Flyball

von Michael Hein
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Flyball – Der Hund rennt über die Hürden, fängt den Ball, wendet elegant und rennt wieder zurück über die Hürden zu seinem Menschen, welcher seinen Vierbeiner währenddessen anfeuert und motiviert. Ist die Runde geschafft, sind beide außer Atem aber glücklich. Flyball ist ein rasanter Hundesport, der für Hunde aller Größen und Rassen geeignet ist – Hauptsache, sie lieben Bälle. Doch was genau ist Flyball eigentlich und wie funktioniert diese Hundesportart im Detail?

Was ist Flyball?

Flyball ist ein noch recht junger Hundesport, der ursprünglich aus Amerika kommt. Dort hat Herbert Wegner in den 70er-Jahren für seinen Hund eine Maschine erfunden, bei der auf Pfotendruck ein Ball in die Luft geschossen wird. Schnell wurde er damit berühmt und meldete Patent auf die Maschine an. Seit den 90er-Jahren ist Flyball auch in Europa bekannt und mittlerweile ein anerkannter Hundesport, bei dem es Turniere und Meisterschaften gibt.

Wie funktioniert Flyball als Hundesport?

Es handelt sich beim Flyball um einen Mannschaftssport, bestehend aus zwei Mannschaften mit je vier Mensch-Hund-Teams. Vom Ablauf her funktioniert es ähnlich wie eine Art Staffellauf. Der erste Hund startet, sobald die Ampel grün ist und muss dann über vier Hürden laufen bis hin zur Flybox. Diese muss er dann auslösen, den Ball fangen, wenden und mit dem Ball im Fang über die Hürden zurück zum Hundehalter laufen. Sobald der erste Hund über die Ziellinie ist, darf der zweite Hund starten. Der Hundebesitzer selbst wartet die ganze Zeit im Start-Ziel-Bereich. Gewonnen hat am Ende die Mannschaft, die am schnellsten fertig und fehlerfrei ist.

Die Regeln im Flyball

Mittlerweile gibt es ein umfassendes Regelwerk, dabei variieren teils einige Punkte je nach Land. Hier sind die wichtigsten Regeln auf einen Blick:

  • Es gibt zwei Mannschaften mit je vier Hund-Mensch-Teams
  • Es verlaufen zwei Bahnen parallel nebeneinander
  • Die Strecke von der Startlinie bis zur Flyballbox beträgt circa 15 Meter
  • Auf jeder Bahn befinden sich vier Hürden sowie eine Flyballbox
  • Die Hürden werden dabei an den kleinsten Hund der Mannschaft angepasst und haben eine Höhe zwischen 17,5 und 35 cm
  • Die Hundehalter müssen während des gesamten Ablaufs zwingend im Start-Ziel-Bereich bleiben
  • Eine Ampel – rot, gelb, gelb, grün – gibt das Startsignal
  • Die Hunde müssen alle vier Hürden überwinden, die Flyballbox mit ihrer Pfote auslösen, die Schwimmerwende machen, den Ball fangen und mit diesem dann zurück über die vier Hürden zum Ziel laufen
  • Sobald alle vier Hunde fehlerfrei durch den Parcours sind, wird die Zeit gestoppt
  • Die schnellste Mannschaft gewinnt den Wettbewerb

Sollte ein Fehler passieren, so muss der Hunde den Lauf am Ende der Staffel wiederholen, was dann wiederum der ganzen Mannschaft wertvolle Zeit kostet. Mögliche Fehler sind unter anderem:

  • Der Hund überquert die Startlinie, noch bevor der andere Hund über die Ziellinie gelaufen ist
  • Der Hund überspringt nicht alle Hürden
  • Der Hund verlässt die Laufbahn
  • Der Hund fängt zwar den Ball, apportiert ihn aber nicht
  • Der Hundeführer überquert die Start- / Ziellinie
Flyball: Hund mit Ball im Mund im Parcours

Im Flyball gibt es verschiedene Disziplinen, die der Hund erfolgreich meistern muss.

Disziplinen im Flyball

Im Flyball gibt es verschiedene Disziplinen, die der Hund erfolgreich meistern muss. Dazu gehören die Benutzung der Flyball-Box, die Hürdenarbeit, die Ballarbeit, das Apportieren sowie die korrekte Wende. Hier ein kleiner Einblick in die einzelnen Disziplinen:

Flyball-Box

Die Box wurde so verfeinert, dass es jetzt eine Zweiloch-Vollpedal-Box ist. Die schräge Vorderseite ist damit die Fläche, welche der Hund berühren muss, um die Maschine auszulösen. So kann der Hund das Wenden und Ballfangen miteinander vereinen. Die Wende ist dabei sowohl rechts herum als auch links herum möglich. Der Hund sollte langsam an die Box und ihre Funktion gewöhnt werden.

Hürdenarbeit

Es gibt beim Flyball vier Hürden, die in einem Abstand von etwa drei Metern aufgebaut werden. Die Höhe wird dabei auf den kleinsten Hund in der Mannschaft angepasst. War der Hund schon im Agility aktiv, so ist das Überspringen der Hürden für ihn normalerweise kein Problem. Ansonsten muss auch diese Disziplin schrittweise aufgebaut werden. Für die ersten Sprünge kann man kreativ sein und im Garten eigene Hürden gestalten.

Ballarbeit

Beim Flyball muss das Fangen des Balles sitzen, denn der Hund hat nur einen Versuch, nachdem er den Auslöser betätigt hat. Um die Ballarbeit zu trainieren, kann man sich zu Beginn vor den Hund stellen und einen Ball leicht hochwerfen, sodass er ihn gut fangen kann. Den Schwierigkeitsgrad kann man dann nach und nach steigern.

Apportieren

Der Hund muss den Ball nicht nur korrekt fangen, er muss ihn auch zurücktragen, also apportieren. Dies sollte ebenfalls gut funktionieren, vor allem, da er auf dem Rückweg mit dem Ball im Fang über die Hürden springen muss.

Der Wendepunkt

Der Wendepunkt muss exakt sitzen, um Zeit zu sparen und um den Hund vor Verletzungen zu schützen. Beim Training fängt man hier am besten mit einer Wende um eine Stange herum an und steigert dann nach und nach das Hindernis, an dem der Hund wenden muss. Ist er dann gut mit der Flyball-Box vertraut, so können diese beiden Elemente miteinander kombiniert werden.

Wieso ist Flyball sinnvoll für den Hund?

Flyball bietet dem Hund eine gute körperliche und geistige Auslastung, die Koordination wird gefördert und die Mensch-Hund-Beziehung gestärkt.

Wieso ist Flyball sinnvoll für den Hund?

Flyball: Hund läuft mit Ball im Mund durch den Parcours

Flyball trainiert beim Hund mehr als nur die allgemeine Fitness.

Flyball sorgt für eine körperliche Auslastung des Hundes. Seine allgemeine Fitness wird trainiert sowie auch das Sprungvermögen, die Schnelligkeit, die Koordination und das Apportiergeschick. Dazu bietet diese Hundesportart auch eine geistige Auslastung. Der Hund trainiert sein Reaktionsvermögen und muss sich außerdem konzentrieren, um alle Abläufe korrekt auszuführen. Durch die gesamte Auslastung ist der Hund ausgeglichener und somit auch im Alltag ruhiger und zufriedener.

Welche Hunde eignen sich für Flyball?

Der Hundesport Flyball eignet sich grundsätzlich für jeden Hund, der Spaß an Bewegung und an Bällen hat. Größe oder Rasse sind hier nicht von Bedeutung. Dennoch gibt es einige Voraussetzungen, die der Hund für den Hundesport Flyball mitbringen sollte.

Welche Hunde eignen sich besonders gut?

Der Hund sollte unbedingt gerne mit Bällen spielen und diese nicht nur gerne fangen, sondern auch apportieren. Dazu sollte er genug Energie und Freude an Bewegung haben. Wichtig ist außerdem die Sozialverträglichkeit, Flyball ist ein Teamsport, bei dem der Hund nicht nur mit den anderen Hunden in seiner Mannschaft, sondern auch mit den fremden Vierbeinern der anderen Mannschaft zurechtkommen muss. Aggressives Verhalten ist hier fehl am Platz. Besonders wichtig ist dazu die körperliche Gesundheit des Hundes, diese sollte vorab mit dem Tierarzt abgeklärt werden.

Ab wann kann man mit Flyball anfangen?

Der Hund muss mindestens 12 Monate bzw. ausgewachsen sein, um mit Flyball zu beginnen. Zum einen ist das Training auch für die Gelenke anstrengend und zum anderen muss sich der Hund über einen bestimmten Zeitraum gut konzentrieren können.

Diese Grundkommandos muss Dein Hund können

Ja, die gängigen Grundkommandos sollte der Hund können, also solche wie Sitz“, „Platz“, „Bleib“, „Aus“, „Komm“. Nur so funktioniert die Kommunikation zwischen Mensch und Hund während des Trainings und auch im Turnier.

Welche Hunde eignen sich für Flyball?

Alle Hund verschiedenster Größen und Rassen, die Spaß an Bewegung, an Bällen und am Apportieren haben.

Die Anforderungen an den Hundehalter

Um mit dem Hund am Flyball teilzunehmen, muss man als Hundehalter nicht überdurchschnittlich trainiert sein, eine Grundfitness ist aber hilfreich. An sich muss der Hundehalter nicht mitrennen, er bleibt während des ganzen Spiels hinter der Start-Ziel-Linie. Dabei darf er den Hund natürlich lautstark anfeuern. Zum Animieren kann es außerdem hilfreich sein, einige Meter vom Hund wegzurennen.

Im Training ist vor allem am Anfang noch mehr Körpereinsatz gefragt, hier kann es auch vorkommen, dass der Hundehalter mit dem Hund mitlaufen muss. Wichtig ist in jedem Fall, dass man teamfähig ist und Spaß hat, mit anderen Hundehaltern zusammen zu trainieren.

Welche Rolle spielt die Bindung zum Hund?

Um im Flyball Spaß zu haben und erfolgreich zu sein, ist eine gute Bindung zum Hund wichtig. Man muss sich aufeinander verlassen können sowie eine gute Grundkommunikation haben. Schließlich muss sich der Hund während des Wettbewerbs nur auf seinen Menschen und den gelernten Ablauf konzentrieren und darf sich nicht von anderen Dingen ablenken lassen. Das gemeinsame Training wird die Mensch-Hund-Bindung dabei noch einmal zusätzlich stärken.

Flyball: Hund im Sprung

Um Flyball mit seinem Vierbeiner zu starten, reicht für den Hundehalter eine einfache Grundfitness.

Tipps zum Start: So lernt dein Hund Flyball

Die ersten Schritte kann man seinem Hund gut zu Hause beibringen, zum Beispiel einen Ball aus der Luft zu fangen. Im Allgemeinen ist das Training im Hundesportverein aber effektiver, denn hier lernt das Hund-Mensch-Team von Beginn an alle Abläufe und Disziplinen und bekommt dazu wertvolle Tipps und Tricks von erfahrenen Profis.

Dazu ist Flyball ein Hundesport, das heißt, wenn man plant, an Wettbewerben teilzunehmen, ist es sinnvoll, den Hund von Anfang an darauf vorzubereiten. Dazu gehören eben das Training mit Ablenkung, anderen Hunden, anderen Menschen und lauten Geräuschen. Ebenso kann die Abfolge für einen Wettbewerb optimal aufeinander abgestimmt werden.

Wann fängt man mit Flyball an?

Der Hund muss mindestens 12 Monate alt bzw. ausgewachsen sein, um mit dem Hundesport Flyball zu beginnen.

Flyball für Fortgeschrittene

Wenn das Flyball-Training richtig gut läuft und man ein eingespieltes Team ist, so kann man auch an Turnieren teilnehmen. Viele Vereine veranstalten beispielsweise Freundschaftsturniere, bei denen die Hunde ihr Können unter Beweis stellen können. Außerdem gibt es richtige Flyball-Ligen, in die man es als Mannschaft schaffen kann. Hier erfolgt die Einteilung in unterschiedliche Leistungsklassen, sodass Mannschaften mit etwa gleicher Maximallaufzeit gegeneinander antreten.

Voraussetzungen für den perfekten Start: Ausrüstung & Gelände

Flyball: Hund in der Wende

Um Flyball professionell auszuüben, empfiehlt es sich, einen Hundesportverein zu besuchen.

Wer erst einmal zu Hause mit seinem Hund üben möchte, dem reichen schon wenige Gegenstände. Als Hürden kann man beispielsweise Blumentöpfe oder andere Gartenutensilien verwenden sowie einen Stock als Start- / Ziellinie. Wichtig ist natürlich ein Ball in Tennisballgröße. Dieser sollte keinesfalls zu klein sein, nicht dass der Hund sich beim Fangen daran verschluckt. Hilfreich sind darüber hinaus Leckerlis zur Belohnung, so kann der Hund gezielt motiviert werden.

Wer Flyball als professionellem Hundesport ausüben will, der sollte direkt in einen Verein gehen. Dieser hat die komplette Ausrüstung, die benötigt wird, sowie einen passenden Platz, auf dem der Run aufgebaut werden kann. Wer daheim übt, sollte darauf achten, dass das Gelände möglichst gerade ist und keine Stolperfallen oder Erdlöcher vorhanden sind, die zu Verletzungen führen könnten.

Eignet sich mein Hund für Flyball?

Wenn Dein Hund Spaß an Bewegung, an Bällen und an neuen Herausforderungen hat, dann ist das eine gute Grundvoraussetzung, um am Hundesport Flyball teilzunehmen. Ob er auch aus gesundheitlicher Sicht dafür geeignet ist, solltest Du unbedingt mit Deinem Tierarzt klären.

Viele Vereine bieten die Möglichkeit, in eine Hundesportart reinzuschnuppern. So könnt ihr erst mal probieren, ob euch Flyball gefällt und ob diese Hundesportart auch längerfristig etwas für euch ist.

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