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Hautpilz beim Hund – was ist zu tun?

von Michelle Holtmeyer
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Hautpilz beim Hund ist eine häufige Krankheit der Hundehaut und des Fells. Falls Dein Hund sich ständig juckt, Fell verliert und entzündende Hautstelle aufweist, dann leidet Dein Vierbeiner wahrscheinlich unter einer Pilzinfektion. Welche Faktoren zu Hautpilz beim Hund führen, welche Symptome typisch sind und welche effektiven Behandlungsmethoden eingesetzt werden, erfährst Du hier.

Was ist Hautpilz beim Hund?

Hautpilz ist eine der am häufigsten auftretenden Hauterkrankungen bei Hunden. Der medizinische Fachbegriff für Hautpilz lautet Dermatophyten. Die Pilzarten, die am weitesten verbreitet sind, sind der Hefepilz, der Microsporum canis und der Trichophyton mentagrophytes. Übertragen werden Pilzkrankheiten durch winzige Sporen, die für das bloße Auge nicht erkennbar sind und sich sehr gut verteilen.

An diesen hochinfektiösen Sporen sitzen winzige Pilzpartikel, die sich auf der Haut festsetzen und eine dortige Ausbreitung des Pilzes zur Folge haben. Zunächst bildet der Pilz ein dichtes Wurzelsystem, das ihn tief in der Haut verankert. Ist dieses Wachstum in die Tiefe abgeschlossen, breitet sich der Pilz zunehmend zu den Seiten der ersten Befundstelle aus. Die durch ihn verursachten Veränderungen der Haut äußern sich durch Rötungen, Haarausfall, Schuppen und meist starken Juckreiz.

Was tun bei Hautpilz bei Hunden?

Wenn Du auffällige Hautpartien bei Deinem Hund entdeckt hast und den Verdacht hegst, es könnte sich um einen Befall durch Hautpilz handeln, solltest Du Deinen Hund direkt zum Tierarzt zur Behandlung bringen. Nur dieser verfügt über Methoden zur Bestimmung und kann mit Sicherheit feststellen, ob tatsächlich ein Hautpilz vorliegt. Je schneller dieser gefunden und behandelt wird, desto kürzer dauert der Leidensweg Deines Hundes an und desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Verbreitung im Umfeld der Hunde.

Welche Faktoren führen zu Hautpilz beim Hund?

Besonders gefährdet für eine solche Erkrankung der Haut sind junge oder sehr alte Hunde sowie Hunde mit einem generell geschwächten Immunsystem. Die Ansteckung mit Hautpilz erfolgt entweder durch direkten Kontakt mit einem anderen infizierten Lebewesen oder aber indirekt, durch den Kontakt mit einer bereits infizierten Umgebung. Hierzu zählen Gegenstände wie Decken oder Bürsten, die bereits mit einem infizierten Hund in Kontakt gekommen sind und auf denen die Pilzsporen nicht abgetötet worden sind.

Über winzige Risse in der Haut, die jeder Hund und auch jeder Mensch aufweist, können die Pilzsporen in diese eindringen und sich von dort aus verbreiten. Pilze bevorzugen zudem ein feuchtwarmes Klima. In diesem breiten sie sich besonders schnell aus, daher ist ein Pilzbefall beispielsweise bei Hunden mit schlecht belüfteten Schlappohren nicht selten.

Wie sieht Hautpilz bei Hunden aus?

Die an Hautpilz erkrankten Stellen können überall am Körper auftreten und verlieren oft ihr Fell. Zudem ist die Haut meist rau, gerötet, schuppig oder auch dunkel verwachsen. In der Regel ist die vom Hautpilz befallene Haut deutlich von gesunder Hundehaut zu unterscheiden und auch für den Laien gut zu erkennen.

Hund hat Hautpilz: Symptome und Diagnose

Hannoverscher Schweißhund WelpeGenerell lässt sich eine Hautpilzerkrankung recht gut erkennen, beispielsweise beim Bürsten des Hundes, in fortgeschrittenem Stadium aber auch ohne genauere Untersuchung, da die erkrankten Hautstellen weithin deutlich sichtbar sind. Die mit Hautpilz einhergehenden Symptome sind meist Haarausfall, der an deutlich abgegrenzten und runden Stellen auftritt. Durch das fehlende Fell werden Hautveränderungen sichtbar, die meist von dunklerer Färbung sind, als die gesunde, noch nicht befallende Haut.

Zudem wird der betroffene Hund von starkem Juckreiz geplagt, den er durch intensives Kratzen zu bekämpfen versucht. In besonders schweren Fällen wirft die kranke Haut Bläschen. Auch eine Rötung oder stark schuppende Haut können ein Anzeichen für Hautpilz sein. Besteht Verdacht auf eine solche Pilzerkrankung, sollte diese unbedingt vom Tierarzt behandelt werden, da Hautpilz sowohl für andere Hunde als auch für den Menschen ansteckend ist.

Wird ein Hund mit Verdacht auf einen Hautpilzbefall beim Tierarzt vorgestellt, so stehen diesem verschiedene Diagnosemöglichkeiten und Behandlungen zur Verfügung. Mit ihnen lässt sich überprüfen, ob es sich bei den vorliegenden Symptomen tatsächlich um Hautpilz handelt:

1. Die Wood’sche Lampe

Einige Pilzsporen haben die Eigenschaft, dass sie unter Schwarz- oder UV-Licht leuchten. Besonders wenn es um eine schnelle Diagnose gehen soll, wird diese Methode häufig eingesetzt. Sie ist allerdings nicht sehr verlässlich. Daher sollte ein positives Ergebnis auf diesen Test nochmals durch eine andere Methode bestätigt werden und auch ein negatives Ergebnis der Wood’schen Lampe schließt keine Pilzinfektion aus. Einige Pilzarten sind auf diese Weise nicht festzustellen, da sie nicht die Eigenschaft haben, unter kurzwelligem Licht zu fluoreszieren.

2. Biopsie

Bei einer Biopsie wird aus der vermeintlich betroffenen Hautstelle eine kleine Probe des Gewebes entnommen. Dies geschieht mit Hilfe einer Biopsie-Zange oder einer dicken Spritze. Diese Gewebeprobe umfasst mehrere Hautschichten inklusive der Unterhaut, die durch den Pathologen im Labor in dünne Scheiben zerlegt wird. Durch einen Pilz verursachte Veränderungen können dadurch sichtbar werden.

Wie erkennt man Hautpilz bei Hunden?

Erkrankte Stellen lassen sich in der Regel gut durch das stellenweise Auftreten von Haarausfall und großen Juckreiz der kahlen Stellen erkennen. Die kranken Hautpartien sind zudem meist gerötet oder weisen andere optische Unterschiede zur danebenliegenden, nicht betroffenen Haut auf.

3. Untersuchung unter dem Mikroskop

Die Haare des Hundes inklusive der Haarwurzel können auch Aufschluss darüber geben, ob tatsächlich eine Pilzinfektion vorliegt. Unter dem Mikroskop werden die Haarproben stark vergrößert dargestellt, sodass Veränderungen, die durch einen Pilz verursacht werden, sichtbar werden.

4. Anlegen einer Pilzkultur

Das Anlegen einer Pilzkultur gilt als die sicherste Bestimmungsmethode, sie benötigt jedoch auch einige Tage Zeit. Von der erkrankten Hautstelle wird hierbei ein Abstrich genommen, der anschließend auf einen Nährboden kommt und sich dort vermehren darf. Unter einem Mikroskop können Experten dann die Einzelheiten und Charakteristika des Pilzes erkennen und die Art des Pilzes somit ganz genau bestimmen. Die Art des Pilzes ist für die Behandlung wichtig, da für unterschiedliche Pilzarten auch verschiedene Medikamente benötigt werden.

Was hilft gegen Hautpilz bei Hunden?

Sogenannte Antimykotika helfen dem Organismus des Hundes von innen bei der Bekämpfung des Pilzes. Gleichzeitig sollten Haut und Fell von außen durch pilzbekämpfende Mittel behandelt werden, um die weitere Verbreitung des Pilzes einzuschränken und die Symptome zu lindern.

Behandlungsmethoden und Heilungsverlauf

Französische Bulldogge im Liegen

Die Ansteckungsrate von Hautpilz für Mensch und Tier ist sehr hoch.

Da die Ansteckungsrate von Hautpilz für Mensch und Tier sehr hoch ist, ist eine gründliche Behandlung besonders wichtig. Die Behandlungschancen stehen gut. Die Dauer der Behandlung kann sich jedoch über mehrere Monate ziehen und muss sehr gewissenhaft durchgeführt werden. Besonders wenn der Hautpilz bereits in einem frühen Stadium diagnostiziert worden konnte und die Ausbreitung noch nicht hoch ist, gestaltet die Behandlung sich als problemlos.

Der erste Schritt in der Bekämpfung des Pilzes umfasst zunächst die Entfernung der befallenen und infektiösen Haare und Hautschuppen, damit diese nicht weiter verteilt werden können. Befallene Hunde werden daher häufig geschoren. Durch die Gabe von Antimykotika, die entweder per Spritze oder oral per Tablette oder Paste verabreicht werden, erfolgt die Behandlung bzw. Bekämpfung des Pilzes von innen.

Zudem werden die erkrankten Hunde mit speziellen Shampoos oder anderen Mitteln behandelt, die direkt auf die Haut aufgetragen werden und dort lokal ihre Wirkung tun. Hierbei muss man jedoch den gesamten Körper und nicht nur die betroffene Region behandeln, um wirksam alle Pilzsporen zu vernichten und eine Neuansteckung zu vermeiden.

All diese zur Verfügung stehenden Maßnahmen sollten gleichwertig genutzt und so lange wiederholt durchgeführt werden, bis der Pilzbefund durch den Tierarzt negativ ist. Wichtig zu beachten ist außerdem, dass auch alle Gegenstände, die mit dem infizierten Hund in Kontakt gekommen sind, gründlich gereinigt und desinfiziert werden müssen. Hierzu zählen das Hundebett, die Bürsten, Halsbänder und Leinen, Spielzeuge und am besten auch die Räume, in denen der Hund sich aufgehalten hat.

Hierfür gibt es spezielle Lösungen, die Pilze effektiv und nachhaltig abtöten. Werden diese Maßnahmen nicht konsequent und gründlich umgesetzt, so kann es zu einer erneuten Infektion des Hundes oder aber auch des Menschen kommen und der plagende Krankheitskreis beginnt von vorne.

Wirksamkeit von Haushaltsmitteln

Der Pilz an sich kann nach aktuellem Stand der Wissenschaft nicht durch Hausmittel behandelt werden. Zur effektiven Bekämpfung benötigt es geprüfte Arzneimittel, die durch den Tierarzt verschrieben werden. Gegen die Linderung des Juckreizes, der mit den meisten Pilzbefällen einhergeht, können einige Hausmittel helfen. Diese sollten aber nur als erste Hilfeleistung angewendet werden, um den Hund etwas vom Jucken zu befreien, und ersetzen niemals die umfangreiche Behandlung durch einen Tierarzt.

Bei Juckreiz kann Quark oder Joghurt auf die entsprechende Stelle aufgetragen werden. Dieser kühlt und mindert das nervige Jucken vorübergehend etwas ab. Bei trockener Haut wird oft auch Apfelessig empfohlen. Dieser sollte jedoch niemals auf offene Hautstellen aufgetragen werden, da der Essig in einer offenen Wunde stark brennt und dem Hund nur weitere Schmerzen bereitet.

Ist Hautpilz beim Hund ansteckend?

Ja. Hautpilz gehört zu den sehr stark ansteckenden Erkrankungen, da die leichten und winzig kleinen Pilzsporen sich problemlos durch die Luft oder direkten Hautkontakt übertragen. Die Ansteckungsgefahr besteht zudem nicht nur unter Hunden. Auch vom Hund auf den Menschen und vom Menschen zum Hund kann eine Ansteckung mit Hautpilz erfolgen.

Übertragungsgefahr vom Tier zum Menschen

Die Übertragung von Hautpilz kann sowohl von Mensch zu Tier als auch andersherum geschehen. Diese Art der artüberschreitenden Infektionskrankheit nennt sich Zoonose. Prinzipiell sind daher alle Wirbeltiere gefährdet, die mit einem Pilzpatienten in Kontakt kommen. Das Immunsystem des jeweiligen Hundes oder Menschen spielt jedoch eine große Rolle dabei, ob es bei Kontakt auch zu einer Ansteckung kommt oder nicht.

Um sich selber vor einer Infektion durch den Hund zu schützen, sollten einige Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Nach dem Kontakt zum Hund hilft ein gründliches Waschen der Hände, um mögliche Pilzsporen von der Haut zu entfernen. Auch den Hund vom eigenen Bett oder dem Sofa fernzuhalten, kann bereits helfen.

Ist eine Pilzerkrankung festgestellt worden, so sollten alle Behandlungsmaßnahmen schnellstmöglich vorgenommen und der Kontakt zu anderen Hunden oder Menschen weitestgehend reduziert werden. Besonders Kinder, Schwangere und immunschwache Menschen sollten dann nicht mehr in Kontakt mit dem erkrankten Hund kommen, da sie zu den Risikopatienten gehören, die leicht anfällig für eine Ansteckung sind.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Hautpilz beim Hund

Das Risiko einer Ansteckung besteht jederzeit, da es leider auch Fälle gibt, in denen der Pilz noch nicht bemerkt worden ist und sich Pilzsporen sehr leicht verteilen. Zu bereits mit Hautpilz diagnostizierten Hunden sollte der Kontakt vermieden werden, ebenso wie der Aufenthalt in ihrer Umgebung nicht ratsam ist, bis diese dekontaminiert worden ist. Auch eine regelmäßig durchgeführte Reinigung und Desinfektion aller Gebrauchsgegenstände des Hundes kann vorbeugend gegen Pilzbefall wirken.

Ist Dein Tier in Kontakt mit vielen anderen Hunden gewesen, beispielsweise weil er sich in einer Tierpension oder einer Hundetagestätte aufgehalten hat, so solltest Du ihn regelmäßig und genau auf Anzeichen für Hautpilzbefall hin untersuchen. Zudem ist ein starkes Immunsystem sehr hilfreich dabei, eine solche Infektion effektiv zu bekämpfen, bevor es zu einem Ausbruch der Erkrankung kommt. Das Immunsystem eines Hundes lässt sich durch eine ausgewogene Fütterung unterstützen sowie durch viel Bewegung und Auslastung.

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