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Hund sabbert: Ursachen und Gründe

von Michael Hein
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Es gibt viele Gründe, warum ein Hund sabbert – die Aussicht auf das tägliche Futter oder ein leckeres Extra-Häppchen etwa bringt bei fast jedem Hund buchstäblich das „Fass zum Überlaufen“ und die Spucke tropft von den Lippen. Bei vielen Rassen ist das Sabbern auch eine Folge der züchterisch gewollten Optik – lange, schwere Lefzen bei Boxer, Bernhardiner, Bulldog und Co. führen zu einem unvollständigen Lippenschluss, und der Speichel sammelt sich in langen Fäden an den Mundwinkeln. Damit muss man als Hundehalter einfach klar kommen. In manchen Fällen sabbert der Hund aber plötzlich und ohne erkennbaren Auslöser – dann sollte der Sache auf den Grund gegangen werden, denn das könnte auf ein ernsthaftes Problem hindeuten. In diesem Artikel erklären wir Dir Gründe, warum ein Hund sabbert.

Hund sabbert wegen Stress, Angst, Aufregung

Situationen, die den Hund stressen oder ihm sogar Angst machen, lösen oft eine erhöhte Speichelsekretion aus, und der Vierbeiner sabbert oder hat gar schaumige Spucke rund um das Maul. Autofahren kann beispielsweise bei vielen Hunden zu einer solchen Speichel-Überproduktion führen, wenn sie nicht langsam und schrittweise daran gewöhnt wurden. Aber auch „positiver Stress“ wie das ausgiebige Toben mit Artgenossen oder ein ausgelassenes Spiel mit dem Lieblingsmenschen bringt so manchen Hund zum Sabbern.

Extreme Hitze

Hunde können nicht wie wir Menschen aus allen Poren schwitzen. Ist es sehr heiß, regulieren sie über Hecheln ihre Körpertemperatur. Vor allem bei Rassen mit einer verkürzten Schnauze wie etwa Bulldogge, Mops oder Pekinese kann dadurch die Speichelproduktion angeregt werden, um die Zunge und Maulhöhle feucht zu halten, und der Hund beginnt zu sabbern. Ganz wichtig ist es daher, dem Hund immer ausreichend frisches Trinkwasser anzubieten. Bei sehr hoher Umgebungstemperatur oder starker Sonneneinstrahlung muss der Hund die Möglichkeit haben, sich in schattige, kühlere Bereiche zurückzuziehen. Ein langer Tag am Strand etwa ist für viele Vierbeiner nicht empfehlenswert. Sehr starkes Sabbern bei extremer Hitze kann sogar auf einen Hitzschlag hindeuten, der für den Hund lebensbedrohlich sein kann – in diesem Fall sollte schnellstmöglich ein Tierarzt aufgesucht werden.

Wie viel Sabbern ist bei Hunden normal?

Das kommt sehr auf die Rasse an. Manche Hunderassen sabbern einfach mehr als andere. Wer sich zum Beispiel für eine Bordeauxdogge, einen Boxer oder einen Bernhardiner entscheidet, muss das Sabbern akzeptieren.

Fremdkörper im Maul

Gar nicht selten setzt sich im Hundemaul auch ein Fremdkörper fest – der „Klassiker“ ist das Stöckchen oder Knochenstück, das sich zwischen den Backenzähnen des Oberkiefers verkeilt hat, oder auch die Fischgräte, welche im Zahnfleisch stecken bleibt. Der Hund speichelt dann stark und versucht meist auch vergeblich, mit den Pfoten das störende und schmerzhafte Ding aus dem Maul zu entfernen. Da es durch solche Fremdkörper oft auch zu Verletzungen des Zahnfleisches kommt, sollte ein Tierarzt diese fachgerecht entfernen und gegebenenfalls die Wunden gleich versorgen.

Hund sabbert in der Nahaufnahme

Entzündungen sind eine häufige Ursache von erhöhter Speichelproduktion.

Zahnfleischentzündung/Zahnerkrankung

Entzündliche Prozesse am Zahnfleisch oder der Zunge, lockere oder abgebrochene Zähne oder andere krankhafte Veränderungen in der Mundhöhle sind weitere mögliche Ursachen für ein übermäßiges Speicheln des Hundes. Hinzu kommt dabei meist ein unangenehmer Geruch aus dem Maul, und der Hund hat oft Schwierigkeiten beim Fressen oder verweigert gar die Futteraufnahme. Zur Abklärung und weiteren Behandlung sollte der Tierarzt um Rat gefragt werden.

Kann man Hunden das Sabbern abgewöhnen?

Wenn ein Hund sabbert, hat das eine Ursache. Bei vielen Rassen liegt es an der Form der Schnauze und der Lefzen, die so groß und schwer sind, dass die Lippen an den Mundwinkeln nicht vollständig schließen und daher dort die Spucke in langen Fäden heraustropft. Auch die Gesundheit kann für den vermehrten Speichelfluss verantwortlich sein. Abgewöhnen kann man das einem Hund nicht.

Hund sabbert bei Schmerzen

Hunde kommunizieren auf sehr vielfältige Weise mit uns Menschen, allerdings können sie leider nicht sprechen. Hat ein Hund starke Schmerzen, kann er das nicht einfach sagen – wer seinen Vierbeiner aber gut kennt, wird bald merken, dass es ihm nicht gut geht. Stöhnen, Winseln, Bewegungsunlust oder eben auch vermehrtes Speicheln und Sabbern können Hinweise auf schmerzhafte Prozesse des Hundes sein, die schnellstmöglich vom Tierarzt abgeklärt werden sollten.

Mittelgroßer Hund sabbert viel

Einige Hunderassen sind bekannt für eine erhöhte Speichelproduktion.

Verdacht auf Vergiftung

Zahlreiche Stoffe, Pflanzen oder Medikamente sind für Hunde giftig. Besonders solche Vierbeiner, die neugierig alles untersuchen oder anknabbern müssen, sind gefährdet. Und leider kommt es auch immer wieder vor, dass an Gassiwegen oder Hundewiesen Giftköder ausgelegt werden. Neben anderen Symptomen wie Zittern, Erbrechen, Kreislaufproblemen, Krämpfen bis hin zum Kollaps kann ein starkes Speicheln auch auf eine Vergiftung hindeuten. Liegt ein solcher Verdacht nahe, heißt es, keine Zeit zu verlieren und den Hund schnellstmöglich zum Tierarzt oder in eine Klinik zu bringen. Sofern von der aufgenommenen Substanz noch etwas gefunden wird, sollte man diese mit zum Tierarzt nehmen – aber Vorsicht, am besten mit einem Handschuh oder Kotbeutel aufnehmen und direkten Kontakt vermeiden.

Was hat ein Hund, wenn er plötzlich sabbert?

Ein Hund, der normalerweise nicht sabbert, es dann aber plötzlich doch macht, sollte gründlich auf eine mögliche Ursachen hin untersucht werden. Es kann sich um einen Fremdkörper im Maul handeln oder der Vierbeiner hat gerade starken Stress oder gar eine ernsthafte Erkrankung oder schlimmstenfalls eine Vergiftung.

Nebenwirkung von Medikamenten

Bei einigen Medikamenten, die der Tierarzt dem Hund aufgrund einer anderen Erkrankung verschreibt, können Nebenwirkungen wie zum Beispiel verstärkter Speichelfluss auftreten. Meist steht so etwas dann im Beipackzettel. Wenn der Hund ein Medikament nicht gut verträgt, sollte mit dem Tierarzt abgesprochen werden, ob es eine Alternativbehandlung gibt.

Hund sabbert aufgrund von Krankheiten

Diverse andere Erkrankungen können ebenfalls eine vermehrte Speichelproduktion oder Sabbern auslösen. Bei Magenproblemen mit Übelkeit beispielsweise sabbern und spucken Hunde häufig. Auch eine Entzündungen der Speicheldrüsen könnte die Ursache sein. Raumgreifende Prozesse in der Mundhöhle oder im Rachenbereich, etwa Tumoren, Abszesse oder andere Schwellungen können den Abfluss der Spucke in die Speiseröhre behindern, auch dadurch sabbert der Hund dann merklich. Zwingerhusten, eine Infektionserkrankung, die vor allem in Hundezuchten oder Tierheimen auftritt und sehr ansteckend ist, ruft durch den starken, keuchenden Husten auch ein vermehrtes Speicheln hervor. In jedem Fall sollte der Ursache auf den Grund gegangen werden, wenn der Vierbeiner plötzlich stark spuckt und speichelt.

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