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Magyar Vizsla

von Kolja von edogs
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Noch ist die Hunderasse ein Geheimtipp unter Jägern und Förstern, denn der aus Ungarn stammende Magyar Vizsla, auch Kurzhaariger Ungarischer Vorstehhund genannt, gilt als leicht erziehbar und freundlich. Doch seine Beliebtheit steigt ständig, nicht nur in Jagdkreisen. Denn der gelehrige Magyar Viszal hat eine ideale Größe, ist nicht zu groß und nicht zu klein und alles in allem unkompliziert. Von der FCI wurde der Magyar Vizsla in die Gruppe 7: Vorsteherhunde Sektion 1 Kontinentale Vorstehhunde mit Arbeitsprüfung (Feld- und Wasserprüfung)eingeordnet. Er wird unter der Nummer 57 geführt.

Magyar Vizsla im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 48-65 cm
Gewicht: 18-30 kg
FCI-Gruppe: 7: Vorstehhunde
Sektion: 1: Kontinentale Vorstehhunde
Herkunftsland: Ungarn
Farben: Gold, Rot, Rot-Gold, Rost, Gold-Rost, Dunkeles Semmel-Gelb
Lebenserwartung: 12-15 Jahre
Geeignet als: Jagd-, Familien- und Wachhund
Sportarten: Dummytraining, Flyball
Charakter: Ruhig, Loyal, Anhänglich, Energiegeladen, Sanft
Auslaufbedürfnisse: hoch
Sabber-Potential: gering
Stärke des Haarens: eher gering
Pflegeaufwand: gering
Fellstruktur: Kurzhaar: Kurz, dicht, derb, hart, Drahthaar: Drahthaarig, anliegend, kräftig, dicht und glanzlos
Kinderfreundlich: ja
Familienhund: ja
Sozial: ja

Herkunft und Rassegeschichte

Begonnen hat die Geschichte der Magyar Vizsla in den Steppen Asiens. Das umherziehende Reitervolk der Magyaren ließ sich im frühen Mittelalter in der Ebene zwischen der sichelförmigen Bergkette der Karpaten im heutigen Ungarn nieder. Für die Jagd nutzten sie kleine Vorsteherhunde, die Vorfahren der heutigen Magyar Vizsla. Vorsteherhunde erschnüffeln das Wild, scheuchen es aber nicht auf, wenn sie es entdeckt haben. Sie verharren regungslos und heben einen Vorderlauf, um dem Jäger anzuzeigen, in welcher Richtung sich das Wild befindet. Die gelblich-braune Farbe der Hunde war ideal für die Jagd in den Steppen.

Magyar Vizsla Welpe

Durch die Beliebtheit anderer Rassen, wäre der Magyar Vizsla fast ausgestorben.

Im Laufe des Mittelalters verbreitete sich der Hund durch Handel und Politik in ganz Europa und erfreute sich zunehmender Beliebtheit. Bereits im 17. Jahrhundert wurden die Magyar Vizsla bewusst gezüchtet. Hunde dieser Rasse waren bestens für die Jagd nach Wasservögeln, nach Fasanen und Rebhühnern und nach Dammwild geeignet. Leider wurden die ungarischen Jagdhunde im 19. Jahrhundert mehr und mehr von den modern werdenden englischen Jagdhunden wie zum Beispiel den Pointern verdrängt und die Zucht ging zurück. Der Kurzhaarige Ungarische Vorstehhund wurde immer seltener und drohte, auszusterben. Mit einem Aufruf versuchten engagierte Liebhaber im Jahr 1916 die Zucht wieder aufleben zu lassen, was ihnen auch gelang. Sie kreuzten dazu andere Rassen, wie etwa den Englischen Pointer oder den Deutsch Kurzhaar mit ein.

Bereits im Jahr 1936 wurde die Rasse von der FCI anerkannt und in die Liste aufgenommen. Mit Einkreuzung des Deutsch Drahthaar entstand die drahthaarige Variante des Magyar Vizsla, die 1956 von der FCI als eigenständige Rasse anerkannt wurde. Mit Ende des 2. Weltkriegs und der Errichtung des eisernen Vorhangs brach die Zucht erneut ein, so dass der der Vorstehhund nur Liebhabern und in Jagdkreisen bekannt ist. In Deutschland wurde im Jahr 1977 der Verein Ungarischer Jagdhunde gegründet, zu denen auch der Magyar Vizsla gehört.

Wesen & Charakter vom Magyar Vizsla

Der Kurzhaarige Ungarische Vorstehhund ist ein Jagdhund durch und durch. Und doch ist er ein Sensibelchen, der sofort merkt, wenn die Stimmung in seiner Familie nicht in Ordnung ist. An seine Familie bindet er sich eng, er wäre am liebsten überall mit dabei und folgt seinem Frauchen oder Herrchen auf Schritt und Tritt. Wenn er gut sozialisiert wurde, ist er ein freundlicher, fröhlicher Hund, der auch prima mit Kindern klarkommt.

In seinem Zuhause verträgt er sich mit allen und jedem. Dabei darf man nicht übersehen, dass er ein intelligenter Jagdhund ist, der es gewohnt ist, selbständig zu denken und zu handeln. Sein Jagdtrieb ist stark ausgeprägt, seine Leistungsbereitschaft hoch. Er lernt leicht und der neugierige Hund möchte lernen und körperlich und geistig beschäftigt werden.

Ist der Magyar Vizsla ein Familienhund?

Der Magyar Vizsla ist in erster Linie ein Jagdhund, ein Arbeitshund der beschäftigt werden möchte. Wenn er ausgelastet und gut sozialisiert ist, wird er auch ein idealer Familienhund werden. Dazu kann beitragen, dass ältere Kinder mit ihm zum Hundesport gehen und ihn so beschäftigen und eine Bindung aufbauen.

Hunde dieser Rasse

Aussehen des Magyar Vizsla

Magyar Vizsla in der Natur

Der mittelgroße Magyar Vizsla ist schlank, elegant und sportlich. Liebhaber bezeichnen ihn gerne als „schön wie eine Statue“. In seiner Statur erinnert er an einen Windhund. Hündinnen werden zwischen 53 cm und 57 cm groß, Rüden zwischen 56 cm und 61 cm , bei einem Gewicht zwischen 20 Kilo und 30 Kilo.

Der Rücken ist gerade. Der Kopf wirkt edel und die Schnauze ist langgezogen. Die Nasenlöchter des Magyar Vizsla Kurzhaar sind weit. Mit ihnen ist er ein hervorragender Fährtensucher. Die dunklen Augen blicken wach in die Welt. Die Ohren sind V-förmig und hängen herab. Das Fell ist kurz, dicht und ohne Unterwolle. Es hat die Farbe von Sand oder frischen Semmeln, jeweils in unterschiedlichen Schattierungen. Kleine weiße Flecken an Brust und an den Beinen sind laut Rassestandard erlaubt.

Wann ist ein Magyar Vizsla ausgewachsen?

Ein Magyar Vizsla ist mit ungefähr einem Jahr ausgewachsen.

Impressionen der Hunderasse

Erziehung & Haltung des Magyar Vizsla – Das gilt es zu beachten

Grundsätzlich ist der Magyar Vizsla leicht zu erziehen, denn er ist intelligent und lernt leicht. Dennoch sollte man die Erziehung des Magyar Vizsla nicht unterschätzen und als Kinderspiel ansehen. Er braucht eine liebevolle, aber konsequente Erziehung. Eine Erziehung mit Härte ist bei diesem sensiblen, stressanfälligen Hund nicht angebracht, meist aber auch nicht nötig. Bei der Erziehung sollte man vor allem auf gegenseitiges Vertrauen setzen, denn der selbstbewusste Hund möchte Partner sein. Der Besuch einer Hundeschule ist immer eine gute Entscheidung. Das Training hilft nicht nur, dass bei der Erziehung alles in guten Bahnen läuft. Der Hund wird in der Welpengruppe und der Hundeschule gut sozialisiert, lernt den Umgang mit anderen Hunden und das gemeinsame Training stärkt das Band zwischen Mensch und Hund.

Ein Magyar Vizsla hängt an seinem Menschen und er benötigt unbedingt den Anschluss an seine Familie. Ein Leben im Zwinger wäre das Schlimmste, was ihm passieren kann. Am wohlsten fühlt sich der Magyar Vizsla in einem Haus mit einem gesicherten Garten. Für ein Leben in der Großstadt oder in einer kleinen Wohnung ist der ungarische Hund nicht geeignet.

Wie viel kostet ein Magyar Vizsla?

Der Preis für einen Magyar Vizsla liegt bei einem seriösen Züchter zwischen 1.500,00 Euro und 1.800,00 Euro. Dazu kommen noch laufende Kosten für Futter, Hundesteuer, gegebenenfalls Versicherung und Tierarztkosten, sowohl für die jährliche Routineuntersuchung und die Impfungen, als auch für Behandlungen nach Unfällen oder ähnlichem.

Ernährung des Kurzhaarigen Ungarischen Vorstehhundes

Egal ob als Helfer bei der Jagd oder als Hundesportler: der aktive Magyar Vizsla benötigt ausgewogenes, auf seine Bedürfnisse abgestimmtes Futter mit hohem Proteinanteil und guten Kohlehydraten. Wie alle Hunde freut er sich ab und an über einen Knochen und über rohes Fleisch. Die ungarische Rasse eignet sich gut dafür, zu BARFEN, also das Futter aus rohem Fleisch, Obst und Gemüse und gesunden Fetten selbst zusammenzustellen.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Magyar Vizslas gelten als robust und gesund. Als Erbkrankheit ist nur Vizsla Myositis bekannt, eine Schwächung der Bissmuskeln, die zu Schluckbeschwerden führt. Doch die Zuchtbestimmungen sind streng und ein seriöser Züchter wird nur Welpen mit gesunden Eltern vermitteln. Leider werden immer wieder Welpen von Vermehrern verkauft, die die Welpen zwar günstiger anbieten. Die Tiere leiden dann aber an oft an Dysplasien, Tumoren oder Epilepsie.

Ein Welpe von einem seriösen Züchter kann aber bei guter Pflege und guter Gesundheit 14 bis 16 Jahre alt werden.

Wie alt werden Magyar Vizsla?

Magyar Vizsla werden zwischen 12 und 14 Jahre alt.

Pflege des Magyar Vizsla

Die Pflege des Vorstehhundes ist einfach, sollte aber nicht vernachlässigt werden. Das Fell sollte regelmäßig gebürstet werden. Wenn der Magyar Vizsla gerne durch hohes Gras oder durchs Gebüsch stöbert, muss er regelmäßig auf Zecken oder anderes Ungeziefer abgesucht werden. Auch die Ohren müssen regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden. Viel zu leicht sammelt sich Schmutz unter den Hängeohren, die schnell zu Entzündungen führen können.

Magyar Vizsla – Aktivitäten und Training

Magyar Vizsla im Auslauf

Wenn es um die Jagd geht, dann ist der Magyar Vizsla ein Vollprofi. Hunde dieser Rasse sind Vorstehhunde, die arbeiten möchten und müssen. Ist der Hund in seinem Zuhause unterfordert, wird er schnell Verhaltensauffälligkeiten an den Tag legen. Glücklicherweise ist er nicht nur bei der Jagd zufrieden. Er liebt Fährtenarbeit und ist auch beim Mantrailing gut aufgehoben. Auch als Rettungshund ist er gut geeignet. der Vorstehhund liebt das Wasser und eine Ausbildung zum Wasser-Rettungshund kommt ihm entgegen. Sensibel wie er ist, kann er auch als Therapiehund zum Einsatz kommen oder zum Beispiel Menschen im Altersheim besuchen.

Aber er wird auch an anderen Hundesport-Arten viel Freude haben. Ob Dummy-Training, bei dem der Dummy gerne auch einmal im Wasser landen kann, Agility, Flyball, Dog Dancing, Dogfrisbee oder eine andere Sportart, der aktive Hund wird begeistert sein. Denn das Wichtigste ist für ihn, dass er mit seinem Menschen zusammen ist und etwas mit ihm unternimmt.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Magyar Vizsla

Die Beliebtheit der Rasse wächst nicht nur in Deutschland stetig, sondern weltweit. In den USA gibt es inzwischen 21 Magyar Vizsla Clubs. Einige Magyar Vizslas haben es geschafft, im Internet und auf Instagram zu Stars zu werden. Bekannt ist zum Beispiel die Magyar Vizsla-Dame Ruby, die mit ihrem Herrchen Mountainbike-Touren in Großbritannien unternimmt und davon berichtet.

Wie lange wachsen Magyar Vizsla?

Magyar Vizsla wachsen in der Regel 12 Monate.

Nachteile des Magyar Vizsla

Was den einen freut, bringt andere unter Umständen in Schwierigkeiten. Für Jäger ist der starke Jagdtrieb des Magyar Vizsla natürlich ideal und erwünscht. Für alle anderen bedeutet das aber, dass sie ihren Hund nur frei laufen lassen können, wenn sie seiner ganz sicher sind. Und dazu ist viel Erziehungsarbeit nötig. Die Leinenpflicht sollte hier sehr ernst genommen werden, wenn der ungarische Hund noch nicht 100prozentig hört.

Passt der Magyar Vizsla zu mir?

Am besten ist ein Magyar Vizsla in den Händen eines Försters oder Jägers mit Jagdhund-Erfahrung aufgeboben. Der ungarische Vorstehhund eignet sich aber auch für aktive Menschen, die viel Zeit für ihren Hund haben und viel mit ihm unternehmen wollen. In der Erziehung müssen seine Menschen konsequent sein und bleiben können. Vor allem sollten sie den Hund als Partner bei Sport und Spiel sehen. Er möchte kein Hund sein, der nur Befehle ausführt. Er möchte viel Zeit mit seinem Menschen verbringen und will am liebsten immer mit ihm zusammen sein. Lange alleine bleiben sollte diese Hunderasse nicht. Für Berufstätige ist der Kurzhaarige Ungarische Vorstehhund daher nicht geeignet, es sei denn, er hat die Möglichkeit seinen Menschen zur Arbeit zu begleiten, etwa als Bürohund.

Magyar Vizsla im Feld

Lange Bleiben mag der Magyar Viszla nicht und würde seinem Herrchen auch mit ins Büro begleiten.

In der Stadt wird sich der ungarische Vorstehhund nicht wohlfühlen. Er möchte sich in freier Natur bewegen können. Es ist aber unabdingbar erforderlich, dass er gut erzogen ist und auf Kommando zurückkommt, wenn man ihn ohne Leine laufen lassen will. Der Jagdtrieb ist stark ausgeprägt und es kommt immer wieder vor, dass der Hund beim Anblick eines Wildes alles, was er gelernt hat, vergisst, was leider böse Folgen haben kann. Im schlimmsten Fall wird der wildernde Hund erschossen. Für einen Magyar Vizsla ist daher ein Haus mit einem gesicherten Garten, in dem der Vorstehhund sich gefahrlos austoben kann, am besten geeignet.

Vor allem sollte man sich vor Anschaffung eines Welpen klar darüber sein, dass man für 14 bis 16 Jahre die Verantwortung für ein lebendiges Wesen übernimmt. Ein Kurzhaariger Ungarischer Vorstehhund hat für einen Hund eine vergleichsweise lange Lebenszeit.