtig entfernt.

Bei Infektionen mit Bakterien erhält der Hund Antibiotika und entzündungshemmende Mittel, die den Juckreiz lindern. Schmerzmittel verbessern das subjektive Befinden des Hundes. Antibiotika werden nicht nur unter die Haut verabreicht, sondern von dem Tierarzt direkt in das Ohr geträufelt. Vorher vergewissert sich der Tierarzt, dass das Trommelfell durch die Entzündung noch nicht beschädigt ist. Wurde die Ohrenentzündung beim Hund durch Ohrmilben verursacht, werden die Ohren gründlich gereinigt. Anschließend wird eine Salbe eingebracht, die die Milben und die Entwicklungsstadien zuverlässig abtötet.

Bei einer Infektion mit Malassezien erhält der Hund über einen längeren Zeitraum Ohrentropfen. Bei Tumoren ist die Therapie komplizierter. Hat sich der Krebs im Gehörgang noch nicht zu weit ausgebreitet, versucht der Tierarzt den Tumor zu entfernen. Da viele Tumoren bösartig sind, kann nach einiger Zeit neuerlich ein Tumor auftreten.

Operation zur Verhinderung von neuerlichen Ohrenentzündungen

Treten bei einem Hund immer wieder schmerzhafte Ohrenentzündungen auf, kann der Gehörgang von dem Tierarzt bei einer Operation geöffnet werden. Nach dem Ausschneiden eines Hautstreifens wird die Schleimhaut des Gehörgangs mit der äußeren Haut vernäht. Das Trommelfell bleibt bei der Operation vollständig intakt und schützt weiter das Mittelohr und das Innenohr.

Nach dem Abheilen der Operationswunde liegt der obere Teil des äußeren Gehörgangs offen und kann von dem Hundehalter einfach gereinigt und gespült werden. Das Hörvermögen des Hundes wird durch die Operation nicht beeinträchtigt.

Wann ist eine Ohrenentzündung beim Hund geheilt?

Die Ohrenentzündung beim Hund ist geheilt, wenn der Gehörgang nicht mehr gerötet und durch Sekret verschmutzt ist. Der Hund kratzt sich nicht mehr und zeigt ein normales Verhalten.

Tipps für Hundebesitzer: Soforthilfe & Haushaltsmittel

Damit keine Ohrenentzündungen beim Hund entstehen, sollte der äußere Gehörgang regelmäßig gereinigt werden. Gut für die Reinigung geeignet sind rezeptfreie Ohrreiniger mit einer rückfettenden Wirkung. Die Ohrreiniger lösen nach dem Eintropfen den Schmutz im Ohr. Der Hund kann die Schmutzreste ausschütteln. Das Ohr wird nur mit einem Tuch im oberen Bereich getrocknet.

Keine Wattestäbchen für die Ohrreinigung verwenden

Wattestäbchen schieben den Schmutz nur nach unten in Richtung Trommelfell. Auf dem Trommelfell bildet sich eine dicke, eingetrocknete Schicht, die der Tierarzt mit einem Ohrspülgerät lösen muss. Ist das ganze Trommelfell von Schmutzresten bedeckt, kann der Hund nicht hören.

Natürliche Mittel für die Ohrreinigung

Damit keine Ohrenentzündung beim Hund entsteht, wird der äußere Gehörgang mit rezeptfreien natürlichen Mitteln gereinigt. Pflanzliche Spülungen wie Lavendelhydrolat oder Rosenhydrolat reinigen und pflegen die Schleimhaut.

Ohrenentzündung Hund Hausmittel

Einige natürliche Hausmittel dienen als Soforthilfe bei einer Ohrenentzündung beim Hund.

Wir empfehlen folgende Produkte:

Natürliche Mittel bei einer Ohrenentzündung beim Hund

Ist der äußere Gehörgang nur leicht gereizt, kann mit einer Mischung aus Traubenkernöl und Apfelessig die Schleimhaut beruhigt werden.

Johanniskrautöl wirkt desinfizierend. Befinden sich im Bereich der Ohrmuschel entzündete Kratzer, werden diese mit einer Salbe aus Ringelblumen oder Arnica behandelt. Die Salbe darf nie in den Gehörgang eingefüllt werden, da sie diesen verstopft. Das Wachstum der Bakterien wird so begünstigt.

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Pflege der Ohren bei der Fellpflege

Bei einigen Hunderassen wachsen auch im äußeren Gehörgang viele Haare. Damit sich das Ohrschmalz nicht zwischen den Haaren ansammeln kann, sollten diese teilweise entfernt werden. der Hundefrisör zupft die überschüssigen Haare mit einer Pinzette aus.

Umstellung des Futters

Damit die Ohren gesund bleiben, benötigt der Hund ein tiergerechtes hochwertiges Futter, das ihn mit allen Nährstoffen versorgt. Um Ohrenentzündungen zu verhindern, sollte das Futter ausreichend Omega-3-Fettsäuren enthalten. Diese verringern das Risiko für die Entstehung von Entzündungen.

Mit hochwertigen Futter ist das Mikrobiom des Verdauungstraktes im Gleichgewicht. Es treten keine überschießenden Reaktionen des Immunsystems bei Allergien auf.

Heilungsverlauf nach einer Ohrenentzündung beim Hund

Die Ohrenentzündung beim Hund erfordert eine langwierige Behandlung, die einige Wochen dauern kann. Nach der Entfernung der Ursache heilt die Schleimhaut langsam ab. Die Reinigung der Ohrmuschel und des Eingangs in das Ohr mit lauwarmem Wasser und Kokosöl unterstützt die Heilung.

Hygiene als Vorbeugungsmaßnahme

Damit keine Ohrenentzündungen beim Hund auftreten, muss der Gehörgang regelmäßig mit milden und rückfettenden Ohrreiniger gesäubert werden. Spielzeug und Decken, die mit aus den Ohren gefallenen Krusten verschmutzt sind, werden in der Waschmaschine gewaschen. Nach dem Schwimmen die Ohren immer mit einem weichen Tuch trocknen.

 

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