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Bernsteinkette für den Hund

von Simone Heitmann
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Ein heißes Dauerthema bei Hundehaltern ist die Parasitenabwehr. Zecken, Flöhe, Stechmücken und andere blutsaugende Parasiten lieben unsere Vierbeiner als Wirt zur Nahrungsaufnahme und Larvenablage. Dabei können sie schlimme Krankheitserreger wie Borreliose, Babesiose oder Anaplasmose übertragen. Helfen bei der Abwehr der krankmachenden Blutsauger können Zeckenhalsbänder. Seit vielen Jahren sind auch Bernsteinketten für Hunde im Handel, denen eine Parasitenabwehr nachgesagt wird. Doch welche Wirkung hat eine Bernsteinkette tatsächlich beim Hund?

Was ist Bernstein? 

Im Grunde genommen ist Bernstein eigentlich kein Stein, sondern versteinertes, fossiles Harz von Kiefern, Fichten oder anderen Nadelbäumen. Auch heute noch ist Harz ein Stoffwechselprodukt, das dem Baum zur Wundverschließung dient. Daher ist es auch gar nicht so ungewöhnlich, dass man Einschlüsse wie Ameisen, Fliegen oder Blätter in Bernstein finden kann. In Urzeiten sanken große Mengen Harz ins Wasser. Unter hohem Druck und dem Ausschluss von Luft wurde im Laufe mehrerer Jahrmillionen Bernstein daraus. Harz/Bernstein besteht zum größten Teil aus Terpentin und Kolophonium. Bernstein ist ein Sammelbegriff für alle fossilen Harze, die älter als eine Million Jahre alt sind.

Heute findet man die schönen Steine an den Stränden der deutschen und baltischen Ostseeküste, die in Urzeiten dicht mit Nadelholzwäldern bewachsen waren. Den Naturbernstein gibt es in den Farbtönen creme, honiggelb, rot, rotbraun bis braun. Seine Transparenz reicht von klar bis undurchsichtig. Doch Vorsicht beim Sammeln, denn Bernstein kann leicht mit den ebenfalls gelblichen Phosphorklumpen aus dem 2. Weltkrieg verwechselt werden, die leider noch immer aus der Tiefe der Ostsee an die Strände gespült werden.

Aufgrund seiner geringen Härte und Leichtigkeit ist Bernstein einfach zu verarbeiten und ein beliebtes Material in der Schmuckindustrie. Spröde wird Bernstein, wenn er UV-Strahlung ausgesetzt ist. Auch Sauerstoff und Trockenheit lassen ihn „schnell“ verwittern.

Was bewirken Bernsteinketten bei Hunden?

Wissenschaftlich ist keine Wirkung gegen Zecken und Parasiten belegt.

Bernsteinkette für den Hund – Anwendung

Die Bernsteinkette wird dem Hund zusätzlich zum Halsband oder Geschirr um den Hals gelegt. Wie auch ein Halsband sollte die Kette weder zu eng noch zu locker sitzen. Zwei Finger sollten zwischen Hals und Kette noch passen. Damit der Hund sich nicht würgen oder verletzen kann, wenn er damit ins Gebüsch rast und dann hängen bleibt, sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass es eine Sollbruchstelle gibt, die dann aufreißt. Die Bernsteinkette kann bei jeder Witterung getragen werden. Auch kann die Fellnase damit ins Wasser schwimmen gehen. 

Neben dem modischen Aspekt werden Bernsteinketten für Hunde auch als chemiefreies Schutzmittel gegen Zecken, Flöhe und andere Parasiten angepriesen und verkauft.

Ob als geschliffener und polierter Stein oder als unbehandelter Stein an der Hundekette, jeder Anbieter betreibt dazu sein eigenes Marketing zur angeblichen Wirkung von Bernstein gegen Parasiten.

Bernsteinkette

Im Grunde genommen ist Bernstein eigentlich kein Stein, sondern versteinertes, fossiles Harz von Kiefern, Fichten oder anderen Nadelbäumen.

Wie wird die Bernsteinkette bei Hunden getragen?

Eine Bernsteinkette wird ebenso wie ein normales Halsband getragen. Nicht zu fest und nicht zu locker.

Angebliche Wirkung einer Bernsteinkette gegen Parasitenbefall

Durch das Tragen einer Bernsteinkette soll eine statische Elektrizität im Fell entstehen, durch die Parasiten wie Zecken mit ihren Spinnenbeinen keinen Halt mehr finden und quasi abrutschen. Ebenso soll durch das Reiben von Bernstein auf Fell das Terpentin aus dem Stein lösen und ebenfalls eine repellierende Wirkung, also eine abschreckende Wirkung auf Zecken haben. 

Um diese Wirkung zu erzielen, muss die Bernsteinkette nach den meisten Gebrauchsanweisungen zwei bis drei Wochen ununterbrochen getragen werden. Leider dürfen die Hunde dann auch nicht mehr mit Metallbürsten gekämmt oder gebürstet werden oder mit Wasser in Kontakt kommen, damit sich der angebliche Schutz im Fell aufbaut. Kraulen und streicheln dürfte somit wohl auch darunterfallen.

Gibt es bei Bernsteinketten für Hunde Nebenwirkungen?

Außer dass sie vielleicht von ihren Hundekumpels ausgelacht werden, sind keine Nebenwirkungen bekannt.

Was sagt die Wissenschaft?

Wissenschaftlich gibt es keine Studie, die einen Zusammenhang zwischen Bernstein (fossilem Harz) und Parasitenabwehr belegt. Auch gibt es nach unserem Stand keine Studie dazu, ob sich in Gebieten von harzenden Bäumen keine Zecken befinden.

Vielmehr ist es so, das Harz schon immer in vielen Bereichen unseres Alltags Verwendung fand und findet. Ob als aromatischer Duftrauch, als Zugabe für eine bestimmte Note im Wein oder als Klebstoff in Wundpflastern. Auch in Reinigungsmitteln und Lacken befindet sich Harz.

Wie viel kosten Bernsteinketten für Hunde?

Je nach Länge zwischen 20 und 35 Euro.

Vorteile einer Bernsteinkette für Hunde

Eins bleibt aber –  hübsch sehen die meisten Bernsteinketten an unseren Hunden schon aus. 

Fazit

Die Suche nach chemiefreien und natürlichen Abwehrmitteln gegen Parasiten hat absolut seine Berechtigung. Jeder Hund hat andere Empfindlichkeiten und viele chemische Produkte sind zu Recht höchst umstritten und sowohl für einige Hunde, aber auch Menschen schädlich und gefährlich. 

Möglicherweise gibt es auch Hunde, die eine Bernsteinkette tragen und kaum Parasiten- /Zeckenbefall haben. Dies kann aber auch daran liegen, dass sie vielleicht hochwertig und artgerecht ernährt werden. Oder weil sie nicht in einem hochfrequentierten Zeckengebiet leben. Oder weil die Ausdünstungen des Hundes von Kohlendioxid, Ammoniak, Schwefelwasserstoff nicht sehr stark sind, um vom Haller‘schen Organ der Zecke als attraktiver Wirt wahrgenommen zu werden. Oder weil ihr Mensch sie nach jedem Gang durchs Grüne ordentlich und fürsorglich nach Zecken absucht.

Unsere Vierbeiner leben sehr eng mit uns zusammen, daher ist Hygiene, Parasitenabwehr und insbesondere Zeckenschutz ein zu wichtiges gesundheitliches Thema für Hund und Mensch, als dass man sich dabei nicht auf tiermedizinisch und wissenschaftlichen Boden bewegen sollte. 

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1 Kommentar

Regina Grashorn 18. Januar 2022 - 19:06

Also bin mir sicher ,das meine Hündin von ihren Hunde Vierbeiner gemoppt wird 🙂 od als Tussi gesehen wird ..😂

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