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Haarausfall beim Hund – Ab wann ist das gefährlich?

von Alexander Epinger
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Hunde verlieren jeden Tag Haare. Während des Fellwechsels ist der Haarausfall beim Hund besonders stark. Wird jedoch das Fell des Hundes immer dünner und sind kahle Stellen an Rücken und Bauch sichtbar, ist der Haarausfall beim Hund wahrscheinlich nicht harmlos. Um die Ursachen für den Fellverlust abzuklären, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.

Gründe und Ursachen für Haarausfall beim Hund

Der physiologische Haarausfall wird auch als Fellwechsel, der zweimal im Jahr stattfindet, bezeichnet. Das dichte Winterfell wird gegen ein dünneres Sommerfell ausgetauscht. 

Der Lebenszyklus der Hundehaare

Die Haare von Hunden durchlaufen fünf Zyklen. In der anagenen Phase wächst das Haar immer weiter. In der katagenen Phase beginnt es, sich zurückzubilden. Während der telogenen Phase findet eine Ruhezeit statt. Das Haar stirbt langsam ab und fällt in der exogenen Phase aus. Anders als bei Menschen gibt es bei Hundehaaren noch eine fünfte Phase, die kenogene Phase. In dieser Zeit befinden sich die meisten Haarfollikel in einem Ruhezustand. Sie werden erst wieder bei dem Wachstum des Winterfells aktiviert.

Der Fellwechsel ist ein physiologischer Haarausfall beim Hund

Um dem Hund einen optimalen Schutz vor Hitze, Kälte und anderen äußeren Einflüssen zu bieten, wächst ein spezielles Sommerfell und Winterfell. Das Sommerfell ist dünner und enthält nur wenig Unterwolle. Das Winterfell ist dichter und wärmer. Bei einigen Hunderassen wie dem Pudel findet kein Fellwechsel statt. Die losen Haare müssen das ganze Jahr aus dem Fell gekämmt werden.

Bei einem durch Krankheiten verursachten Haarausfall beim Hund zeigen sich an stark behaarten Körperstellen plötzlich kahle Stellen. Das Haarkleid wird durch die abgebrochenen Haare stumpf. Der pathologische Haarausfall, Alopezie, beim Hund hat verschiedene Ursachen:

Warum haart ein Hund plötzlich stark?

Plötzlicher Haarausfall tritt im Frühjahr und Herbst auf. Der Hund wechselt sein Fell, um seine Temperaturregulation den Klimabedingungen anzupassen. Ist die Haut unverändert und besteht kein Juckreiz, muss kein Tierarzt aufgesucht werden.

hund Haarausfall Parasit

Ein Parasit wie die Milbe, kann zu haarausfall führen.

Parasiten verursachen starken Juckreiz

Flöhe, Haarlinge, Zecken und Milben verursachen einen starken Juckreiz. Der Hund kratzt sich oder scheuert an Gegenständen. Dadurch brechen die Haare ab. Bei einem Fall mit Sarcoptes Milben werden die Haarfollikel in der Haut geschädigt. Die Haare fallen vollständig aus. Demodexmilben leben normalerweise in geringer Anzahl auf der Haut des Hundes. Vermehren sich die Milben durch eine Immunschwäche, kommt es zu einem Haarverlust.

Ohrmilben, die sich im äußeren Gehörgang befinden, verursachen ebenfalls Juckreiz. Der schüttelt den Kopf und kratzt an den Ohren. Die Haare an der äußeren Ohrmuschel fallen aus.

Autoimmunerkrankungen führen zu einem Haarverlust beim Hund

Futtermittelallergien und Autoimmunerkrankungen wie Pemphigus steigern den Fellverlust beim Vierbeiner. Bei einer Futtermittelallergie fallen die Haare am Bauch durch Belecken durch den Hund aus. Pemphigus tritt an den Pfoten oder an Hals und Gesicht auf. Die Haare rund um die Augen fallen aus.

Eitrige Hautentzündungen zerstören die Haarfollikel

Pyodermien werden durch Bakterien wie Streptokokken und Staphylokokken verursacht. Breitet sich die eitrige Entzündung der Haut in tiefere Schichten aus, sterben die Haarfollikel ab. Die Haare fallen aus.

Pilzinfektionen der Haut

Hautpilze, Dermatophyten, verursachen Entzündungen der Haut. Die haarlosen Stellen jucken stark.

Störungen des Hormonstoffwechsels

Eine Unterfunktion der Schilddrüse oder Morbus Cushing (Überfunktion der Nebennierenrinde) löst durch Veränderung des Stoffwechsels einen Haarausfall beim Hund aus.

Saisonale Flankenalopezie

Die Ursache für die saisonale Flankenalopezie ist noch nicht genau geklärt. Angenommen wird eine genetische Veranlagung, die gemeinsam mit einer verringerten Tageslichtmenge zu einem symmetrischen Haarausfall an beiden Flanken führt. Die haarlosen Stellen vergrößern sich jedes Jahr. Vor allem betroffen sind Schnauzer, Boxer und Bullterrier.

Unterfunktion der Nieren

Arbeiten die Nieren nicht normal, können Schadstoffe nicht mehr ausreichend ausgeschieden werden. Sie sammeln sich im Körper des Hundes an und führen zu einem Fellverlust.

Stress beeinträchtigt das Haarwachstum

Durch Stress wird von den Nebennieren vermehrt Cortisol produziert. Die Blutgefäße ziehen sich zusammen. Die Haarfollikel werden nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Die Haare sterben ab und fallen aus.

Fellverlust durch schlechte Nährstoffversorgung

Erhält der Hund durch minderwertiges Futter zu wenig Nährstoffe, tritt Haarausfall beim Hund auf.

Mechanische Ursachen für einen Haarverlust beim Hund

Ein zu enges Halsband oder Brustgeschirr lässt die Haare abbrechen. Durch Reibung sterben die Haare ab und fallen aus. 

Was fehlt dem Hund bei Haarausfall?

Der Hund könnte an der Störung des Hormonstoffwechsels, der Nierenfunktion oder einer Infektion mit Bakterien oder Hautpilzen leiden. Auch ein Befall mit Milben, Haarlingen und Flöhen ist möglich. Erhält der Hund kein artgerechtes, hochwertiges Futter, besteht ein Mangel an wichtigen Nährstoffen.

Haarverlust bei Hunden behandeln

Um den Juckreiz zu lindern, injiziert der Tierarzt Kortison. Die Therapie wird von dem Hundehalter mit Tabletten fortgesetzt. Bei Störungen des Hormonstoffwechsels erhält der Hund Medikamente, die die Drüsenfunktion regulieren. Bei einem Befall mit Hautpilzen werden Antimykotika eingesetzt. 

Alternative Behandlungsmöglichkeiten

Sulfur D30 wirkt entgiftend und bewirkt eine schnellere Ausscheidung von Schadstoffen. Haut und Leber werden entlastet. Bäder mit Ackerstiefmütterchen, Rosmarin und Salbei lindern den Juckreiz und töten Bakterien ab. Waschungen mit Koffein fördern die Durchblutung und das Haarwachstum bei Hunden.

Hund hat Haarausfall – Prognose und Heilungschancen

Wird die Ursache für den Fellverlust beseitigt, kann man den Haarausfall beim Hund stoppen. Die neuen Haare wachsen wieder kräftig und gesund nach, wenn der Hund ausreichend mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen versorgt wird.

Wurden die Haarfollikel durch die Entzündung vollständig zerstört, können keine Haare mehr nachwachsen. Die Stelle bleibt kahl.

Was tun, wenn der Hund Haarausfall hat?

Tritt Haarausfall beim Hund auf, sollte unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden. Häufig ist der Grund für den Fellverlust eine Erkrankung des Hundes, die schnell behandelt werden sollte. 
Ausgenommen davon ist der normale Fellwechsel des Hundes.

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