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Rottweiler

von Kolja von edogs
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Die Vorfahren des Rottweilers kamen bereits im Alten Rom als Hütehunde und Viehtreiber zum Einsatz und wurden so über die Alpen und bis in den Süddeutschen Raum mitgebracht. Von der FCI wird der Rassestandard unter der Nummer 147 in Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer, Molosser, Schweizer Sennenhunde und andere Rassen, Sektion 2.1: Mollossoide, Doggenartige Hunde, Mit Arbeitsprüfung geführt.

Rottweiler im Steckbrief

Steckbrief
Größe: Rüden: 62-68 cm, Hündinnen: 56-63 cm
Gewicht: 38-59 kg
FCI-Gruppe: 2: Pinscher und Schnauzer – Molosser – Schweizer Sennenhunde und andere Rassen
Sektion: 2.1: Molossoide, Doggenartige Hunde
Herkunftsland: Deutschland
Farben: Braun, Schwarz, Mahagoni, Schwarz-Rotbraun
Lebenserwartung: 9-10 Jahre
Geeignet als: Dienst-, Schutz-, Wach- und Familienhund
Sportarten: Obedience, Apportieren
Charakter: Aufmerksam, Gutmütig, Freundlich, Ergeben, Gehorsam, Selbstbewusst, Mutig, Ruhig, Furchtlos, Zuversichtlich
Auslaufbedürfnisse: eher hoch
Sabber-Potential: eher hoch
Stärke des Haarens: eher hoch
Pflegeaufwand: gering
Fellstruktur: mittellang, derb, dicht und eng anliegend
Kinderfreundlich: eher ja
Familienhund: ja
Sozial: eher nein

Herkunft und Rassegeschichte

Zur Zeit des Römischen Reiches florierte der Handel mit lebendem Vieh über die Alpen hinweg. In Begleitung der Viehherden kamen große, ausdauernde und kräftige Hunde nach Deutschland und vermischten sich mit den vorhandenen Hunden der Bauern und Metzger. Vor allem in der ehemaligen Reichsstadt Rottweil, die im heutigen Baden-Württemberg liegt, etablierte sich schließlich die gezielte Zucht dieser unerschrockenen und klugen Hunde, zunächst unter dem Namen „Metzgerhunde“. Sie halfen nicht nur beim Treiben des Viehs, sondern zogen auch Karren mit Fleisch zum Markt und bewachten das Hab und Gut ihres Besitzers. Im regen Treiben der mittelalterlichen Märkte, wo sich auch gerne Diebe und Wegelagerer herumtrieben, banden die Metzger ihrem Hund mit einem starken Halsband eine lederne Börse um und verstauten darin ihre Einnahmen. So war das Geld so sicher verwahrt wie in einem Tresor. Niemand traute sich an diese wehrhaften und sehr wachsamen Hunde heran.

Rottweiler Welpen

Als sich die Metzgerhunde im ausklingenden Mittelalter über die Stadtgrenzen Rottweils hinaus verbreiteten, kannte man sie bereits als die „Rottweiler-Hunde“. Und diesen Namen haben sie bis heute. Zwar wurden sie aus ihrem Aufgabenbereich mehr und mehr verdrängt, als der Transport von Vieh und Fleisch schließlich per Eisenbahn und anderen Fahrzeugen erfolgte. Glücklicherweise konnte sich die Rasse aber dennoch halten und wurde in der Zucht weiter vereinheitlicht.

Der Rottweiler war also ein reiner Gebrauchshund mit viel Ausdauer und einem wachsamen Charakter. Der ursprüngliche Einsatz der schwarzen Hunde zeigt ihre Nähe zu anderen Rassen, wie dem Schweizer Sennenhund.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts schließlich wurde auch die Polizei auf die kräftige Hunderasse aufmerksam. Nachdem der Rottweiler auf seine Tauglichkeit überprüft worden war, erfolgte bereits 1910 seine offizielle Anerkennung als Diensthund für Polizei- und Schutzdienste. Bis heute werden Rottweiler für dieses Aufgabengebiet genutzt, darüber hinaus hat sich die Rasse aber auch als Begleit- und Rettungshund durchgesetzt.

Heute wird die Rasse eher als Familienhund gehalten und eignet sich als ein wachsamer Wachhund für Haus und Hof.

Wesen & Charakter vom Rottweiler

Im Rassestandard wird dem Rottweiler ein selbstsicheres und unerschrockenes Verhalten zugeschrieben. Dabei soll er von freundlicher und friedlicher Grundstimmung sein. Tatsächlich sind diese Hunde sehr klug und lernfreudig, brauchen aber einen Besitzer mit entsprechender Körperkraft und ausreichender Erfahrung in der Hundeerziehung, der ihren starken Willen zu lenken weiß.

Allein durch ihre Größe, Muskelkraft und Wachsamkeit können solche Hunde in den falschen Händen durchaus zu Problemhunden werden. Dies hat in der Vergangenheit dazu geführt, dass die Rasse vermehrt in den Beißstatistiken auftauchte und als potentiell gefährliche Hunderasse auf verschiedenen Landeslisten geführt wird, was ihre Haltung mit besonderen Auflagen verknüpft.

Ein gut erzogener Rottweiler entwickelt eine sehr starke Bindung an sein Menschenrudel und wird immer bereit sein, dieses zu beschützen. Er ist trotz seines kräftigen Körperbaus sehr temperamentvoll und möchte gerne aktiv beschäftigt werden. Auch als Familienhund kann er bei konsequenter und liebevoller Erziehung gehalten werden. Allerdings sollten kleine Kinder niemals alleine mit einem Hund dieser Größe gelassen werden, da es hier selbst in freundlicher, spielerischer Absicht durchaus zu Unfällen kommen könnte.
Wird der Rottweiler körperlich und auch geistig ausreichend beschäftigt und gefordert, verhält er sich zuhause meist sehr entspannt und ruhig. In der Hand des erfahrenen, verantwortungsvollen Hundehalters ist der „Rotti“ ein gut zu lenkender, gehorsamer und nervenstarker Vierbeiner. Nicht umsonst wird die Rasse bis heute auch im Polizei- und Militärdienst erfolgreich ausgebildet und eingesetzt.

Ist ein Rottweiler für die Familie geeignet?

Nur, wer sich mit der Haltung und Erziehung solcher großen Hunde auskennt, sollte sich einen Rottweiler anschaffen. Wird er von Anfang an gut und konsequent erzogen, dann ist auch ein Rottweiler ein anhänglicher Familienhund.

Hunde dieser Rasse

Aussehen des Rottweilers

Rottweiler von der SeiteDer Rottweiler zählt mit 61 bis 68 Zentimetern Schulterhöhe beim Rüden und 56 bis 63 Zentimetern bei der Hündin zu den mittelgroßen bis großen Hunderassen. Tatsächlich wird im Rassestandard unterschieden zwischen „kleinen“ (61-62 cm), „mittelgroßen“ (63-64cm), „großen bzw. richtige Größe“ (65-66 cm) und „sehr großen“ (67-68 cm) Rüden, entsprechend erfolgt die Einteilung für Hündinnen. Das Körpergewicht schwankt je nach Größe zwischen 42 und etwa 50 Kilogramm.

Das Erscheinungsbild soll stämmig, dabei aber weder plump noch zu leicht sein. Der Körperbau ist rechteckig mit einem kräftigen, breiten Kopf, gut bemuskeltem Hals, tiefer Brust und geradem, strammem Rücken. Die mittelgroßen, dreieckigen Ohren sind hoch angesetzt und hängen nach vorne, und die mandelförmigen Augen sind tiefbraun gefärbt. Der Schwanz, der früher häufig kupiert wurde, ist kräftig und reicht etwa bis zum Fersengelenk. In wenigen Fällen kann ein Welpe mit angeborener Stummelrute geboren werden, dies ist aber unerwünscht.

Das Fell des Rottweilers besteht aus mittellangem, derben und dicht anliegenden Deckhaar und dichter, kurzer Unterwolle. Die Farbe ist Schwarz mit dem typischen, rotbraunen Brand im Gesicht, über den Augen, beidseits an der Brust, an allen vier Beinen und unter dem Schwanz. Weiße Flecken oder Abzeichen sind nicht erlaubt.

Erziehung & Haltung des Rottweilers – Das gilt es zu beachten

Seit Jahrhunderten wurde der Rottweiler als Arbeitshund gezüchtet, der selbstständig die Viehherden treiben konnte. Er nahm es mutig auch mit einem wehrhaften Bullen auf, war seinem Herrn treu ergeben und beschützte dessen Hab, Gut und Familie jederzeit gegen Angreifer oder auch andere Tiere. Dieser Mut und das Selbstbewusstsein ist beim Rotti auch heute noch verankert. Daher neigt er auch in seinem menschlichen Rudel dazu, die Führungsrolle zu übernehmen, wenn ihm diese niemand abnimmt. Wird ihm aber von Anfang an, also schon als ganz junger Welpe, mit absoluter Konsequenz und liebevoller Geduld gezeigt, dass Herrchen oder Frauchen an erster Stelle kommen und er sich entspannt in die letzte Reihe begeben kann, so wird aus dem Rottweiler ein friedlicher, anhänglicher Familien- und Begleithund.

Allerdings darf man sich bei einem Hund dieser Größe, strotzend vor Kraft und Selbstsicherheit, keine Schwächen erlauben. Was verboten ist, bleibt verboten und ist nicht „ausnahmsweise mal erlaubt“. Die Grundkommandos muss er kennen und strikt befolgen. Dabei lernt ein Rottweiler wie die meisten anderen Hunderassen am besten durch positive Verstärkung. Härte oder gar Gewalt sind in seiner Erziehung fehl am Platz und bewirken eher das Gegenteil, nämlich eine Verweigerung beim Hund. Der Besuch einer Hundeschule, wo professionelle Trainer bei der Ausbildung hilfreich zur Hand gehen, ist für den Rotti-Halter vor allem im ersten Lebensjahr des Hundes unbedingt zu empfehlen. Auch die frühzeitige Sozialisierung mit vielen anderen Hunden und auch Menschen wird hier spielerisch geübt.

Daraus wird klar, der Rottweiler ist kein Anfängerhund, und auch für Senioren oder Jugendliche ist dieser Hund aufgrund seiner Körperkraft die falsche Wahl. Als Stadthund ist diese Rasse aufgrund ihres großen Bewegungsbedürfnisses ebenfalls nicht geeignet. Ein Haus mit großem, hundesicher eingezäunten Garten oder auch ein weiträumiger Hof kommen seinem Naturell viel eher entgegen. Wichtig ist aber eine enge Einbindung des Hundes in den Familienalltag. Eine Einzelhaltung im Zwinger ist für den Rottweiler absolut ungeeignet und führt schlimmstenfalls zu schweren Verhaltensstörungen bis hin zu übersteigerter Aggressivität.

Wie stark ist ein Rottweiler?

Ein Rottweiler-Rüde kann bis zu 68 Zentimeter hoch und bis zu 50 Kilogramm schwer werden. Daher hat man hier ein starkes und schweres Kraftpaket an der Leine, dem man als Halter entsprechende Körperkraft und vor allem auch mentale Stärke entgegensetzen muss.

Ernährung des Rottweilers

Ein Hund von der Größe und Kraft des Rottweilers braucht auch eine ordentliche Portion an Futter jeden Tag. Wie für alle Hunde, gilt auch hier: Je hochwertiger die Futterzusammensetzung, desto gesünder für den Hund, und desto geringer ist auch die Rationsgröße. Sogenannte Premiumfutter-Sorten, die vorrangig aus Fleisch und tierischen Erzeugnissen hergestellt sind, ergänzt mit allen wichtigen Nährstoffen und Mineralien, die der Hund braucht, sind als Nass- oder Trockenfutter immer eine gute Wahl. Hier gibt es spezielle Futtermischungen für großwüchsige Hunderassen, die vor allem in der sensiblen Wachstumsphase eine ausgewogene Versorgung sicherstellen. Wer sich mit den Bedürfnissen des Hundes gut auskennt, kann seinen Rotti auch nach der BARF-Methode (= Biologisch artgerechte Rohfütterung) ernähren.

Die tatsächlich benötigte Menge richtet sich natürlich neben den Herstellerangaben zum Futter immer nach dem individuellen Aktivitäts- und Gesundheitszustand des Hundes. Auch das Hundealter spielt eine Rolle. Der Junghund hat einen anderen Bedarf als der ausgewachsene, aktive Hund oder als der ruhigere Senior. Gefüttert wird immer nach den Aktivitätsphasen und am besten zweimal täglich, um der Gefahr der Magendrehung vorzubeugen. Frisches Wasser braucht der Hund immer zur freien Verfügung.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Rottweiler im Sitzen

Die Haltung dieser Rasse steht unter besonderen Auflagen.

Auch ein Rottweiler kann irgendwann mal krank werden. Leider bleibt es nicht immer bei nur kleinen Wehwehchen wie Durchfall oder Parasiten. Auch von erb- oder rassetypischen Krankheiten können sie heimgesucht werden.

Typische Rassekrankheiten beim Rottweiler sind:

  • Hüftdysplasie
  • Ellbogendysplasie
  • Entropium
  • Übergewicht
  • Schilddrüsenfehlfunktion

Wie bei vielen anderen großwüchsigen Hunderassen kommen auch beim Rottweiler einige Skeletterkrankungen gehäuft und mit erblicher Disposition vor. Dazu gehören vor allem die Dysplasie der Hüft– und Ellbogengelenke, wobei die Zuchtvereine durch Röntgenuntersuchungen der potentiellen Elterntiere hier schon deutliche Erfolge erzielt haben.

Auch Herzprobleme wie die Herzvenenverengung treten häufiger in dieser Rasse auf. Durch den Kauf eines Hundes aus einer seriösen Zucht kann man das Risiko für solche Erkrankungen aber sehr gering halten.

Eine Augenlid Fehlstellung (Entropium) zählt ebenfalls zur rassebedingten Krankheit des Rottweilers. Hierbei rollt sich das Augenlid nach innen und die Wimpern schleifen ständig auf dem Auge. Es kann zu Bindehautentzündungen oder sogar einem Hornhautgeschwür kommen. Falls du also eine Augenrötung oder Ähnliches bei deinem Hund entdeckst, suche sofort einen Tierarzt auf. Mithilfe einer OP, bei der das Augenlid verkürzt wird, kann eine normale Lidstellung erreicht werden.

Aufgrund seines ohnehin schon kräftigen Körperbaus muss beim Rottweiler auch sehr auf das Gewicht geachtet werden. Jedes Gramm zu viel auf den Rippen belastet die Gelenke unnötig, was wiederum zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen kann.

Die Lebenserwartung liegt bei dieser Rasse im Durchschnitt bei etwa zehn Jahren.

Wie alt werden Rottweiler?

Die Lebenserwartung liegt bei ungefähr 10 Jahren.

Pflege des Rottweilers

Das kurze, glatte Fell des Rottweilers ist sehr pflegeleicht. Am besten lassen sich lose Haare mit einem Gummstriegel oder einem speziellen Noppenhandschuh entfernen. Vor allem im Frühjahr und Herbst zu Zeiten des Fellwechsels sollte dies öfter durchgeführt werden, um die Wohnung, das Auto und die Kleidung vor zu vielen losen Hundehaaren zu bewahren.

Ein Bad genießt der Rottweiler nicht ganz so gerne und sollte daher wenn möglich eher vermieden werden. Natürlich darfst du nicht vergessen regelmäßig die Augen, Pfoten etc. zu kontrollieren.

Die jährlich durchzuführenden Schutzimpfungen und regelmäßige Entwurmungskuren schützen nicht nur den Hund vor Krankheiten, sondern auch die Menschen in seinem Umfeld. Einige Krankheiten und auch Parasiten können vom Hund auf den Menschen übertragen werden.

Rottweiler – Aktivitäten und Training

Da der Rottweiler ursprünglich als Arbeitshund gezüchtet wurde, übernimmt er auch heute noch sehr gerne eine Aufgabe oder Beschäftigung. Zum einen muss er täglich körperlich mit viel Bewegung ausgelastet werden, zum anderen will auch sein wacher Kopf etwas zu tun haben. Neben der konsequenten und regelmäßigen Erziehung und Ausbildung zum Begleithund empfehlen sich auch manche Hundesportarten für diese Rasse. Vor allem im Rettungs- und Fährtenhundwesen kann der Rottweiler sehr gut und erfolgreich eingesetzt werden.

Die gezielte Ausbildung im Schutzdienst auf Mannschärfe sollte auf Hunde beschränkt bleiben, die im Dienst von Polizei, Militär oder Sicherheitsdiensten geführt werden. Im privaten Bereich ist eine solche Ausbildung nicht empfehlenswert, im Gegenteil sogar gefährlich, da der Rotti ohnehin schon einen stark ausgeprägten Schutzinstinkt besitzt und seine Menschen immer bewachen will.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Rottweilers

Im ersten Rassestandard für den Rottweiler war auch ein rein rotbrauner Farbschlag erlaubt. Tatsächlich kommt dieser ab und zu noch vereinzelt bei Welpen vor, die dann aber nicht zur Zucht zugelassen werden.

Die imposanten Hunde sind auch bei vielen Prominenten beliebt, So gehören zum Beispiel der Sänger Robbie Williams und die Schauspieler Leonardo DiCaprio und Will Smith zu ihren Bewunderern.

In Film und Fernsehen taucht der Rottweiler ebenfalls häufiger auf. Hier wird er aber gerne als gefährliche Bestie dargestellt, was seinem eigentlichen Naturell nicht gerecht wird und sicher auch dazu beigetragen hat, dass diese Rasse oft in falsche Hände geraten ist.

Wo steht der Rottweiler auf der Liste?

In Deutschland gibt es ein überregionales Hundeverbringungs- und -einfuhrbeschränkungsgesetz, in dem nur vier Hunderassen ausdrücklich benannt werden – der Rottweiler zählt nicht dazu. Darüber hinaus erlassen die einzelnen Bundesländer eigene regionale Verordnungen. Der Rottweiler wird derzeit in folgenden Ländern auf einer Rasseliste geführt: Bayern, Brandenburg, Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen.

Nachteile des Rottweilers

Durch verantwortungslose Züchter, unerfahrene Halter oder auch die gezielte Abrichtung auf besondere Schärfe durch skrupellose Menschen ist der Rottweiler in den letzten Jahrzehnten leider sehr in Verruf geraten. Es gab zahlreiche Vorfälle, in denen Rottweiler ernsthaft aggressiv zugebissen und Menschen, vor allem Kinder, schwer verletzt haben. Als Konsequenz wurde die Rasse in mehreren Bundesländern auf die Liste der gefährlichen Hunderassen gesetzt, weshalb sie dort nur eingeschränkt und unter besonderen Auflagen gehalten werden darf. Hier werden unter anderem Wesenstests des Hundes und Sachkundenachweise durch den Halter vorgeschrieben. Leinen- und teilweise auch Maulkorbzwang werden verhängt, auch höhere Hundesteuern und Haftpflichtbeiträge können fällig werden. Daher ist es wichtig, sich unbedingt vor der Anschaffung eines Rottweilers genau zu erkundigen, ob und unter welchen Auflagen die Haltung dieser Rasse im eigenen Bundesland bzw. in der Heimatgemeinde überhaupt erlaubt ist.

Der Rottweiler wird derzeit in folgenden Ländern auf einer Rasseliste geführt:

  • Bayern
  • Brandenburg
  • Hamburg
  • Hessen
  • Nordrhein-Westfalen

Ebenso sind Reisen in andere europäische Länder mit dem Rottweiler oft nicht oder nur eingeschränkt möglich. So gibt es beispielsweise in Österreich, der Schweiz oder auch in Dänemark zum Teil deutlich strengere Bestimmungen, die selbst dann gelten, wenn der Hund nur im Urlaub dorthin mitgenommen werden soll.

Ist ein Rottweiler gefährlich oder nicht?

In der Vergangenheit haben unseriöse Züchter und Menschen mit falschen, oft kriminellen Absichten diese Hunde besonders aggressiv und angriffslustig gemacht. Ein Rottweiler aus verantwortungsvoller Zucht, der gut erzogen wird und mit Familienanschluss lebt, ist nicht gefährlicher als die meisten anderen großen Hunde.

Passt der Rottweiler zu mir?

Wenn Du Dir einen Rottweiler zulegen möchtest, solltest Du Dir unbedingt zunächst einige Fragen stellen:

  • Bin ich bereit und habe die nötige Erfahrung, meinen Rottweiler verantwortungsvoll zu halten und sehr konsequent zu erziehen?
  • Kann ich genügend Zeit aufbringen, um den Hund täglich ausreichend zu beschäftigen?
  • Bin ich dem Hund körperlich auch gewachsen?
  • Darf diese Rasse in meinem Bundesland und in meiner Heimatgemeinde ohne Auflagen gehalten werden?
  • Kann ich mir die Anschaffungs- und Unterhaltskosten für einen Hund dieser Größe leisten? Mit einem Welpenpreis von etwa 1000 Euro, den regelmäßigen und außerplanmäßigen Tierarztkosten, Beiträgen zu Steuer, Versicherung und Hundeschule, Ausstattung mit Leine, Halsband, Hundebett, Autotransportkiste, Kosten für hochwertiges Futter usw. kommen im Lauf eines Hundelebens schon einige Tausend Euro zusammen!
Rottweiler auf dem Rasen

Die Rasse lässt sich super als Diensthund führen aber auch in einer Familie kann er ein treuer Begleiter sein.

Hast Du dich dann für den Hund entschieden, schau nach einem verantwortungsvollen und seriösen Züchter. Es kann durchaus sein, dass Du auf einen Welpen warten musst, denn ein guter Züchter hat nur ab und zu einen Wurf, den er intensiv betreuen kann. Die Zuchtverbände helfen hier meist gerne weiter. Schau Dich schon vor dem endgültigen Kauf beim Züchter um: Wie hält er seine Hunde? Wie geht er mit ihnen um? Spricht er offen über Voruntersuchungen der Elterntiere und über die Abstammung? Genau, wie Du ihm Fragen stellst, will auch der Züchter von Dir vieles wissen, schließlich will er sicherstellen, dass es seinem Welpen bei Dir auch gut geht.

Wenn Du also weißt, dass Du Deinem Rottweiler ein guter und verantwortungsvoller Besitzer sein wirst, dann freu Dich auf viele spannende, aktive und schöne Jahre mit diesem beeindruckenden und treuen Begleiter.

Wie viel kostet ein Rottweiler?

Ein Welpe von einem seriösen Züchter kostet zwischen 800 und 1200 Euro. Ein Hund aus dem Tierheim oder von einer Notvermittlung kostet meist nur eine Schutzgebühr, ist aber in der Regel schon älter.