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Puli

von Marcel Hammerich
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Der Puli ist eine Hütehundrasse aus Ungarn, die vor allem durch ihr sehr spezielles Haarkleid auffällt. Die Wurzeln des Puli reichen weit zurück bis in vorchristliche Zeiten und in den vorderen Orient. Bereits im Jahr 1935 erfolgte die internationale Anerkennung der Rasse, die seither bei der FCI unter der Standard-Nummer 55 in Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde (ohne Schweizer Sennenhunde), Sektion 1: Schäferhunde, ohne Arbeitsprüfung geführt wird.

Puli im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 37-44 cm
Gewicht: 10-15 kg
FCI-Gruppe: 1: Hütehunde und Treibhunde
Sektion: 1: Schäferhunde
Herkunftsland: Ungarn
Farben: Schwarz, Silber, Weiß, Braun, Brindle, Creme, Grau
Lebenserwartung: 12-16 Jahre
Geeignet als: Familien-. Begleit-, Wach- und Hütehund
Sportarten: Agility
Charakter: Agil, Gehorsam, Treu, Energiegeladen, Intelligent, Loyal
Auslaufbedürfnisse: hoch
Sabber-Potential: gering
Stärke des Haarens: gering
Pflegeaufwand: hoch
Fellstruktur: Grobes Deckhaar mit feinerer Unterwolle
Kinderfreundlich: ja
Familienhund: ja
Sozial: ja

Herkunft und Rassegeschichte

In der weitflächigen Steppe Ungarns, der Puszta, wurde seit Jahrhunderten vor allem Viehwirtschaft betrieben. Große Herden mit Rindern, Schweinen, Schafen und Ziegen weideten in der kargen Graslandschaft und wurden von berittenen Viehhirten und ihren Hunden bewacht. Die Pulik (= Mehrzahl von Puli) halfen als flinke, intelligente Hüte- und Treibhunde dabei, die Herde beisammen zu halten, zum nächsten Weideplatz zu treiben und sie gegen Raubtiere zu verteidigen.

Puli von der Seite

Der Puli half als flinker, intelligenter Hüte- und Treibhunde dabei, die Herde beisammen zu halten.

Es wird vermutet, dass die Vorfahren des heutigen Puli bereits im 9. Jahrhundert nach Christus mit den Magyaren, einem Nomadenvolk aus Asien, nach Europa kamen, als diese das heutige Ungarn besiedelten. Archäologische Funde im Zweistromland Mesopotamien, einer alten Kulturlandschaft in Vorderasien, das heute in etwa den Staaten Irak und Syrien entspricht, zeigen circa 4000 Jahre alte Abbildungen von Hunden, welche dem Typ des heutigen Puli sehr ähneln. Auch wird der Rasse immer wieder eine große Ähnlichkeit mit dem Tibet Terrier nachgesagt, einer ebenfalls sehr alten Hunderasse aus dem Himalajagebirge. Erstmals schriftlich erwähnt wird die Rasse Puli aber erst im 18. Jahrhundert.

Bei der Zucht ihrer Hirtenhunde war den ungarischen Schäfern und Viehhirten vor allem die Robustheit und Arbeitsfreude der Rasse wichtig. Sie benötigten Hunde, die ihnen zuverlässig bei ihrer harten Arbeit halfen, die Herde und Hab und Gut des Hirten bewachten und ansonsten sehr genügsam waren.

Über viele Jahre der Fremdherrschaft in Ungarn, zunächst durch die Osmanen, dann durch die Österreicher, war den Ungarn die Zucht eigener Hunderassen offiziell untersagt. Dennoch wurde die Zucht des Puli von den Schäfern inoffiziell weiter betrieben. Erst mit dem sogenannten Österreichisch-Ungarischen Ausgleich im Jahre 1867 durch Kaiser Franz-Josef I. erhielt Ungarn viele Rechte zurück und die Hundezucht konnte nun legal fortgeführt werden.

Die internationale Anerkennung dieser alten Rasse erfolgte schließlich 1935 durch den Dachverband der Hundezuchtvereine, FCI. In Deutschland wird die Rasse durch den Klub für Ungarische Hirtenhunde e.V. und gleichzeitig seit 1989 durch einen eigenen Verband, den Deutschen Puli Klub, züchterisch betreut.

Wesen und Charakter vom Puli

Wie alle Hütehundrassen verfügt auch der Puli über eine hohe Intelligenz und schnelle Auffassungsgabe. Diese Hunde wurden als fleißige Arbeitstiere gezüchtet, die oft eigenständig schnelle Entscheidungen treffen und die Kommandos der Hirten blitzschnell verstehen und umsetzen mussten. Pulik sind energiegeladene Temperamentsbündel, die sich gerne und viel bewegen, dabei sehr viel Ausdauer beweisen und auch mentale Beschäftigung brauchen.

Innerhalb seines Menschenrudels ist ein Puli sehr anhänglich und treu. Mit Kindern versteht er sich meist wunderbar und ist sehr verspielt. Fremden begegnet er misstrauisch und selbstbewusst, aber nicht grundlos aggressiv. Er wird aber nicht zögern, im Ernstfall seine Menschen und sein Territorium mutig zu verteidigen. Zumindest seine Stimme erhebt er gerne und laut, um ungewöhnliche Bewegungen oder sich nähernde Fremde anzuzeigen.

Der Hütetrieb ist in dieser Rasse sehr stark verankert, so dass er selbst bei einem Puli, der „nur“ als Familienhund gehalten wird, gerne in unterschiedlichen Situationen durchbricht. So versuchen diese Hunde oft, ihre „Herde“, also in dem Fall die Familie zusammenzutreiben, wenn sich beim Spaziergang die einzelnen Mitglieder zu weit voneinander entfernen. Wird unterwegs eine Weide mit Schafen, Pferden oder Rindern passiert, juckt es jeden Puli quasi in den Pfotenspitzen. Da sollte man als Hundehalter rechtzeitig eingreifen, denn nicht jeder Bauer möchte seine Herde fachhündisch zusammengetrieben bekommen.

Der Puli ist bei aller Robustheit und Aktivität aber auch ein sehr sensibler Hund, der auf ungerechte oder zu harsche Behandlung regelrecht beleidigt reagieren kann. Dann schaltet er auf stur und lässt sich auch mit gutem Zureden nur schwer wieder aus seiner Reserve locken. Hier muss man als Hundehalter also eine gehörige Portion Fingerspitzengefühl entwickeln, damit der Hund gerne und mit Freude gehorcht und sich nicht zu etwas gezwungen fühlt.

Was ist ein Puli?

Der Puli ist ein zottelhaariger Hirtenhund aus Ungarn und gehört zu einer sehr alten Rasse.

Hunde dieser Rasse

Aussehen des Puli

Puli im Liegen

Charakteristisch für den Puli ist das dichte, zottelige Haarkleid.

Pulik sind mittelgroße Hunde mit einem nahezu quadratischen Körperbau. Die Idealgröße wird für Rüden mit 41-43 Zentimetern Schulterhöhe, für Hündinnen mit 38 – 40 Zentimetern angegeben, wobei Abweichungen von 2 Zentimetern in jede Richtung noch toleriert werden. Das ideale Gewicht beträgt je nach Größe zwischen 10 und 15 Kilogramm.

Der feinknöchrige, fast hagere Körper ist allerdings unter der typischen Puli-Behaarung kaum auszumachen. So wird es im offiziellen Rassestandard als „zweckmäßig“ empfohlen, dass zur genaueren Beurteilung des Hundes ein Ausstellungsrichter diesen abtasten solle. Die über die Kruppe eingerollt getragene Rute, die ebenfalls dicht mit den typischen Haarzotten bewachsen ist, erweckt den Eindruck, der eigentlich gerade Hunderücken würde nach hinten höher.

Auch der kleine, zarte Kopf ist unter der dichten Behaarung kaum zu erahnen und wirkt dadurch rund und etwas plump. Selbst die hübschen, lebhaften Augen und die Schlappohren verschwinden unter der rassetypischen Haartracht. Tatsächlich beschreibt der Standard die Kopfbehaarung als „ideal, wenn die Haare ….den Gesichtsbereich abschirmen“.

Das Besondere am Fell des Puli ist das zweischichtige Haarkleid mit feiner Unterwolle und gröberem Deckhaar, die laut Standard in einem „genetisch bestimmten richtigen Verhältnis zueinander“ stehen müssen, um miteinander zu verfilzen und „die ästhetisch vorteilhafte Zotten- oder Schnürenform“ zu erlangen. Im Klartext bedeutet dies, dass die abgestorbenen Haare beim Puli nicht ausfallen, sondern sich mit dem nachwachsenden neuen Haar zu regelrechten „Rastalocken“ verweben. Dabei hängt es vom Verhältnis der Ober- zur Unterwolle ab, ob sich eher breite oder eher schmale Zotten bilden. Tatsächlich wird die breite Zottenform als pflegeaufwändiger beschrieben als die schmale Schnürenform.

Die Ausbildung dieses speziellen Haarkleides beginnt im Alter von etwa 8-10 Monaten, wenn das weiche, wellige Welpenfell dem Erwachsenenfell weicht. Als Farben wurden lange nur Schwarz oder Perlenweiß gewünscht, inzwischen werden auch die alten Farbschläge Schwarz mit geringen rostroten oder grauen Nuancen, Falbfarben mit schwarzer Maske und Grau in allen Schattierungen wieder zugelassen.

Während der internationale Rassestandard der FCI eine ausgekämmte Behaarung beim Puli als „unerwünscht“ bezeichnet, schreibt der „Klub für Ungarische Hirtenhunde e.V.“, welcher auch die Puli-Zucht mitbetreut, in seiner Rassebeschreibung, „dass eine so ausgeprägte Behaarung den Puli bei der Ausführung seiner ursprünglichen Aufgaben behindert hätte“ und empfiehlt daher, „dass die Behaarung des Puli nicht zu lang werden sollte und einer gewissen Einflussnahme des Besitzers bedarf. Für den Puli soll und muss auch unter den heutigen, veränderten Bedingungen ein artgerechtes Leben möglich sein!“ Tatsächlich sollen die Hirten der ungarischen Puszta ihre Hunde im Frühjahr zusammen mit den Schafen regelmäßig geschoren haben, um sie von einer zu üppigen Zottenpracht zu befreien.

Erziehung und Haltung des Puli – Das gilt es zu beachten

Als ursprünglicher Hütehund ist der Puli ausgesprochen intelligent und lernt daher sehr leicht, was sein Mensch von ihm erwartet. Sehr wichtig ist bei diesem feinfühligen Hund eine Erziehung, die auf Vertrauen und Verständnis basiert und mit Lob und Belohnung arbeitet. Härte oder gar Gewalt sind absolut fehl am Platz und führen viel eher dazu, dass der Hund sich komplett zurückzieht und gar nicht gehorcht.

Eine Ausbildung auf der Basis liebevoller Konsequenz, die dem Hund von Anfang an verständlich macht, was er darf bzw. soll und was nicht, wird für beide Seiten zu sehr erfreulichen Ergebnissen führen. Der Puli ist seiner Familie gegenüber sehr treu und loyal, und er fühlt sich wohl, wenn seine Menschen mit ihm zufrieden sind.

Am liebsten hat ein Puli natürlich viel Platz zum Toben, also ist ein Haus mit Garten oder gar ein Bauernhof die optimale Umgebung, um einen solchen Wirbelwind zu halten. Natürlich passt er mit seiner moderaten Größe auch in eine Wohnung, dann aber unter der Voraussetzung, dass er tagsüber sehr viel Auslauf und Beschäftigung erhält. Bei einem unterbeschäftigten Puli, der sich langweilt und auch nicht ordentlich auspowern kann, werden sich schnell Verhaltensweisen einstellen, die sicher nicht im Sinne seiner Halter oder der Nachbarn sind, wie etwa lang anhaltendes Bellen oder auch Zerstörungswut.

Soll das Fell des Puli in der rassentypischen Weise als Zotten- oder Schnürenbehaarung belassen werden, sollte auch an die mögliche Verschmutzung des Wohnbereiches gedacht werden – im eigenen Garten kann man den Hund vor Betreten des Hauses entsprechend gut reinigen, in der Etagenwohnung wird es deutlich komplizierter, das Treppenhaus sauber zu halten.

Was kostet ein Puli?

Ein Welpe aus einer seriösen Zucht, die den Rasseverbänden angeschlossen ist, kostet zwischen 1000 und 2000 Euro.

Ernährung des Puli

Das dichte Zottelfell macht es schwierig, bei einem Puli den Ernährungszustand zu beurteilen. Daher ist es bei dieser Rasse besonders wichtig, auf eine ausgewogene und angepasste Fütterung zu achten. Dabei ist gar nicht die unerwünschte Zunahme das Problem, sondern eher eine Unterversorgung dieses quirligen, temperamentvollen Hundes, der eigentlich dauernd in Bewegung ist. Zur Sicherheit sollten regelmäßige Gewichtskontrollen auf der Waage durchgeführt werden.

Ein hochwertiges Futter, das vor allem aus tierischen Rohstoffen wie Fleisch und/oder Fisch hergestellt wird, versorgt den Hund mit gut verwertbaren Nährstoffen und der nötigen Energie, die er für seinen Stoffwechsel braucht. Ob dieses in Form von Nass- oder Trockenfutter gereicht wird, ist dabei zweitrangig und liegt zum einen am Geschmack des Hundes, zum anderen an der Praktikabilität für den Hundehalter.

Auch eine Fütterung nach der BARF-Methode (= Biologisch artgerechte Rohfütterung), bei der rohes Fleisch, vermischt mit Gemüse, Obst und weiteren Nährstoffen gereicht wird, eignet sich für Pulik, setzt aber eine gewisse Erfahrung beim Hundehalter voraus, um langfristige Mangelerscheinungen zu verhindern.

Wie bei anderen Hunden auch muss der Puli immer nach den aktiven Tagesunternehmungen gefüttert werden, damit er in Ruhe verdauen kann und nicht mit vollem Magen herumtobt. Die Tagesration sollte optimal auf zwei Portionen am Tag verteilt werden, auch das verringert die Gefahr einer Magendrehung. Je nach Alter, Gesundheitszustand und Aktivitätsgrad ist die benötigte Futtermenge von Hund zu Hund unterschiedlich, daher ist es besonders wichtig, den Puli regelmäßig auf seinen Ernährungszustand zu kontrollieren.

Frisches, sauberes Trinkwasser muss für den Hund jederzeit erreichbar sein, wobei die tägliche Wasseraufnahme auch individuell unterschiedlich sein kann und ebenfalls von der Art des Futters abhängt.

Gesundheit – Lebenserwartung und häufige Krankheiten

Die Zucht des Puli ist noch sehr bodenständig, daher ist diese Rasse von Erbkrankheiten bislang verschont geblieben. Somit ist die durchschnittliche Lebenserwartung für einen Puli aus guter Zucht, der gesund ernährt und ausreichend bewegt wird, mit 12-14 Jahren, oft auch bis 16 Jahren erfreulich hoch.

Wie alt wird ein Puli?

Pulis können bei gesunder Ernährung und viel Bewegung durchaus 14 bis 16 Jahre alt werden.

Pflege des Puli

Damit der Puli seine rassetypischen Dreadlocks bekommt, muss von Anfang an das Fell sehr speziell gepflegt werden. Sobald das weiche Welpenfell verschwindet und das neue Fell wächst, beginnen die Haare zu verfilzen und müssen dann ständig bearbeitet werden, damit der Hund nicht eines Tages von einer undurchdringlichen Filzplatte komplett eingehüllt ist.

Puli in der Natur

Die rassetypischen Dreadlocks des Puli erfordern eine etwas aufwendigere Pflege.

Auf den Online-Seiten der Zuchtvereine finden sich detaillierte Anleitungen, wie die einzelnen Zotten mit den Fingern vom unteren Ende bis hinauf zur Haut des Hundes auseinander zu ziehen sind, bis sie in etwa bleistiftstarke Schnüre aufgeteilt sind. Ist erst einmal ein „gutes Haarkleid“ ausgeformt, so reduziert sich demnach die Pflege auf ein gelegentliches „Nachzotten“. Es wird empfohlen, bereits den Welpen daran zu gewöhnen, dass diese tägliche Fellpflege stattfindet.

Als besonderer Vorteil des Zottenfells wird hervorgehoben, dass der Puli nicht haart, statt dessen aber hin und wieder ganze Zotten fallen lässt, die leicht entfernt werden können. Wenn es dem zukünftigen Puli-Besitzer zwar auf das besonders liebenswerte Wesen dieser Rasse ankommt, nicht aber auf das aufsehenerregende Äußere, dann spricht nichts dagegen, wenn der Hund von Anfang an täglich gebürstet oder gar das zottelige Fell in regelmäßigen Abständen geschoren wird.

Die typische Zottenbehaarung wird sich so nicht einstellen, wohl aber kann sich der muntere Hund frei und ohne Einschränkungen bewegen. Denn der Nutzen, den das undurchdringliche Fell für die Hirtenhunde in der ungarischen Puszta einmal hatte, indem es sie vor Dornen, Ungeziefer und vielleicht sogar vor wütenden Stieren oder wild gewordenen Ziegen schützte, ist bei der heutigen Nutzung des Puli als reiner Familienhund nicht mehr erforderlich.

Sehr wichtig ist bei diesem Hund auch die regelmäßige Kontrolle der äußeren Gehörgänge, da auch hier sehr viel Fell wächst und es dadurch leicht zu Verschmutzungen kommen kann. Dringen Fremdkörper in das Ohr ein, kann dadurch schnell eine Entzündung entstehen, die für das Tier sehr unangenehm und schmerzhaft ist und oft einer langwierigen tierärztlichen Behandlung bedarf. Und bei einem Puli mit der typischen Haartracht muss der Halter auch die Augen des Hundes regelmäßig ganz gezielt begutachten.

Puli – Aktivitäten und Training

Der temperamentvolle, kluge Puli braucht vor allem eines: anspruchsvolle Beschäftigung, die sowohl seinen sportlichen Körper als auch seinen wachen Geist ordentlich fordert. Da die wenigsten Hundehalter gleichzeitig Schäfer sind, muss also für die fehlenden Schafe und damit verbundenen Aufgaben eines Hütehundes Ersatz her. Mindestens ausgedehnte tägliche Spaziergänge, angereichert mit Such- und Apportierspielen, kleinen Gehorsamsübungen und gerne auch ausgiebigen Tobezeiten mit freundlichen Artgenossen stehen also auf dem Tagesplan des Puli-Besitzers.

Sehr gut eignet sich ein Puli natürlich auch für viele Arten des Hundesports. Ob im Agility-Parcours, beim Obedience-Training oder Dog Dancing, der agile und lernfreudige Puli wird sich mit Begeisterung allen Aufgaben stellen. So haben Hund und Halter reichlich Bewegung, die beiden auch noch Spaß macht. Ganz nebenbei festigt diese Art der gemeinsamen Aktivität das enge Band der Verbundenheit zwischen Hund und Halter ganz besonders intensiv.

Puli im Auslauf

Der Puli braucht vor allem eins: eine anspruchsvolle Beschäftigung.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Puli

Die große Verbundenheit der Ungarn mit dieser landestypischen Rasse und ihre hohe Wertschätzung für den Puli spiegeln sich in verschiedenen Sprichwörtern und Weisheiten wider, welche sich um diese Hunderasse ranken:

  • „Ez nem kutya, hanem puli“ bedeutet etwa: „Das ist kein Hund, das ist ein Puli“.
  • Auch heißt es in der Puszta: „Ein Puli ersetzt zwei Arbeiter“

Ebenfalls wurde der Puli schon mehrfach auf ungarischen Postwertzeichen abgebildet, und in schriftlichen Quellen ist zu lesen, dass die Viehhirten durchaus bereit waren, für einen guten Hund mit einem Jahreslohn zu zahlen.

Einer der prominentesten Puli-Besitzer war der deutsche Schauspieler Heinz Rühmann, der seinen ungarischen Hirtenhund „Arpad“ als das „menschlichste“ aller Tiere seines Lebens bezeichnete.

Wie groß ist ein Puli?

Ein erwachsener Rüde wird etwa 39-45 cm hoch, Hündinnen sind mit 36-42 cm Schulterhöhe etwas kleiner.

Nachteile des Puli

Die Pflege des sehr speziellen Puli-Fells wird zwar von den betreuenden Zuchtverbänden als „einfacher, als man es sich aufgrund des Aussehens der Rasse vorstellt“ beschrieben, dennoch folgen ausführliche Anleitungen, wie mit den Zotten zu verfahren sei, um sie in Form zu halten (diese Behandlung heißt denn auch ganz einfach „zotten“).

Die klare Anweisung „Den Puli darf man nicht bürsten“ sollte man als Hundehalter, der keine Ausstellungsambitionen hat, aber nicht zu ernst nehmen. Der Hund wird nicht etwa krank vom Bürsten, er sieht dann nur nicht mehr aus wie der typische Puli, sondern eher wie ein Pudelmischling – und wahrscheinlich riecht er dann auch angenehmer!

Obwohl die meisten Pulik eigentlich sehr gerne im Wasser planschen und auch schwimmen, verlieren viele ausgewachsene Hunde irgendwann die Lust am Wasser, da sich die dicken Fellplatten vollsaugen und dann extrem schwer sind. Ein nasser Puli mit Zottenfell braucht Stunden, um zu trocknen und riecht entsprechend lange sehr intensiv nach nassem Hund.

Der Klub für Ungarische Hirtenhunde e.V. empfiehlt sogar in seinem Rasseportrait des Puli, dass „zumindest die Behaarung um Geschlechtsteile und Anus weggeschnitten werden“ sollten, mit dem Nachsatz: „Hund und Nase werden es Ihnen danken!“. Hier muss man als Hundehalter für sich selbst entscheiden, ob einem die Optik wichtiger ist oder die Lebensqualität von Hund und Mensch!

Passt der Hund zu mir?

Ein Puli passt zu Menschen, die sich einen agilen, temperamentvollen Hund wünschen, der mit ihnen zusammen täglich aktiv unterwegs ist und jederzeit bereit für neue Abenteuer. Er passt auch wunderbar zu Familien mit Kindern, die er sehr liebt und mit denen er unermüdlich spielen wird, sofern sie ihn respektvoll behandeln.

Sehr kleine Kinder, die das nötige Verantwortungsgefühl für ein lebendes Tier noch nicht haben können, sollten nur unter der Aufsicht Erwachsener mit einem Hund in direkten Kontakt gebracht werden.

Auch im Seniorenhaushalt kann sich ein Puli durchaus wohlfühlen, ist der lustige Kerl doch ein sehr liebevoller und spaßiger Gesellschafter. Vielleicht findet hier ein „Puli in Not“ eine zweite Chance, der unverschuldet sein Zuhause verloren hat und dadurch oft besonders anhänglich an seinen neuen Besitzern hängt – die wilde und anstrengende Welpenzeit hat so ein Hund schließlich schon hinter sich und ist dann auch mit einem etwas ruhigeren Tagesablauf zufrieden.