Zwingerhusten beim Hund

von Felix Ortmann
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Plötzlicher Stopp beim Gassigehen, weil der Hund stark husten muss. Oftmals kommt auch ein Würgreiz hinzu. Dieses Verhalten ist typisch für Hunde, die an Zwingerhusten leiden. Auch wenn es sich schlimm anhört, ist diese Krankheit in den meisten Fällen ungefährlich. In diesem Artikel erfährst Du mehr über den Zwingerhusten beim Hund und was beachtet werden sollte.

Was ist Zwingerhusten beim Hund?

Der Fachbegriff für die hochansteckende infektiöse Krankheit lautet „Tracheobronchitis“. Sie wird durch Tröpfcheninfektion und auch durch die Luft übertragen. Meist stecken sich die Hunde untereinander an, dennoch können auch Katzen diese Krankheit übertragen oder andersherum.

Betroffen sind die oberen Atemwege sowie die Bronchien und die Luftröhre bei Hunden. Die Tiere, die durch Stress ein geschwächtes Immunsystem besitzen sind besonders anfällig. Auslöser der Krankheit sind Viren und Bakterien. Häufig geht eine Virusinfektion einer bakteriellen Infektion voran. Durch das durch die Viren geschwächte Immunsystem haben es die Bakterien leichter, sich einzusiedeln und zu vermehren. Hunde jeden Alters können die Krankheit bekommen. Sogar eine mehrmalige Erkrankung pro Jahr ist möglich. Besonders gefährdet sind aber vor allem Hunde mit Stress, sehr junge Hunde, deren Immunsystem noch im Aufbau ist oder ältere Hunde.

Bei unkomplizierten Verläufen ist die Erkrankung im Normalfall nach ein bis zwei Wochen ohne Folgeschäden auskuriert und die Atemwege sind wieder gesund. Wenn allerdings Sekundärinfektionen mit ins Spiel kommen, kann sich der Krankheitsverlauf verschlimmern. Dies kann zu schweren Erkrankungen, wie beispielsweise einer Lungenentzündung, führen. Bereits geschwächte ältere Hunde und Welpen tragen ein höheres Risiko, dass die Krankheit einen schweren Verlauf nehmen könnte.

Was ist Zwingerhusten beim Hund?

Zwingerhusten ist eine hochansteckende infektiöse Krankheit, die vor allem die oberen Atemwege, wie Bronchien und Luftröhre, betrifft.

Symptome – Wie erkenne ich Zwingerhusten beim Hund?

Die Inkubationszeit kann von wenigen Tagen bis zu einem Monat andauern. Danach zeigen sich erste Symptome, wie sehr starker trockener Husten. Dieser starke Hustenreiz tritt in der Regel recht plötzlich auf. Vor allem beim Gassigehen kann der Druck des Halsbandes schlagartig zu Hustenanfällen führen.

Viele bezeichnen den Husten als bellenden Husten des Hundes. Dieser kann so stark sein, dass das Tier zu würgen beginnt. Es sieht dann so aus, als ob der Vierbeiner etwas loswerden wollen würde, was in seinem Hals steckt. Abgesehen von den Hustenanfällen zeigt sich bei den Hunden jedoch vorerst nicht auffälliges.

Wird der Zwingerhusten durch Bakterien ausgelöst, sehen die Symptome etwas anders aus. Typisch dafür ist, dass der Husten feucht ist, Augenausfluss austritt und die Hunde häufig niesen müssen. Die bakterielle Infektion ist aber eher selten im Gegensatz zur viralen.

Bei einer schweren Erkrankung leiden die erkrankten Hunde zusätzlich an einer Mandelentzündung sowie Fieber. In einigen Fällen weigern sich die Hunde sogar zu trinken, da der Rachen so verschleimt ist. Das Trinken führt zu weiterem Hustenreiz. Dies tritt besonders nachts auf und die Hunde kommen kaum zur Ruhe. Findet keine Behandlung statt, kann es zu einer Lungenentzündung kommen. Der Husten ist nicht mehr trocken, sondern enthält schleimigen Auswurf. In diesem Stadium ist der Hund wenig belastbar und leidet an Appetitlosigkeit.

Hund fühlt sich unwohl und liegt auf einem Holzboden

Beim Gassigehen kann der Druck des Halsbandes schlagartig zu starken Hustenanfällen führen.

Wie kann ich den Zwingerhusten von einer Erkältung unterscheiden?

Bei einer Erkältung treten häufig weitere Symptome auf, die auch für Menschen typisch sind. Dazu gehören vor allem eine verstopfte und laufende Nase, leichtes Fieber oder Trägheit. Da die Symptome für eine Erkältung teilweise auch beim Zwingerhusten auftreten, sollte die genaue Diagnose unbedingt durch einen Tierarzt abgeklärt werden. Zwar muss nicht jeder Husten gleich eine Krankheit bedeuten, allerdings ist es ratsam, den Vierbeiner bei einem Tierarzt vorzuzeigen.

Wie macht sich Zwingerhusten beim Hund bemerkbar?

Der Zwingerhusten beim Hund äußert sich durch plötzliche starke Hustenanfälle oft in Kombination mit Würgreiz beim Hund. Viele sprechen vom sogenannten „bellenden“ Husten.

Ursachen von Zwingerhusten

Es kann mehrere Ursachen geben, dass ein Hund an Zwingerhusten erkrankt. In der Regel infizieren sich die Hunde durch den Kontakt mit Viren erkrankter Hunde oder Katzen. Die Übertragung findet über die Luft aber vor allem durch Tröpfchenübertragung statt.

Infektiöse Faktoren

Auslösende Erreger sind:

  • Canine Para-Influenza-Virus (CPIV)

Das CPIV gehört zu der Familie der Paramyxoviren. Sie sind der Auslöser für Schleimhautreizungen, Nasenausfluss, Verschleimung und Husten.

  • das Canine Adeno-Virus (CAV-2)

Das Adeno-Virus hat zwei unterschiedliche Formen. Der CAV-2 ist Bestandteil des Zwingerhustenkomplexes und wir auch infektiöse Laryngotracheitis genannt. Es werden respiratorische Symptome ausgelöst. Grund dafür ist die Reizung sowohl von dem Kehlkopf als auch der Luftröhre. Diese rufen Entzündungsreaktionen hervor.

  • das Canine Herpes-Virus (CHV)

Trächtige Hündinnen, die an CHV erkranken, tragen ein hohes Risiko von Aborten und Totgeburten. Außerdem sterben die Welpen häufig einige Tage nach der Geburt. Deshalb sollte eine Impfung bei einer trächtigen Hündin in Erwägung gezogen werden.

  • das Bakterium Bordetella bronchiseptica

Zunächst infizieren sich die Hunde mit Viren, die die Bronchien besiedeln und das Flimmerepithel schädigen. Infolgedessen können Bakterien und Pilze leicht eine Sekundärinfektion auslösen. In den seltensten Fällen sorgen Bakterien für eine Erstinfektion.

Nicht-infektiöse Faktoren

Neben Viren und Bakterien können folgende nicht-infektiöse Faktoren eine Erkrankung fördern:

  • Haltungsform (Zwinger, Gruppenhaltung)
  • mangelnde Hygiene
  • zu warme oder zu kalte Bedingungen
  • zu niedrige Luftfeuchtigkeit
  • physischer und psychischer Stress
  • Mangelernährung
  • Wurmbefall

Das Risiko für ein Infektion ist am größten an Orten, an denen Hunde in engem Kontakt miteinander stehen. Das ist besonders in Tierheimen, Tierpensionen, bei Hundeausstellungen, in Hundeschulen oder in Zuchtbetrieben der Fall.

Wie lange dauert Zwingerhusten beim Hund?

Der Zwingerhusten beim Hund sollte in der Regel nach ca. 2 Wochen abgeklungen sein.

Diagnose und Behandlung der Infektion

Untersuchung beim Tierarzt

Solltest Du den Verdacht haben, dass Dein Hund an Zwingerhusten leidet, solltest Du immer direkt einen Tierarzt aufsuchen. Generell sollte ein Tierarzt bei Hustenreiz zu Rate gezogen werden, um eine klare Diagnose zu stellen und mögliche Folgeerkrankungen zu vermeiden.

Bei Vorstellung des Vierbeiners sollte darauf hingewiesen werden, wenn dieser zuvor engen Kontakt zu Artgenossen oder anderen möglicherweise erkrankten Tieren hatte. So kann der Tierarzt anhand der typischen Symptome und dieser Hinweise relativ schnell eine eindeutige Diagnose stellen. Er untersucht den Hund zunächst vollständig. Besonderes Augenmerk wird auf die Untersuchung der Luftröhre des Hundes gelegt, um sicherzugehen, dass die Beschwerden nicht durch einen Fremdkörper bedingt sind. Er achtet zudem auf die Verhaltensauffälligkeiten sowie darauf, ob Nasen- oder Augenausfluss austritt. Mit einem Stethoskop werden die Luftröhre und die Lunge abgehört.

Bei einem komplizierten Verlauf kann der Tierarzt den Abstrich der Schleimhäute auf die verantwortlichen Bakterien untersuchen verschreibt passende Medikamente zur Genesung. Generell wird ein Abstrich im Rachen sowie ein Speicheltest durchgeführt, um die verantwortlichen Erreger definitiv zu erkennen. Anhand dessen ist zu sehen, ob es sich um Viren oder Bakterien handelt. Ein Antibiogramm (Labortest) hilft bei der Wahl des richtigen Antibiotikums.

Kranker Hund im Bett

Solltest Du den Verdacht haben, dass Dein Hund an Zwingerhusten leidet, solltest Du immer direkt einen Tierarzt aufsuchen.

Behandlung und Kosten

Die Behandlung ist nicht immer die gleiche, das kommt ganz auf Erreger und Patienten an. Genauso verhält es sich mit den Kosten. Hier ist jeder Tierarzt verpflichtet, sich an die in der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) zu halten. Demnach werden keine Festpreise vorgegeben, sondern lediglich ein Rahmen, an den sich die Tierärzte zu halten haben. Je nach Lage des Falls werden also unterschiedlich hohe Kosten der tierärztlichen Behandlung fällig. Hinzukommen Kosten für Medikamente, Materialien, Laborleistungen, Anfahrtskosten etc.

Je nach Notwendigkeit werden therapeutische Maßnahmen eingeleitet. Handelt es sich um eine bakterielle Infektion, ist die Gabe eines Antibiotikums empfehlenswert. In manchen Fällen reicht die Behandlung mit einem Mittel gegen den Husten oder Fieber. Auch biologische Arzneimittel bieten eine gute Möglichkeit, Atemwegserkrankungen nebenwirkungsarm vorzubeugen und wirksam zu behandeln. Bei Augenausfluss kann eine spezielle Salbe eingesetzt werden. Regelmäßige Messung der Körpertemperatur sollte auf dem Tagesprogramm stehen, um den Therapieerfolg beurteilen zu können.

Auf jeden Fall sollte der Hund keinen Belastungen ausgesetzt werden. Feuchte und kühle Luft können dazu beitragen, dass der Hustenreiz etwas gelindert wird. Im Regelfall klingt der Husten nach ca. zwei Wochen ab. In dieser Zeit sollte man vermeiden, dass der Hund Kontakt zu Artgenossen oder anderen Kleintieren hat. Diese könnten sich ansonsten anstecken. Auf die Ausführung von Hundesport sollte in der Zeit der Regeneration verzichtet werden. Die körperliche Anstrengung würde den Vierbeiner nur zusätzlich belasten. Außerdem könnte hier der Kontakt zu Artgenossen schwer vermieden werden.

Was tun bei Zwingerhusten bei Hunden?

Wenn Du den Verdacht hast, dass Dein Hund an Zwingerhusten leidet, dann suche zunächst einen Tierarzt auf. Nicht jeder Krankheitsverlauf ist gleich. Der Tierarzt kann die klare Diagnose stellen und die richtigen Medikamente verschreiben.

Vorbeugende Maßnahmen

Hund ist krank und hungrig

Gesunde, vollwertige Ernährung und viel Bewegung an der frischen Luft sind essentiell für ein gesundes Hundeleben.

Zur Vorbeugung gegen bestimmte Erreger des Zwingerhustens kann man seinen Hund impfen lassen. Impfungen gegen das Canine Para-Influenza-Virus, das Canine Adeno-Virus Typ 2 und das Bakterium Bordetella bronchiseptica sind möglich. Sie wenden eine Infektion zwar nicht direkt ab, führen im Falle einer Ansteckung jedoch zu einem weitaus schwächeren Verlauf der Krankheit. Diesen Weg sollten vor allem Hundehalter gehen, wenn sie öfter mit ihrem Hund auf Artgenossen treffen, beispielsweise bei Hunde Shows oder Wettbewerben.

Außerdem kann die Impfung sinnvoll sein für ältere und durch andere Erkrankungen geschwächte Hunde. Sie schützt Deinen Lieblings 12 Monate lang vor den Haupterregern vom Zwingerhusten. Wiederholungsimpfungen sollten jährlich verabreicht werden. Trotzdem besteht das Risiko einer Infektion, da unterschiedliche Erreger Zwingerhusten auslösen können.

Wichtig ist ein gutes Allgemeinbefinden, eine gesunde Ernährung und ein gesundes Immunsystem, um seinen Hund vor dieser Krankheit zu schützen. Gesunde, vollwertige Ernährung und viel Bewegung an der frischen Luft sind essentiell für ein gesundes Hundeleben. Hundehalter sollten ihr Tier außerdem regelmäßig entwurmen, um die Doppelbelastung von Wurmbefall und Zwingerhusten zu vermeiden.

Die Tipps zum Mitschreiben:

  • Immunsystem des Hundes stärken (durch vollwertige Ernährung)
  • Ruhe und Wärme bieten
  • Genügend Auslauf an der frischen Luft
  • Viel Trinken
  • (ggf. Impfung)

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