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Welpen Bleib beibringen – Übungen, Fehler vermeiden und Tipps

von Michael Hein
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Es gibt nichts Einfacheres, als das Kommando „Bleib!“ – könnte man meinen, wenn man dieses Kommando von außen betrachtet. Schließlich soll der Hund nur genau da stehen, sitzen oder liegen bleiben, wo er sich gerade befindet. Aber genau dieses Nichtstun hat es in sich und verlangt von Hund und Mensch viel Vertrauen.  „Bleib“ ist in vielen alltäglichen Situationen, wie zum Beispiel bei Spaziergängen, um Jogger oder Radfahrer vorbeizulassen, beim Warten an der Ampel oder im Café sehr hilfreich. Wie kann man dem Welpen Bleib beibringen, sodass es am Ende auch reibungslos funktioniert? Um Dir Deinen Alltag zu erleichtern oder für mehr Klarheit im Training zu sorgen, erläutern wir in diesem Artikel alle wichtigen Aspekte wie man dem Welpen Bleib beibringen kann.

Warum das Kommando „Bleib“ in der Hundeerziehung so wichtig ist 

Neben „Sitz“ und „Platz“ ist auch „Bleib“ ein sehr nützliches Kommando, das Hunde problemlos beherrschen sollten. Denn es geht nicht nur darum, dass der Hund morgens kurz geduldig vorm Bäcker wartet. „Bleib!“ ist vielmehr unabdingbar in ganz unterschiedlichen Situationen. So brauchst Du dieses Kommando beispielsweise, wenn Dein Hund in seinem Körbchen warten soll, wenn Besuch zur Tür hereinkommt. Auch bei Ball- und Apportierspielen ist es wichtig, dass Dein Hund warten kann, bis Du das Kommando zum Loslaufen oder Herbringen gibst.

Zudem lernt Dein Hund so ebenfalls „langweilige“ Situationen auszuhalten. Wenn Dein Vierbeiner aufs Wort gehorcht, wird sich dieser Befehl ebenso in Gefahrensituationen bewähren. Ein Hund, der den Befehl „Bleib“ zuverlässig ausführt, ist somit auch ohne Leine draußen sicher unterwegs.

Warum ist das Kommando "bleib" wichtig?

Wenn Dein Vierbeiner aufs Wort gehorcht, wird sich dieser Befehl im Alltag ebenso wie in Gefahrensituationen bewähren. Ein Hund, der den Befehl zuverlässig ausführt, ist somit auch ohne Leine draußen sicher unterwegs.

Die Grundlagen für das Kommando „Bleib“

Dein Hund sollte mindestens vier Monate alt sein, bevor Du mit dem Training startest. Außerdem ist es von Vorteil, wenn er die Grundkommandos „Sitz“ und „Platz“ bereits sicher beherrscht – das macht die Übungen deutlich leichter.

Wie immer, ist es wichtig, dass Du in einer reizarmen Trainingsumgebung beginnst. Also am besten zuhause oder im Garten. Ein ruhiger Platz eignet sich am Besten, damit sich dein Welpe voll und ganz auf dich konzentrieren kann und nicht so leicht abgelenkt wird. Zudem denke unbedingt daran, immer ausreichend Leckerlis zur Belohnung dabei zu haben. Nutze am Anfang noch eine Leine – so hast Du eine direkte Verbindung zu Deinem Kleinen.

Welpen bleib beibringen: Welpe sitzt neben junger Frau auf Wiese

Wann sollte man mit dem "Bleib" Training beginnen?

Dein Hund sollte mindestens fünf Monate alt sein, bevor Du mit dem Training startest. Außerdem ist es von Vorteil, wenn er die Grundkommandos „Sitz“ und „Platz“ bereits sicher beherrscht - das macht die Übungen deutlich leichter.

Welpen Bleib beibringen - Erste Übungen

Möchtest Du Deinem Welpen Bleib beibringen, so gehe in drei Schritten vor. Arbeite zunächst an der Dauer des Befehls, dann an der Distanz und schließlich am Schwierigkeitsgrad.

1. Schritt

Schicke Deinen Kleinen in eines der beiden Grundkommandos „Sitz!“ oder „Platz!“. Nun streckst Du Deine flache Hand von Dir in seine Richtung und sagst „Bleib!“. Warte einen Moment. Wenn Dein Welpe brav sitzen oder liegen bleibt, gib ihm ein Leckerli. So wird er dieses Sichtzeichen später mit dem Kommando „Bleib!“  verbinden. Ganz wichtig: die Belohnung gibt es immer nur, wenn das Grundkommando ordentlich ausführt wurde.

Tipp: „Bleib“ kannst Du von Deinem Hund im Stehen, Sitzen oder Liegen verlangen. Doch anfangs ist es am einfachsten, den Welpen im Liegen an diesen Befehl zu gewöhnen. Will er sich doch bewegen und seinen Platz verlassen, ist dies für ihn ein aufwändigerer Bewegungsablauf, den Du schnell sehen und unterbinden kannst.

Hat Dein Hund das Kommando „Platz!“ schon gut verinnerlicht, wird es ihm nicht schwerfallen, ein paar Sekunden oder auch Minuten so dazuliegen. Aber teste auch aus, ob er ebenfalls liegen bleibt, wenn Du zwar vor ihm stehen bleibst, aber Deine Aufmerksamkeit von ihm weg auf etwas Anderes richtest.

Diese Übung kannst Du nun ein paar Mal wiederholen und dabei die Dauer des Bleibens langsam ausdehnen. Hast Du den Eindruck, dass Dein Welpe die Übung verstanden hat, kannst Du einen Schritt weiter gehen.

2. Schritt

Im weiteren Verlauf vom Hundetraining kannst Du nun damit beginnen, allmählich die Distanz zu vergrößern. Wenn Du direkt bei Deinem Kleinen stehst, ist es mit der Zeit keine große Kunst mehr für ihn, im „Sitz!“ oder „Platz!“ zu bleiben. Darum wird es jetzt schwieriger, indem Du Dich von ihm entfernst. Schicke dazu Deinen Hund wieder in eine der beiden Grundpositionen und gib ihm das Kommando „Bleib!“. Nun bewege Dich etwas von ihm weg: erst wenige Schritte, dann einen Meter und schließlich mehrere Meter. Zu Anfang gehst Du rückwärts, sodass Du ihn im Auge hast. Durch den Sichtkontakt merkt er, dass Du noch „bei ihm“ bist.

Wiederhole hierbei den Befehl „Bleib!“ nicht ständig. Es reicht, wenn Du das Kommando einmalig gibst. Bevor Dein Welpe nun die Möglichkeit hat, Dir zu folgen, gehe zu ihm zurück und belohne ihn, wenn er bis dahin in seiner Position geblieben ist. Sollte er jedoch Anstalten machen, Dir folgen zu wollen, hebe die Hand und wiederhole das Kommando laut und deutlich. Gehorcht er, gibt es ein weiteres Leckerli und die Übung beginnt von vorne. Leistet Dein Welpe dem Befehl nicht Folge, bringe ihn in die Ausgangssituation zurück und starte erneut.

Mit der Zeit vergrößerst Du auf diese Weise immer weiter die Distanz. Dies sollte jedoch in kleinen Schritten erfolgen, die Deinem Kleinen angepasst sind. Überfordere ihn nicht, sondern versuche immer den Moment abzupassen, bevor er nur daran denkt, aufzustehen. Hier musst du immer schneller und schon bereits auf dem Rückweg sein.

3. Schritt

Hat er die vorherige Übung ebenfalls einige Male brav gemeistert, kannst Du das Training etwas abwechslungsreicher gestalten. Und jetzt macht es auch richtig Spaß, denn Du kannst es für viele verschiedene Übungen einsetzen und auch ganz nebenbei immer wieder üben und festigen.

Zuerst beginnst Du damit, ihm den Rücken zuzukehren, dann kannst Du Dich mal etwas schneller von ihm entfernen und während des Trainings zuhause gehst Du einfach mal in einen anderen Raum. Um den Schwierigkeitsgrad weiter zu erhöhen, kann das „Bleib!“ später mit anderen Hunden, geworfenen Gegenständen und über einen längeren Zeitraum ohne Sichtkontakt trainiert werden.

Wie bleibt mein Welpe auf seinen Platz?

Es ist wichtig, in einer reizarmen Trainingsumgebung zu beginnen, damit sich Dein Welpe voll und ganz auf Dich konzentrieren kann und nicht so leicht abgelenkt wird. Schicke Deinen Welpen in eines der beiden Grundkommandos „Sitz!“ oder „Platz!“. Nun streckst Du Deine flache Hand von Dir in seine Richtung und sagst „Bleib!“. Warte einen Moment. Wenn Dein Welpe brav sitzen oder liegen bleibt, gib ihm ein Leckerli. So kannst Du das Hundetraining immer weiter aufbauen.

Welpen Bleib beibringen - Steigern des Trainings

Im weiteren Trainingsablauf ist es ebenfalls besonders wichtig, das Kommando in den gemeinsamen Alltag zu integrieren. Benutze es bei Spaziergängen, aber auch im Haus oder im Garten. Beispielsweise lässt sich das geduldige Warten vor dem Gassigehen hervorragend einbinden: sag Deinem Kleinen, er soll ruhig im Flur liegen bleiben, bis Du Dich angezogen hast. Erst dann kann es losgehen. Am besten ist es, wenn Dein Hund so viele verschiedene Situationen wie nur möglich kennenlernt. Übe „Bleib!“ nach einer Weile auch im Stehen, bis es zuverlässig funktioniert und Du siehst, dass Dein vierbeiniger Freund darauf vertraut, dass Du immer zu ihm zurückkehrst. Wenn er schließlich unter unterschiedlichen gegebenen Umständen auch noch auf Dich hört und erst kommt, wenn Du ihn zu Dir rufst, hat er die Übung vollends verstanden. 

Das Auflösekommando

Das Auflösekommando ist für den Hund das eindeutige Ende eines Befehls. Die Information: „Du hast Deine Aufgabe beendet und darfst Dich jetzt wieder frei bewegen.“ Das Hörzeichen dafür kann beispielsweise lauten: „Okay“, „Lauf“,  „Los“ oder was auch immer Dir leicht von den Lippen geht und kurz ist. Deinem Welpen das Auflösekommando beizubringen, ist nicht schwer. Zu Beginn solltest Du jedoch ebenfalls sehr kleinschrittig vorgehen.

Gerade zu Beginn, wenn man seinem Welpen Bleib beibringen möchte, wird er nach wenigen Augenblicken aufstehen wollen. Um dieses selbstständige Auflösen des Befehls zu vermeiden und Korrekturen zu ersparen, gibst Du ihn bereits nach einigen Sekunden frei — beispielsweise mit dem Kommando „Okay!“.

Nun hat ein Hund, der dies neu lernt, noch gar keine Ahnung, was dieses Wort bedeuten soll. Um ihm auf die Sprünge zu helfen, kannst Du ein Leckerchen werfen, das er sich holen darf. Andernfalls kannst Du ihm auch mittels deiner Körpersprache zu Verstehen geben, dass freie Bewegung erlaubt ist. Zum Beispiel, indem Du selbst ein paar Schritten läufst. Löst Dein Hund das Grundkommando dennoch selbstständig auf, ist das nicht schlimm. Beginne einfach ganz ruhig nochmal von vorne und schicke ihn wieder in die Position und an den Ort zurück, wo er ursprünglich bleiben sollte.

Der Welpe bleibt nicht sitzen — was tun? Häufige Fehler vermeiden

  • übertreibe es nicht, halte die Trainingseinheiten zu Beginn kurz
  • achte darauf, dass dir dein Hund nicht unbemerkt „hinterherrobbt“ —> als Kontrolllinie eignet sich hervorragend eine Leine, die du vor ihn auf den Boden legst
  • belohne deinen Welpen nur, wenn er auf seiner Position sitzt bzw. liegt — nicht, wenn Du ihn aus der Übung entlassen hast —> sonst könnte er denken, dass er fürs Aufstehen belohnt wird
  • drehe ihm anfangs nicht deinen Rücken zu, wenn er bleiben soll —> Welpen hat noch einen ausgeprägten Folgetrieb; außerdem kannst du so schneller eingreifen
  • Welpen haben gelernt, Belohnungen zu folgen —>  achte darauf, die Leckerlis für ihn nicht sichtbar in deiner Hand zu halten, wenn Du dich von ihm entfernst
  • stehst Du ein paar Meter entfernt während dein Hund auf seinem Platz bleibt, er aber kurz unaufmerksam ist: sprich ihn nicht mit seinem Namen an! —> erhöht nur die Wahrscheinlichkeit, dass er zu dir kommt: gehe einfach zurück und belohne ihn dafür, dass er brav geblieben ist
  • ebenso solltest Du ihn niemals aus dem „Bleib!“ zu dir rufen —> sonst würde er schnell dazu neigen, dir, in der Hoffnung auf eine Belohnung, immer direkt hinterherzulaufen
  • bleibe ruhig und führe ihn einfach wieder kommentarlos an seine ursprüngliche Stelle zurück, sollte er selbstständig aufstehen
  • wiederhole die Übung, reduziere jedoch den Anspruch – also die Dauer und Distanz
  • höre auf, wenn er es ein paar Mal gut gemacht hat —> ihr solltet das Training beide mit einem guten Gefühl beenden

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