American Water Spaniel

Beim American Water Spaniel dürfen sich auch Interessenten mit und ohne Jagderfahrung freuen: Der American Water Spaniel ist zwar ursprünglich ein Jagdhund mit viel Energie, aber er ist auch für Anfänger geeignet. Die meisten Jagdhunde sind das nicht. Warum der American Water Spaniel auch bei Anfängern sein Leben verbringen kann, und was Halter beachten müssen, verrät das Rasseportrait.  Die Rasse American Water Spaniel gehört zur FCI-Gruppe 8 der Apportierhunde, Stöberhunde und Wasserhunde. Sie ist der Sektion 3 zugeordnet.

American Water Spaniel im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 38-46 cm
Gewicht: 11-21 kg
FCI-Gruppe: 8: Apportierhunde – Stöberhunde – Wasserhunde
Sektion: 3: Wasserhunde
Herkunftsland: USA
Farben: Leber, Braun, Schokolade
Lebenserwartung: 13-15 Jahre
Geeignet als: Jagd- und Familienhund
Sportarten: Apportieren, Fährtensuche
Charakter: Aufmerksam, Freundlich, Ergeben, Mutig, Loyal, Zäh
Auslaufbedürfnisse: hoch
Sabber-Potential gering
Stärke des Haarens mittel
Pflegeaufwand: mittel
Fellstruktur: Onduliert bis eng gelockt
Kinderfreundlich: ja
Familienhund: ja
Sozial: eher nein

Herkunft und Rassegeschichte

Die Herkunft der Rasse American Water Spaniel ist nicht abschließend geklärt. Die uralten britischen und irischen Water Spaniel Rassen sollen die Vorfahren des amerikanischen Vierbeiners sein. Abbildungen aus dem 19. Jahrhundert beweisen die Existenz einer Varietät der Rasse. Allerdings konnte der American Water Spaniel kaum bestehen. Zu sehr wurde er vom Retriever verdrängt.

Von Anfang an aber wurde das Tier als Jagdbegleiter für die Jagd auf Wasservögel wie zum Beispiel und Gänse eingesetzt. Dank seiner mittelgroßen Körpergröße passte der Hund perfekt in ein Boot, von dem aus er die erlegten Wasservögel apportieren konnte. Zwar konnte das Tier auch zu Felde jagen, doch die Konkurrenz anderer Hunderassen ließ den Water Spaniel in seinem Stellenwert zurückfallen. Erst im Jahr 1940 begann die offizielle Zucht.

Jedoch war die Rasse nur noch selten auffindbar. Das hat sich bis heute nicht geändert. Beispielsweise zeigt sich das auch an fehlenden Züchtern in Deutschland. Obwohl die Verbreitung des American Water Spaniel nur sehr gering ist, konnte er dennoch einen gewissen Bekanntheitsgrad in seiner Heimat erlangen. Im amerikanischen Bundesstaat Wisconsin gilt er als Staatshund, im Englischen auch State Dog genannt.

Auch in Europa konnte der American Water Spaniel keine große Verbreitung finden. Der größte kynologische Dachverband FCI erkannte den Hund im Jahr 1979 offiziell als eigene Rasse an.

Welche Herkunft hat der American Water Spaniel?

Ursprünglich soll die Hunderasse britischer Abstammung sein. Die Herkunft ist nicht abschließend geklärt.

Wesen & Charakter vom American Water Spaniel

Ein American Water Spaniel fällt durch sein intelligentes Verhalten auf. Bei der Arbeit beziehungsweise bei der Erbringung jagdlicher Leistungen zeigte er sich in der Vergangenheit stets energievoll und kontrollierbar. Von Eifer getrieben verpasst er keine Gelegenheit, Frauchen oder Herrchen zu gefallen. Dabei macht der sympathische Vierbeiner keinen aufdringlichen Eindruck. Fachkundig erzogen zeigt er sich anderen Menschen gegenüber freundlich.

Auffällig ist sein häufiges Bellen. Interessenten müssen mit lautem Bellen rechnen. Mit einer konsequenten Erziehung kann der Halter diese Ausprägung unter mehr oder weniger Kontrolle bringen. Vor allem fremden Personen gegenüber verhält sich der vierbeinige Amerikaner distanziert, aber keineswegs feindselig.

Obwohl es sich bei dieser Hunderasse um einen Jagdhund handelt, muss es sich beim späteren Zuhause nicht um einen Jägerhaushalt handeln. Bei vielen Hunden, die der Jagd angehören, ist das eine Grundvoraussetzung. Grund: Die Führung solcher Hunde erfordert Fachwissen. Manche Hunderassen sind sogar ausschließlich Jägern vorbehalten.

Sein ausgeglichenes Wesen macht das Tier zu einem angenehmen Genossen, der auch als Begleithund fungieren kann, sofern man eine arttypische Auslastung bieten kann. Bietet sich dafür nicht die Jagd, reichen auch sportliche Alternativen für körperliche und geistige Auslastungsmöglichkeiten. Im Haushalt können auch mehrere Mitglieder leben.

Welchen Charakter hat ein American Water Spaniel?

Ein American Water Spaniel ist freundlich Menschen gegenüber, gelehrig und intelligent. Als ursprünglicher Jagdhund verfügt er über Jagdinstinkte.

Aussehen des American Water Spaniel

American Water Spaniel in der Natur
Der American Water Spaniel zeichnet sich insbesonders durch sein braunes, wellig bis lockiges Fellkleid aus.

Der American Water Spaniel zählt zu den mittelgroßen Hunderassen. Rüden erreichen bei einer Größe zwischen 38 und 46 cm ein Gewicht von 13,5 bis 20,5 Kilogramm. Hündinnen weisen die gleiche Größe auf, sind aber bei einem Gewicht zwischen 11,5 und 18 Kilo deutlich leichter als die männlichen Vertreter der Hunderasse.

Das Erscheinungsbild des American Water Spaniel besticht durch sein braunes, wellig bis lockiges Fellkleid. Das mittellange Haarkleid darf laut Rassestandard in den Farben Braun, Schokoladenbraun und Lederbraun vorkommen. Manchmal sind auch dezente weiße Abzeichen an Brust und Pfoten beim American Water Spaniel erlaubt. Seine Statur wirkt sportlich, wobei der Körper ein wenig länger als hoch ist. Seine kennzeichnenden Schlappohren sind mittelhoch angesetzt, breit und lang.

Erziehung & Haltung des American Water Spaniel – Das gilt es zu beachten

Ein American Water Spaniel will seinem Besitzer gefallen. Er ist lernwillig und mag sich auch unterordnen. Bei vielen anderen Jagdhunden ist das nicht der Fall. Aufgrund der jagdlichen Arbeit verbunden mit eigenständigen Entscheidungen haben einige Hunderassen ein Problem mit dem Thema Unterordnung. Beim American Water Spaniel müssen sich Interessenten nicht sorgen. Zwar haben sie später einen Hund mit Jagdinstinkt, dieser aber wirkt sich eher in seinem verspielten Temperament aus. Die Gefügigkeit und Lernwilligkeit des Tieres wird durch den Jagdtrieb und den Ursprung der Rasse nicht beeinträchtigt.

Dennoch muss die Erziehung konsequent und gleichzeitig liebevoll erfolgen. Härte ist in jeglicher Hinsicht unangebracht und wirkt sich kontraproduktiv aus. Dabei eignet sich das Tier auch für Anfänger, die über Hundeverstand verfügen und schon Vorwissen haben. Mit dem Besuch einer Hundeschule kann der Anfänger unter fachkundiger Anleitung viel über den Umgang mit seinem Hund lernen. Beispielsweise lassen sich dem Tier über den Weg einer Hundeschule Grundbefehle beibringen. Auch kann sich der American Water Spaniel mit anderen Hunderassen sozialisieren.

Über eine gute Erziehung lässt sich auch die Neigung zum Kläffen vermindern. Allerdings verbleibt eine auffällige Tendenz dazu. Ein stilles Tier ist und bleibt der Hund auch bei guter Erziehung nicht.

Die angenehmen Hunde können sowohl in einem Haus als auch in einer Wohnung gehalten werden. Das Heim sollte aber im Grünen liegen. Der Zugang zu einem Garten oder einer umzäunten grünen Wiese wäre ideal für das Tier.

Wie groß wird der American Water Spaniel?

Die Größe entspricht mittelgroßen Hunderassen. Bei dieser Rasse liegt die Größe im Allgemeinen bei 38 bis 46 cm.

Ernährung des American Water Spaniel

Beim American Water Spaniel handelt es sich um einen sehr aktiven Hund, der sich gerne viel bewegt. Aus diesem Grund hat er einen hohen Energiebedarf, der nur über eine gesunde und ausgewogene Ernährung gedeckt werden kann. Dabei orientieren sich Halter an den gängigen Ernährungsfaktoren, die für alle Hunderassen gelten. Dazu zählen Alter, Größe, Gewicht, Aktivität und eventuelle Allergien oder Krankheiten.

Dementsprechend müssen Nahrungsgehalt und Futtermenge individuell angepasst sein. Wie alle anderen Hunderassen auch braucht ein American Water Spaniel proteinreiche Nahrung. Ein hoher Fleischanteil steht dabei an erster Stelle der Deklaration. Für die Fütterung kommt Nass- oder Trockenfutter in Betracht. Auch eignet sich das Tier zum Barfen. Dabei sollten auch Gemüse und Reis beigemischt sein. Bekommt der Hund nur Trockenfutter, ist stets eine ausreichende Menge Wasser bereitzustellen.

Halter der Rasse beschreiben eine Vorliebe für Bananen. Künftige Besitzer können bei ihrem Liebling diese Vorliebe auch selbst testen. Allerdings gilt das als zusätzlicher Happen, mit dem es nicht übertrieben werden sollte. Selbiges gilt für alle anderen Leckerlis auch. Ignorieren Hundefreunde diese Empfehlung, läuft das Tier Gefahr an Gewicht zuzunehmen. Übergewicht kann auf Dauer der Gesundheit schaden. Die Fütterung sollte längere Zeit vor dem ausgiebigen Ausflug erfolgen, damit der Hund ausreichend Pause für die Verdauung bekommt.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Ein American Water Spaniel kann bis zu 13 Jahre alt werden. Weil es nur wenige Hunde dieser Rasse gibt, gilt es für Züchter hohe Inzuchtwerte zu vermeiden. Seriöse Züchter achten in der Regel auf die Gesundheit der Zuchttiere.

Grundsätzlich erfreut sich der mittelgroße Amerikaner einer guten Gesundheit. Dennoch bestehen einige genetische Dispositionen, auf die künftige Besitzer gefasst sein sollten. Einige Linien bringen bestimmte Augenkrankheiten hervor. Dazu gehören Grauer Star oder auch progressive Retinaatrophie. Bei der progressive Retinaatrophie stirbt mit der Zeit die Netzhaut ab. Letztlich führt das zur Erblindung. Bei einigen Exemplaren können Epilepsie, Diabetes oder Autoimmunerkrankungen (zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion) auftreten.

Im Gegensatz zu anderen Hunderassen, die sich viel bewegen, hat die Rasse nicht vermehrt mit einer Hüftgelenksdysplasie zu kämpfen. Ausgeschlossen ist das Auftreten dieser Krankheit aber nicht. Um das Risiko dieser Erkrankung zu vermindern, sollte der Hund im Alter von Welpen körperlich geschont werden. Stetige Sprünge oder sportliches Training können in diesem Alter Langzeitschäden verursachen.

Bei der Fütterung sollten Hundefreunde auf die Futtermenge achten. Um Übergewicht zu vermeiden, sollte ein American Water Spaniel stets im Verhältnis zum Ausmaß seiner Aktivität gefüttert werden. Zur Kontrolle stellen Besitzer ihren Hund einmal im Monat auf die Waage.

Der American Water Spaniel ist ein wetterfester Hund. Seine reichlich bestehende Unterwolle schützt das Tier gut vor Wind, Kälte und Nässe. Starker Hitze sollte es nicht ausgesetzt werden. Ausflüge in Wälder, die im Sommer ausreichend Schatten spenden, sind geeignete Orte im Sommer.

Wie alt wird der American Water Spaniel?

Die Lebenserwartung eines American Water Spaniel liegt bei 12 bis 13 Jahren.

Pflege des American Water Spaniel

Der American Water Spaniel ist ein Freund des Wassers. Das heißt aber nicht auch, dass der Hund nach jedem Ausflug gebadet werden muss. Das sollte nur dann gemacht werden, wenn sich Schmutz nicht mehr aus dem Fell entfernen lässt. In der Regel reicht das Ausbürsten des Fells zweimal wöchentlich. Handelt es sich um nasse oder feuchte verschmutzte Stellen, müssen sie erst trocknen. Dann lässt sich der Schmutz leicht mit der Bürste auskämmen.

Wenn der Hund doch mal gebadet werden muss, verwenden Besitzer ein mildes Hundeshampoo. Dies dient zur Vermeidung von Hautirritationen. Darüber hinaus bleibt die natürliche Schutzbarriere der Haut erhalten. Im Sommer dünnt sich das Haarkleid der Rasse aus. In dieser Zeit sollte der Hundehalter öfter zur Bürste greifen.

Besonders die Länge der Krallen müssen Hundefreunde im Auge behalten. Läuft der Hund überwiegend auf weichem Boden, nutzen sich die Krallen nicht ausreichend von selbst ab. Gerade bei älteren Hunden mit einer verminderten Aktivität müssen die Krallen regelmäßig mit einer guten Krallenschere gekürzt werden. Sind die Krallen zu lang, kann der American Water Spaniel hängen bleiben. Verantwortungsbewusste Halter ersparen ihren besten Freunden diesen Schmerz. Für die Reinigung der Zähne bekommt auch der American Water Spaniel Zahnpflegesnacks. Auch kommt die Hundezahnbürste und Hundezahnpasta zum Einsatz.

American Water Spaniel – Aktivitäten und Training

Ein Jagdhund braucht grundsätzlich viel Bewegung. Es gibt kaum einen Jagdhund, bei dem das nicht so ist. Während die meisten dieser Hunderassen aber die Jagd als solche wirklich brauchen, können dem American Water Spaniel auch Alternativen geboten werden. Interessenten dieser Rasse brauchen also nicht zwangsläufig die Jagd ausüben.

Neben langen Spaziergängen in der facettenreichen Natur, ist der Besuch diverser Hundesportarten zu empfehlen. Da der American Water Spaniel ein Hund mittlerer Größe ist, kann er Sprunghindernisse ohne Probleme überwältigen. Allen voran steht die Hundesportart Agility an erster Stelle. Dabei trainieren Hunde Geschicklichkeit und Schnelligkeit. Die Kommunikation mit Frauchen oder Herrchen ist selbstverständlich mit von der Partie. Bei der Überwindung von Hürden, Reifen, Tunneln und Slalom-Übungen müssen Vierbeiner schnell und fehlerfrei arbeiten. Dies geschieht unter der ständigen Motivation ihrer Besitzer. Verfügt der American Water Spaniel bereits über einen guten Grundgehorsam, mag Agility der richtige Hundesport sein.

Auch kommt Obedience (Gehorsam) in Betracht. Zur Festigung der Erziehung übt der Besitzer mit seinem Hund Gehorsamsbefehle auf der Basis von „Sitz“, „Platz“ und „Fuß“. Darüber hinaus lernt der Hund auch andere Befehle schnell und genau auszuführen. Dies geschieht immer unter der Führung einer konsequenten und respektvollen Hand. Sollte der American Water Spaniel noch nicht ganz gefestigt bei der Unterordnung sein, kann dieser Sport helfen. Vor allem Anfänger sollten diesen Hundesport besuchen.

Gut zu wissen: Besonderheiten des American Water Spaniel

Die Rasse ist extrem selten und daher nicht leicht zu kaufen. In Deutschland gibt es keine Züchter. Dementsprechend müssen sich Interessenten im Ausland nach diesen Hunden umsehen.

Nachteile des American Water Spaniel

Im Grunde erfreut sich ein American Water Spaniel einer robusten Gesundheit, sofern er aus einer seriösen Zucht stammt. Einige Linien weisen jedoch eine Neigung zu Augenkrankheiten, Diabetes, Epilepsie oder Hüftgelenksdysplasie auf. Interessenten sollten im Falle einer Erkrankung die finanziellen Mittel haben, den Hund pflegen zu können.

Passt der American Water Spaniel zu mir?

Wenn der Interessent einen seriösen Züchter ausfindig gemacht hat, darf er sich künftig auf ein bewegtes Leben freuen. In einer Familie wird der American Water Spaniel jedenfalls viel Freude haben. Zumal es in der einer Familie immer ein Familienmitglied geben wird, das sich mit dem Hund beschäftigen kann.

Weil der Water Spaniel ohnehin auch gern im Mittelpunkt steht und seinen Lieblingsmenschen gefallen möchte, wird er Kindern ein toller Spielgefährte sein. Seine angenehmen und geselligen Wesenszüge machen ihn umgänglich und liebenswert. Dennoch braucht der Hund eine konsequente Führung. Anfänger dürfen nicht vergessen, dass es sich ursprünglich um einen Jagdhund mit Jagdinstinkten handelt.

Wer noch am Anfang seiner Erfahrungswerte mit Hunden steht, sollte ausreichend Zeit für den Besuch einer Hundeschule einplanen. Auch Ausflüge oder die Teilnahme an einem Hundesport kosten Zeit. Der Hundeliebhaber beschäftigt sich aber generell gerne mit seinem Tier. Der Hund in einer Familie ist auch immer ein fester Bestandteil des Familienlebens. Ein Haus mit Garten oder eine Wohnung mit Zugang zu Grünflächen können als Zuhause dienen.

Schenke diesen Hunden ein Zuhause

Nicola

Nicola

In meiner Freizeit fotografiere ich Hunde für mein Leben gern. Meistens geraten mir die edogs Bürohunde vor die Linse.

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