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Futtermittelallergie beim Hund

von Felix Ortmann
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Was ist eine Futtermittelallergie beim Hund?

Bei einer Futtermittelallergie wird durch den Kontakt mit verschiedenen Inhaltsstoffen des Futters eine überschießende Reaktion des Immunsystems ausgelöst. Die Futtermittelallergie tritt meistens bei jungen Hunden auf, kann aber auch bei Senior Hunden vorkommen. Meistens ist die allergische Reaktion mit einer Hautentzündung und starken Juckreiz verbunden.

Auch wenn ein Futtermittel in den ersten Monaten problemlos vertragen wird, kann nach einem Jahr eine Futtermittelallergie beim Hund auftreten.

Was tun bei Futtermittelallergie beim Hund?

Bei einer Futtermittelallergie beim Hund muss das auslösende Allergen im Futter durch eine Ausschlussdiät identifiziert werden. Hat man den verantwortlichen Bestandteil identifiziert, wird er dem Futter zukünftig nicht mehr beigemischt.

Unterschiede zwischen Futtermittelallergie und Unverträglichkeit

Futtermittelallergien und Futtermittelunverträglichkeiten nehmen in den letzten Jahren immer mehr zu. Dabei zählt die Futtermittelallergie beim Hund zu den am dritthäufigsten diagnostizierten Allergien. Auch wenn der Begriff Futtermittelallergie und Futtermittelunverträglichkeit in der Alltagssprache als Synonym verwendet wird, handelt es sich um zwei unterschiedliche Vorgänge.

An der Futtermittelallergie beim Hund ist immer das Immunsystem beteiligt

Bei der Futtermittelallergie reagiert der Körper des Hundes mit einer starken Immunantwort auf einen schwachen Reiz. Reize können zum Beispiel verschiedene Proteine (Huhn, Rind) sein. Das Abwehrsystem des Hundes behandelt das Futter wie einen eingedrungenen Krankheitserreger. Er bildet Antikörper und Botenstoffe, die eine Entzündung verursachen. Auf jeden weiteren Kontakt antwortet das Immunsystem mit einer starken allergischen Reaktion. Schon die kleinste Menge des Allergens reicht aus, um starke Symptome zu verursachen.

Eine Futtermittelunverträglichkeit verursacht ähnliche Symptome

Bei einer Futtermittelunverträglichkeit treten ähnliche Krankheitsanzeichen auf. Der Hund leidet an Durchfall, Blähungen, Erbrechen und Juckreiz. Die Symptome treten allerdings schon bei dem ersten Kontakt mit dem Futter auf. Eine Sensibilisierung des Immunsystems erfolgt nicht. Die Reaktion auf den Bestandteil des Hundefutters, der die Unverträglichkeit auslöst, ist abhängig von der im Hundefutter enthaltenen Menge. Kleine Mengen lösen keine Reaktion aus.

Hund schnuppert an Keksen

Die Futtermittelallergie zählt beim Hund zu den am dritthäufigsten diagnostizierten Allergien.

Symptome einer Futtermittelallergie beim Hund

Die Futtermittelallergie beim Hund verursacht immer schwere Störungen der Verdauung. Der Hund leidet unter Blähungen, Erbrechen und Durchfall. Aufgrund des Durchfalls setzt der Hund bis zu drei Mal pro Tag Kot ab. Der Stuhl ist flüssig und manchmal mit einer Schleimschicht überzogen. Oft haben die Hund auch Schmerzen im Magen-Darm-Bereich. Gleichzeitig bilden sich im Bereich von Gesicht, äußerem Gehörgang, Pfoten und Bauch rote Hautveränderungen, die mit einem starken Juckreiz verbunden sind.

Der Hund verliert durch den Durchfall viel Flüssigkeit. Er trocknet aus, die Hautelastizität ist verringert. Der Hund scheuert sich an Gegenständen, rutscht über den Boden und nagt ständig an seinen Pfoten. Bei einer Entzündung des äußeren Gehörgangs wird der Kopf ständig geschüttelt. In der durch das Kratzen verletzten Haut siedeln sich Bakterien und Pilze an, die die Entzündung noch weiter verstärken.

Wie äußert sich eine Futtermittelallergie beim Hund?

Bei einer Futtermittelallergie kommt es zu einer Reaktion des Immunsystems, die mit jedem weiteren Allergenkontakt an Stärke zunimmt. Der Hund hat Durchfall und erbricht. Er leidet unter Juckreiz und kratzt sich. Die Haut ist vor allem im Bereich von Gesicht und Bauch entzündet

Ursachen und Auslöser der Futtermittelallergie beim Hund

Meistens wird die Futtermittelallergie beim Hund durch Eiweiß im Hundefutter verursacht.

Proteine, die häufig Futtermittelallergie auslösen, sind:

  • Rindfleisch
  • Geflügelfleisch
  • Soja
  • Milcheiweiß in Käse oder Joghurt
  • Eier

Getreide, das eine Futtermittelallergie verursacht:

  • Weizen
  • Dinkel

Reis und Kartoffeln lösen nur selten Reaktionen des Immunsystems aus.

Allergene in Fertigfuttermitteln für Hund:

  • Glykoproteine: große Moleküle aus Eiweiß und Kohlenhydraten
  • Antioxidantien
  • Haptene: kleine Proteine
Herrchen gibt dem Hund einen gefüllten Fressnapf

Meistens wird die Futtermittelallergie beim Hund durch Eiweiß im Hundefutter verursacht.

Diagnose und Behandlung

Bei einer Blutuntersuchung kann nur ein erhöhter Wert der eosinophilen Granulozyten (Teile der weißen Blutkörperchen) und ein erhöhter Gehalt an Immunglobulin E festgestellt werden. Eine genaue Differenzierung der Stoffe, die die allergische Reaktion verursachen, ist nicht möglich.

Damit der Übeltäter identifiziert werden kann, muss eine Ausschlussdiät mit Pferdefleisch, anderen exotischen Fleischsorten, Insekten und einer Kohlenhydratquelle durchgeführt werden. Anschließend an die Ausschlussdiät wird ein Provokationstest durchgeführt. Dabei erhält der Hund einen zusätzlichen Futterbestandteil, der die Allergie auslösen könnte. Die Diagnose kann also etwas länger dauern. Bei Unsicherheit sollte stets der Tierarzt kontaktiert werden.

Wie wird die Futtermittelallergie beim Hund behandelt?

Die erste Behandlungsstufe ist die Ausschlussdiät. In den ersten acht Wochen werden die im Körper bereits vorhandenen Allergene ausgeschieden. Der Darmtrakt beruhigt sich und die Haut heilt ab.

Spezielle Pflegeshampoos fördern die Heilung der entzündeten Haut des Hunde. Mit essentiellen Fettsäuren im Futter oder als Spot-On wird die Hautbarriere wieder aufgebaut. Kratzt sich der Hund weiter häufig stark, muss er mit einem Trichter oder einem Body am Kratzen gehindert werden. Kortison ist keine dauerhafte Lösung, da nur das Immunsystem unterdrückt wird. Die Ursache der Futtermittelallergie beim Hund wird durch Kortison nicht beseitigt.

Die wirksamste Behandlung ist, jeden weiteren Kontakt mit dem Allergen zu vermeiden. Das ist leider nur eingeschränkt möglich. Hunde mit einer Futtermittelallergie reagieren oft auch allergisch auf Flohspeichel, Staubmilben und Pollen.

Futtermittelallergie: Hund frisst aus einem Napf

Um das auslösende Allergen im Futter identifizieren zu können, ist eine Ausschlussdiät die einzige Möglichkeit.

Futtermitteldiät

Eine Futtermitteldiät zu Behandlung der Allergie enthält nur Proteine, bei denen die Eiweißmoleküle verändert wurden. Durch eine Hydrolyse (Spalten der Moleküle durch eine Reaktion mit Wasser) wird die Größe der einzelnen Eiweißmoleküle stark verringert. Die in dem Futtermittel enthaltenen Moleküle sind jetzt nicht mehr in der Lage, eine allergische Reaktion auszulösen.

Spezielle Futtermitteldiäten werden vor allem bei Hunden eingesetzt, die auf viele verschiedene Eiweißsorten mit einer überschießenden Reaktion des Immunsystems antworten. Das hypoallergene Hundefutter enthält nur mehr eine einzige Eiweißquelle und eine Kohlenhydratquelle.

Welche Futtermitteldiät eignet sich für den Hund am besten?

Als Futtermitteldiät eignen sich Pferdefleisch, Insekten und exotisches Fleisch, wie Känguru. Kohlenhydratquellen sind Süßkartoffel oder Topinambur. Will man nicht selbst kochen, können auch spezielle Fertigdiätfuttermittel verwendet werden.

Welches Hundefutter eignet sich bei einer Futtermittelallergie?

Liegt eine Futtermittelallergie beim Hund vor, können nach der Identifizierung des Allergens verschiedene Futtermittel gefüttert werden. Dazu gehören Fertigfuttermittel mit exotischen Eiweißquellen, wie Insekten, Pferd oder Känguru, Spezialdiätfuttermittel vom Tierarzt oder selbst gekochtes Futter.

Die Ausschlussdiät

Um das auslösende Allergen im Futter identifizieren zu können, ist eine Ausschlussdiät die einzige Möglichkeit. Der Hund ist dabei nicht auf Diät, die Menge des Futters wird nicht reduziert. Er erhält allerdings Hundefutter, das nur eine Eiweißquelle und eine Kohlenhydratquelle enthält.

Folgende Eiweißquellen kommen für die Ausschlussdiät infrage:

  • Pferd
  • Känguru
  • Insekten

Früher wurde auch Fisch, Straussenfleisch und Kaninchenfleisch als Ernährung während einer Ausschlussdiät verwendet. In den letzten Jahren sind aber bereits Futtermittelallergien gegen diese Fleischsorten aufgetreten. Als Kohlenhydratquellen sind Süßkartoffeln, Topinambur oder Hirse gut geeignet. Nicht so gut geeignet ist Reis. Wahrscheinlich treten bei Straußenfleisch Kreuzreaktionen mit Geflügelfleisch auf. Auch Büffelfleisch ist nicht für eine Ausschlussdiät geeignet. Es ist zwar in herkömmlichem Hundefutter nicht enthalten, löst aber eine Kreuzreaktion mit Rindfleisch aus.

Futtermittelallergie: Hund liegt vor einem leeren Teller und blickt nach oben

Über acht Wochen erhält der Hund eine Ernährung, die ausschließlich aus einer Fleisch- und einer Kohlenhydratsorte besteht.

Über acht Wochen erhält der Hund eine Ernährung, die ausschließlich aus einer Fleisch- und einer Kohlenhydratsorte besteht. Handelt es sich um eine Futtermittelallergie beim Hund, verschwinden die allergischen Reaktionen mit der Zeit.

Jetzt kann der Provokationstest erfolgen. Der Hund erhält zusätzlich zu dem Futter eine weitere Eiweißquelle, zum Beispiel Geflügelfleisch. Treten die Symptome wieder auf, ist das Allergen identifiziert. Sind nach einigen Tagen keine allergischen Symptome sichtbar, muss weitergesucht werden. Der Hund erhält die nächste Eiweißquelle mit dem Futter.

Welches Futter kann selber gekocht werden?

Natürlich muss für die Ausschlussdiät nicht unbedingt Fertigfutter gefüttert werden. Aber was kann man selbst kochen und füttern. Ist der Hund daran gewöhnt, gebarft zu werden, sollte eine Ausschlussdiät nicht mit Fertigfutter durchgeführt werden. Das selbst gekochte Futter muss leicht verdaulich und schmackhaft sein. Es sollten alle notwendigen Nährstoffe enthalten sein, damit kein Mangel an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen auftreten kann.

Ist das Allergen identifiziert, muss darauf geachtet werden, dass es in der Ernährung des Hundes nicht mehr enthalten ist. Auch Spuren des Allergens können sofort wieder eine allergische Reaktion verursachen. Einige Gemüsesorten sind bekannt dafür, dass Kreuzallergien zu Fleisch auftreten. Dazu gehören Paradeiser, Sellerie, Petersilie, Basilikum und Paprika. Auch Obstsorten wie Äpfel, Birnen und Pfirsiche können Kreuzallergien auslösen.

Was füttern bei einer Futtermittelallergie beim Hund?

Der Hund sollte nur mit Fleischsorten gefüttert werden, die keine allergische Reaktion auslösen. Einige Gemüse- und Obstsorten verursachen Kreuzallergien.

Häufige Fehler bei Futtermitteldiäten

Häufig wird die Zeit, die für die Ausscheidung der Allergene benötigt wird, unterschätzt. Auch wenn nach drei Wochen keine Symptome mehr vorhanden sind, kann noch nicht mit der Zufütterung einer weiteren Eiweißquelle begonnen werden. Der früheste Zeitpunkt dafür ist die siebte Woche der Ausschlussdiät. Besser ist es allerdings, acht Wochen abzuwarten.

Bei der Ausschlussdiät kommt es vor allem auf die Konsequenz des Hundehalters an. Die Allergene können sich nicht nur in dem normalen Hundefutter, sondern auch in den Snacks befinden. Wird zwischendurch ein normaler Snack oder ein Leckerchen gefüttert, flammt die Allergie beim Hund schnell wieder auf.

Werden dem Futter Futterergänzungsmittel zugesetzt, muss genau darauf geachtet werden, dass diese nicht mit Eiweiß verunreinigt sind. Lachsöl darf zum Beispiel nur aus Öle bestehen. Es dürfen auch keine Spuren von Eiweiß enthalten sein.

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