Miniature American Shepherd

Der Miniature American Shepherd ist seiner Entstehungsgeschichte nach eigentlich ein Miniature Australian Shepherd, darf aber offiziell nicht so heißen, obwohl er auch oft als „Mini-Aussie“ bezeichnet wird. Dabei ist die Bezeichnung „American Shepherd“ in Bezug auf die Herkunft dieser jungen Rasse sogar zutreffender!

Erst seit 2020 führt die FCI den Standard unter der Nummer 367 in der Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde), Sektion 1: Schäferhunde, ohne Arbeitsprüfung.

Miniature American Shepherd im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 35-46 cm
Gewicht: 9-14 kg
FCI-Gruppe: Nicht anerkannt
Sektion:
Herkunftsland: USA
Farben: Schwarz, Rot, Rot merle, Blau merle, Merle
Lebenserwartung: 12-15 Jahre
Geeignet als: Arbeits-, Hüte- und Wachhund
Sportarten: Agility
Charakter: aktiv, anhänglich, intelligent, gutmütig, fürsorglich
Auslaufbedürfnisse: hoch
Sabber-Potential: gering
Stärke des Haarens: mittel
Pflegeaufwand: gering
Fellstruktur: mittlerer Textur, gerade bis gewellt, wetterbeständig und von mittlerer Länge
Kinderfreundlich: eher ja
Familienhund: ja
Sozial: ja

Herkunft und Rassegeschichte

Um die Rassegeschichte des Miniature American Shepherd zu ergründen, muss man zunächst die Herkunft der „Mutter-Rasse“, nämlich des Australian Shepherds kurz beleuchten. Denn auch dieser stammt nicht, wie der Name vermuten ließe, aus Australien, sondern wurde Mitte des 20. Jahrhunderts im Südwesten der USA gezüchtet. Aber wie kommt es dann zu diesem Namen?

Miniature American Shepherd Jack Welpe
Eigentlich ist die richtige Bezeichnung des Mini Aussies Miniature American Shepherd. ©Maike Bleek

Etwa im 17. Jahrhundert wurde der australische Kontinent von britischen, französischen und spanischen Einwanderern besiedelt. Vor allem die Spanier brachten Schafe und Hütehunde mit in die neue Heimat. Über die Jahrhunderte entwickelte sich Australien zu einem der wichtigsten Schafzuchtländer der Welt. Wahrscheinlich waren es zunächst die alten spanischen und auch französischen Hütehunde aus den Pyrenäen, die durch Einkreuzung von britischen Schäferhunden wie dem Collie und Border Collie langsam zu einer neuen Rasse verändert wurden. Diese Hunde waren den besonderen Bedingungen im heißen, trockenen Outback Australiens besser gewachsen. Im Zuge des amerikanischen Goldrausches im 19. Jahrhundert wanderten wiederum viele Menschen von Australien in den Westen der USA aus, um dort ihr Glück zu suchen. Auch auf dieser großen Reise wurden sie von Schafen und Hunden begleitet. Da die schwarzköpfigen Merino-Schafe in der neuen Heimat als „Australian Sheep“ bezeichnet wurden, war es nur naheliegend, die dazu gehörigen Hütehunde als „Australian Shepherd“ zu bezeichnen. Tatsächlich erlangte die Rasse ihre heutige Form erst in den 1950er Jahren durch die gezielte Zucht im Südwesten der Vereinigten Staaten von Amerika. Erst seit 1996 ist der „Aussie“ international von der FCI anerkannt.

Zu dieser Zeit hatten sich in den USA bereits mehrere Züchter, allen voran Sandy Travis aus Kalifornien mit ihrer kleinen Aussie-Hündin „Puppy“ und Doris Cordova mit ihrem Rüden „Spike“ darum bemüht, mit besonders kleinen Exemplaren des Australian Shepherd eine Mini-Ausgabe dieser Rasse zu entwickeln. Schon ab 1980 konnten diese „Miniature Australian Shepherds“ im lokalen Zuchtregister der USA angemeldet werden. Es existierten jedoch zunächst zwei unabhängige Zuchtvereine. Als dann 2011 der American Kennel Club eine offizielle Anerkennung der Rasse erwog, die Zuchtvereine des Australian Shepherds jedoch gegen die Verwendung des Rassenamens „Miniature Australian Shepherd“ protestierten, wurde sie kurzerhand in „Miniature American Shepherd“ umbenannt und gilt seither international als eigenständige Rasse. Parallel dazu wird aber weiterhin in den USA der „Miniature Australian Shepherd“ von einem eigenen nationalen Zuchtverband betreut, der aber keine internationale Anerkennung hat und auch nach anderen Kriterien züchtet.

In Deutschland existiert ein eigener Zuchtverband, der Miniature American Shepherd Club Europe (MASCE e.V.), welcher die kontrollierte Zucht dieser Rasse innerhalb Europas betreut.

Wesen & Charakter vom Miniature American Shepherd

Genau wie der „Große Bruder“ ist der Miniature American Shepherd ein hochintelligenter und sehr temperamentvoller Hund, der unbedingt beschäftigt werden möchte. Seine schnelle Auffassungsgabe und sein Arbeitswillen machen ihn für zahlreiche Aufgabenstellungen besonders geeignet. So kann der Mini American durchaus zum professionellen Hüten von Schaf- oder Ziegenherden zum Einsatz kommen. Aber auch im Hundesport oder im Therapie-Bereich findet er ein Aufgabenfeld, das seinen Fähigkeiten entgegen kommt.

Sein enormer Bewegungsdrang und seine Ausdauer verlangen tägliche Auslastung und auch die mentale Beschäftigung darf dabei nicht zu kurz kommen. Der fröhliche, kluge Hund ist seinen Menschen gegenüber extrem anhänglich und treu, sofern diese ihn aktiv in den Familienalltag integrieren und ihm genügend Zeit und Aufmerksamkeit widmen. Auch mit Kindern versteht er sich in der Regel bestens, sofern diese ihm auch seine Rückzugsmöglichkeiten lassen.

Wie die meisten Hütehunde hat auch der Miniature American Shepherd den Drang, sein Rudel und sein Territorium zu bewachen und die „Herde“ zusammenzuhalten. Ein Hütehund kann es oft nur schwer ertragen, wenn sich die Familie gemeinsam aufmacht, aber dann unterwegs trennt, etwa weil das Kind zur Schule gebracht wird oder einen Freund besucht. Hier muss der Hund mit der Zeit lernen, dass sich die Gruppe schließlich wieder zusammenfinden wird. Oft ist es auch so, dass der Mini Aussie sich nach seiner Hauptbezugsperson richtet. Geht diese nicht mit spazieren, will auch der Hund nicht wirklich los. Eine gewisse Sturheit ist der Rasse also durchaus zu eigen und kann in bestimmten Situationen zum Ausdruck kommen.

Ist ein Miniature American Shepherd ein Familienhund?

Der Mini-American braucht sehr viel Bewegung und Beschäftigung. Wird ihm das ermöglicht, dann ist er zuhause ein sehr ausgeglichener und freundlicher Familienhund, der auch sehr gut mit Kindern und anderen Haustieren zurecht kommt.

Aussehen des Miniature American Shepherd

Miniature American Shepherd Jack von der Seite
Auch wenn Steh-und Hängeohren als Fehler im Rassestandard gesehen werden, kommen diese immer öfters vor. ©Alina Fritze

Dieser kleine Hütehund hat einen kräftigen, wohl proportionierten Körperbau und zeigt leichte, geschmeidige Bewegungen. Der Kopf ist recht breit, Schädel und Fang sind gleichlang. Die hoch am Kopf angesetzten Ohren sind dreieckig und werden als Kippohr getragen – Steh- oder Hängeohren gelten als Fehler, kommen aber immer mal wieder vor. Die hübschen mandelförmigen Augen zeigen einen aufmerksamen, intelligenten Blick. Sie können je nach Fellfarbe des Hundes entweder blau oder braun in unterschiedlichen Tönungen und Kombinationen sein, auch einseitig blaue bzw. braune Augen sind zulässig. Im Heimatland und einigen anderen Ländern wird die Rute des Miniature American Shepherd kupiert. Da diese Verstümmelung in Deutschland gesetzlich verboten ist, tragen die Hunde ihre Rute hier lang und in der Bewegung anmutig nach oben gebogen. Es kommen aber auch immer wieder Welpen mit angeborener Stummelrute vor.

Rüden sollen zwischen 35,5 und maximal 46 Zentimeter Schulterhöhe erreichen und sind damit etwa 10 Zentimeter kleiner als der „Aussie“, Hündinnen werden 33-43,5 cm hoch. Das Gewicht variiert je nach Körpergröße zwischen 9 und etwa 15 Kilogramm. Der Mini Shepherd gehört also zu den mittelgroßen Hunderassen.

Das Fell des Mini American ist doppellagig und wetterfest, von moderater Länge und gerade bis leicht gewellt. Die Unterwolle ist in der kalten Jahreszeit deutlich dichter als im Sommer. Vor allem am Hals und an der Rückseite der Hinterläufe ist das Haar meist länger und bildet eine typische Mähne und die sogenannten Hosen. Die erlaubten Fellfarben sind sehr variabel und können individuell sehr unterschiedlich ausfallen.

Durch die Einkreuzung verschiedener Collies in der Entwicklungsgeschichte des Australian Shepherd hat sich auch beim Miniature American Shepherd der sogenannte Merle-Faktor manifestiert, der zu unterschiedlich stark marmoriertem, gefleckten oder gesprenkelten Fell führen kann. Die Grundfarben Schwarz, Rot und Leberbraun können in Verbindung mit weißen Abzeichen an Brust, Pfoten und Gesicht in Reinform vorkommen, miteinander kombiniert oder eben als „Blue Merle“, „Red Merle“ oder „Leberbraun Merle“. Bei allen Farbvarianten können zusätzlich lohfarbene Abzeichen im Gesicht und am Hals, an der Brust, den Pfoten und der Unterseite der Rute auftreten. Die Pigmentierung der Nase und der Augenränder ist abhängig von der jeweiligen Fellfarbe, und auch die Augenfarbe steht damit im Zusammenhang. Da es sich beim Merle-Faktor um einen Gendefekt handelt, muss bei der Zucht dieser Rasse sehr darauf geachtet werden, welche Elterntiere miteinander verpaart werden, um schwerwiegende Defekte bei den Nachkommen zu verhindern.

Wie groß wird ein Miniature American Shepherd?

Rüden werden 35,5-46 Zentimeter hoch, Hündinnen etwa 33-43,5 cm.

Erziehung & Haltung des Miniature American Shepherd – Das gilt es zu beachten

Seine große Intelligenz und schnelle Auffassungsgabe machen den Miniature American Shepherd zu einem leicht erziehbaren Hund, sofern die Erziehung auf gegenseitigem Vertrauen und Verständnis basiert. Dann zeigt der Hund einen ausgesprochenen „Will to Please“ und wird seinem Hundeführer nahezu jeden Wunsch erfüllen. Bei einem eingespielten Hund-Mensch-Gespann funktioniert die Kommunikation dann oft sogar ohne Worte, der Hund ahnt praktisch, was sein Mensch von ihm will.

Wie alle anderen Hunde auch benötigt der Mini Aussie vor allem als junger Hund die nötige Konsequenz seitens seiner Menschen, um sicher zu lernen, was erlaubt ist und was nicht. Einen schwachen Erziehungsstil, bei dem der Hundehalter selbst nicht weiß, was er will, entlarvt ein solch intelligenter Vierbeiner im Handumdrehen und ist dann bald geneigt, selber die Führung zu übernehmen, um dem Rudel die nötige Stabilität und Sicherheit zu geben. Hier darf man sich von der geringen Körpergröße des Minis nicht täuschen lassen. Er ist ein Hütehund, und es liegt ihm im Blut, Verantwortung zu übernehmen.

Am besten ist ein Miniature American Shepherd natürlich in ländlicher Umgebung, im Haus mit Garten oder einem Hof mit viel Platz aufgehoben. Hier kann er sich frei bewegen. Wird er täglich gut ausgelastet auf ausgedehnten Spaziergängen, vielleicht auch als Reitbegleitung oder am Fahrrad, im Hundesport oder vergleichbaren Aktivitäten, dann ist auch die Haltung in einer Wohnung ohne Garten möglich. Wichtig ist es für diese Rasse, dass sie in den Alltag ihrer Bezugspersonen möglichst eng eingebunden wird. Wer täglich über Stunden zur Arbeit muss und den Hund nicht mitnehmen kann, sollte sich nicht für diese agile Hunderasse entscheiden.

Wie viel kostet ein Miniature American Shepherd?

Ein Welpe dieser Rasse aus einer seriösen Zucht, die dem betreuenden Rassezuchtverband MASCE e.V. angeschlossen ist, wird in der Regel mindestens 1500 Euro, oft sogar über 2000 € kosten.

Ernährung des Miniature American Shepherd

Ein Hund mit der Energie eines Miniature American Shepherd benötigt ein hochwertiges Futter, das ihn mit allen wichtigen Nährstoffen bestens versorgt. Zahlreiche Nass- oder Trockenfutter-Sorten, welche als Premiumfutter im Fachhandel angeboten werden, erfüllen diesen Anspruch. Bei der Auswahl spielen zum einen der Geschmack des Hundes, zum anderen aber auch die Praktikabilität für den Besitzer eine Rolle. Hat man sich einmal für ein Futter entschieden, welches der Hund gut verträgt und gerne frisst, sollte die Sorte beibehalten werden. Ein abrupter Futterwechsel wird vom Verdauungssystem des Hundes oft nicht gut vertragen und ist auch nicht notwendig.

Die tägliche Futterration richtet sich natürlich zum einen nach der gewählten Futtersorte, ist aber immer auch von individuellen Parametern wie dem Lebensalter, dem Aktivitätsgrad und dem Gesundheitszustand des Hundes abhängig. Gefüttert wird immer im Anschluss an eine Aktivitätsphase, damit der Hund sich nach dem Fressen in Ruhe zurück ziehen und verdauen kann. Wichtig ist, dass dem Hund immer der Zugang zu frischem Trinkwasser ermöglicht wird.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Grundsätzlich handelt es sich beim Miniature American Shepherd um eine relativ robuste Rasse. Ein gesund ernährter Hund, der ausreichend Bewegung erhält und bei dessen Zucht bereits auf die Gesundheit der Elterntiere geachtet wurde, hat eine Lebenserwartung von durchschnittlich 12-15 Jahren.

Allerdings haben sich in dieser Rasse die gleichen Erbkrankheiten manifestiert wie beim großen Australian Shepherd. Diese gehen teilweise auf die frühere Einkreuzung von Collies zurück, welche von sehr spezifischen genetischen Defekten betroffen sind. Dazu gehören unter anderem:

  • MDR1-Defekt: Eine Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Arzneimitteln zur Behandlung von Parasitenbefall (mehrere Mittel gegen Flöhe, Milben oder Würmer dürfen bei diesen Rassen nicht eingesetzt werden), aber auch Durchfall oder Herzerkrankungen. Ob dieser Gen-Defekt bei einem Hund vorliegt, kann im Einzelfall anhand einer Blutuntersuchung im Labor geklärt werden.
  • Collie Eye Anomaly: Die Veränderung des Augenhintergrundes kann zu einer Beeinträchtigung der Sehkraft bis hin zur vollständigen Erblindung führen. Betroffene Hunde sollten von der Zucht ausgeschlossen werden.
  • Der genetisch fixierte Merle-Faktor, welcher die besondere marmorierte Fellfärbung bei vielen Hunden der Collie-Familie hervorruft, kann zu schwerwiegenden Defekten wie Taubheit, Blindheit oder Fehlbildungen der Augen führen. Zwei merle-farbige Tiere sollen daher nicht miteinander verpaart werden. Das deutsche Tierschutzgesetz verbietet in §11 die sogenannten Qualzuchten, und im „Gutachten zur Auslegung von §11 des Tierschutzgesetzes“ wird die Empfehlung ausgesprochen, auf die Zucht mit dem Merle-Faktor zu verzichten.

Wann ist ein Miniature American Shepherd ausgewachsen?

Der Miniature American Shepherd gehört zu den kleinen bis mittelgroßen Rassen und hat mit etwa 12 Monaten seine Endgröße erreicht.

Pflege des Mini American Shepherd

Das mittellange Fell des Mini American ist vergleichsweise pflegeleicht. Es reicht aus, den Hund regelmäßig alle paar Tage gut zu bürsten. Und in Zeiten des Fellwechsels hilft die häufigere Fellpflege dabei, das abgestorbene Unterfell gezielt auszubürsten, damit Wohnbereich und Auto einigermaßen davon frei gehalten werden. Nach ausgiebigen Aufenthalten in der Natur oder auf dem Hundesportgelände kann der Schmutz von Pfoten und Bauch in der Regel mit einem sauberen Handtuch entfernt werden. Schlimmstenfalls wird der Hund mit klarem Wasser abgewaschen. Ein Baden mit Shampoo trocknet Fell und Haut schnell aus und sollte nur bei sehr starker Verunreinigung in Betracht kommen.

Eine regelmäßige Kontrolle der Gehörgänge, der Zähne und Augen hilft, mögliche Veränderungen und beginnende Entzündungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Ansonsten reicht es meist aus, den Hund bei der jährlichen Vorstellung beim Tierarzt für die notwendigen Schutzimpfungen immer einem allgemeinen Gesundheitscheck zu unterziehen.

Miniature American Shepherd – Aktivitäten und Training

Miniature American Shepherd Jack beim Hundesport
Der Mini American Shepherd ist fast noch aktiver als sein großer Bruder. ©Mara Fritze

Der „kleine Bruder“ des Australian Shepherd steht diesem in Bezug auf sein Temperament und seine Bewegungsfreude in nichts nach, im Gegenteil ist der kleine Amerikaner sogar fast noch aktiver. Das bedeutet, Stillstand kommt für ihn nicht in Frage, er will und muss täglich gefordert und bewegt werden. Dabei eignet er sich nach wie vor perfekt für seine ursprüngliche Aufgabe, nämlich das Hüten von Nutztierherden. Aufgrund seiner Größe kommt er vor allem bei Schafen oder Ziegen zum Einsatz, seine extreme Wendigkeit macht es aber auch möglich, ihn mit größeren Tieren wie Rindern arbeiten zu lassen.

Da allerdings die Arbeit an der Herde hierzulande kaum noch praktiziert wird und somit nur wenigen Hütehunden tatsächlich ermöglicht werden kann, müssen Ersatzbeschäftigungen her, um diesen aktiven Hund auszulasten. Die hohe Intelligenz des Miniature American Shepherd macht ihn hervorragend geeignet für viele Arten des Hundesports wie Agility, Obedience, Flyball oder Trickdogging, setzt aber auch den entsprechenden Spaß an dieser Art der Beschäftigung beim Hundehalter voraus. Wer es ernsthafter angehen möchte, kann mit seinem Mini-American auch sehr gut im Therapie-Bereich arbeiten oder ihn zum Rettungshund ausbilden. Stimmt die Chemie zwischen Hund und Mensch, dann funktioniert die Verständigung zwischen ihnen als eingespieltes Team oft allein durch Blickkontakt oder über Handzeichen, denn der Miniature American Shepherd ist extrem feinfühlig und hat eine hohe Auffassungsgabe.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Miniature American Shepherd

Miniature American Shepherd Jack im Portrait
Der Mini Aussie und der Aussie erfreuen sich heutzutage großer Beliebtheit. ©Mara Fritze

In den USA erlangten der Australian Shepherd und ebenso der kleinere Miniature American Shepherd große Beliebtheit als vierbeinige Begleiter auf den beliebten Rodeo-Veranstaltungen, welche vor allem im Südwesten der Vereinigten Staaten stattfinden. Der Amerikaner Jay Sisler trat mit seinen „Little Blue Dogs“, einer Gruppe Aussies, denen er zahlreiche Tricks und Kunststücke beibrachte, in den 1950er Jahren auf vielen Rodeos im Rahmenprogramm auf und sorgte so für die rasant zunehmende Beliebtheit dieser Rasse.

Nachteile des Miniature American Shepherd

Nachteile hat diese Rasse eigentlich nur für Menschen, die sich einen gemütlichen, ruhigen Hund wünschen, der wenig Auslauf braucht und auch sonst kaum beschäftigt werden möchte. Denn ein unterbeschäftigter Mini-American wird sich selbst eine Beschäftigung suchen, und die muss nicht unbedingt im Sinne seines Halters sein!

Passt der Mini American Shepherd zu mir?

Um mit einem Miniature American Shepherd mitzuhalten, solltest Du selber ein aktiver Mensch sein, der Spaß daran hat, sich jeden Tag, bei Wind und Wetter mit seinem Hund draußen aufzuhalten. Wenn Du sogar selber Schafe hältst, um so besser, dann kannst Du Deinen Mini-American gleich zum Hütehund ausbilden. Wenn nicht, dann schwing Dich aufs Fahrrad oder Pferd, gehe joggen mit Deinem Hund, engagiere Dich im nächsten Hundesportverein oder schließe Dich der Rettungshundestaffel an – mach am besten sogar alles! Dein Hund wird genügend Energie und Temperament mitbringen, um das alles mit großer Freude und Ausdauer zu leisten, und wenn Du dann erschöpft auf dem Sofa liegst, wird er noch begeistert mit Deinen Kindern herumtoben!

Mini American Shepherd Jack im Lauf
Dieser kleine Amerikaner hat jede Menge Ausdauer und übernimmt gerne auch mehrere Aufgaben. ©Mara Fritze

Diese leicht überspitzte Auflistung soll Dir zeigen, dass Du Dich für diese Rasse nur entscheiden solltest, wenn Du genügend Zeit für Deinen Hund aufbringen kannst. Der Miniature American Shepherd ist einfach ein Arbeitstier und verkümmert, wenn er keine Aufgaben bekommt. Ein ausreichend geforderter, gut ausgelasteter Vertreter dieser Rasse ist aber ein absolut treuer Begleiter, wunderbarer Familienhund, verständnisvoller Freund in allen Lebenslagen, kurz gesagt – der perfekte Hund!

Und selbst für noch einigermaßen rüstige Senioren kann man diese Rasse durchaus empfehlen, wenn es vielleicht auch ein schon etwas älteres Tier sein darf, das aus unterschiedlichsten Gründen dringend ein neues Zuhause sucht – meist übernehmen die Zuchtvereine auch solche Notfälle und bemühen sich, diesen unverschuldet in Not geratenen Rassehunden eine zweite Chance zu ermöglichen. Oder schau im nächsten Tierheim vorbei, denn auch dort warten immer wieder auch reinrassige Hunde darauf, ein liebevolles Heim zu finden.

Kolja von edogs

Kolja von edogs

Kolja gehört zu dem Team von edogs und ist unter anderem für alle technischen Belange rund um den Hundemarkt verantwortlich.

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