Flatdoodle

Hybriden gibt es nicht nur bei der Entwicklung von Autos, sondern auch bei der Verpaarung von Hunden. Bestes Beispiel ist der Flatdoodle. Der Designerhund vereint die besten Eigenschaften seiner Eltern. Wer gerne aktiv ist und viel Zeit mit seinem Zweibeiner verbringen möchte, wird den Flatdoodle schnell ins Herz schließen. Welche Kreuzung hinter dem Hybridhund steckt, und über welche positiven Eigenschaften er verfügt, verrät das Rasseporträt. Der Flatdoodle ist ein vom FCI nicht anerkannter Hybridhund.

Flatdoodle im Steckbrief

Steckbrief
Größe:
Gewicht:
FCI-Gruppe:
Sektion:
Herkunftsland:
Farben:
Lebenserwartung:
Geeignet als:
Sportarten:
Charakter:
Auslaufbedürfnisse:
Sabber-Potential:
Stärke des Haarens:
Pflegeaufwand:
Fellstruktur:
Kinderfreundlich:
Familienhund:
Sozial:

Herkunft und Rassegeschichte

Beim Flatdoodle handelt es sich um einen Hybridhund. Der Unterschied zu einem Mischlingshund besteht in der Wahl der Verpaarung. Während Mischlinge aus einer zufälligen, nicht beabsichtigten Verpaarung entstehen, erfolgt die Verpaarung zwei unterschiedlicher Rassen beim Flatdoodle gezielt. Dabei ist entweder die Mutter oder der Vater ein Pudel. Der Flat-Coated Retriever ist die andere Rasse, die bei der beabsichtigten Kreuzung zum Einsatz kommt. Daraus entsteht der Designerhund, der vom internationalen Hundeverband FCI nicht anerkannt ist.

Sinn der gezielten Verpaarung von zwei Hunderassen ist das Akkumulieren ihrer positiven Eigenschaften. Die Nachkommenschaft basiert dabei auf der immer wieder neuen Verpaarung beider Hunderassen. Beispielsweise besteht eine weitere Verpaarung in der Kreuzung Flatdoodle und Pudel zur F1B Generation. Bei beiden Elterntieren handelt es sich um einstmalige Jagdhunde. Der Pudel, dessen Name vom althochdeutschen Wort „pudeln“ (steht für „im Wasser planschen“) abgeleitet ist, war ein vielseitig eingesetzter Wasserhund für die Wasserjagd. Der gelockte Vierbeiner begleitete aber auch Zirkusleute, die dem intelligenten Hund für Vorführungen Kunststücke beibrachten. Auch der Flat-Coated Retriever war ein geschätzter Arbeitshund, der speziell Hasen, Fasane und Enten jagte. Der erste Rassestandard für den Pudel existierte 1889. Die Anerkennung des Flat-Coated Retriever durch den FCI erfolgte 1954.

Was ist ein Flatdoodle?

Ein Flatdoodle ist ein Hybridhund, der aus der Kreuzung Pudel und Flat-Coated Retriever stammt.

Wesen & Charakter vom Flatdoodle

Auch wenn der Flatdoodle aus einer Verpaarung von Jagdhunden hervorgeht, gehört er zu den sozial freundlichen Hunden. Bei Jagdhunden kann das Thema der Sozialverträglichkeit häufig Probleme machen. Beim Flatdoodle muss sich der Interessent darum nicht sorgen. Mit anderen Menschen und anderen Artgenossen kommt sein Wesen gut zurecht. Dennoch spielt auch bei diesem Hybridhund eine frühe Sozialisierung schon ab dem Welpenalter eine wichtige Rolle. In bestimmten Situationen kann sich das Tier auch recht energisch zeigen.
Flatdoodle im Rassenportrait
Flatdoodle unterwegs in der Natur

Der Charakter des Flatdoodles ist auf Aktivität ausgerichtet. Der tägliche Auslauf ist ein Muss. Gerne darf das Freizeitprogramm abwechslungsreich ausfallen. An Kondition fehlt es dem sympathisch wirkendem Hund in keinster Weise. Der Begleithund zeichnet sich weiter durch eine gute Auffassungsgabe auf. Lernfähigkeit beweist er vor allem bei Kunststücken. Er lernt schnell und weiß, damit seinem Besitzer zu gefallen. Gerne lässt er sich auch für andere Aufgaben trainieren.

Gutmütig- und Sanftmütigkeit sowie auch Geduld sind der Natur des Flatdoodles immanent. Doodle-Hunde können daher auch als Assistenzhunde eingesetzt werden. Ihre Wachsamkeit und der vererbte Jagdinstinkt der Elterntiere machen den Hund zu einem Jagdhund. Jäger können ihr Hundewissen nutzen und das Tier entsprechend trainieren. Auch als Rettungs- oder Schutzhund lässt sich der aktive Vierbeiner einsetzen.

Welchen Charakter hat ein Flatdoodle?

Der Flatdoodle ist aktiv, intelligent und lernwillig.

Aussehen des Flatdoodle

  • Größe: 38 – 58 cm
  • Gewicht: 22 – 35 kg
  • Fellfarben: braun, schwarz, beige, blue
  • Felllänge: mittel
  • Felltypen: wellig
  • Augenfarbe: braun

Erziehung & Haltung des Hybridhundes Flatdoodle – Das gilt es zu beachten

Eine frühe Sozialisierung des Hybridhundes Flatdoodle im Welpenalter ist wichtig, damit das Tier später in allen Alltagssituationen mit seinem Besitzer zurechtkommt. Der Interessent sollte nicht vergessen, dass es sich bei den Elterntieren um ehemalige Jagdhunde handelt. Damit geht auch der natürliche Jagdinstinkt einher, der sich auf den Flatdoodle vererbt hat. Dennoch gilt der Hund in den Grundzügen als gutmütig, friedlich und anpassungsfähig.

flatdoodle-welpe
Flatdoodles sind sehr freundliche Hunde.

Im Gegensatz zu anderen Jagdhunden verträgt sich das Tier auch mit anderen Hunderassen. Das heißt: Bei einer guten Erziehung kann die sympathische Erscheinung auch von der Leine gelassen werden. Beim Joggen oder Radfahren zeigt es sich zuverlässig. Die Aufgabe als Begleithund ist dem Flatdoodle durchaus bewusst. Von einer störenden Eigensinnigkeit oder aufmüpfigen Verhaltensweisen kann bei einer liebevollen und konsequenten Erziehung nicht die Rede sein. Auch zeigt er gegenüber seinen Mitmenschen kein korrigierendes Verhalten. Der Besitzer sollte daher die Lernwilligkeit des Tieres unbedingt nutzen. Das Tier will gefallen und zeigt sich auch in geselliger Runde sympathisch. Sollte sich ein interessierter Hundefreund das erste Mal eine Fellnase ins Haus holen, braucht er sich um die Erziehungsfähigkeit also keine Sorgen machen. Der Flatdoodle ist für Anfänger sehr gut geeignet. Bei der Haltung ist das Aktivitätsbedürfnis des Hundes zu berücksichtigen. Eine große Hundewiese zum Austoben, ein Wald mit See oder Sportarten, bei denen der Hund den Menschen begleiten kann, sind bestens geeignet.

Was kostet ein Flatdoodle?

Flatdoodle Welpen sind recht teuer. Ein seriöser Züchter verlangt bis zu 1800 Euro. Unter 1500 Euro findet man einen Flatdoodle eher nicht.

Ernährung des Flatdoodle

Bei der Ernährung des Flatdoodles sind die allgemeinen Ernährungsfaktoren wie bei jeder Hunderasse zu berücksichtigen. Dazu zählen Alter, Gewicht, Größe, Aktivität und eventuelle Allergien oder Krankheiten. Die Ernährung kann mit Trocken- oder Nassfutter aus dem Fachhandel erfolgen. Beispielsweise kann der Doodle-Halter seinem Doodle-Hund auch nur Trockenfutter geben. Dann reichen zwei bis drei Tassen Trockenfutter am Tag auf zwei Mahlzeiten verteilt aus. Ausreichend Wasser sollte immer bereitstehen.

Wenn der Flatdoodle sowohl mit Trocken- als auch mit Nassfutter gefüttert werden sollte, ist das Trockenfutter zu reduzieren, um Übergewicht zu vermeiden. Dabei braucht der Hund für eine gesunde und proteinreiche Ernährung einen hohen Fleischanteil im Futter und möglichst wenig Getreide.

Die Menge sollte immer im Verhältnis zur Aktivität des Hundes stehen. Am besten erfolgt die Nahrungsaufnahme erst nach dem ausgiebigen und abwechslungsreichen Ausflug. Nach der Fütterung sollte sich das Tier ausruhen. Umgekehrt kann übermäßige Bewegung zu einer lebensgefährlichen Magendrehung führen. Für Hunderassen dieser Größe ist das eine allgemeine Gefahr, an die Tierhalter immer denken müssen. Bei der Magendrehung werden der Mageneingang und der Magenausgang abgeschnürt. Gegen einen langsamen Spaziergang nach der Fütterung spricht allerdings nichts. Ein empfindlicher Magen kann von den Elterntieren vererbt werden. Pudel können anfällig für eine Magendrehung sein.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Die Lebenserwartung des Designerhundes beträgt 12 bis 15 Jahre. Bei einer gesunden Haltung und Ernährung kann das Tier alt werden. Gemachte Krankheiten kann der Besitzer mit viel Achtsamkeit verhindern beziehungsweise reduzieren. Grundsätzlich sollte man beim Erwerb eines Tieres immer einen seriösen Züchter wählen. So können Erbkrankheiten schon bei den Elterntieren ausgeschlossen werden. Doch hier fängt das eigentliche Problem des Flatdoodles an. Schon die Elterntiere zeigen rassetypische Krankheiten. Dazu zählen vor allem die Krankheiten Hüftgelenksdysplasie, Ellenbogendysplasie und diverse Augenerkrankungen (Grauer Star und progressive Retinaatrophie). Bei der progressive Retinaatrophie (PRA) stirbt die Netzhaut langsam ab. In der Fachsprache spricht man auch von Netzhautdegeneration.

Der Erwerber muss mit dem möglichen Auftreten dieser Erbkrankheiten rechnen und Vorsorge treffen. Besonders die Augen können im fortgeschrittenen Alter betroffen sein. Eine Tendenz zu Übergewicht zeigt der Doodle grundsätzlich nicht. Die Ernährung sollte auf die oben genannten Ernährungsfaktoren abgestimmt sein. Bewegt sich der Hund nur wenig und bekommt er gleichzeitig zu viel Futter, ist Übergewicht eine logische Konsequenz des Ernährungsfehlers.

Dem Flatdoodle macht Kälte nichts aus. Seinem Elterntier dem Pudel, der über eine die Lunge und das Herz schützende Schur ab der Rückenmitte verfügt, ist die Kälteverträglichkeit zu verdanken. Bei warmen Tagen sollte immer ein Napf mit ausreichend Wasser bereitstehen.

Wie alt wird ein Flatdoodle?

Der Hybridhund kann bis zu 15 Jahre alt werden.

Pflege des Flatdoodle

Die guten Nachricht: Der Flatdoodle haart nicht. Die für den ein oder anderen Hundehalter weniger guten Nachrichten: Das Fell bedarf intensiver Pflege. Damit das Haar nicht Verfilzungen zum Opfer fällt, sollte das Tier regelmäßig die Bürste sehen. Wer tägliche Ausflüge in den Wald vorsieht, ist angehalten, das Haar auch täglich nach kleineren Ästen abzusuchen. Sie verfangen sich schnell in der zotteligen Fellpracht. Gleiches gilt für Schmutz anderer Art. Wenn die Fellnase gerne abseits des Waldweges schnüffelt und auch mal ins Innere des Waldes vordringt, lässt sich das nicht vermeiden.

Ist die Verfilzung fortgeschritten, kann sie eigentlich nur noch herausgeschnitten werden. Zur regelmäßigen Routinepflege gehört auch das Schneiden des Fells alle zwei Monate. An die Fellpflege schließt sich die Überprüfung der Krallenlänge an. Wenn sie zu lang sind, muss der Besitzer sie kürzen. Das Tier könnte sonst hängen bleiben und das verursacht Schmerzen.
Nicht vernachlässigt werden dürfen die Ohren des Flatdoodles. Sie sollten frei von Verschmutzungen gehalten werden, damit keine Ohrenentzündungen entstehen. Eine Neigung zu Ohrenentzündungen ist bei diesem Hund leider gegeben.

Flatdoodle – Aktivitäten und Training

Das Tier ist ein angenehmer Begleithund für aktive Hundefreunde, die an der Bewegungsfreude des Tieres teilhaben wollen. Der Flatdoodle ist ein zuverlässiger Kamerad beim Joggen oder Radfahren. Bei guter Erziehung muss er auch nicht zwangsläufig an der Leine geführt werden. Auf viel Bewegung darf man als Flatdoodle-Besitzer nicht verzichten. Bloße Spaziergänge reichen diesem Hund nicht aus. Schnell würde sich das Tier unterfordert fühlen. Wie bei allen Hunderassen, die viel Bewegung brauchen, kann sich Bewegungsmangel in unerwünschten Verhaltensweisen äußern.

Auch sollten die gewählten Aktivitäten nicht immer gleich aussehen. Auf Dauer kann das den unternehmungslustigen Hund langweilen. Allerdings ist der Hundefreund nicht dazu gezwungen, sich gleich einen Hundeparcours im Garten anzulegen. Hierfür gibt es diverse Hundesportarten, die genau das anbieten. Die Überwindung der jeweiligen Hindernisse erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Menschen. Der Hundesport Agility ist einer der beliebtesten Sportarten für Hunde. Einen bestimmten Stellenwert haben die dortigen Kontaktzonenhindernisse. Sie verfügen über farblich gekennzeichnete Zonen, die von den Hunden zwingend berührt werden müssen. Damit wird das Abbremsen zur Schonung der Gelenke geübt. Für den Flatdoodle eignet sich dieser Hundesport bestens. Auch der Kontakt zu anderen Hunderassen macht ihm dabei nichts aus. Er verhält sich seinen Artgenossen gegenüber sozialverträglich. Hierin unterscheidet er sich von anderen Jagdhunden, die manchmal nicht gut auf ihre Artgenossen reagieren. Mit einem provozierendem Bellen muss beim Flatdoodle daher nicht gerechnet werden.

Bei der Überwindung des Hundeparcours kann sich der Flatdoodle richtig auspowern. Das fördert nicht nur die körperliche Fitness, sondern auch die geistige. Zudem führt das ausgiebige Teamwork zwischen Mensch und Tier zu einer engeren Bindung. Wer das Vertrauen zu seinem Tier ausbauen will, nimmt am Hundesport teil.

Flatdoodle in der Natur
Flatdoodles sind gerne draußen unterwegs.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Flatdoodle

Der Flatdoodle ist ein Designerhund, der die besten Eigenschaften von Pudel und Flat-Coated Retriever miteinander vereint. Die Rasse erfreut sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Darüber hinaus ist die Hunderasse für Allergiker geeignet.

Nachteile des Flatdoodle

Mit dieser Hunderasse sind kaum Nachteile verbunden. Der Interessent muss sich vor dem Erwerb aber klar darüber sein, dass der Hund viel Bewegung braucht. Auch muss sich der Besitzer der Fellpflege gerne zuwenden. Wer sich viel mit seinem Begleiter beschäftigt, wendet sich regelmäßig der Pflegeroutine zu.

Nachteilig können sich die für den Flatdoodle typischen Erbkrankheiten auswirken. Auf ein eventuelles Auftreten, ist im Laufe der Zeit verstärkt das Augenmerk zu legen. Darüber hinaus muss der sich künftige Hundehalter darauf einstellen, dass nicht allzu viele Züchter Flatdoodles anbieten. Dementsprechend kann die Suche nach diesem Hund etwas länger dauern.

Passt der Flatdoodle zu mir?

Bei dem Flatdoodle handelt es sich nicht um einen Schoßhund. Auch wenn der sympathische Begleithund anpassungsfähig ist, braucht er ausgiebig viel Bewegung. Damit verbunden ist ein gewisser Zeitaufwand. Die Aktivitäten sollten für diesen Hund immer abwechslungsreich gestaltet sein. In einer Großstadt mit dürftiger Natur wäre das Tier nicht glücklich. Mit dem Besuch einer abwechslungsreichen Hundesportart kann dieser Hund aber auch in einer Stadt gehalten werden. Ideal aber wäre ein Haus mit Garten. Für eine Familie ist diese Hunderasse geeignet. Es wird immer jemanden geben, der für den Hund Zeit hat. Darüber hinaus zeigt er sich als toller Spielgefährte für Kinder. Kindliche Fehltritte verzeigt das Tier sofort. Je mehr er seinen Lieblingsmenschen gefallen und von ihnen geliebt werden kann, desto zufriedener ist sein Wesen.

Daneben sollte aber nicht nur Zeit für Ausflüge und Spiel sein, sondern auch Zeit für die Fellpflege. Das Tier gilt als pflegeintensiv. Nachlässigkeiten darf es dabei nicht geben, weil sich das in der Bildung von Verfilzungen rächt. Die Mitglieder einer Familie sind angehalten, sich in dieser Hinsicht um das Tier zu kümmern.

Vor dem Kauf muss auch mit dem Auftreten von Krankheiten im fortgeschrittenen Alter des Hundes gerechnet werden. Auch für aktive Senioren, die sich gerne und noch gut bewegen können, ist der Hund ideal. Nicht geeignet ist das Tier hingegen für Senioren, die in irgendeiner Weise in der Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind. Senioren, die ihren Begleithund nur zur gemütlichen Spaziergängen ausführen wollen, sollten nach einer anderen Hunderasse Ausschau halten. Weil das Tier aus der Verpaarung zweier Jagdhunde hervorgegangen ist, muss man mit einem erhöhten Bewegungsdrang rechnen. Diese Charaktereigenschaft ist typisch für jeden Jagdhund.

Nicola

Nicola

In meiner Freizeit fotografiere ich Hunde für mein Leben gern. Meistens geraten mir die edogs Bürohunde vor die Linse.

Nächster Beitrag