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Flöhe beim Hund – Symptome, Übertragung & Behandlung

von Michelle Holtmeyer
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Flöhe sind Parasiten, die Hunde oft als Wirte auswählen. Somit zählen Flöhe beim Hund zu den häufigsten Hauterkrankungen unserer Vierbeiner. Welche Ursachen ein Flöhe beim Hund haben kann und wie Du Deinem Vierbeiner bei einem Flohbefall schnelle Abhilfe leisten kannst, erfährst Du hier!

Welche Merkmale haben Flöhe beim Hund?

Flöhe beim Hund sind flügellose Parasiten, die mithilfe der starken und kräftigen Hinterbeine bis zu 50 Zentimeter weit springen können. Die Flöhe leben auf warmblütigen Wirten und bewegen sich schnell zwischen den Haaren fort. Geschützt durch einen starken Chitinpanzer, können die Flöhe beim Hund schwer zerquetscht werden. Mit dem kombinierten Saug-Stechrüssel stechen die Flöhe durch die Haut des Hundes und saugen Blut. Dabei gleicht ihre Stellung einem Kopfstand. Weltweit sind über 2400 Arten von Flöhen bekannt.

Der Hundefloh: Ctenocephalides canis

Der Hundefloh wird bis zu vier Millimeter groß. Durch den seitlich abgeflachten Körper kann er sich schnell im Hundefell fortbewegen. Borsten an den Beinen wirken wie Widerhaken und helfen den Flöhen sich in den Fellhaaren zu verankern. Da die Flöhe sehr lichtscheu sind, halten sie sich nicht ständig am Hund auf, sondern bevorzugen dunkle Ritzen in der Wohnung. Nur für die Ernährung wird der Wirt aufgesucht.

Die Entwicklung von Flöhen beim Hund

Die Entwicklung des Hundeflohs verläuft über Eier, Larven und Puppen. Die einzelnen Entwicklungsstadien finden sich nicht auf der Haut des Hundes, sondern in dunklen Ecken der Wohnung. Die optimale Temperatur für die Vermehrung der Flöhe entspricht der normalen Raumtemperatur. Unter 10 °C verfallen die Entwicklungsstadien in einen Ruhezustand. Die Weiterentwicklung kommt erst wieder bei höheren Temperaturen in Gang. Die durchschnittliche Entwicklungszeit der Flöhe beim Hund beträgt zwischen drei und fünf Wochen.

Gibt es verschiedene Arten von Flöhen, die Hunde befallen?

Hunde werden hauptsächlich von Katzenflöhen, Ctenocephalides felis, befallen. Ein Flohbefall mit Hundeflöhen tritt eher selten auf. Auch der Menschenfloh, Pulex irritans, kann auf einem Hund parasitieren, wenn keine anderen Wirte zur Verfügung stehen. In Europa tritt ein Befall mit Menschenflöhen bei Hunden kaum auf.

Wie sehen Flöhe bei Hunden aus?

Die bis zu vier Millimeter großen Flöhe besitzen einen braunen, seitlich zusammengedrückten Körper und kräftige Hinterbeine. Flügel sind nicht vorhanden.

Was ist die Ursache für einen Flohbefall beim Hund?

Hund kratzt sich am Kopf

Starker Juckreiz ist ein typisches Anzeichen für einen Flohbefall.

Flöhe beim Hund können auf verschiedene Arten übertragen werden. Eine Möglichkeit ist der direkte Kontakt mit Artgenossen. Auch beim Betreten einer Wohnung, in der sich Flöhe aufhalten, kann der Hund von den Parasiten befallen werden. Diese Gefahr besteht auch im Winter. Die Flöhe und die Larven halten sich in den warmen Wohnungen auf und warten auf einen Wirt, um mit der nächsten Blutmahlzeit beginnen zu können.

Im Garten können Hundeflöhe und Katzenflöhe auch durch Igel und frei lebende Nager auf den Hund übertragen werden.

Welche Krankheiten werden durch Flöhe beim Hund übertragen?

Flöhe sind in der Lage, verschiedene Krankheiten auf Hunde zu übertragen.

Bandwürmer: Dipylidium caninum

Flöhe sind Zwischenwirte von Bandwürmern. Zerbeißt der Hund einen Floh, der sich zwischen seinen Haaren befindet, gelangen die Finnen in den Verdauungstrakt des Hundes und können sich dort zu adulten Bandwürmern entwickeln.

Flohspeichelallergie

Sobald der Floh den Hund gestochen hat, sondert er mit seinem Speichel eine Substanz ab, die die Gerinnung des Blutes verhindert. Viele Hunde reagieren auf den Flohspeichel allergisch. Starker Juckreiz tritt auf. Die Hunde kratzen sich ständig und benagen ihr Fell. Vor allem im Bereich des Schwanzansatzes entwickelt sich eine eitrige Hautentzündung. Bei der Flohspeichelallergie ist die Haut – auch durch den Juckreiz – gerötet und mit blutigen Krusten bedeckt. Siedeln sich zusätzlich Bakterien an, entsteht eine eitrige Hautentzündung. Die Haare brechen in diesem Bereich ab oder fallen vollständig aus. Hält der Flohbefall über einen längeren Zeitraum an, verdickt sich die Haut und wird borkig und rissig.

Woher kommen Flöhe bei Hunden?

Flöhe werden durch direkten Kontakt mit Artgenossen oder durch den Aufenthalt in einer von Flöhen befallenen Wohnung übertragen. Auch durch Katzen können Flöhe auf den Hund übertragen werden.

Anämie

Bei der Anämie handelt es sich nicht um eine durch den Flohstich übertragene Krankheit, sondern um eine Folge des Flohbefalls. Durch einen sehr starken Flohbefall wird dem Hund eine große Menge an Blut entzogen. Eine Blutarmut entsteht.

Krankheiten wie Fleckfieber, Schweinepest und Borreliose

In südeuropäischen Ländern übertragen Hundeflöhe und Katzenflöhe Rickettsien, die Erreger von Fleckfieber, Schweinepest und Borreliose. In Ländern der dritten Welt besteht auch das Risiko, dass Enteroviren, die Verursacher von Kinderlähmung, durch Flöhe auf Menschen übertragen wird.

Borreliose kann nicht nur durch den Stich von Zecken, sondern auch durch Flöhe übertragen werden. Die Bakterien breiten sich entlang der Nerven im Körper des Hundes aus und verursachen Gelenkschwellungen, Fieber und neurologische Ausfälle wie wechselnde Lahmheiten.

Erfolgt die Übertragung von Hund zu Hund oder auch von Hund zu Mensch?

Flöhe bevorzugen als Wirte Hunde. Sie werden daher häufiger von Hund zu Hund übertragen. Steht kein Hundewirt in der Nähe zur Verfügung, ist auch eine Übertragung auf den Menschen möglich. Die Flöhe springen direkt auf den Menschen, um Blut zu saugen.

Hund juckt sich an der Schnauze

Flöhe werden durch direkten Kontakt mit Artgenossen oder durch den Aufenthalt in einer von Flöhen befallenen Wohnung übertragen.

So erkennst Du Flöhe beim Hund

Flöhe verursachen einen starken Juckreiz. Der Hund kratzt sich ständig, scheuert sich an Gegenständen oder benaft sein Fell. Durch das Kratzen wird seine Haut schuppig und entzündet sich. Liegt nur ein Befall mit einzelnen Flöhen beim Hund vor, sind diese mit freiem Auge zwischen den Haaren nur schwer zu erkennen. Einfacher ist es, den Flohkot nachzuweisen.

Zu den weiteren Symptomen zählen:

  • starker Juckreiz
  • häufiges Kratzen und Beißen
  • Unruhe
  • Dunkle, rot-bräunliche Kügelchen auf der Hundehaut, bzw. im Fell
  • Rötungen an Schenkeln, Kruppe und Bauch mit Pusteln
  • Hautentzündungen
  • Verkrustungen und Verdickungen der Haut durch starkes Kratzen
  • Stumpfes Fell
  • Lokaler Haarausfall
  • Blutarmut (Dieser Fall tritt häufig bei Welpen ein, die durch einen ausgeprägten Flohbefall bis zu 10% ihres Bluts verlieren können.)

Nachweis der Flöhe beim Hund

So kannst Du einen Flohbefall ganz einfach erkennen: Der Hund wird auf ausgebreitetes weißes Papier, zum Beispiel Küchenrolle, gestellt. Anschließend erfolgt das Auskämmen des Flohkots mit einem Flohkamm. Vor allem der Bauch, die Haare der Innenseite der Oberschenkel und die Achseln sollten gründlich mit dem Flohkamm gekämmt werden. Auf das untergelegte Papier fallen braune und schwarze Bröckchen. Um Flohkot von Schmutz zu unterscheiden, wird auf die Punkte Wasser getropft. Schmutzbröckchen bleiben unverändert. Bei Flohkot handelt es sich um verdautes Blut. Die heruntergefallenen Bröckchen lösen sich auf und bilden auf dem Papier rote Schlieren.

Der Flohtest kann auch im Handel erworben werden. Bei diesem Test handelt es sich um ein Blatt Löschpapier, das in einem Kunststoffrahmen befestigt ist. Besteht ein sehr starker Flohbefall können einzelne tote Flöhe mit dem Flohkamm aus dem Fell gekämmt werden.

Flöhe beim Hund Schritt für Schritt bekämpfen

Sind Flöhe einmal in die Wohnung gelangt, beginnen diese sich schnell zu vermehren. Nur ungefähr fünf Prozent der Flöhe befinden sich direkt auf dem Körper des Hundes. Die restlichen 95 Prozent, die sich aus erwachsenen Flöhen, Eiern, Puppen und Larven zusammensetzen, liegen in dunklen Ecken und Ritzen der Wohnung. Die Bekämpfung der Flöhe beim Hund muss daher Schritt für Schritt erfolgen und immer auch die gesamte Umgebung des Hundes miteinschließen. Zuerst werden immer die adulten Flöhe, die sich auf dem Hund befinden, abgetötet. Danach erfolgt die Vernichtung der restlichen Flöhe und der Entwicklungsstadien in der Wohnung.

Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten der Behandlung:

Baden mit einem Flohshampoo

In einem Flohshampoo sind Stoffe enthalten, die erwachsene Flöhe, die sich am Hund befinden, abtöten. Da sich nur fünf Prozent der Flöhe im Fell des Hundes aufhalten, ist das ein kleiner Teil der Flohpopulation.

Was hilft gegen Flöhe bei Hunden?

Flöhe beim Hund können mit Spot-Ons, Tabletten, Flohshampoo, Flohpuder oder Flohspray behandelt werden. Alternativ ist die Anwendung von Kokosöl, ätherischen Ölen oder Bernsteinketten möglich.

Flohspray und Flohpuder

Durch Flohspray oder Flohpuder werden erwachsene Flöhe im Fell des Hundes abgetötet. Das Hundefell wird leicht gegen den Strich gebürstet und anschließend mit Flohpuder eingestäubt. Nach eine Einwirkzeit von zehn bis 15 Minuten werden die Puderreste mit einem Flohkamm ausgekämmt. Flohspray wird gegen den Strich in das Fell des Hundes gesprüht. Ein Auswaschen ist nicht erforderlich. Die Anwendung muss in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.

Bekämpfung der Flöhe beim Hund mit Spot-Ons

Spot-Ons sind beim Tierarzt, in der Apotheke oder im Tierfachhandel erhältlich. Nach dem Scheiteln der Haare zwischen den Schulterblättern erfolgt das Auftropfen des Spot-Ons. Bei großen Hunden kann die Ampulle teilweise in den Nacken und teilweise an der Schwanzwurzel aufgetropft werden. Über das Haarfett verteilt sich das Mittel im gesamten Fell des Hundes. Es lagert sich in den Haarbälgen ab und wird kontinuierlich über einen längeren Zeitraum abgegeben. Normalerweise dringt das Spot-On nicht über die Basalschicht der Haut in den Körper ein. Eine Ausnahme bilden Spot-Ons, die für eine gleichzeitige Entwurmung des Hundes sorgen.

Da sich das Spot-On über den Haartalg verteilt, sollte der Hund vor der Anwendung nicht mit Shampoo gebadet werden.

Die meisten Spot-Ons wirken gegen Flöhe und Zecken. Der Hund ist gegen einen Befall mit diesen Parasiten auf dem Spaziergang geschützt. Einige Spot-Ons sind auch gegen die Brut der Flöhe wirksam. Die Flohweibchen legen nur mehr unbefruchtete Eier. Der Vermehrungszyklus der Flöhe wird unterbrochen.

Hund im Schlaf

Flöhe beim Hund können mit Spot-Ons, Tabletten, Flohshampoo, Flohpuder oder Flohspray behandelt werden.

Bekämpfung der Flöhe beim Hund mit Tabletten

Über den Tierarzt sind Tabletten erhältlich, die drei Monate gegen Flöhe, Zecken, Würmer oder andere Parasiten wirken. Die Dosierung der Tabletten ist abhängig von der Größe und dem Gewicht des Hundes.

Bekämpfung der Flöhe in der Umgebung des Hundes

Da sich die meisten Flöhe in der Wohnung aufhalten, muss die Umgebung des Hundes gründlich gereinigt werden. Um alle Eier und Larven zu vernichten, genügt es nicht, die Wohnung mit einem Dampfreiniger zu reinigen. Auch Flohspray für die Umgebung führt meistens nicht zu dem gewünschten Erfolg, da nicht alle Ritzen erreicht werden.

Eine weitere Möglichkeit bildet die Zündung einer Flohbombe. Während der Einwirkzeit des Mittels darf die Wohnung nicht betreten werden. Die Bekämpfung der Flöhe muss mehrmals wiederholt werden, damit alle Entwicklungsstadien abgetötet werden.

Liegt ein starker Flohbefall vor, sollte die Hilfe eines Kammerjägers in Anspruch genommen werden.

Ist die Hilfe eines Tierarztes erforderlich?

Besteht hochgradiger Juckreiz, sollte der Kreislauf Flöhe-Kratzen durch den Tierarzt unterbrochen werden. Besteht bereits eine Flohspeichelallergie oder eine eitrige Entzündung der Haut, sollte die Behandlung des Hundes durch einen Tierarzt durchgeführt werden, damit sich die Bakterien nicht weiter ausbreiten.

Welche Vorbeugemaßnahmen können zukünftig getroffen werden?

Hunde können gegen einen Befall mit Flöhen und anderen Ektoparasiten geschützt werden. Vorbeugend aufgetragene Spot-Ons töten die Flöhe sofort beim Stich ab. Die Parasiten können sich nicht mehr vermehren oder Krankheitserreger übertragen.

Alternative Mittel zur Vorbeugung

  • Ein Spray mit Kokosöl, der auf das Fell aufgetragen wird, verhindert durch die im Öl enthaltene Laurinsäure einen Flohbefall.
  • Bernsteinketten laden das Fell elektrostatisch auf und machen den Hund für die Flöhe uninteressant.
  • Ätherische Öle, Lavendelöl, Zitrusöl, oder Schwarzer-Apfel-Öl, verhindern einen Flohbefall. Beim Auftragen der ätherischen Öle sollte darauf geachtet werden, den Geruchssinn des Hundes nicht zu beeinträchtigen.

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