Home Welpen RatgeberDie ersten Wochen Juckreiz beim Hund – Ursachen, Symptome & Linderung

Juckreiz beim Hund – Ursachen, Symptome & Linderung

von Simone Heitmann
0 Kommentar
Kostenloses E-Book Welpen 1x1 zum Download

Ein auffällig häufiger Juckreiz beim Hund, kann mit Allergien, Unverträglichkeiten oder auch Parasitenbefall zusammenhängen. Juckreiz als allergische Reaktion ist für Hunde sehr unangenehm und kann seine Lebensqualität stark einschränken. In diesem Artikel erfährst Du mehr über die vielen Ursachen von Juckreiz beim Hund.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Ursachen für Juckreiz können vielfältig sein
  • Zur klaren Diagnose sollte ein Tierarzt aufgesucht werden
  • Eine gute Voraussetzung, um Juckreiz zu vermeiden, ist eine saubere, möglichst chemie- und plastikfreie Umgebung und hochwertiges Futter für den Hund

Juckreiz beim Hund: Wie viel Kratzen ist normal?

Das Hunde sich im Fell kratzen ist normal. Es kann mit dem Fellwechsel zusammenhängen, eine Übersprungshandlung auf eine stressige Situation sein oder einfach, weil ein Blatt oder Ast im Fell festhängt. Doch wenn sich Dein Hund oft Tag und Nacht kratzt und vielleicht sogar immer an der gleichen Stelle, dann stimmt etwas nicht. Dann solltest Du Dir Deinen Hund genauer anschauen und untersuchen, was die Ursache sein könnte. Hautrötungen, Pustel oder auch zum Beispiel unangenehmer Geruch aus den Ohren, können Indizien für eine Allergie oder Parasitenbefall sein.

Aber auch häufiges Knabbern an Pfoten und Haut, lecken im Fell, Kopfschütteln oder Poporutschen deuten auf einen Juckreiz beim Hund. Hat sich der Hund bereits wundgekratzt, ist höchste Alarmstufe geboten und der Weg zum Tierarzt unvermeidlich. Denn nun haben Parasiten, Bakterien und Keime leichtes Spiel in den Hundekörper zu gelangen. Entzündungen und Infektionen sind dann die Folge. Die eigentliche Ursache für den Juckreiz wird dann immer schwieriger herauszufinden.

Primärer und sekundärer Juckreiz

In der Tiermedizin unterscheidet man zwischen zwei Ursachen des Juckreizes. Zum einen den primären Juckreiz, dabei ist zunächst ein Juckreiz vorhanden und aus dessen Folge kommt die Hautveränderung. Beim sekundären Juckreiz ist erst die Hautveränderung da und erst daraufhin entwickelt sich ein Juckreiz beim Hund.

Daher solltest Du Deinen Hund bei wiederholten Kratzen gut beobachten. So lässt sich bei einer späteren Diagnostik durch die Tierärztin oder Tierarzt, schneller eventuelle Ursachen ausmachen.

Was hilft gegen Juckreiz beim Hund?

Pauschal kann das nicht beantwortet werden, da Juckreiz viele Ursachen haben kann. Eine Diagnose der Tierärztin oder dem Tierarzt geben Aufschluss über eine hilfreiche Behandlungsmethode.

Diagnose & Ursachen für Juckreiz beim Hund

Ein ständiger Juckreiz ist ein Symptom dafür, dass etwas nicht in Ordnung ist und nicht die eigentliche Krankheit. Die Ursache für einen Juckreiz kann vielfältig sein. Wenn es kein offensichtlicher Parasitenbefall von außen durch zum Beispiel Flöhe, Läuse, Zecken, Haarlinge oder Milben ist, kann die Suche danach wie die berühmte Suche nach der Nadel im Heuhaufen sein. Ursachen für Juckreiz können sein:

  • Allergien durch Futter, Medikamente, Umwelteinflüsse, etc.
  • Parasitenbefall von außen (Ektoparasiten) durch Flöhe, Läuse, Milben, Haarlinge, Zecken, etc.
  • Parasitenbefall von innen (Endoparasiten) durch Würmer im Darm
  • Hautinfektionen durch Pilze oder Bakterien
  • Hauterkrankung durch Parasiten, falsche Pflege, etc.
  • Stoffwechselerkrankung wie Diabetes
  • Autoimmunerkrankung wie rheumatoide Arthritis
  • Fellwechsel
  • Übersprungshandlung durch Stress beim Hund
Golden Retriever im Freien

Ein ständiger Juckreiz ist ein Symptom dafür, dass etwas nicht in Ordnung ist und nicht die eigentliche Krankheit.

Welches Futter bei Juckreiz beim Hund?

Hat der Hund eine Futterallergie, muss ein Futterplan mit Ausschlussverfahren von einer Tierärztin oder Tierernährungsexpertin zusammengestellt werden.

Milben

Milbenbefall gehört bei einem an sich gesunden Hund mit zu den häufigsten Ursachen für einen Juckreiz und Hautprobleme. Ob Fell, Haut oder Ohr überall lassen sich diese Parasiten nieder. Ist der Hund von Ohrmilben befahlen, kommt zum Kratzen an den Ohren auch ein ständiges Kopfschütteln und ein unangenehmer Geruch aus dem Ohr hinzu. Die vier typischen Milbenarten, die den Hund befallen sind:

  • Raubmilben (Cheyletiellen)
  • Räudemilben (Sarcoptes)
  • Ohrmilben (Otodectes cynotis)
  • Herbstgrasmilben (Trombicula autumnalis)

Bei Milben besteht zudem auch eine hohe Ansteckungsgefahr für Menschen. Die Raubmilbe kann beim Menschen Krätze verursachen. Ebenso kann die Räudemilbe die sogenannte Pseudokrätze auslösen. Auch Herbstgrasmilben beißen Menschen. Eine Übertragung der Larven auf den Menschen ist aber nicht zu befürchten. Ohrmilben beim Hund sind für Menschen nicht ansteckend.

Darmwürmer lösen auch Juckreiz aus

Bei einem Wurmbefall im Darmbereich kommt es beim Hund ebenfalls zum Juckreiz. Das Tier rutscht dann mit seinem Po auf dem Boden. Man nennt dies auch Schlittenfahren. Zu diesen Wurmarten gehören:

  • Spulwürmer (Ascaris lumbricoides)
  • Hakenwürmer (Ancylostomatidae)
  • Peitschenwürmer (Trichuris trichiura)
  • Bandwürmer (Eucestoda)

Allergien – Ein immer häufigerer Grund für Juckreiz beim Hund

Wie beim Menschen auch, sind Allergien leider auch bei Hunden immer mehr festzustellen. Sie können einen sehr starken Juckreiz auslösen, der zu einer massiven Beeinträchtigung der Lebensqualität beim Hund führen kann.

  • Flohspeichelallergie: Neben dem Flohbiss kann auch der Flohspeichel sehr unangenehmen und starkem Juckreiz auslösen.
  • Atopie: Allergene, die sich in der Umwelt des Hundes befinden. Dazu zählt zum Beispiel Staub, Pollen, Gräser oder auch Schimmelpilze. Auch sie können die Ursache für starken Juckreiz beim Hund sein.
  • Futtermittelallergie: Ob industriell hergestelltes Nassfutter aus der Dose, Trockenfutter, Halbfeuchtesfutter oder Frischfleisch nach der Barf-Methode, einige Proteine im Fleisch oder Kohlenhydratquellen in der Ernährung können Allergien hervorrufen.
  • Kontaktallergie: Allergene können zum Beispiel in Putzmittel, Pflegemitteln, Weichmacher in Plastikkörbchen oder Imprägnier Spray auf dem Sofa sein. Alles womit der Hund körperlich in Kontakt kommt, löst eine allergische Reaktion an der Kontaktstelle aus.

Bestimmte Hunderassen wie zum Beispiel die Französische Bulldogge, Mops, Englische Bulldogge, Schäferhund, Labrador, Shar Pei oder auch Boxer neigen vermehrt dazu eine Futtermittelallergie zu entwickeln. Ursache sind oft Zutaten im industriell hergestellten Futter, wie bestimmte Proteinquellen von Fleischsorten oder Kohlenhydratquellen von Getreidesorten.

Welpe liegt mit einem orangenen Spielzeug auf dem Boden

Auch Allergien können einen sehr starken Juckreiz auslösen, der zu einer massiven Beeinträchtigung der Lebensqualität beim Hund führen kann.

Diagnose – Das Anamnesegespräch beim Tierarzt

Wie bei jedem Tierarztbesuch wird auch bei Juckreiz ein Anamnesegespräch geführt. Die Tierärztin oder Tierarzt fragen gezielt nach. Auch nach einer möglichen Vorgeschichte, die den Juckreiz erklären könnte. Diese können sein:

  • Wo genau ist der Juckreiz beim Hund?
  • Wird der Juckreiz speziell zu einer bestimmten Jahreszeit festgestellt?
  • Sind weitere Tiere oder Menschen in der Umgebung des Hundes vom Juckreiz betroffen?
  • Haben die Eltern oder Wurfgeschwister auch häufig Juckreiz?
  • Bei Hautveränderungen muss gefragt werden was zuerst da war – Juckreiz oder Hautveränderung?

Wenn die Tierärztin oder Tierarzt den Hund schon länger kennen, sind auch meist Vorerkrankungen bekannt, die eventuell Rückschlüsse auf den Juckreiz zulassen. Wurde eine umfassende Anamnese gemacht, wird in der Regel mit der Diagnostik begonnen. Hautprobleme und Juckreiz gehen ständig einher und lassen sich nur gemeinsam lösen.

Die fünf gängigsten Diagnosemethoden bei Juckreiz

Um herauszufinden, welche Ursache den Juckreiz beim Hund auslöst, werden verschiedene Methoden für die Diagnose angewendet. Dies sind die am häufigsten von Tierärztinnen und Tierärzten angewendeten Diagnosemethoden:

  • Am einfachsten ist in der Regel der Nachweis von Parasiten wie Zecken, Flöhe, Läuse, Milben oder Haarlinge. Mit bloßem Auge, einen Flohkamm oder unter dem Mikroskop lassen sich diese Ursachen fürs ständige Kratzen nachweisen. Bei stark vorangeschrittenen Wurmbefall, kann man bereits im Kot die meist weißen Würmer sehen.
  • Mit Laboruntersuchungen wie dem zytologischen Verfahren oder einem Antibiogramm, lassen sich Mikroorganismen, Bakterien, Pilze, Viren und Parasiten nachweisen.
  • Um Hautpilz nachzuweisen, wird bei Tierärzten häufig das ultraviolette Licht, auch Schwarzlicht genannt, eingesetzt. Mit dem Dermatophyten-PCR-Tests lassen sich Dermatophyten, fadenförmige Pilze, nachweisen, die Hautveränderungen beim Tier auslösen können, wie zum Beispiel Räude beim Hund.
  • Eine Blutuntersuchung wird beim Verdacht eines sekundären Juckreises vorgenommen. Hormonelle Veränderungen sind dafür oft die Ursache. Daher ist eine Untersuchung der Schilddrüsenwerte bei der Laboruntersuchung der Blutwerte auch empfehlenswert.
  • Für die Diagnose beim Verdacht einer Kontakt-Allergie, wie zum Beispiel Putz- oder Pflegemittel, muss man den vermutlich auslösenden Stoff oder Substanz aus der Umgebung des Hundes entfernen. Bei einer Futtermittelallergie ist meist eine zeitaufwendige Ausschlussdiagnostik notwendig.

Welche Hausmittel helfen gegen Juckreiz beim Hund?

Um den Hund kurzzeitig Linderung zu verschaffen, kann man auf die Kratzstellen Kompressen mit ausgepressten Teebeuteln aus kaltem Schwarztee oder Kamillentee legen. Ebenso können Umschläge mit Quark, Ringelblumensalbe oder Aloe Vera helfen. Beseitigt wird der Juckreiz damit nicht.

Behandlung – Was hilft gegen Juckreiz beim Hund?

Ist Dein Hund von einem Juckreiz geplagt und du stellst fest, dass er damit nicht aufhört, ist natürlich der Gang zur Tierärztin oder ein Anruf bei einer Online Tierärztin notwendig, um die Ursache herauszufinden. Diese können sehr unterschiedlich sein, wie du jetzt weißt.

Gibt es Linderungshilfe gegen Juckreiz mit Hausmitteln?

Pauschal kann man das natürlich nicht beantworten, da die Ursachen für einen Juckreiz sehr vielfältig sind. Um bei einem akuten Juckreiz deinem Hund möglicherweise eine kurze Linderung zu verschaffen, könntest Du aber versuchen, ihn an den Kratzstellen eine Kompresse mit ausgepressten Teebeuteln aus kaltem Schwarztee oder Kamillentee aufzulegen. Ebenso können Umschläge mit Quark, Ringelblumensalbe oder Aloe Vera helfen.

Tierärztliche Behandlung gegen Juckreiz beim Hund

Welpe guckt traurig nach oben

Um Deinem Hund möglichst schnell zu helfen den Juckreiz loszuwerden, solltest Du zu Deiner Tierärztin oder Tierarzt gehen.

Um Deinem Hund möglichst schnell zu helfen den Juckreiz loszuwerden, solltest Du zu Deiner Tierärztin oder Tierarzt gehen. Gegebenenfalls kann man dort schnell die Ursache feststellen und mit den passenden Mittel gegen den Juckreiz angehen. Es müssen auch nicht immer gleich starke Medikamente sein, die dir dort verschrieben werden. Es gibt auch eine Anzahl an medizinische Shampoos, Lotionen oder Sprays, die gut gegen Juckreiz helfen.

Bei Parasitenbefall oder Infektionen müssen in der Regel stärkere Medikamente verabreicht werden. Bei einem futterallergisch ausgelösten Juckreiz muss gemeinsam mit der Tierärztin oder dem Tierarzt ein Ausschluss-Therapieplan aufgestellt werden. Dies ist oftmals eine Detektivarbeit, nach der Ursache.

Manchmal müssen leider auch stärkere Medikamente wie Cortison verabreicht werden oder Antibiotika wie bei bakteriellen Hautinfektion eingesetzt werden.

Wie beugt man Juckreiz vor?

Eine gute Voraussetzung, um Juckreiz zu vermeiden, ist eine saubere, möglichst chemie- und plastikfreie Umgebung und hochwertiges Futter für den Hund. Aber letztendlich gibt es viele unterschiedliche Ursachen für einen Juckreiz beim Hund. Ein pauschales Vorbeugen ist nicht möglich.

Vorbeugemaßnahmen gegen häufigen Juckreiz beim Hund

Da es viele verschiedene Ursachen für Hautprobleme und Juckreiz geben kann, kann man nicht pauschal zu der einen goldenen Vorbeugemaßnahme raten. Wichtig ist aber, dass Dein Hund eine regelmäßige Fellpflege erhält. Mindestens ein bis zweimal die Woche sollte das Fell gebürstet werden. Nur im nötigsten Fall solltest Du Deinen Hund baden oder duschen, damit der hauteigene Schutz nicht zerstört wird.

Juckreiz beim Hund: Mensch streichelt Vierbeiner

Wichtig ist, dass Dein Hund eine regelmäßige Fellpflege erhält.

Auch die Ohren sind in das regelmäßige Pflegeprogramm einzubeziehen. Ohrmilben bei Hunden kann man nämlich häufig auch als Laie gut ausmachen. Bei einem Befall sind die Ohren innen stark verdreckt und riechen auch unangenehm. Schnell behandelt, kann man möglicherweise rechtzeitig einen größeren Befall verhindern.

Beim industriell hergestellten Hunde-Fertigfutter solltest du darauf achten, hochwertige Produkte zu kaufen. Mit einem hohen Fleischanteil von mindestens 70% und möglichst wenig bis gar keine Konservierungsstoffe, Lockmittel oder Farbstoffen. Auch bei den Fleischsorten ist weniger mehr. Bleib besser bei ein oder zwei Sorten Fleisch. Denn sollte mal Dein Hund eine Futterallergie bekommen, hast Du dann noch die Möglichkeit auf andere Sorten wie zum Beispiel Pferd, Strauß oder Büffel zurückzugreifen.

Um das Risiko für kontaktbedingte Allergien zu reduzieren, achte auch auf eine saubere und möglichst chemie- und plastikfreie Umgebung für Deinen Hund. Wisch Deine Böden lieber mit naturnahen Putzmitteln wie Schmierseife und reinige die Fress- und Trinknäpfe immer mit ausreichen klaren Wasser nach. Um Parasitenbefall im Körbchen zu reduzieren, ist ein Plastikkörbchen zwar hilfreich. Doch die Weichmacher, die in jedem Plastikprodukt enthalten sind, können ebenfalls Juckreiz und Allergien auslösen. Das trifft natürlich auch auf Trink- und Fressnäpfe zu. Keramik- oder Stahlnäpfe sind da besser.

Fazit

Wenn Dir auffällt, dass Dein Hund sich auffällig häufig kratzt oder die Ohren schüttelt, besteht ein unnatürlicher Juckreiz. Je eher der behandelt wird, desto wohler wird sich Dein Hund fühlen und wieder mehr Lebensqualität haben.

Ähnliche Beiträge