Nova Scotia Duck Tolling Retriever

Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever hat zwar den längsten Namen, ist aber der Kleinste unter den sechs anerkannten Retriever-Rassen. Dieser sehr verspielte, apportierfreudige und hübsche Hund wird kurz auch „Toller“ genannt und ist seit 1945 in seinem Heimatland Kanada, aber erst seit 1981 auch international als Rasse anerkannt. Unter der Nummer 312 führt die FCI den offiziellen Standard des Nova Scotia Duck Tolling Retriever in Gruppe 8: Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde, Sektion 1: Apportierhunde, mit Arbeitsprüfung.

Nova Scotia Duck Tolling Retriever im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 42-54 cm
Gewicht: 17-23 kg
FCI-Gruppe: 8: Apportierhunde – Stöberhunde – Wasserhunde
Sektion: 1: Apportierhunde
Herkunftsland: Kanada
Farben: Von Rot bis Orange mit Weiß
Lebenserwartung: 12-14 Jahre
Geeignet als: Jagd-, Familien-, Haus-, Begleithund
Sportarten: Apportieren
Charakter: Abgehend, Liebevoll, Aufmerksam, Intelligent, Geduldig
Auslaufbedürfnisse: hoch
Sabber-Potential: gering
Stärke des Haarens: mittel
Pflegeaufwand: gering
Fellstruktur: mittellang, weich, wasserabweisend und dichter Unterwolle
Kinderfreundlich: ja
Familienhund: ja
Sozial: eher ja

Herkunft und Rassegeschichte

Der etwas umständlich klingende Rassename „Nova Scotia Duck Tolling Retriever“ gibt Aufschluss sowohl über die Heimat als auch über die Art der Nutzung dieser Jagdhundrasse. Der „Enten anlockende Apportierhund aus Neuschottland“ entstand im Osten Kanadas, genauer in der Seeprovinz Nova Scotia an der kanadischen Atlantikküste. Bereits im 17. Jahrhundert wurde die Halbinsel zunächst von Franzosen besiedelt, damals noch unter dem Namen Akadien. Aber auch England erhob Anspruch auf die Ostküste Kanadas. So wurden die französischen Siedler nach und nach von schottischen Einwanderern verdrängt, die der Region schließlich den Namen „Nova Scotia“ = Neuschottland gaben.

Nova Scotia Duck Tolling Retriever Welpe
Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever kommt aus Kanada.

Wie nun genau der Toller entstand, ist nicht abschließend geklärt. Sicher ist, dass im 17. Jahrhundert die schottischen Einwanderer verwundert das Verhalten einiger dort heimischer Füchse beobachteten, die scheinbar verspielt am Ufer von Flüssen und Seen herumtollten, dadurch die neugierigen Enten anlockten, um diese schließlich erbeuten und verspeisen zu können. Dieses sehr spezielle Verhalten wollte man sich für die Jagd zunutze machen und begann, Hunde zu züchten, die ebenfalls ein solches „Tolling“ erlernen konnten.

Es mag durchaus sein, dass die niederländische Hunderasse Kooikerhondje hier eine Rolle gespielt hat. Denn auch diese wurde bereits vor Jahrhunderten in Holland zur Entenjagd eingesetzt und zeigt ein ähnliches Verhalten. Auch wird vermutet, dass die indianischen Ureinwohner Kanadas bereits Hunde besaßen, die auf diese Weise bei der Jagd halfen. Gesicherte Quellen reichen aber nur bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zurück, als im Osten Kanadas verschiedene Retriever mit Cocker Spaniels, Collies und wahrscheinlich auch Irish Settern gekreuzt wurden und so die spezielle Fellfarbe entstand.

Zunächst unter der Rassebezeichnung „Yarmouth Toller“ oder auch „Little River Duck Dog“ bekannt, fielen zahlreiche Hunde Anfang des 20. Jahrhunderts einer Staupeepidemie zum Opfer, so dass die neue Rasse schon fast wieder ausgestorben wäre. Dem Hundeliebhaber Colonel Coldwell ist es wohl zu verdanken, dass die interessante Rasse wieder auflebte. Zwischen 1920 und 1950 suchte er nach verbliebenen Exemplaren und baute mit diesen seine eigene Zucht auf, so dass 1945 schließlich die ersten 15 Exemplare unter dem neuen Namen Nova Scotia Duck Tolling Retriever im Canadian Kennel Club registriert wurden.

Den Sprung über den Atlantik nach Europa machte der kleine Retriever erst 1980, und vor allem in den skandinavischen Ländern fand er viele begeisterte Anhänger. In Deutschland werden seit 1996 ebenfalls in kleinem Umfang Toller gezüchtet.

Woher kommt der Nova Scotia Duck Tolling Retriever?

Ursprünglich wurde diese Rasse im Osten Kanadas, in der Provinz Neuschottland (=Nova Scotia) gezüchtet. Mittlerweile gibt es aber die meisten Nova Scotia Duck Tolling Retriever in Schweden.

Wesen & Charakter vom Nova Scotia Duck Tolling Retriever

Die wichtigsten Eigenschaften, die der Toller mitbringt, sind seine Verspieltheit und die Apportierfreude. Dieser fröhliche, intelligente und quirlige Hund ist immer einsatzbereit und freut sich auf die nächste Aufgabe, die man ihm stellt. Innerhalb seiner Familie ist der kleine Retriever sehr liebevoll und anhänglich. Fremden gegenüber aber zunächst reserviert und auch bereit, sein Rudel und sein Revier lautstark zu verteidigen. Nur wen er kennt und akzeptiert, wird er in den Kreis seiner Freunde aufnehmen.

Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever gilt als sehr gelehrig und ausdauernd. Als hervorragender Schwimmer ist er bestens geeignet für die Arbeit am und im Wasser, sei es nun für die jagdliche Nutzung oder bei alternativen Beschäftigungen. Da der Toller zwar für die Entenjagd gezüchtet wurde, aber dabei nicht aktiv die Vögel suchen und jagen muss, hat diese Rasse einen kaum ausgeprägten Jagdtrieb. Im Gegenteil soll sich der Hund dem Federwild gegenüber vor dem Schuss absolut gleichgültig verhalten, um es nicht zu verscheuchen. Somit neigt er nicht zum Streunen und Wildern. Wahrscheinlich begründet durch die frühere Einkreuzung von Collies in die Rasse, zeigen manche Toller sogar einen gewissen Hütetrieb.

Bei aller Spielfreude und Gelehrigkeit kann der Nova Scotia Duck Tolling Retriever aber auch je nach Situation seinen schottischen Dickkopf zeigen und sich stur stellen. Als Hundebesitzer muss man über entsprechendes Fingerspitzengefühl verfügen, um den Hund bei Laune und seinen Spaß am Lernen und an der Arbeit immer wach zu halten. Stimmt die „Chemie“ zwischen Hund und Mensch, dann findet man in dieser interessanten Rasse einen zuverlässigen und eifrigen Partner für Arbeit oder Sport und gleichzeitig einen sehr loyalen und liebevollen Familienhund.

Ist der Nova Scotia Duck Tolling Retriever ein Familienhund?

Der Toller, wie diese Rasse auch genannt wird, braucht viel Bewegung und Beschäftigung – kannst Du ihm das bieten, dann ist er ein absolut treuer und verspielter Familienhund.

Aussehen des Nova Scotia Duck Tolling Retriever

Nova Scotia Duck Tolling Retriever im Portrait
Das Fell schützt den Retriever hervorragend auch im kalten Wasser.

Die Hunde gelten laut Rassestandard erst mit 18 Monaten als ausgewachsen. Dann haben Rüden eine Schulterhöhe von 48-51 Zentimetern erreicht bei einem Gewicht von 20-23 Kilogramm, Hündinnen sind etwas kleiner (45-48 cm) und leichter (17-20 kg). Sie gehören also zu den mittelgroßen Hunderassen.

Der kompakte, kraftstrotzende Körper zeigt harmonische Proportionen mit breitem, keilförmigen Kopf, dessen mittelgroße Schlappohren weit hinten am Schädel angesetzt sind, muskulösem Hals, geradem Rücken und langer, dicht behaarter Rute. An den Pfoten fungieren stark ausgeprägte Zwischenzehenhäute wie Schwimmhäute, die den Hund im Wasser hervorragend unterstützen. Die hübschen, mandelförmigen Augen sind bernsteinfarben bis braun gefärbt und zeigen einen aufmerksamen und intelligenten Blick, wenn es um die Arbeit geht. Dagegen wirken dem Rassestandard zufolge viele Toller fast traurig, solange sie nicht beschäftigt sind, und erst mit der Aufforderung zur Aktivität wechselt ihr Aussehen zu „intensiver Konzentration und Erregung“.

Das mittellange, wasserabweisende Fell besteht aus zwei Schichten mit weichem, leicht gewelltem Deckhaar und noch weicherer Unterwolle und schützt den Hund zuverlässig auch im eiskalten Wasser. An den Hinterläufen, den Ohren und vor allem an der Rute ist das Haar deutlich länger und bildet eine ausgeprägte Befederung.

Besonders auffallend am Nova Scotia Duck Tolling Retriever ist seine Farbe: Das Haar zeigt unterschiedliche Schattierungen von Rot bis Orange, und gewöhnlich kommen weiße Abzeichen an den Pfoten, der Brust, der Rutenspitze und im Gesicht in Form einer Blesse hinzu. Aber auch das völlige Fehlen dieser weißen Abzeichen wird toleriert, wenn der Hund ansonsten dem Idealbild der Rasse entspricht. Nasenspiegel, Lefzen und Augenränder sind entweder passend zur Fellfarbe rötlich oder schwarz gefärbt.

Erziehung & Haltung des Nova Scotia Duck Tolling Retriever – Das gilt es zu beachten

Grundsätzlich ist der Toller ein sehr lernfreudiger, intelligenter Hund, dessen gute Auffassungsgabe ihn leicht und schnell die an ihn gestellten Aufgaben verstehen und erlernen lässt. Da diese Rasse aber auch sehr feinfühlig und sensibel ist, kann ein zu harscher Ton bei der Erziehung und Ausbildung schnell das Gegenteil bewirken, und der Hund stellt sich stur und verweigert die Mitarbeit.

Es gilt also, ein gesundes Mittelmaß zu finden zwischen der notwendigen Konsequenz und sehr viel Geduld und Feingefühl, damit das Vertrauensverhältnis zwischen Hund und Mensch sich entwickeln und festigen kann. Anfänger in der Hundehaltung sollten sich eventuell Unterstützung in einer professionellen Hundeschule suchen. Grundsätzlich fördert der frühzeitige Umgang des Welpen mit anderen Hunden und deren Besitzern immer auch die gute Sozialisierung auf dem Weg zu einem entspannten, selbstsicheren Begleithund. Ein glücklicher Nova Scotia Duck Tolling Retriever wird seinen Menschen liebend gerne jeden Wunsch erfüllen. Er ist zufrieden, wenn er in den Familienalltag integriert wird und möglichst viel Zeit mit seinen Menschen verbringen kann. Seine Bewegungsfreude, sein Temperament und sein unbändiger Spieltrieb machen ihn auch zum aktiven Spielkameraden der Kinder in seiner Familie und bleiben bis ins hohe Alter des Hundes ungebrochen erhalten.

Die Haltung im ländlichen Bereich, in einem Haus mit Garten, den der Hund nutzen darf, ist für diese Rasse optimal. Sein ausgeprägter Bewegungsdrang und sein großer Arbeitswillen sind in der Etagenwohnung in der Großstadt nur schwer zu befriedigen. Auch das stundenlange Alleinsein, wenn seine Menschen berufsbedingt tagsüber nicht anwesend sind, liegt dieser Rasse überhaupt nicht und kann schnell zu unerwünschtem Verhalten wie Dauerbellen oder Zerstörungswut führen. Ein Toller gehört bestenfalls zu Menschen, die für ihn dauernd erreichbar sind und auch bereit, sehr viel Zeit am Tag aktiv mit dem Hund zu gestalten.

Was kostet ein Nova Scotia Duck Tolling Retriever?

Da es noch nicht sehr viele Züchter dieser Rasse in Deutschland gibt, sind die Welpen selten und kosten meist mindestens 1000 Euro oder sogar mehr.

Ernährung des Nova Scotia Duck Tolling Retriever

Ein Hund mit dem großen Bewegungsdrang des Nova Scotia Duck Tolling Retriever sollte mit hochwertigem Futter ernährt werden, welches ihm genügend Energie und alle wichtigen Nährstoffe liefert. Hierzu sind für die Ernährung vor allem tierische Eiweißquellen wie Fleisch oder Fisch geeignet. Proteine aus Getreide, wie sie in preisgünstigem Futter meist eingesetzt werden, sind nicht so gut verwertbar im Stoffwechsel des Fleischfressers Hund. Ob das Futter als Fertigprodukt in Form von Nass- oder Trockenfutter aus dem Fachhandel bezogen oder nach der BARF-Methode (= Biologisch artgerechte Rohfütterung) selbst zubereitet wird, liegt vor allem beim Hundehalter, seiner Erfahrung und dem Zeiteinsatz, den er täglich für die Fütterung aufbringen kann.

Die tatsächliche Futtermenge richtet sich immer nach dem individuellen Bedarf des einzelnen Hundes, je nach Alter, Gesundheitszustand und Aktivität. Wichtig ist, das Futter immer nach einer Bewegungsphase zu reichen, damit der Hund sich dann in Ruhe zurückziehen und verdauen kann. Bestenfalls wird die Tagesration beim erwachsenen Hund auf zwei Mahlzeiten verteilt. Frisches Trinkwasser muss natürlich immer bereit stehen.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Wird der Toller verantwortungsvoll gezüchtet und achtet der Züchter auf die Erbgesundheit seiner Elterntiere, so hat dieser kleine Retriever eine hohe Lebenserwartung von 12 bis zu 15 Jahren. Allerdings kamen in der Vergangenheit innerhalb dieser Rasse mehrere Erbkrankheiten gehäuft vor, wahrscheinlich aufgrund des sehr kleinen Genpools, aus dem Colonel Coldwell in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Rasse nach der verheerenden Staupeepidemie wieder hervorgezüchtet hat. Mehrere wissenschaftliche Studien haben einen vergleichsweise hohen Inzuchtfaktor beim Nova Scotia Duck Tolling Retriever nachgewiesen.

Vor allem einige Krankheiten im Autoimmunsystem traten innerhalb dieser Rasse immer wieder auf:

  • SRMA (= Steroid-Responsive Meningitis-Arteriitis) ist eine entzündliche Erkrankung des Rückenmarks, die Schmerzen, Fieber und Bewegungsstörungen auslösen kann; sie tritt vor allem bei Hunden ab dem 6. Lebensmonat auf, ist mit Medikamenten aber behandelbar.
  • Nebenniereninsuffizienz (= Addison-Krankhheit) führt zu einem Hormonmangel, der sich zum Beispiel in allgemeiner Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust, Erbrechen und Durchfall zeigen kann.
  • Polyarthritis verursacht multiple Gelenkschmerzen.

Die Zucht-Verbände haben zur Eindämmung dieser Erbkrankheiten die Einkreuzung anderer Rassen erwogen, um den Genpool zu vergrößern und die genetische Variabilität und Gesundheit somit zu erweitern. Allerdings waren nicht alle Züchter mit dieser Vorgehensweise einverstanden, so dass es beim Toller einer besonders akribischen Zuchtplanung bedarf, um zu gewährleisten, dass die Elterntiere sich in ihren Erbanlagen möglichst weit voneinander unterscheiden.

Wie alt wird ein Nova Scotia Duck Tolling Retriever?

Ein gesunder Hund dieser Rasse kann zwischen 12 und 15 Jahre alt werden.

Pflege des Nova Scotia Duck Tolling Retriever

Das dichte Fell des Tollers ist vergleichsweise pflegeleicht und sollte nur ab und zu ordentlich gebürstet werden. In den Zeiten des Fellwechsels empfiehlt sich eine häufigere Pflege, um abgestorbene Haare und die sehr weiche Unterwolle gezielt vom Hund zu entfernen, bevor sie sich in Wohnung und Auto verbreiten.

Um einer sehr unangenehmen Ohrenentzündung vorzubeugen, sollten die Gehörgänge des schlappohrigen Hundes regelmäßig kontrolliert werden. Das Eindringen von Wasser, Schmutz oder Fremdkörpern kann leicht eine Entzündung hervorrufen, die der Hund durch vermehrtes Kratzen am Ohr, häufiges Kopfschütteln oder unangenehmen Geruch aus dem Ohr anzeigt. Hier muss schnellstmöglich vom Tierarzt behandelt werden.

Ansonsten ist der Nova Scotia Duck Tolling Retriever ein robuster Hund, dem es nichts ausmacht, sich täglich nass und gerne auch schmutzig zu machen – als Halter sollte man also nicht zu großen Wert auf weiße Fliesen und helle Teppiche legen. Bei entsprechender Gewöhnung lässt sich der Hund gut abduschen und danach mit einem Handtuch trocknen. Auf den Einsatz von Shampoo sollte möglichst verzichtet werden, da das besondere Fell dieser Rasse sonst seine wasserabweisende Wirkung einbüßen kann.

Nova Scotia Duck Tolling Retriever – Aktivitäten und Training

Nova Scotia Duck Tolling Retriever im Liegen
Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever lässt sich für verschiedene Aktivitäten begeistern.

Diese Hunde sind ursprünglich für die Jagd gezüchtet worden und daher sehr temperamentvoll und bewegungsaktiv, das heißt sie wollen täglich ausreichend beschäftigt werden. Wird der Toller nicht bei der Jagd eingesetzt, sondern als Familien- und Begleithund gehalten, so braucht er einen entsprechenden Aktivitäts-Ausgleich in Form von ausgiebigen Spaziergängen oder Jogging-Runden, auch als Mitläufer am Fahrrad oder Pferd. Außerdem will er auch mental gefordert werden und liebt viele Formen von Denksport- und Geschicklichkeitsaufgaben für Hunde.

Sein liebstes Element ist das Wasser, da er ein sehr guter und ausdauernder Schwimmer ist. Apportierspiele am See oder Bach, vielleicht sogar am Strand von Nord- oder Ostsee sind für ihn die absoluten Highlights. Und auch in zahlreichen Hundesport-Disziplinen kann der Toller sich austoben, sei es im Agility-Parcours, beim Dog Dancing oder Flyball. Wegen seiner großen Apportierfreude eignet sich auch das Dummytraining wunderbar. Eine besonders enge und auf gegenseitigem Vertrauen basierende Bindung zwischen Mensch und Hund ermöglichst auch die Ausbildung zum Rettungshund.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Nova Scotia Duck Tolling Retriever

Das sogenannte „Tolling“ bezeichnet eine ganz besondere Art der Jagd auf Wassergeflügel mit Hilfe des Hundes: Dabei versteckt sich der Jäger im Uferbereich, wirft dem Hund immer wieder kleine Stöcke oder Spielzeuge ans Ufer, die dieser sucht und dabei mit steil aufgestellter, wedelnder Rute am Ufer auffällig herumhüpft. So lockt der Hund durch sein Verhalten die neugierigen Enten in Schussweite des Jägers. Nach dem Schuss apportiert der Nova Scotia Duck Tolling Retriever dann die so erlegte Jagdbeute.

Wenngleich dieser – im Vergleich zum Labrador oder Golden Retriever – kleinste Retriever erst in den 1980er Jahren nach Europa kam, leben inzwischen die meisten Nova Scotia Duck Tolling Retriever in Schweden und nicht mehr im Heimatland Kanada.

Nachteile des Nova Scotia Duck Tolling Retriever

Diese Rasse wird in Deutschland bislang nur von wenigen Züchtern gehalten. Daher müssen Interessenten unter Umständen längere Wartezeiten in Kauf nehmen, bevor ein Welpe abzugeben ist. Wichtig ist es, den Züchter auf die von ihm getroffenen Vorsichtsmaßnahmen zur Vermeidung der möglichen Erbkrankheiten anzusprechen, die bei dieser Rasse durch den hohen Inzuchtfaktor immer wieder aufgetreten sind.

Passt der Nova Scotia Duck Tolling Retriever zu mir?

Für einen Nova Scotia Duck Tolling Retriever solltest Du Dich nur entscheiden, wenn Du viel Zeit mit Deinem Hund in der Natur, bei der Jagd oder beim Hundesport verbringen kannst und willst. Die Rasse braucht sehr viel Bewegung und Beschäftigung, um ausgeglichen zu sein. Dabei lernen diese Hunde sehr schnell und sind wunderbar kooperativ und arbeitswillig, wenn Du ihnen mit Respekt und Verständnis begegnest.

Nova Scotia Duck Tolling Retriever im Sprung
Der Retriever lernt schnell und zeigt sich in der Arbeit sehr kooperativ.

Das ursprüngliche Einsatzgebiet für diese noch eher seltene Rasse ist die Jagd auf Wasservögel. Auch in Europa wurde sie in den vergangenen Jahrzehnten als interessante Alternative zu den hiesigen Apportierhund-Rassen entdeckt. Aber auch aktive Hundesportler finden mit dem Nova Scotia Duck Tolling Retriever einen leistungsbereiten Teampartner. Durch seine hohe Lernbereitschaft ist der Toller auch gut für Anfänger geeignet, die aber das nötige Fingerspitzengefühl haben müssen, um den sensiblen Hund richtig zu erziehen.

Ein gut ausgelasteter Nova Scotia Duck Tolling Retriever ist ein toller Familienhund, der sich innerhalb seines Menschenrudels am wohlsten fühlt und gerne auch ein geduldiger Spielpartner der Kinder ist. Nicht geeignet ist diese Rasse für Menschen, die sich einen ruhigen Hund wünschen, der nicht viel Auslauf braucht, auch mal einige Stunden alleine zuhause bleiben mag und möglichst wenig Dreck in die Wohnung bringt – sie sollten sich lieber für eine andere Hunderasse entscheiden.

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Nicola

Nicola

In meiner Freizeit fotografiere ich Hunde für mein Leben gern. Meistens geraten mir die edogs Bürohunde vor die Linse.

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