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Depression beim Hund – Können unsere Vierbeiner depressiv werden?

von Michael Hein
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Hunde gelten in der Regel als sehr feinfühlig und empathisch. Sobald es Herrchen oder Frauchen nicht so gut geht, bemerken die Vierbeiner dies und versuchen, ihren Menschen wieder aufzumuntern. Zudem gibt es auch genügend Hunde, die speziell als emotionale Begleithunde eingetragen sind. Menschen mit Depressionen erhalten von ihrem Hund die benötigte seelische Unterstützung, damit sie den Alltag bewältigen können. Doch wie sieht es bei den Hunden selbst aus? Sind diese Tiere von Natur aus immer fröhlich, oder können auch unsere Hunde depressiv und traurig sein? Auch wenn eine Depression beim Hund nicht so weit verbreitet ist wie beim Menschen, so kommen diese auch in der Tierwelt vor. Wie Depressionen beim Hund entstehen, wie Du sie erkennst und was Du dagegen tun kannst, damit wollen wir uns in diesem Artikel etwas näher beschäftigen. 

Depression (Hund): Krankheitssteckbrief

Depressionen beim Hund – Ursachen und Auslöser

Die Auslöser für Depressionen beim Hund sind jenen gar nicht so unähnlich, die auch beim Menschen Depressionen verursachen können. Trennungen könnten ein Grund sein, dass der Hund in tiefe Trauer verfällt. Stirbt eine enge Bezugsperson oder verlässt den Vierbeiner im Zuge einer Trennung oder Scheidung, so kann das depressive Stimmungen im Tier auslösen. Auch wenn ein anderes Tier aus dem Rudel stirbt, trauern manche Hunde häufig sehr intensiv. Wird der Hund von seinen Besitzern ins Tierheim oder in eine andere Familie abgegeben, so trauern auch hier Hunde meist stark. 

Wenn ihr für längere Zeit im Urlaub seid und der Hund während dieser Phase in einer Tierpension bleiben muss, so kann dies auch Unsicherheit und Trauer im Vierbeiner auslösen. Vor allem Hunde, die vielleicht erst kurz aus dem Tierheim adoptiert wurden, oder sogenannte Auslands- und Straßenhunde haben oft ein Problem mit Vertrauen und Sicherheit. Sie haben Angst, das schöne neue Zuhause bereits wieder verloren zu haben und fallen in ein schwarzes Loch. Manche Hunde werden auch depressiv, wenn sie zu wenig Zuneigung erfahren, wenn sie nicht richtig ausgelastet sind, oder wenn sie zum Beispiel den Großteil ihres Tages im Zwinger oder in der Hundehütte im Garten alleine verbringen sollen. 

Du siehst, auch Hunde können durchaus menschliche Emotionen verspüren und durch prägnante Ereignisse aus der Bahn geworfen werden. So wie ansonsten der Hund Dich tröstet, so solltest Du nun in diesem Fall für Deinen vierbeinigen Freund da sein und ihm helfen.

Können Hunde Depressionen spüren?

Hunde sind sehr feinfühlig und empathisch. Sie fühlen nicht nur, wenn es dir schlecht geht, sie können auch selbst traurig und depressiv werden, wenn sich in ihrem Leben etwas drastisch verändert.

Symptome – So erkennst Du, ob Dein Hund depressiv ist

Du weißt genau, wie Dein Hund tickt und wie er in den verschiedensten Situationen reagiert und handelt. So erkennst Du erste Anzeichen garantiert sofort – wenn sich an seinem Verhalten etwas ändert. Das heißt jetzt aber nicht, dass es immer gleich eine Depression sein muss, nur weil Dein Vierbeiner plötzlich eine Verhaltensänderung zeigt. 

Es kann auch eine Krankheit oder eine andere Sache der Auslöser für ein plötzlich anderes Verhalten sein. Auf jeden Fall sollte es immer abgeklärt werden, ob die Gesundheit Deines Hundes in Ordnung ist. Ein Indiz, dass etwas nicht stimmt, kann immer das Fressverhalten sein. Depressive Hunde wollen auf einmal nicht mehr fressen, auch wenn sie zuvor nie Probleme mit der Ernährung hatten. Wenn Du Deinem Hund die besten Leckerchen anbietest und er verweigert alles, dann solltest Du Dir Gedanken machen. Achte auch vor allem darauf, dass das Tier dennoch ausreichend Wasser trinkt. Schnell können vor allem sehr kleine Hunde dehydrieren.

Hund mit Depressionen liegt auf dem Boden

Hunde fühlen nicht nur, wenn es dir schlecht geht, sie können auch selbst traurig und depressiv werden, wenn sich in ihrem Leben etwas drastisch verändert.

Wenn der Hund auch keine Energie mehr zeigt und aus einem verspielten, agilen Hund plötzlich ein ruhiger Trauerkloß wird, dann zeigt Dir das Tier damit, dass er traurig ist. Viele Hunde haben auch keine Lust mehr am Gassi gehen und sträuben sich regelrecht dagegen. Es kann sein, dass sich der Vierbeiner im hintersten Eck der Wohnung verkriecht und dort am liebsten ganz alleine den Tag verbringt. Das Tier hat eventuell einen leeren Blick und auch seine Körperhaltung wirkt schlaff und lustlos. Auch das sind mögliche Symptome für eine Depression bei Hunden.

Ein weiteres Symptom einer Depression beim Hund kann sein, dass Dein Hund nur mehr bei Dir liegen will. Sobald Du Dich von ihm wegbewegst, beginnt er zu heulen und zu jammern. In seltenen Fällen kann es auch zu Problemen mit der Stubenreinheit kommen. Ist ein Hund depressiv, so könnte es passieren, dass er wieder ins Haus pinkelt, obwohl er vorher bereits jahrelang stubenrein war.

Wie verhält sich ein depressiver Hund?

Depressive Hunde haben oft einen leeren Blick, schlafen sehr viel, fressen wenig und scheinen an nichts mehr Spaß zu haben.

So werden Depressionen beim Hund diagnostiziert

In erster Linie musst Du Deinen Hund genau beobachten. Es ist auch wichtig, dass ihr einen Tierarzt aufsucht, damit Probleme mit der Gesundheit ausgeschlossen werden können. Dass der Hund nicht mehr fressen will, kann auch daran liegen, dass er zum Beispiel starke Zahnschmerzen oder ein entzündetes Zahnfleisch hat. Auch ein Tierpsychologe oder ein Verhaltensspezialist kann eine Depression beim Hund feststellen. Es muss jedoch immer eng mit dem Hundehalter zusammengearbeitet werden, da sich Depressionen beim Hund nicht so einfach diagnostizieren lassen.

Der Tierarzt oder Psychologe wird im Anschluss vor allem Dir sehr viele Fragen stellen. So kann herausgefunden werden, was sich im Leben des Hundes verändert hat. Wichtig ist, dass du hier offen und ehrlich antwortest. Schäme Dich nicht, auch wenn Dir manche Antworten unangenehm sind. Wenn Du in letzter Zeit Deinen Hund oft zu einem Hundesitter gebracht hast oder wenig Zeit für das gemeinsame Gassi hattest, dann musst Du das hier unbedingt mitteilen. Nur so kann später der richtige Ansatz gefunden werden, wie die Depressionen beim Hund zu behandeln sind.

Depressiver Hund liegt auf dem Boden

Depressive Hunde haben oft einen leeren Blick, schlafen sehr viel und fressen wenig.

Depression beim Hund behandeln – Lösungsansätze

Sobald der Auslöser und Ursachen für die Depression beim Hund gefunden ist, ist es auch relativ einfach, etwas dagegen zu unternehmen. Vor allem mit viel Geduld, Liebe und Einfühlungsvermögen kriegt ihr das wieder in den Griff. Hat der Vierbeiner durch Tod oder Trennung eine enge Bezugsperson verloren, so hilft es nur, dem Tier nun besonders viel Liebe und Sicherheit zu bieten. Der Hund muss erkennen, dass er auch jetzt noch jemanden hat, auf den er sich voll verlassen kann. Es ist jedoch normal, dass der Hund eine Zeit lang trauert.

In manchen Fällen hilft es auch, wenn wieder ein neuer Spielkamerad für den Hund einzieht. War er jahrelang an einen zweiten Hund im Haus gewöhnt, so lebt er vielleicht schnell wieder auf, wenn ein neuer Hund einzieht. In den meisten Fällen hilft es, jetzt besonders viel Zeit für den Hund zu haben. Vielleicht hilft es auch, wenn ihr gemeinsame neue Aktivitäten startet und ihr euch zum Hundetraining, zum Schwimmen oder zum Hundesport anmeldet.

Kann ein Hund psychisch krank sein?

Ja, auch Hunde können psychisch krank werden und unter Depressionen leiden.

Wenn sich die Situation gar nicht ändert, so kann der Tierarzt auch stimmungsaufhellende Medikamente verschreiben. Diese Antidepressiva sollten aber auch bei Hunden der allerletzte Ausweg sein. Es gibt auch homöopathische Mittel, die gegen Depressionen beim Hund helfen. Diese müssen jedoch individuell auf den Hund angepasst werden. Rescue Bachblüten Tropfen sind in der Regel jedoch so universal, dass sie immer verabreicht werden können. Auch beruhigende Düfte können hier hilfreich sein. Im Fachhandel und Online sind spezielle Diffuser erhältlich, die speziell für diese Zwecke konzipiert sind. Gönne Deinem Hund jeden Tag eine kleine Massage. Diese 10 Minuten solltet ihr als eure ganz persönliche gemeinsame Auszeit genießen. Massiere Deinen Hund sanft und vor allem auch den Vagusnerv, der über die Kehle, den Hals bis hin zum Bauch führt. Dieser kann ebenfalls die Stimmungen vom Hund beeinflussen.

Bei Depressionen beim Hund ist es wichtig, dass das Tier nun eine feste und konsequente Routine kennenlernt. Dies sorgt dafür, dass er sich sicherer fühlt. Es sollte nun auch besonders auf die perfekte Balance zwischen körperlicher und geistiger Auslastung und absoluter Ruhephasen geachtet werden.

Wie merkt man, wenn Hunde traurig sind?

Wenn sich das Verhalten des Hundes stark ändert, kann eine Traurigkeit die Ursache sein. Er frisst vielleicht nicht mehr gut, geht nicht mehr gerne Gassi und wirkt müde und abgeschlagen.

Depression beim Hund vorbeugen

Gegen manche Ereignisse kannst Du Dich nicht wappnen. Du kannst aber sehr wohl darauf achten, dass Du Deinen Hund niemals vernachlässigst. Wenn Du einen Hundesitter brauchst, suche nach jemandem, bei dem sich Dein Tier absolut wohlfühlt. Plane den nächsten Urlaub so, dass Du Deinen Vierbeiner mitnehmen kannst. Ist dies nicht möglich, so bringe ihn nicht in eine Hundepension, sondern vielleicht zu Deinen Eltern oder Menschen, die er gerne mag und gut kennt.

Eine Depression kann auch vorgebeugt werden, wenn du immer auf ausreichend Auslastung und Ruhe sorgst. Je konstanter das Leben verläuft, umso sicherer fühlt sich der Hund. Sicherheit sorgt für Selbstvertrauen und Hunde mit einem gesunden Selbstbewusstsein werden in seltenen Fällen depressiv.

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