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Räude beim Hund – Das solltest Du wissen

von Michael Hein
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Räude (Hund): Krankheitssteckbrief

Was ist Räude beim Hund?

Räude beim Hund wird durch Parasiten verursacht, die zu den Milben gehören. Die Sarcoptesmilben, oder Grabmilben, befallen die Haut des Hundes und bohren sich in die tieferen Hautschichten. Die Milben verursachen beim Graben der Tunnel starken Juckreiz.

Milben beim Hund

Von den echten Räudemilben sollten andere Milben, die ebenfalls Hautveränderungen hervorrufen, unterschieden werden:

  • Ohrmilben
  • Demodexmilben (Haarbalgmilben)
  • Pelzmilben (Cheyletiella)
  • Herbstgrasmilben

Scabies

Die echte Räude wird nur von Grabmilben (Sarcoptesmilben) verursacht. Die Ektoparasiten sind stark wirtsspezifisch, können aber auch Katzen und verschiedene Wildtiere befallen.

Wie sieht Räude beim Hund aus?

Die Haut ist mit Krusten bedeckt. Es besteht hochgradiger Juckreiz.

Räude beim Hund – So entsteht sie

Hunde stecken sich durch einen direkten Kontakt mit von Räudemilben befallenen Artgenossen an. Besonders hoch ist die Ansteckungsgefahr für Welpen, die bei einer mit Milben infizierten Mutter saugen. Da die Milben bei höheren ab zehn Grad Celsius bis zu sechs Tage und in Hautresten bis zu drei Wochen überleben können, ist eine Ansteckung auch über verschmutzte Gegenstände wie Decken oder Bürsten möglich.

Der Entwicklungszyklus

Meistens beginnt die Infektion am Kopf oder anderen Teilen des Körpers, an denen die Haut dünn ist. Die Männchen der Sarcoptes Milben leben auf der Haut oder in den flachen Tunneln in den oberflächlichen Hautschichten. Nach der Paarung mit den Weibchen sterben die Männchen ab. Die weiblichen Milben nutzen ihre Kopfwerkzeuge, um sich immer tiefer in die Haut einzugraben und sich dort von Hornschuppen und Gewebeflüssigkeit zu ernähren. Die Milben legen ihre Eier in den Bohrgängen ab.

Der gesamte Entwicklungszyklus der Räudemilben findet auf und in der Haut der Hunde statt.

Ursachen von Räude beim Hund

Meistens beginnt die Infektion am Kopf oder anderen Teilen des Körpers, an denen die Haut dünn ist

Die Entwicklungsstufen der Sarcotes Milben

Nach bis zu fünf Tagen beginnen aus den Eiern die Larven zu schlüpfen. Sie leben in den Bohrgängen und häuten sich dort in Nischen der Haut zu Nymphen. Die Nymphen haben bereits ein ähnliches Aussehen wie die erwachsenen Milben, besitzen aber noch kein Geschlecht. Nach einer weiteren Häutung ist der Entwicklungszyklus vollendet. Es sind adulte (erwachsene) Milben entstanden.

Wie bekommt ein Hund Räude?

Die Ansteckung erfolgt durch direkten Kontakt mit Hunden oder über verschmutzte Gegenstände.

Entwicklung der Cheyletiellen

Die Milben bohren sich nicht tief in die Haut, sondern legen ihre Eipakete an den Haaren des Hundes ab. Die geschlüpften Larven durchlaufen zwei Nymphen-Stadien und häuten sich dann zu einer adulten Milbe.
Der Entwicklungszyklus nimmt ungefähr drei Wochen in Anspruch.

Entwicklung der Demodex Milben

Demodex Milben leben in geringer Anzahl ständig auf der Haut des Hundes. Anders als die von der Umgebungstemperatur abhängigen Zecken finden die Milben auf der Haut des Hundes genügend Wärme. Sie können sich das ganze Jahr über vermehren und auf andere Hunde übertragen werden.

Durch Stress oder eine Erkrankung beginnen die Milben, sich stark innerhalb der Haarbälge zu vermehren. Eine Demodikose tritt auf.

Wie erkennt man Räude beim Hund?

Starker Juckreiz, ständiges Kratzen und Hautveränderungen sind für Räude beim Hund typisch. Zusätzlich werden die Milben mit einem Mikroskop nachgewiesen.

Symptome und Anzeichen der Räude beim Hund

Die Räude bei Hunden verläuft in mehreren Stadien.

Anfangsstadium der Räude beim Hund

Im Anfangsstadium der Räude beim Hund ist die von den Milben befallene Haut leicht gerötet. Es bilden sich Papeln, kleine hügelige Schwellungen. Durch die Einwanderung von Bakterien wird die Entzündung eitrig. Pusteln sind zu sehen.

Auf der Haut lagern sich verstärkt Schuppen ab. Bewegen sich diese Schuppen, handelt es sich um Pseudoschuppen (Cheyletiellen, die über die Haut laufen).

Fortgeschrittenes Stadium

Die Milben irritieren den Hund und verursachen starken Juckreiz. Der Hund kratzt sich ständig und scheuert sich an Gegenständen. Die Räude breitet sich immer weiter über den gesamten Körper aus. 

Durch die andauernde Reizung verdicken sich die obersten Hautschichten. Die Haut wird durch das Kratzen immer mehr verletzt, die Entzündungen haben sich nach einigen Tagen über den gesamten Körper ausgebreitet. Durch die Infektion mit Pseudomonaden strömt die Haut einen süßlichen Geruch aus.

Symptome von Räude beim Hund

Starker Juckreiz, ständiges Kratzen und Hautveränderungen sind für Räude beim Hund typisch.

Die chronische Räude beim Hund

Die Haut ist dick und an der Oberfläche mit Krusten und Borken bedeckt. Der Hund magert immer stärker ab. Das Allgemeinverhalten ist durch den Juckreiz stark gestört. Die Haut reagiert bei Berührungen schmerzhaft. Risse und Schrunden sind zu sehen. Der chronische Juckreiz und die damit verbundene Schmerzen lösen bei dem Hund Depressionen aus.

Erfolgt keine Behandlung verläuft die Räude tödlich.

Diagnose von Räude

Die Diagnose wird durch den Nachweis der Milben unter dem Mikroskop gestellt. 

Um die Sarcoptes Milben nachzuweisen, muss ein tiefes Hautgeschabsel von einem Tierarzt angefertigt werden. Die Haut wird mit einem Skalpell abgeschabt, bis eine leichte Blutung eintritt. Dadurch gelangen die Milben, die sich in den Bohrgängen aufhalten, auf den Objektträger. Cheyletiellen können mit einem oberflächlichen Geschabsel nachgewiesen werden. Ein Nachweis der Pelzmilben ist auch mit einem Tesastreifen, der auf die Haut und die Haare gedrückt wird, möglich. Die Milben, die sich an den Haaren festhalten, bleiben an der Klebefläche hängen. Für den Nachweis der Demodex Milben muss ebenfalls ein tiefes Geschabsel angefertigt werden, um die Milben in den Haarbälgen zu erreichen.

Ist Räude beim Hund heilbar?

Mit einer langwierigen Behandlung kann die Räude beim Hund geheilt werden. Demodikose tritt meistens nach einiger Zeit wieder auf.

Behandlungsmöglichkeiten der Räude beim Hund

Für eine effektive Therapie der Räude beim Hund müssen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten kombiniert werden.

Äußerliche Behandlung

Um die Milben und die Entwicklungsstadien abzutöten, wird der Hund mit einem speziellen Shampoo gewaschen. Die Borken lösen sich bei dem täglichen Bad langsam von der Haut, die Milben sterben ab. Der Hund muss mehrere Wochen lang mit dem Shampoo gebadet werden, damit auch die Entwicklungsstadien in den Eiern abgetötet werden. Einige Spot-on Präparate, die auch gegen Flöhe und Zecken aufgetropft werden, töten die erwachsenen Milben ebenfalls ab.

Innerliche Behandlung

Da die Räude beim Hund meistens mit einer bakteriellen Infektion der Haut verbunden ist, erhält der Hund Antibiotika in Form von Infusionen und Tabletten. Der Vierbeiner benötigt auch essentielle Fettsäuren und Vitamine in der Infusion, damit die Abwehrkraft der Haut und das gesamte Immunsystem gestärkt werden. Liegt ein Pilzbefall der Haut vor, muss zusätzlich mit einem Antimykotikum behandelt werden.

Bei besonders starkem Juckreiz erhält der Hund Kortison, um den Juckreiz zu beenden. Kortison hat den Nachteil, das bei einer zu langen Verabreichung das Immunsystem geschwächt wird. Die Milben können sich wieder stärker vermehren. Deshalb muss die von dem Tierarzt festgelegte Dosierung und Behandlungsdauer immer genau eingehalten werden.

Behandlung von Räude beim Hund

Mit einer langwierigen Behandlung kann die Räude beim Hund geheilt werden.

Unterstützende Behandlung

Es gibt einige Hausmittel, die Hunden geben kann, während die Räude behandelt wird.

  • Schwarzkümmelöl enthält große Mengen an ungesättigten, essentiellen Fettsäuren, die das Immunsystem von Hunden unterstützen und die Bildung von neuen Hautzellen fördern.
  • Kokosöl enthält Linolsäure. Die Säure unterstützt die Abtötung der Milben und lindert den Juckreiz der Hunde.
  • Apfelessig sollte nur bei chronischen Hautveränderungen angewendet werden. Bei akuten Verletzungen der Haut verursacht der Essig ein unangenehmes Brennen. Gegen Ende der Therapie unterstützt Apfelessig den Aufbau einer neuen Hautbarriere.
  • Aloe Vera spendet Feuchtigkeit und regt die Bildung von neuen Hautzellen und kollagenen Fasern an. Das Gel verringert den Juckreiz und wirkt auf der Haut der Hunde kühlend. 

Fluoreszenz Biomodulation

Bei starker Schädigung der Haut kann die Heilung durch Fluoreszenz Biomodulation beschleunigt werden. Der Tierarzt trägt eine Gelschicht auf die Haut der Hunde auf und bestrahlt die Haut mit einer Blaulicht-Lampe. Das Gel absorbiert das Licht und sendet langwellige Strahlen in die unteren Hautschichten. Die Bildung neuer Blutgefäße und Zellen wird angeregt.

Ist Räude auf den Menschen übertragbar?

Räude kann auf den Menschen übertragen werden. Die Räudemilben können sich bei Menschen allerdings nicht festsetzen und vermehren.

Räude beim Hund: Vorbeugung und Prophylaxe

Um eine Ansteckung zu vermeiden, darf kein Kontakt mit infizierten Tieren wie anderen Hunde oder Katzen bestehen. Gute Hygiene verhindert eine Übertragung durch Gegenstände. Schon bei den ersten Anzeichen sollte ein Tierarzt aufgesucht und mit der Behandlung begonnen werden.

Ist Räude für den Menschen ansteckend?

Der Mensch ist ein Fehlwirt. Die Milben können sich in der Haut von Menschen nicht vermehren. Die Entzündung verschwindet nach kurzer Zeit.

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