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Diabetes beim Hund – Symptome, Ursachen & Behandlung

von Frederieke Wenning
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Zivilisationskrankheiten machen auch vor unseren Hunden nicht Halt. Diabetes beim Hund betrifft vor allem Tiere im Alter von fünf bis neun Jahren. Durchschnittlich erkrankt einer von hundert Hunden an Diabetes. Wie man Diabetes beim Hund erkennt und welche Behandlungsmethoden es gibt, erfährst Du hier.

Was bedeutet Diabetes beim Hund?

Diabetes ist eine Stoffwechselstörung, bei der die Zellen nicht in der Lage sind, den Zucker aus dem Blut aufzunehmen und in Energie zu verwandeln. Normalerweise wird in den Langerhans´schen Inselzellen der Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin produziert. Insulin öffnet die Eintrittspforte in der Zellwand wie ein Schlüssel die Haustüre. Der Zucker gelangt in das Innere der Zelle und wird in Energie umgewandelt.

Steht dem Körper zu wenig Insulin zur Verfügung oder kann das Hormon von den Zellen nicht aufgenommen werden, ist der Energiestoffwechsel beeinträchtigt. Der Zuckeranteil im Blut steigt stark an.

Symptome: Wie erkennt man Diabetes beim Hund?

Der Körper des Hundes benötigt für alle Vorgänge Energie. Steht ihm zu wenig dieser Energie zur Verfügung, meldet das Hungerzentrum im Gehirn: Hunger, ich brauche Nahrung. Für die Gewinnung der Energie wird auf die bereits vorhandene Körpermasse zurückgegriffen. Der Hund magert ab, obwohl er große Mengen frisst. Das Fell ist struppig und glanzlos.

Da der Zucker bei Diabetes beim Hund nicht von den Zellen aufgenommen werden kann, wird er mit dem Urin ausgeschieden. Gleichzeitig mit den Zuckermolekülen gelangen auch große Mengen an Wasser in den Harn. Der Hund leidet unter einem ständigen Durstgefühl und setzt mehrmals täglich reichlich Urin ab. Da die Durchblutung des Gewebes gestört ist, heilen Wunden nur sehr schlecht. Die Anfälligkeit für Infektionen steigt.

Hat ein Hund Diabetes, ist er immer hungrig. Kaum hat er seine Schüssel geleert, verlangt er schon wieder nach Futter. Trotzdem kann man seine Rippen deutlich erkennen. Das Tier magert immer stärker ab. Da der Hund sehr viel trinkt, muss er häufig Harn absetzen. Wahrscheinlich fällt auch auf, dass der Harn sehr hell ist und leicht fruchtig riecht. Häufig sind die Hunde außerdem müde. Sie spielen nicht mehr so gerne und möchten nicht an langen Spaziergängen teilnehmen.

Solltest Du solche Symptome bei Deinem Hund feststellen, solltest Du ihn auf jeden Fall von einem Tierarzt durchchecken lassen.

Wie erkennt man Diabetes beim Hund?

Die typischen Symptome von Diabetes beim Hund sind Abmagerung, ständiger Hunger, starker Durst und Harnabsatz in großen Mengen. Der Harn riecht fruchtig.

Häufige Ursachen für Diabetes beim Hund

Diabetes beim Hund kann angeboren oder erworben sein. Gefördert wird das Entstehen der Stoffwechselerkrankung durch Übergewicht des Hundes, mangelnde Bewegung und ungesundes, zucker- und getreidehaltiges Futter.

Typ-1-Diabetes

Beim Typ-1-Diabates werden die Inselzellen durch verschiedene Faktoren geschädigt und zerstört. Die Bauchspeicheldrüse kann nicht mehr in ausreichenden Mengen Insulin erzeugen. Die Schädigung der Bauchspeicheldrüse kann durch eine Entzündung oder eine Verletzung erfolgen. Eventuell beginnen bei einer falschen Reaktion des Immunsystems die eigenen Abwehrzellen das Gewebe der Bauchspeicheldrüse zu zerstören. Da sich das zerstörte Gewebe nicht mehr regenerieren kann, muss bei dieser Form des Diabetes beim Hund eine lebenslange Therapie erfolgen.

Typ-2-Diabetes

Bei der Typ-2-Form der Zuckerkrankheit ist Insulin in ausreichender Menge vorhanden. Das Hormon kann allerdings nicht an den Zellen andocken und für die Aufnahme des Zuckers sorgen. Hier spricht man auch von einer „Insulinresistenz“ der Zellen. Diese Form des Diabetes beim Hund kann durch eine Behandlung wieder verschwinden.

Der iatrogene Diabetes beim Hund

Diabetes beim Hund kann auch durch Medikamente ausgelöst werden. Hohe Dosierungen von Kortison führen zu einem starken Durstgefühl. Die Hunde leiden ständig unter Hunger und Durst. Sie setzen große Mengen an Urin ab. Diese Form, die auch als Diabetes insipidus bezeichnet wird, verschwindet nach dem Absetzen des Kortisons wieder.

Weitere Ursachen für Diabetes beim Hund

Nicht kastrierte Hündinnen leiden häufiger unter der Zuckerkrankheit, da Progesteron, ein Geschlechtshormon, die Entstehung von Diabetes beim Hund fördert. Die Symptome sind vor allem während der Läufigkeit und der Scheinträchtigkeit zu erkennen. Andere Störungen des Hormonstoffwechsels, wie zum Beispiel das Cushing Syndrom, und Tumoren der Bauchspeicheldrüse können ebenfalls Diabetes beim Hund verursachen.

Bei einigen Hunderassen ist die Zuckerkrankheit angeboren. Die Welpen werden entweder bereits mit einer stark verkümmerten Bauchspeicheldrüse geboren oder die Drüse bildet sich in den ersten Lebenswochen zurück. Zu den von angeborenem Diabetes beim Hund betroffenen Hunderassen zählen Spitz, Zwergpudel, Malteser, Yorkshire Terrier, Mops und Zwergschnauzer.

Diabetes Hund: Vierbeiner liegt auf Kissen

Gefördert wird Diabetes beim Hund durch Übergewicht des Hundes, mangelnde Bewegung und ungesundes, zucker- und getreidehaltiges Futter.

Diagnose und Behandlung von Diabetes beim Hund

Die Diagnose wird in der Tierarztpraxis durch eine Blutuntersuchung und eine Harnuntersuchung gestellt. Die Blutabnahme vom Tierarzt erfolgt am Morgen, wenn der Hund noch nüchtern ist. Gemessen wird der Gehalt an Glukose im Blut. Bei gesunden Hunden liegt der Glukose-Wert zwischen 63,1 und 109,9 Milligramm pro Deziliter Blut. Bei kranken Hunden wird die falsche Menge Glukose produziert. Bei Diabetes mellitus ist auch der Morgenharn verändert. Das spezifische Gewicht ist verringert. Mit dem Harn wird eine große Menge an Zucker ausgeschieden.

Bei der Behandlung erhält der Hund Insulin, damit der Zucker den Zellen wieder für die Energiegewinnung zur Verfügung steht. Die individuell notwendige Dosis wird durch Kontrollen des Zuckerwertes im Blut bestimmt. Das Insulin muss immer in Form einer Injektion verabreicht werden. Dazu kann ein Insulin-Pen genutzt werden. Bei einer Überdosierung des Insulins entsteht eine Unterzuckerung. Der Hund schwankt und leidet an Krämpfen und muss sofort gefüttert werden, damit er nicht in ein Koma fällt.

Bei einer Unterdosierung des Insulins verringern sich die bestehenden Symptome nicht. Eine Behandlung mit Tabletten, die den Zuckergehalt im Blut senken, ist beim Hund leider nicht möglich. Die Behandlung vom Tierarzt, die durch regelmäßige Kontrollen des Zuckerwertes im Blut überwacht wird, muss immer durch eine entsprechende Diät und ein Bewegungsprogramm ergänzt werden.

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Was passiert, wenn Diabetes beim Hund nicht behandelt wird?

Wird Diabetes beim Hund nicht behandelt, steht dem Tier zu wenig Energie zur Verfügung. Der erhöhte Zuckergehalt im Blut gelangt bis ins Gehirn. Der Hund fällt in ein diabetisches Koma und stirbt im schlimmsten Fall.

Heilungsverlauf im Zuge der Behandlung

Typ-1-Diabetes ist nicht heilbar. Die Behandlung muss lebenslang erfolgen. Durch die Therapie erhält der Hund das benötigte Insulin und kann so ein völlig normales Hundeleben führen.

Bei Typ-2-Diabetes, die beim Hund seltener vorkommt, kann sich die Insulinresistenz der Zellen durch die Behandlung mit der Zeit bessern. Die Dosis der Medikamente wird gesenkt. Teilweise ist es auch möglich, die Medikamente vollständig abzusetzen. Wichtig ist, dass dieses immer in Absprache mit einem Tierarzt geschieht.

Gut zu wissen: Fakten rund um Diabetes beim Hund

Was darf ein Hund mit Diabetes fressen?

Diabetes Hund: Frau mit Hund im Arm

Die Ernährung spielt bei Diabetes eine wichtige Rolle.

Der Hund benötigt ein Futter mit gut verdaulichen Protein, einem hohen Ballaststoffgehalt und einem geringen Zucker- und Getreideanteil. Nach dem Fressen sollte der Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen, damit der Hund über mehrere Stunden mit Energie versorgt wird.

30 Minuten vor der Fütterung wird die Injektion mit Insulin verabreicht. Es ist wichtig, geregelte Fütterungszeiten einzuhalten, damit starke Schwankungen vom Blutzuckerspiegel vermieden werden. Am besten wird das Futter auf zwei Mahlzeiten täglich aufgeteilt. Zwischen der Morgen- und der Abendfütterung muss mindestens eine Pause von sieben bis acht Stunden bestehen.

Leckerchen verursachen Schwankungen des Blutzuckers und sollten unbedingt vermieden werden. Als Belohnung kannst Du Diät-Trockenfutter für zuckerkranke Hunde verwenden.

Was darf ein Hund mit Diabetes fressen?

Das Futter sollte einen hohen Ballaststoffanteil und viel leicht verdauliches Eiweiß enthalten. Gut geeignet ist Diät-Futter für Hunde mit Diabetes.

Welche Hunderassen sind besonders betroffen von Diabetes?

Kleine Hunderassen erkranken häufiger an Diabetes. Beim Lhasa Apso, Mops, Yorkshire Terrier oder Zwergpudel tritt häufiger eine Zuckerkrankheit auf als bei großen Hunderassen. Generell kann die Erkrankung aber bei allen Hunden auftauchen, insbesondere, wenn sie unter Übergewicht leiden.

Lebenserwartung von Hunden mit Diabetes

Wird der Blutzuckergehalt regelmäßig kontrolliert und die Behandlung angepasst, kann der Hund ebenso alt werden wie ein Vierbeiner, der nicht unter Diabetes leidet. Um der Fellnase eine gute Lebensqualität bis ins hohe Alter zu ermöglichen, müssen in regelmäßigen Abständen Untersuchungen bei einem Tierarzt durchgeführt werden. Nur so werden andere Erkrankungen, für die ein erhöhtes Risiko besteht, rechtzeitig erkannt.

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