Home Labrador Retriever

Labrador Retriever

von Kolja von edogs
0 Kommentar

Der Labrador Retriever ist eine relativ junge Hunderasse, wenn man von der offiziellen Rasseanerkennung 1903 und der Rasseclubgründung im Jahre 1916 ausgeht, welche aber vor allem hierzulande einen unglaublichen Siegeszug angetreten hat und inzwischen immer wieder die Liste der beliebtesten Hunderassen in Deutschland anführt.

Die FCI führt den Rassestandard des Labrador Retrievers unter der Nr. 122 in Gruppe 8: Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde, Sektion 1: Apportierhunde, mit Arbeitsprüfung.

Labrador Retriever im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 53-57 cm
Gewicht: 30-38 kg
FCI-Gruppe: 8: Apportierhunde – Stöberhunde – Wasserhunde
Sektion: 1: Apportierhunde
Herkunftsland: Großbritannien
Farben: Schwarz, Schokolade, Gelb, Gelb-Schokoladebraun
Lebenserwartung: 10-13 Jahre
Geeignet als: Familien-, Begleit-, Blindenbegleit-, Rettungs-, Schweiß- und Drogenhund
Sportarten: Agility, Apportieren, Dummytraining
Charakter: Sanft, Intelligent, Gutmütig, Gütig, Abgehend, Agil
Auslaufbedürfnisse: hoch
Sabber-Potential: mittel
Stärke des Haarens: hoch
Pflegeaufwand: gering
Fellstruktur: kurz, dicht, nicht wellig, hart und wetterbeständige Unterwolle
Kinderfreundlich: ja
Familienhund: ja
Sozial: ja

Herkunft und Rassegeschichte

Über die tatsächliche Herkunft der Rasse gibt es unterschiedliche Theorien. Zwar wird inzwischen übereinstimmend berichtet, dass Mitte des 19. Jahrhunderts Hunde aus der kanadischen Provinz Neufundland, zu der auch die Halbinsel Labrador gehört, mit Fischern nach Großbritannien gelangten, wo vor allem in Adelskreisen eine züchterische Weiterentwicklung vorangetrieben wurde. Es soll sich bei diesen ersten Hunden um Vertreter des sogenannten St. Johns Wasserhundes gehandelt haben, der in den sehr wasserreichen Gegenden der nordöstlichen Regionen Kanadas vor allem von Fischern als Arbeitshund eingesetzt wurde.

Der St. Johns Hund hatte ein sehr dichtes schwarzes Fell mit typischen weißen Abzeichen an Brust und Pfoten. Er konnte hervorragend schwimmen und war zudem sehr kälteunempfindlich, was im arktisch-subarktischen Klima der dünn besiedelten Landschaften seiner Heimat unabdingbar war. Wahrscheinlich gelangten aber die Vorfahren der St. Johns Wasserhunde ihrerseits bereits im 17. Jahrhundert mit britischen Siedlern erst nach Kanada, sodass der heute im Rassestandard des Labrador Retrievers festgelegte UrsprungGroßbritannien“ schlussendlich richtig erscheint.

Labrador Retriever Welpe

Labrador Retriever blicken auf eine lange Geschichte zurück.

Halfen seine kanadischen Vorfahren vor allem den Fischern dabei, die Netze einzuholen und abgetriebene Fische zum Boot zu bringen (das englische Wort „retrieve“ bedeutet so viel wie „zurückholen, zurückziehen oder wieder auffinden“), legte schließlich der Earl of Malmesbury bei seiner gezielten Zucht in Großbritannien den Fokus mehr auf die jagdliche Nutzung der neuen Rasse. Durch Einkreuzung verschiedener anderer britischer Jagdhundrassen entstand so ein Hund, der nun auch an Land bei der Jagd auf Nieder- und Federwild als vorzüglicher Apportierhund zum Einsatz kam. Auch die Bergung von erlegtem Wassergeflügel aus Seen ist für die nach wie vor sehr schwimmfreudigen Labrador Retriever kein Problem. Neben der ursprünglichen Fellfarbe Schwarz haben sich später auch andere Farbschläge wie Gelb und Braun durchgesetzt.

Wo kommen Labrador Retriever her?

Die Stammväter dieser Rasse kamen wohl aus der kanadischen Provinz Neufundland, in der sich auch die Halbinsel Labrador befindet, nach Großbritannien.

Wesen & Charakter vom Labrador Retriever

Der Labrador Retriever (oder liebevoll auch „Labbi“ genannt) zeichnet sich durch ein überaus freundliches, gutmütiges Wesen aus. Er ist ein ausgesprochen anhänglicher Familienhund, liebt vor allem auch Kinder und zeigt ein ausgeprägtes Bedürfnis, es seinen Menschen Recht zu machen (= „Will to please“). Diese Eigenschaften machen die Erziehung dieser Rasse relativ einfach. Wobei wie immer in der Hundeerziehung liebevolle Konsequenz seitens des Halters nötig ist, damit der Hund sicher lernt, was er darf und was nicht.

Da auch die jagdlich genutzten Labradors vor allem die Aufgabe haben, bereits getötetes Wild zu apportieren, und nicht das Aufspüren und Hetzen lebender Tiere, ist ihr Jagdtrieb kaum ausgeprägt. So ist die Haltung auch im Nicht-Jägerhaushalt problemlos möglich. Dennoch wollen sie gefordert und bewegt werden, denn sie sind nun einmal Arbeitstiere und brauchen Beschäftigung. Die meisten Rassevertreter lieben nach wie vor das Wasser und haben immer Freude daran, Dinge wie Stöcke, Bälle oder Wurfscheiben zu apportieren.

Hunde dieser Rasse

Aussehen des Labrador Retriever

Labrador Retriever sind mittelgroße Hunde mit kräftigem Körperbau, die aber laut Standard sehr rege sein sollen, um „übermäßiges Gewicht auszuschließen“. Der stämmige, kompakte Körper mit geradem Rücken, kurzer Lendenpartie und breiter Brust ruht auf starken, relativ geraden Läufen. Der breite Kopf mit den eng anliegenden Schlappohren und braunen, intelligenten Augen geht in einen kräftigen Hals über. Ein besonders charakteristisches Merkmal für diese Rasse ist die sehr dicke, runde und dicht behaarte Rute. Diese wird tatsächlich als „Otterschwanz“ bezeichnet und dient dem Hund im Wasser als eine Art Ruder.

Rüden erreichen eine Schulterhöhe von 56-57 Zentimetern, Hündinnen sind mit 54-56 Zentimetern etwas kleiner. Das immer einfarbige Fell kann entweder schwarz, gelb (in allen Schattierungen von hellem Creme bis tiefem Fuchsrot) oder schokoladenbraun sein. Ein kleiner weißer Brustfleck ist laut Rassestandard erlaubt und erinnert an den Stammvater des Labrador, den St. Johns Hund. Das Haarkleid ist kurz, dicht und glatt mit wetterbeständiger Unterwolle.

Wenngleich der Rassestandard nur einen Typ des Labrador Retriever kennt, haben sich über die letzten Jahrzehnte in der Zucht zwei unterschiedliche Linien entwickelt, die heute mit dem kompakten „Show-Typ“ und dem etwas leichteren, hochläufigeren „Arbeits-Typ“ bezeichnet werden.

Wie groß wird ein Labrador Retriever?

Rüden erreichen eine Schulterhöhe von 56-57 Zentimetern, Hündinnen sind mit 54-56 Zentimetern etwas kleiner.

Erziehung & Haltung des Labrador Retriever – Das gilt es zu beachten

Labrador Retriever auf Wiese

Labrador Retriever sind unkomplizierte Hunde.

Aufgrund seines freundlichen Wesens, der engen Bindung an seine Menschen und seinem Bedürfnis, es seinem Zweibeiner Recht zu machen, ist der Labrador Retriever ein unkomplizierter Hund. Er kann auch von Anfängern einfach und gut erzogen werden, wenn man sich an die Grundregeln der Hundeerziehung hält. Dazu gehört wie immer viel Liebe, aber auch Geduld und klare, konsequente Ansagen, damit der Hund versteht und weiß, was er soll. Wird ihm an einem Tag plötzlich verboten, was am Tag zuvor noch erlaubt war, oder umgekehrt, kann der Hund das nicht verstehen und einschätzen und wird über die Zeit unsicher und unglücklich. Daher empfiehlt sich auch für diese Rasse durchaus der Besuch einer guten Hundeschule, um das Verständnis der Grundkommandos und gleichzeitig ein gutes Sozialverhalten mit anderen Hunden zu erlernen.

Zur Haltung von Hunden gibt es in Deutschland einige wichtige gesetzliche Regelungen. So heißt es im Tierschutzgesetz in §2 :

„Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,
1. muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,
2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbar Leiden oder Schäden zugefügt werden,
3. muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.“

Um das rege Wesen des Labradors zu befriedigen und dabei einer übermäßigen Gewichtszunahme vorzubeugen, braucht diese Rasse viel Bewegung bei gleichzeitiger geistiger Beschäftigung. Die Freude am Apportieren ist dem Labrador angeboren, sodass Spiele mit Ball, Stock oder Wurfscheibe sehr gerne angenommen werden. Ein großer Garten, in dem der Hund frei laufen kann, ist sicher von Vorteil, ersetzt aber nicht die täglichen ausgedehnten Spaziergänge mit Herrchen oder Frauchen.

Ernährung des Labrador Retriever

Hunde gehören zu den Fleischfressern und sollten daher mit Futter ernährt werden, dessen Hauptbestandteile hochwertiges Fleisch und tierische Erzeugnisse (Innereien, auch Fisch) sind. Eine vorrangig pflanzlich basierte oder gar rein vegetarische Kost führt auf Dauer zu Mangelerscheinungen und Krankheiten. Da Labrador Retriever dazu neigen, sehr gerne und viel zu fressen, muss für die Rationsberechnung sehr genau das Alter, der Aktivitätsstatus und der allgemeine Gesundheitszustand des Hundes berücksichtigt werden. Ein Zuviel an Gewicht ist schnell angefüttert, aber nur langsam wieder abgebaut. Übergewicht schadet der Gesundheit des Hundes und verkürzt schlimmstenfalls sogar seine Lebenserwartung.

Ein hochwertiges Fertigfutter (ob Nass- oder Trockenfutter ist dabei zweitrangig) versorgt den Hund mit allen wichtigen Nährstoffen und Vitaminen, und in der Regel gibt es hier auch Produkte, die auf den individuellen Energiebedarf (Junior, Arbeit, Normal, Senior) zugeschnitten sind und so eine Über- oder Unterversorgung vermeiden helfen. Auch eine biologisch artgerechte Rohfütterung (= BARF) ist für diese Rasse geeignet, dazu sollte aber ein genauer Zutaten- und Mengenplan erstellt werden, um das Futter ausgewogen zu gestalten. Grundsätzlich sollten Hunde dieser Größe ihre Tagesration verteilt auf zwei Mahlzeiten erhalten, um einer Überfüllung des Magen-Darm-Traktes und einer lebensbedrohenden Magendrehung vorzubeugen.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Ein gesunder Labrador Retriever, der ausreichend Bewegung und Beschäftigung hat, kann durchaus ein Alter von 10-12 Jahren oder mehr erreichen, was für Hunde dieser Größe schon als überdurchschnittlich bezeichnet werden darf. Wichtig ist, dass bei der Zucht bereits Wert auf die Auswahl gesunder Elterntiere gelegt wird, denn leider gibt es auch bei dieser Rasse einige Krankheiten, die häufiger auftreten und erblich bedingt sind. Dazu gehören vor allem Erkrankungen des Bewegungsapparates wie etwa die Hüftgelenksdysplasie (HD) oder die Ellbogendysplasie (ED). Deshalb schreiben die Zuchtvereine zwingend die Untersuchung dieser Gelenke per Röntgenuntersuchung vor, bevor ein Hund zur Zucht zugelassen wird.

Auch Augenkrankheiten wie die Progressive Retinaatrophie (PRA), die zur Erblindung führt, oder ein angeborener Hereditärer Katarakt, also eine Linsentrübung, kommen vermehrt bei Labrador Retrievern vor. Eine besondere, rassespezifische Erkrankung beim Labrador ist die sogenannte Labrador-Myopathie. Bei der vor allem bei jungen Hunden im Alter von drei bis vier Monaten typische Symptome wie Muskelschwund, schnelle Ermüdung und der Verlust des Patellarsehnenreflexes auftreten. Ab einem Lebensalter von einem Jahr stabilisiert sich diese Erkrankung allerdings in den meisten Fällen.

Neben den genannten Krankheitsbildern sind auch Formen von Epilepsie, Rückenmarkserkrankungen mit Lähmungen sowie eine Fehlbildung der Harnleiter überdurchschnittlich häufig bei Labrador Retrievern beschrieben. Es ist daher besonders wichtig, beim Kauf eines Welpen darauf zu achten, dass es sich um eine seriöse Zucht handelt. Bestenfalls legt der Züchter die nötigen Papiere und Untersuchungsergebnisse vor, um sicherzustellen, dass seine Elterntiere gesund sind.

Wann ist ein Labrador Retriever ausgewachsen?

Seine volle Körperhöhe hat der Labrador Retriever etwa mit 12-14 Monaten erreicht.

Pflege des Labrador Retriever

Das pflegeleichte Fell reinigt sich beim Labrador fast von alleine – je nach Wetter und Gassi-Gelände sollte eventuell mit einem großen, trockenen Handtuch nachgeholfen werden. Im Frühjahr und Herbst, wenn der Fellwechsel ansteht, lohnt sich das regelmäßige Bürsten des Hundes, um zumindest einen Teil der losen Haare aus der Wohnung und dem Auto fernzuhalten. Wird der Hund bereits im Welpenalter an regelmäßige Pflegeeinheiten wie Bürsten oder Zahn- und Ohren-Check gewöhnt, lässt er das selbstverständlich über sich ergehen und hat im besten Falle sogar Freude an der intensiven Aufmerksamkeit, die ihm da zuteil wird.

Labrador Retriever – Aktivitäten und Training

Der Labrador ist ein sehr bewegungsfreudiger und aktiver Hund, der sich täglich richtig auspowern will und einen Menschen braucht, der ihm dazu die Gelegenheit bietet. Lange Spaziergänge, bestenfalls mit ausgiebigem Freilauf, und Apportierspiele mit Ball, Stock oder Wurfscheibe sind also für den Labrador-Halter Pflicht, um einen ausgeglichenen und zufriedenen Hund zu haben.

Neben der jagdlichen Nutzung, die das eigentliche Zuchtziel bei dieser Rasse war, können auch zahlreiche Hundesportarten wie Agility, Dog Dancing und Obedience dem Labrador Retriever zu artgerechter und ausreichender Beschäftigung verhelfen. Und selbst für die Ausbildung zum Such- und Katastrophenhund oder als Blindenführhund ist diese Rasse sehr gut geeignet.

Labrador Retriever Auslauf

Ein Labrador Retriever will sich auspowern.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Labrador Retriever

Labrador Retriever im Sitzen

Labrador Retriever sind heutzutage sehr beliebt.

Nach dem Beginn der Labradorzucht in Großbritannien Mitte des 19. Jahrhunderts wäre die junge Rasse bereits um 1870 fast ausgestorben. Ein einziger Rüde mit Namen Avon, geboren 1885, trug schließlich dazu bei, die Rasse doch zu erhalten und ihren Fortbestand zu sichern.

War zunächst ausschließlich die Farbe Schwarz erlaubt, wurden ab 1899 auch die bis dahin als Fehlfarbe bezeichneten gelben Labradors anerkannt. Viel später, nämlich erst um 1960, konnten sich auch die braunen Hunde durchsetzen und wurden als offizielle Zuchtfarbe anerkannt. In Würfen können alle drei Farbvarianten vorkommen, sofern beide Elterntiere schwarz sind. Bei zwei gelben Elterntieren sind die Welpen gelb, und sind beide Eltern braun, können sowohl braune als auch gelbe Nachkommen entstehen.

So beliebt die Rasse des Labrador Retriever bei Hundehaltern ist, so häufig findet man sie auch in Film, Fernsehen oder in der Werbung. Hollywood-Streifen wie „Marley und ich“ oder „Ein Hund rettet Weihnachten“ haben einen Labrador Retriever als heimlichen Hauptdarsteller.

Den Rekord als Hund, der die weiteste Strecke gelaufen ist, hält der Labrador-Mischling mit Namen „Jimpa“. Er lief im Jahr 1979 ganze 3218 km quer durch Australien, um zurück zu seinem Herrchen zu finden.

Was ist der Unterschied zwischen einem Labrador und einem Labrador Retriever?

Es gibt keinen Unterschied – die Bezeichnung „Labrador“ ist einfach eine Abkürzung für die korrekte Rassebezeichnung des Labrador Retriever.

Nachteile des Labrador Retriever

Seine ausgesprochene Menschenfreundlichkeit macht den Labrador zwar zu einem ausgezeichneten Familienhund – ein guter Wachhund ist er dadurch aber nicht! Er freut sich einfach über jeden Besuch, und wenn der auch noch den Ball werfen kann, ist dem Labbi ziemlich egal, ob das Familiensilber später fehlt.

Außerdem sind Labradors bekannt für ihre große Lust am Fressen und die daraus resultierende Neigung zu Übergewicht. Daher ist es besonders wichtig, die Tagesration immer im Blick zu haben und auch die Belohnungshäppchen sorgfältig mit einzurechnen. Auch Mülleimer oder unzureichend verschlossene Küchenschränke werden von einem unbeaufsichtigten Labbi gerne einmal auf essbaren Inhalt untersucht.

Und schließlich haaren diese Hunde in den Zeiten des Fellwechsels recht intensiv, wobei sich die harten, kurzen Haare des Oberfells gerne in Kleidung, Teppichen und Polstern festhaken. Als Labradorbesitzer darf man also nicht unter einem übertriebenen Reinlichkeitsbedürfnis leiden.

Passt der Labrador Retriever zu mir?

Bevor man sich für die Anschaffung eines Hundes, egal welcher Rasse, entscheidet, sollte man sich immer einige grundsätzliche Fragen stellen:

  • Habe ich ausreichend Zeit, mich um meinen Labrador Retriever zu kümmern, ihn mehrmals täglich ausreichend zu bewegen und zu beschäftigen?
  • Sind alle Familienmitglieder einverstanden mit der Anschaffung eines Labradors? Ist die Haltung von Hunden in meiner Wohnung erlaubt?
  • Wer kümmert sich um den Hund, wenn ich verhindert bin oder krank?
  • Bin ich bereit, auch den Urlaub mit dem Hund zu planen? Ein Labbi will einfach immer dabei sein.
  • Habe ich ausreichend finanzielle Mittel, um nicht nur den Kaufpreis für den Welpen und die Erstausstattung mit Leine, Halsband, Hundenapf und Hundebett zu bestreiten, sondern auch die laufenden Kosten für gutes Futter, Tierarztbesuche, Impfungen und Medikamente, Hundeschule, Hundesteuer und Haftpflicht-Versicherung zu zahlen? Im Laufe seines Lebens verursacht ein Hund immerhin etwa die Kosten eines Kleinwagens!
Labrador Retriever in Gruppe

Passt ein Labrador Retriever zu Deinem Lebensstil?

Hast Du Dir schließlich alles gut überlegt und Dich für den Einzug eines Labrador Retriever als neues Familienmitglied entschieden, solltest Du zunächst einen seriöser Züchter finden. Wichtige Kriterien dafür, dass es der Züchter wirklich ernst meint mit seiner Labrador Retriever-Zucht, sind etwa eine überschaubare Zahl an Zuchttieren und Würfen und die Haltung von Hündinnen und Welpen innerhalb der Familie und mit engem Anschluss an Bezugspersonen. Der Preis für einen solchen Welpen liegt bei etwa 1200€. Ein guter Züchter zeigt Dir auf Nachfrage die Unterlagen zum Beleg der Zuchttauglichkeit seiner Hunde und stellt auch seinerseits Fragen an den Interessenten. So will er wissen, wie und wo Du seinen Welpen halten willst, und lehnt zur Not auch den Verkauf eines Hundes ab, wenn ihn Deine Antworten nicht zufriedenstellen. Empfehlungen zur Fütterung, Informationen zu erfolgten tierärztlichen Behandlungen wie Erst-Impfungen und Wurmkuren und das Angebot zur Kontaktaufnahme auch nach dem Kauf sollten für einen guten Züchter selbstverständlich sein. Am besten besuchst Du den Züchter bereits vor dem endgültigen Kauf des Welpen und schaust Dich bei ihm um.

Niemals solltet Du einen Welpen auf einem Tier-Markt oder aus dem Kofferraum eines dubiosen Hundehändlers kaufen, auch nicht aus Mitleid! Zwar sind diese Hunde meist billiger als bei einem seriösen Züchter, aber dahinter steckt fast immer skrupellose und grausame Tierquälerei! Die Muttertiere werden unter schrecklichen Bedingungen als reine „Wurfmaschinen“ gehalten, die Welpen sind weder geimpft noch anderweitig tierärztlich versorgt, leiden oft schon bald nach dem Kauf an akuten, schlimmstenfalls tödlich verlaufenden Krankheiten oder bleiben zeitlebens ein Fall für den Tierarzt – und das ist unter dem Strich viel teurer als der Welpe aus einer seriösen und verantwortungsvollen Zucht!

Neben der Anschaffung über einen Züchter lohnt sich unter Umständen auch der Gang ins örtliche Tierheim – hier warten immer wieder auch reinrassige Labrador Retriever oder Labrador-Mischlinge darauf, ein neues und schönes Zuhause zu finden. Auch haben sich verschiedene Tierschutzorganisationen ganz speziell der Hilfe für in Not geratene Labrador Retriever verschrieben und suchen für solche Hunde die passenden, liebevollen Besitzer. Frag doch einfach mal nach.

Sofern Du also bereit bist, mit Deinem Labbi viel Zeit an der frischen Luft zu verbringen, um ihm genügend Auslauf und Beschäftigung zu bieten, so wirst Du in ihm einen treuen, loyalen und liebevollen Begleiter finden. Mit seinem entspannten, ausgeglichenen Wesen ist er ein sehr angenehmer Hausgenosse und ein absolut friedfertiger Familienhund. Auch aktive Senioren werden ihre Freude an dieser Rasse haben.