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Hund beschäftigen: Beschäftigungen für Indoor und Outdoor

von Michael Hein
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Hunde leiden, wenn sie sich langweilen. Einige beschäftigen sich in dieser Situation selbst und knabbern an Möbeln oder Schuhen. Andere werden aggressiv oder depressiv. Eine aktive Beschäftigung mit dem vierbeinigen Partner hingegen füllt ihn aus und fördert die Bindung zu seinem Menschen. Hundebesitzer sollten sich daher regelmäßig mit ihrem Hund beschäftigen. Tipps, wie Du Deinen Hund gut beschäftigen kannst, erhältst Du in diesem Artikel.

Wie viel Beschäftigung braucht ein Hund?

Hundebesitzer müssen nicht den ganzen Tag lang ihren Hund beschäftigen. Der Vierbeiner benötigt Ruhephasen und beschäftigt sich zwischendurch auch allein. Die Häufigkeit und Dauer der Beschäftigung hängt von verschiedenen Faktoren ab wie:
  • Hunderasse
  • Alter des Hundes
  • Anzahl der Hunde in der Familie
  • Wetter
  • Wohnsituation

Wie kann man seinen Hund auslasten?

Zur Auslastung tragen mehrere Spaziergänge am Tag bei. Ausgewachsene Hunde sollten mindestens zweimal am Tag Gassi gehen, davon einmal mindestens eine Stunde. Zusätzliche Spieleinheiten im Haus und beim Gassi gehen sorgen für die perfekte Auslastung.

Agile Hunderassen und junge Hunde ab einem Alter von etwa einem halben Jahr benötigen relativ viel Beschäftigung. Ältere Hunde, Welpen sowie große, eher behäbige und sehr kleine Rassen benötigen mehr Ruhe und kleinere Beschäftigungseinheiten. An heißen Sommertagen sollten Hunde sich nicht zu sehr auspowern, sondern mehr Zeit damit verbringen, an einem schattigen Plätzchen zu dösen.

Leben die Vierbeiner mit einem oder zwei Hunden zusammen, beschäftigen sie sich viel miteinander. Daher benötigen sie weniger intensive Beschäftigung als ein Einzelhund. Eine Etagenwohnung bietet Hunden weniger Abwechslung als ein Haus mit Garten. Daher sollten Hundebesitzer in dieser Situation häufiger Gassi gehen und mehr Zeit für gemeinsame Spielphasen einplanen.

Beschäftigung für Hunde: Vierbeiner zieht am Seil

Agile Hunderassen und junge Hunde ab einem Alter von etwa einem halben Jahr benötigen relativ viel Beschäftigung.

Mehrere kurze Beschäftigungseinheiten am Tag sind ideal

Jede Aktivität wie das Spielen, Training und Kopfarbeit sollten im Sinne des Hundes verlaufen. Zeigt der Hund keinen Spaß an einem Spiel, sollte sein Besitzer es interessanter gestalten oder durch ein anderes ersetzen.

Der Hund sollte auch nicht überfordert werden. Konzentration und Nasenarbeit strengen ihn an. Mehrere kurze Beschäftigungseinheiten von fünf oder zehn Minuten reichen neben den täglichen Spaziergängen für viele Hunde aus. Im Idealfall endet das Spiel- oder Trainingsprogramm, bevor es den Hund überfordert. Typische Verhaltensweisen überforderter und unterforderter Hunde sind:

  • häufiges Gähnen
  • tippelnde und hüpfende Bewegungen
  • intensives Schnüffeln an einer Stelle
  • Buddeln
  • Nichtbefolgen von Kommandos
  • Anspringen und Zupacken
  • intensives Lecken und Knabbern
  • häufiges Schütteln und Kratzen
  • extremes Hecheln
  • scheinbar grundloses Bellen

Hunde zeigen verschiedene dieser Symptome. Spätestens bei den ersten Anzeichen ist es ratsam, die Aktivität zu beenden.

Kann ein Hund sich langweilen?

Hunde empfinden Langeweile, wenn sie unterfordert sind. Zwischen Spaziergängen und Ruhephasen benötigen sie am besten Herausforderungen. Erhalten sie diese nicht, zeigen sie sich unzufrieden.

Fördern Spiele mit dem Hund das Dominanzverhalten?

Unter Hundebesitzern gibt es die Meinung, dass regelmäßige Spiele mit dem Hund die Rangordnung stören könnten. Nach dieser Auffassung folgt der Hund allein aus Respekt vor seinem Besitzer den Kommandos. Dank umfangreicher Verhaltensforschungen ist inzwischen bekannt, dass der Hund dem Menschen folgt, wenn er eine intensive Bindung zu ihm aufbaut. Nicht aus Respekt, sondern aus intrinsischer Motivation erfüllt er die ihm gestellten Aufgaben. Sich regelmäßig mit dem Hund zu beschäftigen, ist die Basis für eine enge Bindung.

Die britischen Forscher Jane Rooney und John Bradshaw bestätigten in einer Studie, dass das Spiel mit dem Hund nicht seine Dominanz steigert. Zunehmend dominantes und aggressives Verhalten beobachtete das Forscherteam jedoch, wenn stets der Hund das Spiel beginnt. Im Idealfall fordert der Mensch den Hund deutlich häufiger zum Spiel auf, als umgekehrt.

Wie viel Kopfarbeit braucht ein Hund?

Um die Intelligenz und die kognitiven Fähigkeiten des Hundes zu fördern, benötigt er regelmäßig Kopfarbeit. Dazu reichen täglich kurze Übungen von wenigen Minuten aus.

Hund beschäftigen – Outdoor-Aktivitäten

Nicht jeder Hund eignet sich für Dogdancing oder Agility. Outdoor-Aktivitäten während des Spaziergangs gestalten aber das Gassigehen für den Hund spannender. Wir haben einige Beispiele gesammelt, wie Du Deinen Hund gut beschäftigen kannst:

Kommandos üben

Das Gassigehen ist die ideale Gelegenheit, um Kommandos aus dem normalen Training wie „Hier“, „Bleib“ oder „Bei Fuß“ zu üben. Für die Bleib-Übung erhält der Hund an einer Stelle das Kommando „Sitz“, gefolgt von „Bleib“. Der Besitzer geht nun einige Meter weiter, ohne sich nach dem Hund umzudrehen. Nach einigen Metern dreht er sich um und geht zum Hund zurück. Bleibt der Hund geduldig sitzen, wird er ausgiebig gelobt und erhält ein Leckerchen. Es reicht aus, diese Übung ein- oder zweimal während eines Spaziergangs durchzuführen. Im Laufe der Zeit wird die Entfernung zum Hund weiter ausgedehnt.

Die Bleib-Übung lässt sich auch mit dem Heranrufen kombinieren. Der Besitzer entfernt sich vom Hund und gibt ihm dann das Kommando „Hier“. Der Hund rennt voller Freude zu seinem Besitzer und erhält wieder ein ausgiebiges Lob und vielleicht ein Leckerli.

Hund beschäftigen Outdoor: Hund läuft Frisbee hinterher

Das Apportieren ist eine hervorragende Aktivität im Freien.

Verstecken spielen

Der Hundebesitzer versteckt Leckerlis am Wegrand im Gras oder unter Sträuchern und gibt dem Hund das Kommando „Such“. Insbesondere für Hunde, die Nasenarbeit lieben, ist dieses Spiel eine willkommene Abwechslung.

In der zweiten Variante versteckt sich der Mensch selbst hinter einem Baum oder Strauch. Von dem Versteck aus ruft er den Hund, der nun seinen Besitzer finden muss.

Apportieren

Wer keinen Garten besitzt, kann die Wiese im Stadtpark für das Apportieren nutzen. Wichtig beim Apportieren sind folgende Regeln:

  1. Nach dem Werfen des Spielzeugs bleibt der Hund sitzen, bis er das Kommando zum Apportieren erhält.
  2. Der Hund bringt das Spielzeug ohne Verzögerung und Umwege zurück.
  3. Beim Besitzer angekommen legt der Hund das Spielzeug unaufgefordert vor seinen Füßen ab.

Zerrspiele

Zerrspiele sind immer eine willkommene Abwechslung, um Hunde zu beschäftigen. Ideal dafür sind geknotete Taue aus dem Zoofachhandel oder selbst hergestellt. Der Besitzer ruft seinen Hund heran und fuchtelt mit dem Zergel vor seiner Nase herum. Der Hund greift danach und Mensch und Hund ziehen nun von beiden Seiten am Tau. Mal gewinnt der Hund und mal der Mensch. Zerrspiele lassen sich hervorragend mit dem „Aus-Kommando“ verbinden und sind sowohl in der Wohnung als auch draußen interessant.

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Kann man seinen Hund in der Wohnung beschäftigen?

Man kann und sollte seinen Hund in der Wohnung beschäftigen. Dafür eignen sich Such- und Schnüffelspiele, Schmuseeinheiten, kleine Trainingseinheiten oder das Beibringen von Tricks.

Hund beschäftigen: Indoor-Aktivitäten

Zwischen den Gassirunden ist es sinnvoll, auch im Haus den Hund zu beschäftigen. Das gilt insbesondere bei schlechtem Wetter mit verkürzten Spaziergängen.

Hund Zuhause beschäftigen

Geduld- und Suchspiele sind tolle Aktivitäten für Zuhause.

Geduldspiel mit Lerneffekt

Um die Geduld und Konzentration des Hundes zu steigern, bieten sich verschiedene Spiele mit Leckerlis an. Gleichzeitig lernt der Hund, dass er nicht alles fressen soll, was auf dem Boden liegt. Zunächst setzt sich der Hund oder legt sich ab. Dann wird eine besondere Leckerei wie ein Stück Wurst oder Käse auf den Boden gelegt. Sobald der Hund aufsteht, um es sich zu nehmen, decken Fuß oder Hand begleitet von dem Kommando „Nein“ die Leckerei ab. Der Hund wird wieder in seine Ausgangsposition zurückgeschickt. Dieses wiederholt sich so lange, bis der Hund für einige Sekunden geduldig an seinem Platz bleibt. Dann erst erhält er das Kommando „Hols Dir“ und darf es nehmen. Eine Steigerung erfährt die Übung, wenn das Leckerli auf den Pfoten des Hundes liegt.

Wie lange sollte man den Hund beschäftigen?

Art, Dauer und Häufigkeit der Beschäftigung hängen vom Alter, Charakter und der Rasse des Hundes ab. Mindestens zwei- bis dreimal am Tag sollten Hundebesitzer sich zwischen den Spaziergängen für 10 oder 15 Minuten mit ihrem Hund beschäftigen.

Hund beschäftigen mit Suchspielen – Arbeit für die Nase

Nasenarbeit strengt Hunde extrem an und ermüdet sie. Wer seinen Hund beschäftigen und auslasten möchte, sollte einmal folgendes Suchspiel probieren:

  • einen stark duftenden Teebeutel (Kamille oder Pfefferminz) in die Hand nehmen
  • mehrmals aus derselben Hand dem Hund ein Leckerchen geben, damit ihm der Geruch vertraut wird
  • anschließend kommt der Teebeutel in eine Dose oder einen offenen Beutel
  • die Dose in der einen und das Leckerchen in der anderen Hand werden dem Hund gezeigt
  • sobald er mit der Nase die Dose anstupst, bekommt er das Leckerchen
  • im nächsten Schritt wird die Dose etwas weiter weggelegt und der Hund erhält das Kommando „such (Kamille oder Pfefferminz)“
  • später kann die Dose immer weiter entfernt und versteckt werden
  • sobald der Hund die Dose findet, erhält er eine Belohnung

Zwei Dosen mit verschiedenen Teebeuteln bilden eine weitere Steigerung des Spiels. Suchspiele sind auch mit versteckten Leckerlis oder dem Lieblings-Spielzeug möglich.

Hund Zuhause beschäftigen

Für die Indoor-Aktivitäten eignen sich Such- und Schnüffelspiele, Schmuseeinheiten, kleine Trainingseinheiten oder das Beibringen von Tricks.

DIY Spielzeug für Indoor-Spiele

Versteckte Leckerlis in verschlossenen Papp-Rollen oder Eierkartons eignen sich ideal, um den Hund zu beschäftigen. Eine besondere Herausforderung bildet ein kleiner Karton mit mehreren Papprollen, von denen nur einige ein Leckerli enthalten.

Schnüffelteppich DIY

In einem Schnüffelteppich lassen sich hervorragend Leckerlis verstecken. Als Grundlage eignen sich Einlagen für Spülbecken. Sie haben große Löcher oder die Form eines Kunststoff-Gitters. In den Löchern und Gittern lassen sich Stoffstreifen aus einem alten T-Shirt oder einer alten Hose verknoten. Nach dem Bestücken des Schnüffelteppichs wird er vor dem Hund hingelegt mit dem Kommando „Such“.

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