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Wann braucht ein Hund einen Maulkorb?

von Layla Klupsch
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Die Meinungen zu Maulkörben in der Hundeerziehung gehen auseinander: Es gibt viele Befürworter, die dankbar über einen Maulkorb als Hilfsmittel sind, aber genauso gibt es einige Gegner, die Maulkörbe als nicht hilfreich empfinden. In diesem Beitrag sollen Informationen darüber gegeben werden, welche Maulkorbarten es gibt, was ihre Vor- und Nachteile sind und unter welchen Voraussetzungen sie verwendet werden können.

Ein Maulkorb ist ein Gegenstand, der den Hund im Einsatz des Mauls einschränkt, primär beim Beißen. Maulkörbe können zum Beispiel beim Besuch eines Tierarztes helfen, wo der Hund aus Angst oder vor Schmerz zu beißen könnte.

Welche Maulkorb Varianten gibt es?

Es gibt verschiedene Ausführungen von Maulkörben. Im Folgenden werden die unterschiedlichen Varianten vorgestellt:

  • Nylon-Maulkörbe (Maulschlaufen)

    Hund mit Maulschlaufe

    Der Nylon-Maulkorb besteht aus einem breiten, festen Band, welches sich wie eine Schlaufe um die Schnauze des Hundes legt.

    Der Nylon-Maulkorb besteht aus einem breiten, festen Band, welches sich wie eine Schlaufe um die Schnauze des Hundes legt. Das Band wird mit einem Riemen hinter den Ohren befestigt. So kann verhindert werden, dass der Hund zubeißt. Wichtig ist hierbei zu beachten, dass die richtige Größe verwendet wird. Wenn das Band zu locker sitzt, hat der Hund trotzdem die Möglichkeit zu zubeißen. Das Band darf aber auch nicht zu eng sitzen, da der Hund ansonsten nicht mehr in der Lage ist zu hecheln.
    Die Variante des Nylon-Maulkorbs eignet sich nicht für ein langfristiges Tragen, nicht an warmen Tagen oder während eines Spaziergangs. Es ist eher für das Tragen während eines Tierarztbesuches geeignet, damit der Hund nicht zu beißen kann, wenn er sich zum Beispiel erschreckt.

  • Maulkorb in Form eines Gitterkorbes

    Hund mit Gittermaulkorb

    Der Maulkorb in Form eines Gitterkorbes umschließt die komplettes Schnauze des Vierbeiners und wird im Nacken befestigt.

    Der Maulkorb in Form eines Gitterkorbes umschließt die komplettes Schnauze des Vierbeiners und wird im Nacken befestigt. Diese Art des Maulkorbes ist auffälliger als eine Maulschlaufe, aber für den Vierbeiner deutlich angenehmer zu tragen.
    Beim Tragen eines Gittermaulkorbes kann der Hund die Schnauze weiterhin weit öffnen und bewegen. Durch die Bewegungsfreiheit kann der Hund problemlos hecheln und auch ohne Einschränkungen trinken. Ist der Maulkorb richtig angebracht, besteht keinerlei Gefahr, dass der Hund zubeißen könnte.
    Den Gittermaulkorb gibt es in unterschiedlichen Ausführen, zum Beispiel aus Kunststoff oder Leder. Die Kunststoff-Variante hat den Vorteil, dass sie einfacher zu reinigen ist. Allerdings ist auch hier wichtig, dass der Maulkorb richtig sitzt, also die richtige Größe ausgewählt wurde, damit der Maulkorb nicht verrutschen kann.

Für kurzschnauzige Hunderassen, wie zum Beispiel den Mops oder die Französische Bulldogge, ist es sehr schwierig, einen Maulkorb zu finden, der gut sitzt. Der Grund dafür ist die Gesichtsanatomie der Hunde, weshalb die Maulkörbe nicht an der richtigen Stelle sitzen bleiben.

Pflichten und Regelungen in Deutschland

American Staffordshire Terrier

Der American Staffordshire Terrier ist einer der Hunde, der als Listenhund in vielen Bundesländern Deutschlands zählt.

Die Behörden erstellen auf Grundlage von Statistiken über Hundebisse eine Liste mit Hunderassen, die als besonders gefährlich einzustufen sind. Die Beurteilung, welche Hunde auf die Liste kommen, unterliegt den einzelnen Bundesländern in Deutschland. Das führt dazu, dass eine bestimmte Hunderasse nicht in ganz Deutschland als sogenannter Listenhund gelten muss. In manchen Bundesländern sind sogar einzelne Gemeinden für die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen zuständig.
Hunderassen, die in Deutschland zu den Listenhunden zählen, sind durch entsprechende Hundegesetze dazu verpflichtet, auf öffentlichen Plätzen sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln einen Maulkorb zu tragen.
Dazu zählen zum Beispiel der

Da die Entscheidung bei den einzelnen Bundesländern und teilweise sogar bei einzelnen Gemeinden liegt, gibt es bundesweit keine einheitlichen Regelungen, was den Maulkorbzwang angeht beziehungsweise die Richtlinien und Verordnungen bezüglich des Tragens einen Maulkorbes sowie der Leinenpflicht können in den unterschiedlichen Bundesländern voneinander abweichen. Während zum Beispiel in Berlin und Nordrhein-Westfalen eine Maulkorbpflicht nur für bestimmte Hunderassen vorgeschrieben ist, gilt der Maulkorbzwang in Brandenburg für alle Hunde, die sich in Verwaltungsgebäuden aufhalten oder in öffentlichen Verkehrsmitteln transportiert werden. Die oben aufgeführten Hunderassen, die als gefährlich gelten, sind fast immer an der Leine zu führen und müssen einen Hundemaulkorb tragen.

Unter Umständen können Hunde durch das Ablegen einer Prüfung (auch Wesenstest genannt) von der Maulkorbpflicht befreit werden.

Wann ist ein Maulkorb sinnvoll?

Ein Maulkorb schränkt den Hund im Einsatz des Mauls ein. Ganz besonders hilfreich ist der Maulkorb, wenn die Gefahr besteht, dass der Hund zu beißen könnte. Dennoch eignet sich das Hilfsmittel auch zum Beispiel zum Schutz vor Fressattacken und Giftkördern.

Vor- und Nachteile eines Maulkorbes

Viele Menschen denken bei diesem Begriff „Maulkorb“ an aggressive und bissige Hunde. Sie sehen nur die negative Punkte, die damit im Zusammenhang stehen.
Fakt ist aber, dass der Maulkorb nicht nur Nachteile, sondern auch Vorteile hat.

Vorteile

  • Der Maulkorb ist ein optimales Hilfsmittel in schwierigen Situationen – und zwar unabhängig davon, ob ein Hund zu den sogenannten Listenhunden zählt oder nicht.
  • Situationen können oft durch den Maulkorb vereinfacht werden.
  • Der Maulkorb kann den Hund beim Fressen stoppen. Viele Hunderassen leiden unter einem intensiven und pausenlosen Hungergefühl. Sie sind daher immer auf Nahrungssuche. Mithilfe des Maulkorbes kann der Hund in dieser Hinsicht unter Kontrolle gebracht werden.
  • Der Maulkorb bietet dem Vierbeiner Schutz vor Giftködern.

Nachteile

  • Durch den Maulkorb ist der Hund in der Kommunikation mit anderen Tieren eingeschränkt. Hunde kommunizieren in erster Linie mit dem Bellen und ihrer Mimik.
    Daher ist davon auszugehen, dass Maulkörbe die Kommunikationsfähigkeit von Hunden einschränkt.
  • Durch den Maulkorb soll dem Hund die Möglichkeit zur Verteidigung fehlen.

Wie gewöhne ich meinen Hund an einen Maulkorb?

Ein Maulkorb kann für einen Hund als sehr unangenehm empfunden werden, vor allem wenn dieser dem Hund plötzlich überzogen wird. Das kann dazu führen, dass beim Tier Angst und großer Stress ausgelöst wird. Es ist daher wichtig, den Hund in kleinen Schritten und immer durch positive Verstärkung an das Tragen eines Maulkorbes zu gewöhnen.

Hund mit Maulkorb

Der Vierbeiner sollte Schritt für Schritt an den Maulkorb gewöhnt und dabei immer mit Leckerlis belohnt werden.

Zuerst sollte der Vierbeiner mit dem Maulkorb bekannt gemacht werden. Das heißt, der Maulkorb sollte dem Hund hingehalten werden, sodass ihm gezeigt wird, was auf ihn zu kommt. Außerdem ist es wichtig, immer genügend Leckerli oder Snacks für den Vierbeiner parat zu haben. Wenn der Hund am Maulkorb schnüffelt, sollte er mit einem Leckerbissen belohnt werden. Dann sollte abgewartet werden, ob der Hund eventuell von alleine seine Schnauze ein ganz kleines Stück in die Öffnung des Maulkorbes schiebt. Sollte dies der Fall sein, sollte der Hund wieder belohnt werden.

Der nächste Schritt besteht darin, dass der Hund seine Schnauze immer weiter in den Maulkorb steckt, bis dieser schließlich die Schnauze komplett verdeckt. Erst dann gibt es wieder eine Belohnung. Hier kann etwas nachgeholfen werden, indem der Hund dazu animiert wird, seine Nase in den Maulkorb zu stecken, indem ein Leckerli in den Maulkorb gelegt wird. Alternativ kann dem Hund durch eine der Öffnungen an der Vorderseite des Maulkorbes ein Leckerli angeboten werden.

Sobald der Hund ohne zu zögern seine Schnauze in den Maulkorb stecken, kann der Maulkorb für ein paar Sekunden dort gehalten werden, bevor der Hund die Belohnung erhält. Dieser Zeitraum sollte langsam aber stetig vergrößert werden.

Hat der Hund damit keine Probleme, kann vorsichtig versucht werden, die Befestigungsriemen hinter die Ohren zu legen und sie dort für einige Sekunden zu halten. So kann sich der Hund auch an das Befestigen des Maulkorbes gewöhnen. Macht der Hund auch das brav mit, sollte er anschließend wieder mit etwas Leckerem belohnt werden.

Im nächsten Schritt sollte nun der Nackenriemen geschlossen werden. Bleibt der Hund dabei ruhig, wird er belohnt und im Anschluss wird der Maulkorb wieder gelöst. Dieser Vorgang sollte öfters wiederholt werden und der Maulkorb sollte immer etwas länger geschlossen bleiben. Während der Hund den Maulkorb trägt, können ihm auch ein paar Leckerlis nacheinander gegeben werden. Als wichtig gilt, dass der Maulkorb gelöst werden sollte, bevor der Hund diesen als unangenehm empfindet. Außerdem sollte vermieden werden, dass der Hund versucht, den Maulkorb mit seinen Pfoten abzustreifen.

Wenn der Hund die Übungen gut meistert, kann versucht werden, dass der Vierbeiner den Maulkorb beim Spazieren gehen für einige Zeit trägt. Die ersten Spaziergänge sollten dabei im besten Fall im Haus stattfinden. Funktioniert das problemlos, kann man den Spaziergang auch nach draußen verlegen. Dabei ist wichtig, dass nicht vergessen wird, den Hund weiterhin mit Snacks durch den Maulkorb zu belohnen, wenn er sich anständig verhält.

Dem Hund sollte die erste Zeit beim Tragen eines Maulkorbes viel Aufmerksamkeit geschenkt werden. Der Vierbeiner muss erst lernen, dass das Tragen eines Maulkorbes nichts Schlimmes ist und seinen Nutzen hat. Sobald der Maulkorb abgenommen wird, sollte dem Hund keine Belohnungen mehr gegeben werden. Der Hund könnte sonst den Eindruck gewinnen, dass er eine Belohnung bekommt, weil der Maulkorb von seiner Schnauze abgemacht wurde.

Worauf sollte beim Kauf eines Maulkorbes geachtet werden?

Beim Kaufes eines Maulkorbes sollte darauf geachtet werden, dass dieser die richtige Passform enthält. Ist der Maulkorb zu groß, so kann er verrutschen und bringt nicht mehr den eigentlichen Nutzen. Wenn der Maulkorb die passende Größe hat und richtig verschnallt ist, kann er in der Regel nicht mehr von der Nase gezogen werden.

Wichtig ist, dass der Maulkorb am Nasenspiegel, rund um die Schnauze und an den Knochenvorsprüngen seitlich und unterhalb der Augen nur locker anliegt. Der Hund sollte in der Lage sein, die Schnauze so weit zu öffnen, dass ein ungestörtes Hecheln, Trinken sowie auch Erbrechen möglich ist.

Um einen geeigneten, bequem sitzenden Maulkorb auszuwählen, sollte der Hund zur Anprobe mitgenommen werden. Am besten lässt man sich im Geschäft von einer Fachperson beraten.

Welcher Maulkorb ist für meinen Hund geeignet?
Es gibt verschiedene Varianten des Maulkorbes. Um einen geeigneten und bequem sitzenden Maulkorb auszuwählen, sollte der Hund zur Anprobe mitgenommen werden. Am besten lässt man sich im Geschäft von einer Fachoerson beraten.

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