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Hundeführerschein – Kosten, Fragen & weitere Infos

von Michelle Holtmeyer
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Mit dem Hundeführerschein weisen Hundehalter nach, dass sie ihre Vierbeiner sicher unter Kontrolle haben. Zudem ist der Hundeführerschein ein Nachweis dafür, dass weder Menschen noch Hunde gefährdet werden. Ob ein Hundeführerschein verpflichtend ist und wie die Prüfung für den Hundeführerschein abläuft, erfährst Du in diesem Beitrag.

Wann brauche ich einen Hundeführerschein?

Bei einem Hundeführerschein handelt es sich um eine zweiteilige Prüfung, die aus je einem Theorie- und einem Praxisteil besteht. Den Theorieteil bestreitet der Hundehalter alleine und stellt hierbei sein Wissen über verschiedene Bereiche der Hundehaltung unter Beweis. In der praktischen Prüfung wird anschließend das Zusammenspiel von Hund und Halter beurteilt, ebenso wie der Gehorsam des Hundes und sein Verhalten in alltäglichen Situationen. In Deutschland ist der Hundeführerschein bislang ein freiwilliges Konzept, das ein Hundehalter nicht verpflichtend ablegen muss.

Allerdings kann ein vorhandener Hundeführerschein Vorteile bringen, wie beispielsweise die Aufhebung der Leinenpflicht oder einen Nachlass auf die Hundesteuer. Zudem kann ein solcher Nachweis dem Halter Sicherheit und Bestätigung geben, eventuell noch vorhandene Schwächen aufdecken und zusätzlich wird das Verhältnis zwischen Halter und Hund durch das vorbereitende Training gestärkt.

Wann braucht man einen Hundeführerschein?

Der Hundeführerschein prüft das Wissen über Hunde ab, ebenso wie die gute Erziehung des Hundes und das Verständnis zwischen Hund und Halter. Wer einen Hund halten möchte, dem sollte es wichtig sein, in allen diesen Punkten über gute Fähigkeiten und Kenntnisse zu verfügen. Hier kann ein Hundeführerschein eine tolle Bestätigung von außen sein. Dennoch gibt es keine Pflicht für einen solchen Hundeführerschein.

Ist ein Hundeführerschein verpflichtend?

Der Begriff „Hundeführerschein“ ist kein von offizieller Seite bestehender Begriff. Vielmehr haben verschiedene Vereine und Verbände, wie der VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen), der BHV (Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater) und der BVZ (Berufsverband zertifizierter Hundeschulen) dieses Konzept ins Leben gerufen. Regelungen und Bestimmungen zur Haltung von Hunden sind Ländersache und bislang ist der Hundeführerschein in keinem Bundesland in Deutschland verpflichtend.

Das staatliche Gegenstück ist der Sachkundenachweis, bei dem jedoch der Fokus mehr auf einem theoretischen Nachweis des Wissens liegt. Dieser Sachkundenachweis kann ebenfalls von den verschiedenen Verbänden abgenommen werden und ist, im Gegensatz zum Hundeführerschein, in einigen Bundesländern unter bestimmten Bedingungen verpflichtend.

In Niedersachsen hat jeder Hundehalter die Pflicht, seine Sachkunde nachzuweisen. Hier besteht der Sachkundenachweis auch aus einem theoretischen und einem praktischen Prüfungsteil, so dass der Sachkundenachweis in Niedersachsen einem Hundeführerschein sehr nahekommt. In Nordrhein-Westfalen müssen Halter von sogenannten Listenhunden einen Sachkundenachweis erbringen, ebenso wie Halter von Hunderassen, die im ausgewachsenen Zustand eine Widerristhöhe von mehr als 40 cm erreichen.

Auch in Berlin müssen Halter von als gefährlich eingestuften Hunderassen (Listenhunden), einen Sachkundenachweis vorlegen können. Unabhängig von der Rasse kann ein Halter zudem von der allgemein herrschenden Leinenpflicht entbunden werden, wenn er einen freiwillig abgelegten Hundeführerschein vorweisen kann.

Hundeführerschein: Dackel an der Leine

Der Hundeführerschein ist kein offizieller Begriff und demnach in keinem deutschen Bundesland verpflichtend.

Ist ein Hundeführerschein Pflicht?

Nein, der Hundeführerschein ist bislang in keinem deutschen Bundesland für die Hundehaltung verpflichtend. Ein Sachkundenachweis ist in Niedersachsen allumfassend und in Berlin und NRW für bestimmte Rassen und Hundegrößen erforderlich.

Voraussetzungen für die Hundeführerscheinprüfung

Entscheidet man sich als Halter eines Hundes dafür, den freiwilligen Hundeführerschein zu machen, sollte man zunächst darauf achten, die nötigen Voraussetzungen zu erfüllen. Der Hundehalter kann ab dem 16. Lebensjahr an den Prüfungen teilnehmen, der dazugehörige Hund muss mindestens 12 Monate alt sein. Wichtiger als das Alter des Hundes ist jedoch sein Trainingszustand. Dieser sollte den Prüfungsanforderungen entsprechend geschult sein, andernfalls ist es noch nicht ratsam, an der Prüfung teilzunehmen.

Zudem muss der teilnehmende Hund gechipt sein, über einen ausreichenden, nachweisbaren Impfschutz verfügen und haftpflichtversichert sein. Wichtig zu wissen ist hierbei, dass es für Hunde in Deutschland keine Versicherungspflicht gibt. Da dies von vielen Vereinen und Verbänden als fahrlässige Lücke angesehen wird, ist zumindest für die Abnahme des Hundeführerscheins eine Haftpflichtversicherung verpflichtend.

Hundeführerschein: Ablauf der Prüfungsteile

Der Hundeführerschein besteht aus einem theoretischen Teil, der bestanden werden muss, um anschließend am praktischen Teil teilnehmen zu dürfen.

Im theoretischen Teil muss der Hundehalter rund 35 Multiple-Choice-Fragen zu verschiedenen Themengebieten beantworten, von denen am Ende rund 80 Prozent richtig sein müssen, um den Test zu bestehen. Die Fragen setzen sich aus den Themen Sozialverhalten, Rechtslage, Kommunikation, Erziehung, Hundehaltung und Pflege, Gesundheit und Umgang in Alltagssituationen zusammen. Der theoretische Test wird in ca. 45 – 60 Minuten absolviert.

Nach erfolgreichem Bestehen des ersten Teils folgt die praktische Prüfung, in der das Hund-Halter-Gespann durch einen Prüfer in verschiedenen Situationen ca. 2 bis 3 Stunden lang begleitet und beobachtet wird. Hier kann es zu Spaziergängen ohne Leine kommen, bei der die Rückrufbarkeit des Hundes getestet wird; wie der Hund auf andere Hunde oder Menschen reagiert; wie er sich bei einem Besuch im Café verhält und wie gut der Halter generell seinen Hund im Griff hat.

Was ist ein Hundeführerschein?

Der Hundeführerschein ist eine Prüfung, die in einem theoretischen und einem praktischen Prüfungsteil das Wissen über Hunde sowie die gute Erziehung eines Hundes prüft und bescheinigt.

Kosten für den Hundeführerschein

Die Kosten können je nach Verband oder Prüfungsstelle leicht variieren. Der ungefähre Endpreis liegt jedoch zwischen 90 € und 130 €. Der Preis setzt sich aus den Kosten für den vorbereitenden Unterricht, dem Lehrmaterial und der Prüfungsgebühr zusammen. Das vorher notwendige Training oder die Vorbereitungskurse, beispielsweise mit einem erfahrenen Hundetrainer, sind hierbei der variabelste Faktor. Je nachdem wie viel Training und Übung noch notwendig ist, bis Hund und Halter fit für die Prüfung sind, summieren sich hier die meisten Kosten.

Was kostet ein Hundeführerschein?

Die Gebühren für den Hundeführerschein können variieren und liegen ungefähr zwischen 90 € und 130 €.

Wo kann ich die Hundeführerscheinprüfung absolvieren?

Grundsätzlich kann die Prüfung bei sehr vielen Vereinen, einem Hundetrainer und Hundeschulen durchgeführt werden. Die drei großen Verbände VDH, BVZ und BHV haben verschiedene Partnerstellen, die über die jeweiligen Verbände angefragt werden und die die Hundeführerscheinprüfung abnehmen können. So gibt es für jeden Hundehalter, der gewillt ist eine solche Prüfung abzulegen, Anlaufstellen in dessen Umgebung.

Bei einigen Hundeschulen kann der theoretische Teil der Prüfung mittlerweile sogar online abgelegt werden. Der Praxistest wird dann auf einem Trainingsgelände oder auf freien Flächen unter Anwesenheit des Prüfers absolviert.

Was passiert, wenn man die Prüfung nicht besteht?

Wer die Prüfung oder auch nur einen Prüfungsteil nicht besteht, kann diesen beliebig oft wiederholen. Hierbei gilt, dass nur der nicht bestandene Teil nochmal geprüft werden muss. Saß also die Theorie, so müssen Hunde und Halter lediglich nochmal in den Praxistest. Bei jedem Neuversuch muss allerdings die Prüfungsgebühr erneut gezahlt werden.

Um von vornerein zu verhindern, bei einem der Prüfungsteile durchzufallen, sollte der Hundeführerschein erst nach entsprechender Vorbereitung und ausreichend Training angetreten werden. Da es keine Pflicht eines solchen Hundeführerscheins gibt, kann sich jeder Hundehalter so lange vorbereiten, wie er möchte und es für nötig hält. So können auch Druck oder Angst vermieden werden – zwei Faktoren, die im Zusammenspiel von Hunden und Menschen allgemein, vor allem in Alltagssituationen, möglichst nicht auftreten sollten.

Hundeführerschein: Welpe an der Leine

Die Hundeführerscheinprüfung kann beliebig häufig wiederholt werden.

Vorbereitung für die Hundeführerscheinprüfung

Bevor man als Hundehalter mit seinem Hund zu den Prüfungen für den Hundeführerschein antritt, sollte man sich ein wenig darauf vorbereiten. Wer bereits über Erfahrung im Umgang mit Hunden und deren Haltung verfügt, für den stellt der theoretische Teil sicherlich keine riesige Hürde dar. Gerade für Hundeanfänger gibt es hier jedoch eine breite Auswahl an vorbereitender Literatur, die über die im Test vorkommenden Themen informiert.

Häufig findet man auch online an verschiedenen Stellen Beispielfragen, mit denen man sein Wissen überprüfen und mögliche Schwachstellen aufdecken kann. Meist stellen beispielsweise Fragen über alltägliche Situationen mit Hunden oder das Verhalten der Vierbeiner kein Problem dar, wohingegen Rechtsfragen vielleicht etwas sind, mit dem man sich als Hundehalter noch nicht konfrontiert gesehen hat und wo somit noch Lernbedarf besteht. Der BHV bietet mittlerweile auch eine App an, in der die theoretischen Fragen zum Hundeführerschein gründlich geübt werden können.

In der praktischen Prüfung wird das Sozialverhalten des Hundes geprüft, die Beherrschung von Grundkommandos abgefragt und besonders auf das Funktionieren des Teams geachtet, das Hund und Halter bilden.

All diese Prüfungsbestandteile sollten vor Prüfungsantritt gewissenhaft geübt werden, sind sie doch auch Bestandteil des alltäglichen Zusammenlebens von Mensch und Hund. Wer diese Situationen gerne unter professioneller Anleitung üben möchte, kann an speziellen Vorbereitungskursen teilnehmen, die viele Hundeschulen und Hundetrainer neben der Abnahme der Prüfung anbieten.

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Beispielfragen aus der Prüfung:

Um einen kleinen Einblick in den theoretischen Prüfungsteil zu geben, hier einige beispielhafte Fragen, die so in einer Hundeführerscheinprüfung vorkommen können:

1. Der Hund kotet in den Stadtpark. Wie verhält man sich?
a) Man hat immer eine Tüte bei sich und beseitigt den Kot
b) Man macht nichts
c) Man nimmt den Kot mit einer Tüte auf und legt diese an den Wegrand, damit sie entsorgt werden kann
d) Da man Hundesteuer bezahlt, hat der Hund ein Recht, in den Park zu koten

2. Welche Vorschriften gelten nicht für Hundehalter?
a) Tierschutz-Hundeverordnung
b) Straßenverkehrsordnung
c) Viehverkehrsordnung
d) Forstgesetz

3. Wie verhält man sich, wenn man mit einem Hund zum Kinderspielplatz kommt?
a) Den Spielplatz betritt man nicht mit einem Hund
b) Das ist in Ordnung, solange der Hund Kinder mag und ihnen nichts tut
c) Das ist nur ein Problem, wenn der Hund dort kotet
d) Wenn keine Kinder dort sind, darf der Hund im Sand buddeln

4. Dürfen Kinder Hunde spazieren führen?
a) Nur Hunde, die nicht größer als 30 cm sind
b) Nur wenn sie in der Lage sind, die Hunde zu kontrollieren
c) Nur im Freilauf
d) Nur an einer Leine, die nicht länger als 1,5 m ist

5. Ist es laut Tierschutzgesetz erlaubt, einem Hund ohne vernünftigen Grund Schmerzen zuzufügen?
a) Ja, das ist erlaubt
b) Nein, das ist nicht erlaubt
c) Das kommt auf den Hund an
d) Nur das Zufügen von starken, dauerhaften Schmerzen ist verboten

Hundeführerschein: Halter hält Hund am Halsband

Viele Bücher helfen bei der Vorbereitung auf die Hundeprüfung.

Unterschiede in den Tests im Überblick

Neben dem Hundeführerschein gibt es noch andere Prüfungen, die in ihrem Aufbau dem Hundeführerschein ähneln und daher häufig mit ihm verwechselt werden. Durch den nicht einheitlichen Gebrauch des Begriffes „Hundeführerschein“ und die minimalen Unterschiede, die einzelne Verbände und Vereine mit ihren eigenen Regeln festlegen können, hier noch eine kurze Übersicht zu anderen, offiziellen Hundeprüfungen:

1. Die Begleithundeprüfung

Diese ist dem Hundeführerschein sehr ähnlich, da es hier ebenfalls einen theoretischen und einen praktischen Prüfungsteil gibt. Sie gehört jedoch zum Hundesport und gilt bei erfolgreichem Bestehen dort als Voraussetzung für die Teilnahme an Hundesportprüfungen und Hundeturnieren.

2. Der Sachkundenachweis

Der Sachkundenachweis kommt meist in der Haltung von Listenhunden von Länderseite zum Einsatz. Hiermit wollen die einzelnen Bundesländer die Hundehalter von den von ihnen als gefährlich eingestuften Listenhunde, zu denen meist alle Kampfhunderassen gehören, in ihrem Wissen überprüfen und sehen, wie der Halter den Hund händelt.

Wer einen Listenhund halten möchte, muss auf Verlangen des Ordnungs- oder Veterinäramtes einen Nachweis der Sachkunde vorlegen können. Andernfalls kann der Hund beschlagnahmt und dem Halter entzogen werden. Häufig benötigen auch freiwillige Helfer, die mit Tierheimhunden spazieren gehen oder arbeiten möchten, zunächst einen solchen Sachkundeausweis.

3. Der Wesenstest

Beim Wesenstest wird das Verhalten eines einzelnen Hundes geprüft. Hierbei handelt es sich lediglich um eine praktische Prüfung, in der es herauszufinden gilt, ob ein Hund in bestimmten Situationen überdurchschnittlich aggressiv reagiert und somit eine Gefahr für seine Umwelt darstellt. Ein Wesenstest wird oft von offizieller Seite angeordnet, wenn es bereits zu einem Zwischenfall mit dem betreffenden Hund kam oder wenn es um die Befreiung von einer Maulkorb– oder Leinenpflicht geht.

Hundeführerschein: Gut zu wissen

Für einige Rassen ist es notwendig, bei Abschluss einer Tierhaftpflichtversicherung einen Hundeführerschein vorzuweisen. Hierzu gehören Rassen wie z. B. der Bullmastiff, der Rottweiler, der Dogo Argentino und die amerikanische Bulldogge. Da in Bundesländern wie Berlin, Niedersachsen, Hamburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Schleswig-Holstein eine solche Hundehaftpflichtversicherung bei der Haltung eines Hundes Pflicht ist, wird hier indirekt oft auch der Hundeführerschein zur Pflicht. Die Bestimmungen des eigenen Bundeslandes kann man beim zuständigen Veterinäramt erfahren.

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