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Durchfall beim Hund: Ursachen & Behandlung

von Frederieke Wenning
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Wenn ein Hund Durchfall bekommt, ist das nicht gleich ein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung. Es kann einfach ein Zeichen der Selbstreinigung sein, denn auch Hunde vertragen nicht alles, was sie fressen. Dennoch ist es wichtig, die Verdauung des Tieres zu beobachten. Handlungsbedarf besteht, wenn beim Hund Durchfall zu einer chronischen Erscheinung wird. Auch verschiedene Erscheinungsformen des Stuhlgangs weisen auf Erkrankungen oder Vergiftungen hin. Alles zum Thema Durchfall beim Hund erfährst Du in diesem Artikel.

Wenn der Hund Durchfall hat: Das versteht man darunter

Der Darm erfüllt bei Hunden wie beim Menschen eine wichtige Schutzfunktion. Erkennt er außergewöhnliche Inhalte, reagiert er sofort. Er scheidet alles aus dem Verdauungstrakt aus, um mögliche Vergiftungen und andere gesundheitliche Schädigungen zu verhindern. Insofern ist der Durchfall eine schützende und reinigende Reaktion des Körpers. Durchfall ist außerdem eine typische Reaktion auf die Wurmkur. In diesen Fällen entleert sich der Darm einige Male und erholt sich danach von selbst wieder.

Tiermedizinische Merkmale von Durchfall beim Hund

Um den Reinigungsvorgang zu beschleunigen, scheidet der Darm den Stuhlgang in flüssiger Form aus. Der Kot des Hundes hat eine breiige bis flüssige Konsistenz. Er kann auch einen anderen Geruch und eine abweichende Farbe haben. Zudem empfindet der Hund außergewöhnlich häufig das Bedürfnis, seinen Darm zu entleeren. Unter Umständen leidet er auch unter Darmkrämpfen.

Daher muss er wesentlich öfter aus dem Haus, als normalerweise. In der Regel zeigen Hunde das mit großer Unruhe an und Hundebesitzer sollten schnell reagieren. Schlimmstenfalls schafft der Vierbeiner es nicht rechtzeitig, aus dem Haus zu kommen und entleert seinen Darm in der Wohnung. Das geschieht nicht mit Absicht und ist daher kein Grund, den Hund zu beschimpfen oder gar rabiate Erziehungsmethoden anzuwenden. Der Vierbeiner braucht in dieser Situation einfach Hilfe

Hund und Stuhlgang stets im Blick behalten

Hunde können Missempfindungen nicht verbal erklären. Meist verhalten sie sich anders als üblich, wenn es ihnen nicht gut geht. Um beim Hund Durchfall und mögliche Erkrankungen zu erkennen, ist es daher wichtig, ihn genau zu beobachten. Zeigt sich der Hund außergewöhnlich ruhig oder teilnahmslos oder ist er besonders unruhig, hat das einen Grund. Aufgrund seiner Schutzfunktion entwickelt der Darm eines kranken Hundes außergewöhnliche Aktivitäten.

Durchfall kann daher auch das Symptom einer ernsthaften Erkrankung sein. Für Hundebesitzer ist es wichtig, den Stuhlgang ihres Tieres regelmäßig zu beobachten. Ein Blick auf das verrichtete Geschäft zeigt schnell an, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Außergewöhnlich starke Blähungen sind ein weiterer Hinweis auf mögliche Irritationen des Darmtraktes.

Was tun, wenn der Hund Durchfall hat?

Bei akutem Durchfall abwarten und beobachten. Hilfreich kann ein Tag ohne Hundefutter sein. Hat der Hund Durchfall über längere Zeit, ist ein Tierarztbesuch notwendig.

Die verschiedenen Arten von Durchfall beim Hund

Die Diarrhö, so die medizinische Bezeichnung für den Durchfall, kann in verschiedenen Ausprägungen auftreten. Anhand der Häufigkeit besteht der Unterschied zwischen chronischem, akutem oder periodisch erscheinendem Durchfall. Er kann als Reaktion des Dick- oder Dünndarms entstehen und sich in unterschiedlichen Formen zeigen.

Akuter Durchfall beim Hund

Durchfall ist akut, wenn er plötzlich auftritt. Akuter Durchfall ist meist eine Reaktion auf unbekömmliche Nahrung, Medikamente oder eine Futterumstellung. Aber auch Vergiftungen, Stress und Infektionen können akuten Durchfall beim Hund hervorrufen. Typische Merkmale für akuten Durchfall sind:

  • kurze Dauer von 1 bis 3 Tagen oder nur einigen Stunden
  • auffällig häufiger Stuhlgang
  • breiiger, wässriger Kot
  • unter Umständen Blut im Kot

In der Regel legt sich akuter Durchfall von selbst. Dauert er länger als drei Tage kann der Durchfall chronisch werden.

Hund mit chronischem Durchfall

Kommt es regelmäßig vor, dass ein Hund Durchfall hat, handelt es sich um eine chronische Erscheinungsform. Eine einfache Erklärung dafür kann eine Futter-Unverträglichkeit sein. Die Umstellung auf leicht verdauliches Spezialfutter ist meist bereits hilfreich. Chronischer Durchfall kann aber auch als Hinweis auf die Erkrankung eines Organs auftreten. Die Erscheinungsform des Durchfalls weist darauf hin, ob er im Dünndarm oder im Dickdarm entsteht.

Häufig wiederkehrender, periodischer Durchfall

Diese Form des Durchfalls liegt vor, wenn der Hund häufig wiederkehrend im Abstand von mehreren Wochen Durchfall bekommt. Mögliche Ursachen dafür sind:

  • Unverträglichkeit einer bestimmten Futtersorte
  • getreidehaltiges Hundefutter
  • Störung der Darmflora
  • organische Probleme

Bei periodisch wiederkehrendem Durchfall ist Beobachtungsgabe gefragt.

  • Tritt die Diarrhö immer nach derselben Futtersorte auf, oder regelmäßig nach dem Genuss bestimmter Leckereien?
  • Kommt es nur nach der Wurmkur zum Durchfall?
  • Findet sich keine Erklärung?

Die Art der Bekämpfung hängt von der Beantwortung dieser Fragen ab.

Durchfall Hund: Vierbeiner steht vor einem Fenster und blickt traurig nach oben

Durchfall bei Hunden kann in verschiedenen Erscheinungen auftreten.

Dickdarmdurchfall

Im Dickdarm entsteht der Durchfall häufig als Reaktion auf Stress oder unverträgliches Futter. Erkennbar ist Dickdarmdurchfall an folgenden Merkmalen:

  • Stuhlgang mit Schleim
  • Schlieren mit Blut im Stuhlgang
  • Verdünnung des Stuhlgangs im Laufe des Tages
  • Kot in einer Schleimhülle

Ein Futtertagebuch kann dazu beitragen, mögliche Unverträglichkeiten zu erkennen.

Dünndarmdurchfall

Entsteht der Durchfall im Dünndarm, liegt unter Umständen ein schwerwiegendes Problem vor. Dünndarmdurchfall ist erkennbar an:

  • dünnflüssigem Kot
  • Kotabsatz am Tag und in der Nacht
  • gelb oder braun gefärbter Stuhlgang
  • schwarzer oder blutiger Stuhlgang
  • Erbrechen
  • Fieber
  • Schlappheit

Insbesondere bei starken Begleiterscheinungen und schwarzem oder wässrig-blutigem Stuhlgang ist ein Tierarztbesuch dringend notwendig.

Tipps für Hundebesitzer: Soforthilfe & Hausmittel

Bei kurzfristigem Durchfall ohne weitere Begleiterscheinungen besteht zunächst kein Grund zur Beunruhigung. Hilfreich ist es, den Hund einmal für einen Tag nicht zu füttern, damit der Darm zur Ruhe kommt. Schonkost wie gekochtes Hähnchenfleisch mit Reis trägt anschließend ebenfalls zur Beruhigung des Darms bei. Wichtig ist, dass der Hund stets ausreichend Wasser bekommt. Mit wässrigem Durchfall geht viel Flüssigkeit verloren, die der Hund wieder aufnehmen muss.

Klassische Hausmittel gegen Durchfall beim Hund sind:

  • Kohletabletten oder Kohlepulver
  • Heilerde
  • Präparate zum Aufbau der Darmflora
  • Trinkwasser abkochen
  • Verzicht auf Kauknochen und Leckereien
  • Moro’sche Karottensuppe verabreichen
  • geriebener, ungeschälter Apfel
  • Flohsamen und andere Ballaststoffe

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Moro’sche Karottensuppe

500 Gramm Möhren schälen und für mindestens eine Stunde in einem Liter Wasser kochen. Anschließend wird die Suppe püriert, mit einem weiteren Liter Wasser aufgefüllt und mit einer Prise Salz versehen.

Welcher Reis für Hunde bei Durchfall?

Als Schonkost für Hunde empfiehlt sich gekochtes Hähnchen- oder Putenfleisch mit einfachem, poliertem Reis. Vollkornreis oder Naturreis eignet sich aufgrund des hohen Ballaststoffanteils bei Durchfall weniger.

Die Ursachen, wenn der Hund an Durchfall leidet

Durchfall beim Hund ist keine eigene Erkrankung, sondern stets ein Symptom. Es kann auf unverträgliches Futter hinweisen. Auch abgestandenes Wasser, das Hunde gerne aus Pfützen und Tümpeln trinken, kann Durchfall verursachen. Weitere Ursachen dafür, dass ein Hund Durchfall bekommt, sind:

  • Wechsel der Futtersorte
  • Fütterung mit Essensresten
  • vollständige Änderung der Fütterung, z. B. von Nass- auf Trockenfutter oder auf BARF-Ernährung
  • Futter mit hohen Getreideanteilen
  • Parasiten wie Würmer, Giardien oder Kokzidien
  • Magen-Darm-Infektion durch Viren oder Bakterien
  • Fehlfunktionen von Organen
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse
  • Folsäuremangel
  • Mangel an Cobalaminsäure
  • Darmerkrankung wie Morbus Addison
  • hormonelle Erkrankungen
  • Tumore
  • IBD (chronische Darmentzündung)
  • Vergiftungen durch Lebensmittel, Rattengift, Pflanzen, Dünger und Pflanzenschutzmittel oder unverträgliche Speisen
  • Stress
  • Nebenwirkung von Antibiotika und anderen Medikamenten
  • Entwurmung
  • Folge von Zeckenbissen wie Ehrlichiose oder Anaplasmose
  • Leber- und Nierenschwäche
  • Fressen von zu großen Portionen
  • Allergien
  • verschluckte Fremdkörper
  • fettreiche Ernährung
  • Krebs

Bestehen keine Anzeichen für eine leicht nachvollziehbare Ursache wie eine Futterumstellung, sollten Hundebesitzer den Tierarzt um Rat fragen.

Durchfall Hund: Fellnase schaut aus seiner Hundehütte

Wenn der Hund Durchfall länger als drei Tage hat, sollte der Tierarzt die Ursache abklären.

Wann muss ich einen Tierarzt aufsuchen?

Wenn der Hund Durchfall länger als drei Tage hat, sollte der Tierarzt die Ursache abklären. Auch zur Abklärung von periodisch auftretendem Durchfall ist ein Tierarztbesuch hilfreich. Durch Untersuchung einer Stuhlprobe erkennt der Tierarzt, ob Parasiten oder Bakterien die Ursache für den Durchfall sind. Hinweise auf schwerwiegende Erkrankungen erhält der Tierarzt oft bereits durch die Beschreibung der Symptome. Er kann zielgerichtet weitere Untersuchungen einleiten und so die passende Therapie auswählen.

Dringend erforderlich ist der Tierarztbesuch bei:

  • schwarzem oder blutigem Durchfall
  • hohem Fieber
  • wiederkehrendem Erbrechen
  • Verweigerung der Futter- und Wasseraufnahme
  • lethargischem, abgeschlagenem Verhalten des Hundes

Wann muss ich einen Tierarzt aufsuchen?

Der Besuch eines Tierarztes ist notwendig, wenn der Hund Vergiftungserscheinungen und länger andauernden Durchfall zeigt. Insbesondere bei stark blutigem und schwarzem Durchfall ist der Tierarztbesuch dringend geboten.

Effektive Behandlungsmethoden gegen Durchfall beim Hund

Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht über Symptome und effektive Behandlungsmethoden gegen Durchfall beim Hund.

Ursachen Symptome Behandlung
Vergiftung Durchfall, Erbrechen, starkes Speicheln sofort Tierarzt aufsuchen
Futterumstellung Durchfall beobachten, reguliert sich meist von selbst
Nebenwirkung von Medikamenten Durchfall beobachten, bei starkem Durchfall Tierarzt aufsuchen
Allergie Durchfall Umstellung der Fütterung, ggf. Tierarzt konsultieren
Stress Durchfall, aufgeregtes Verhalten ruhige Umgebung schaffen
Stoffwechselerkrankung chronischer Durchfall Tierarzt aufsuchen
Übermäßiges Hundefutter akuter Durchfall, Erbrechen einen Tag Diät
Verzehr ungesunder Lebensmittel wie Milch, rohes Schweinefleisch, verschiedene Gemüsesorten, Schokolade Durchfall, evtl. Erbrechen einen Tag Diät, anschließend Schonkost
Parasiten, Bakterien, Viren Durchfall, Gewichtsverlust, aufgeblähter Bauch Wurmkur, Tierarzt aufsuchen
Stoffwechselerkrankung, organische Erkrankung chronischer oder periodischer Durchfall, Fieber, Erbrechen, übermäßiges Trinken Abklärung durch Tierarzt
Magen- und Darmblutungen schwarzer oder blutiger Durchfall sofort Tierarzt aufsuchen

Was gibt man seinem Hund bei Durchfall?

Gegen akuten Durchfall bei Hunden helfen Kohletabletten, Medikamente vom Tierarzt, Hausmittel sowie ein Tag Diät.

Maßnahmen, um Durchfall beim Hund vorzubeugen

Viele Maßnahmen beugen der Entstehung von Durchfall beim Hund vor. Das gilt insbesondere für die Art der Fütterung und die Beobachtung des Hundes. Leidet ein Hund trotz Beachtung eines ausgewogenen Futters an chronischem Durchfall, kann eine organische Erkrankung die Ursache sein.

Das kannst Du tun, um bei deinem Hund Durchfall vorzubeugen

  • abrupte Futterumstellung vermeiden
  • Futter bei Unverträglichkeit wechseln
  • vor einem notwendigen Futterwechsel einen Tag Diät und einen Tag Schonkost einlegen
  • regelmäßige Entwurmung vom Hund
  • keine Essensreste vom Tisch füttern
  • keine für Hunde ungesunden Speisen füttern
  • verhindern, dass der Hund draußen frisst
  • giftige Pflanzen aus dem Garten entfernen
  • verhindern, dass der Hund Wasser aus Pfützen und Tümpeln trinkt
  • Fressnäpfe nach jeder Fütterung wechseln und reinigen
  • Stress vermeiden

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen besteht immer die Möglichkeit, dass ein Hund Durchfall bekommt. Sollte er nicht länger als ein bis drei Tage andauern und keine weiteren Symptome auftreten, ist das meist kein Grund zur Beunruhigung.

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