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American Bulldog

von Kolja von edogs
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Der American Bulldog ist von der FCI nicht als Rasse anerkannt. Es gibt keine rassetypischen Standards. Sie kommen vielfältig daher, doch eines haben sie alle gemeinsam: Bei guter Erziehung und guter Sozialisierung hat man sich mit einem American Bulldog einen Schatz ins Haus geholt.

American Bulldog im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 50-68 cm
Gewicht: 30-55 kg
FCI-Gruppe: Nicht anerkannt
Sektion:
Herkunftsland: USA
Farben: Weiß, rot, falb, fahl
Lebenserwartung: 10 Jahre
Geeignet als: Begleit-, Wach- und Familienhund
Sportarten: Agility, Fährtenspiele
Charakter: Durchsetzungsfähig, Loyal, Sanft, Energievoll, Freundlich, Selbstbewusst, Dominant
Auslaufbedürfnisse: hoch
Sabber-Potential
Stärke des Haarens
Pflegeaufwand: gering
Fellstruktur: kurzes, dichtes Haarkleid
Kinderfreundlich: ja
Familienhund: ja
Sozial:

Herkunft und Rassegeschichte

Die Hunde der Rasse American Bulldog gehen auf die Molosser der Antike zurück. Schon damals wurden massige, muskulöse Hunde gezüchtet, die das Haus bewachten und Begleiter auf der Jagd waren. Dabei hatten sie auch kein Problem damit, Wildschweine oder gar Bären anzugreifen. Die Nachfahren dieser Hunde gelangten im 19. Jahrhundert, hauptsächlich von Großbritannien ausgehend, mit den Siedlern nach Amerika. Dort bewachten sie die Farmen und wurden als Hütehunde für Rinderherden eingesetzt. Nach und nach vermischten sie sich mit anderen Hunden wie dem Dogo Argentino oder Pointern.

American Bulldog im Sitzen

Im 19. Jahrhundert bewachte der American Bulldog Farmen und wurde auch als Hütehund für Rinderherden eingesetzt.

Ein trauriges Kapitel in der Geschichte des American Bulldogs ist, dass sie häufig bei Hundekämpfen eingesetzt wurden. Das begann schon im 17. Jahrhundert, als die Vorfahren der American Bulldog gegen Stiere kämpfen mussten und setzt sich bis heute fort. Die Hunde werden als Kampfmaschinen missbraucht und kommen so zu ihrem schlechten Ruf, den sie nicht verdient haben.

Heute ist die Hunderasse in den USA vor allem ein Familienhund und Begleithund, doch er wird auch noch häufig bei Jagden eingesetzt.

Wesen & Charakter vom American Bulldog

Ein gut sozialisierter American Bulldog von einem seriösen Züchter kann mit liebevoller aber konsequenter Erziehung zu einer Seele von einem Hund werden. Die Hunde sind sensibel, freundlich und ihren Menschen zugewandt. Ihr menschliches Rudel ist der Mittelpunkt ihrer Welt. Die Reizschwelle des American Bulldog ist hoch und gutmütig wie er ist, ist er ein prima Kinderkumpel. Dabei steckt aber noch viel von dem Wach- und Hütehund in ihm. Mutig wird die Hunderasse ihr Rudel verteidigen.

Ein Hund dieser Rasse ist intelligent, selbstbewusst und gewohnt, gegebenenfalls eigene Entscheidungen zu treffen. Dabei kann er durchaus auch einmal seinen Dickkopf und Dominanz zeigen. Fremden gegenüber ist er zuerst einmal misstrauisch. Erst, wenn die Bulldoggen merken, dass ihre Menschen gut mit dem Fremden harmonieren, werden sie sich öffnen und ihre freundliche Seite herauskehren. Artgenossen mag die Bulldogge nicht so sehr. Besonders gleichgeschlechtlichen Artgenossen gegenüber kann die amerikanische Bulldogge zu Unfrieden und Dominanzgehabe kommen.

Welches Temperament hat ein American Bulldog?

Vom Wesen her ist der American Bulldog eher ruhig, sensibel und freundlich.

Hunde dieser Rasse

Aussehen des American Bulldogs

Der American Bulldog ist keine anerkannte Rasse und es gibt keine einheitlichen Rassestandards. Sowohl in der Größe als auch im Gewicht kann es daher große Unterschiede geben. Das Stockmaß reicht in der Regel von 50 Zentimeter bis 70 Zentimeter, das Gewicht liegt zwischen 30 Kilogramm und 70 Kilogramm. Rüden und Hündinnen werden meist gleich groß und schwer. Die Bulldogge gehört somit zu den mittelgroßen bis großen Hunderassen.

American Bulldog zu zweit

Der American Bulldog hat im Gegensatz zum English Bulldog kaum Falten.

Auch das Farbspektrum ist bei der amerikanischen Hunderasse groß. Sie können reinweiß sein oder weiß mit Abzeichen, gestromt, rot, braun, cremefarben oder falb. Die Blueline sind grauschwarz und haben oft weiße Abzeichen. Immer haben sie jedoch ein kurzes, dichtes, eng anliegendes Fell.

Die amerikanischen Bulldoggen sind kräftig und muskulös gebaut, wobei man auch beim Körperbau zwischen zwei Linien unterscheiden muss. Die Classic-Linie wirkt bulliger, breiter und kräftiger, mit einem starken Vorbiss. Diese Linie sieht man hauptsächlich auf Ausstellungen. Die Arbeitslinie ist schlanker und sieht eleganter aus. Natürlich gibt es auch Mischungen der beiden Linien.

Der Köpf eines American Bulldog ist breit, die Ohren sind nach vorne geneigt und schlappohrig. Die Augen sind dunkel. Im Gegensatz zu seinen englischen Verwandten, den Englischen Bulldoggen, hat die amerikanischen Bulldogge kaum Falten. Auch die Schnauze unterscheidet sich in ihrer Länge von der des English Bulldog. Sie ist länger, was der amerikanischen Bulldogge das Atmen leichter macht.

Wie sieht ein American Bulldog aus?

Ein American Bulldog ist ein mittelgroßer, kräftiger Hund mit kurzem, dichten Fell, das meist weiß mit Abzeichen ist. Es gibt aber auch andere Farbschläge, etwa blueline oder gestromt.

Impressionen der Hunderasse

Erziehung & Haltung des American Bulldogs – Das gilt es zu beachten

Ein American Bulldog muss schon im Welpenalter gut sozialisiert und mit liebevoller Konsequenz erzogen werden. Für Anfänger ist er weniger geeignet, es sei denn, sie sind bereit, viel Zeit mit ihm in der Hundeschule zu verbringen. Das ist bei einem American Bulldog auch bei hundeerfahrenen Menschen ratsam, denn in der Welpengruppe und in der Hundeschule lernt er den Umgang mit anderen Hunden. Besonders bei solchen menschenbezogenen Individualisten wie dem American Bulldog ist es wichtig, zu lernen, dass Artgenossen nicht per se Feinde sind, die man bekämpfen muss.

Man darf sich bei der Erziehung auch nicht von süßen Welpenaugen um den Finger wickeln lassen. Erziehungfehler werden sich, wenn der Hund ausgewachsen ist und zeigt, dass er ein selbständiger und dickköpfiger Hund sein kann, rächen. Und das kann bei einem Hund dieser Größe und dieser Kraft böse Folgen haben, das muss man sich bei der Erziehung immer vor Augen führen.

Mit Gewalt darf dieser sensible Hund aber nicht erzogen werden. Das fördert einen aggressiven Charakter, wegen dem der American Bulldog in einen schlechten Ruf geraten ist, den er eigentlich nicht verdient hat. Denn gut erzogen ist er ein Traumhund, an dem die ganze Familie seine Freude hat. Er ist ein Clown, der nie seine welpenhafte Verspieltheit verliert.

Wie und wo soll man ein American Bulldog halten?

Das ideale Zuhause für einen American Bulldog ist ein Haus mit Garten in ländlicher Umgebung.

Ernährung des American Bulldogs

Grundsätzlich stellt ein American Bulldog keine großen Ansprüche an die Ernährung. Wie bei allen Hunden sollte man darauf achten, dass das Futter hochwertig ist. Wie viele Hunde seiner Größe neigt der American Bulldog zu Gelenkkrankheiten. Dem kann man mit der entsprechenden Ernährung vorbeugen. Vor allem im Welpenalter sollte die Nahrung nicht zu fettig und zu energiereich sein. Spezielles Welpenfutter hat in der Regel weniger Kalorien.

Ein guter Ansprechpartner, was die Fütterung des Welpen angeht, ist auch der Züchter, denn seriöse Züchter werden von sich aus Tipps zur Ernährung geben. In der Übergangszeit sollte der Welpe noch so gefüttert werden, wie er es „von Zuhause aus“ kennt. Auch später sollte man ihm nicht zu viel füttern, denn der gefräßige Hund neigt zu Übergewicht.

Wichtig ist bei Hunden, die sich viel bewegen, dass immer ausreichend Wasser zur Verfügung steht. Auch bei Wanderungen und längeren Ausflügen sollte immer ein Napf und eine Flasche Wasser mitgenommen werden, damit der Hund unterwegs versorgt werden kann.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Die Bulldogs leidet oft unter keiner guten Gesundheit, vor allem wenn die Haltung nicht gut ist. Reinweiße Tiere leiden leider oft unter Taubheit. Sie sind auch anfälliger für Allergien. Die Hunde der Rasse haben oft auch mit Gelenkproblemen zu kämpfen, Hüft– und Ellbogendysplasie kommen häufig vor.

American Bulldog WelpeEin seriöser Züchter wird aber schon bei der Zuchtauswahl darauf achten, dass gesunde Welpen auf die Welt kommen. Bei weißen Tieren kann er schon im Welpenalter einen Audiometrie-Test durchführen lassen. Durch eine gute, gesunde Ernährung von Anfang an kann man ebenfalls viel dazu beitragen, dass der Hund gesund und munter bleibt.

Ein weiteres Gesundheitsproblem kann auftreten, wenn die Hunde, wie ihre englischen Verwandten, die English Bulldog, auf eine kurze Schnauze hin gezüchtet wurden. Das kommt leider immer wieder vor, ist aber eine Qualzucht, die es den Hunden schwer macht, zu atmen. Ihre Augen tränen oft und sie schnarchen stark. Letzteres ist das kleinste Problem für den Hund. Daher ist es wichtig, frühzeitig mit dem Züchter Kontakt aufzunehmen und darauf zu bestehen, die Elterntiere zu sehen. Es mag hart klingen, aber wenn die Eltern ungesund kurze Schnauzen haben, sollte man sich für einen anderen Züchter entscheiden. Ein American Bulldog kann zehn Jahre und älter werden, je nachdem wie gesund er ist.

Wie alt wird ein American Bulldog?

Ein American Bulldog kann zehn Jahre alt werden, bei guter Gesundheit auch älter.

Pflege des American Bulldogs

Der American Bulldog ist mit seinem kurzen Fell ausgesprochen pflegeleicht. Es reicht, wenn der Amerikaner ein- oder zweimal in der Woche mit einer weichen Bürste oder einem Bürstenhandschuh gebürstet wird. Baden ist nur nötig, wenn sich der Schmutz durch Bürsten allein nicht entfernen lässt. Zum Waschen sollte man ein mildes Hundeshampoo verwenden.

Die Ohren sollten regelmäßig kontrolliert und gesäubert werden, denn unter den Schlappohren sammelt sich leicht Schmutz, der zu Entzündungen führen kann.

American Bulldog – Aktivitäten und Training

Ein American Bulldog ist ein aktiver Familienhund, der sich bewegen möchte. Er liebt lange Spaziergänge mit seinem Menschen und für Wanderfreunde ist er ideal. Gerne legt er Kilometer um Kilometer mit ihnen zurück. Aber er möchte auch geistig ausgelastet sein. Bei der Auswahl der Sportart muss man allerdings aufgrund seiner häufig auftretenden Gelenkprobleme genau hinschauen.

Oft wird von Sportarten, die mit vielen Sprüngen verbunden sind, Agility oder Dogdancing etwa, völlig abgeraten. Andere sehen das nicht so eng, solange der Hund gesund ist. Der Tierarzt sollte das bei regelmäßigen Untersuchungen überprüfen und kann gegebenenfalls eine Prognose stellen. Auf der sicheren Seite ist man, wenn man den Hund mit Fährtenarbeit beschäftigt. Ein neuer Trend ist das Trailing, das Trainieren des Hundes auf bestimmte Gegenstände. So kann man getrost einmal seine Brille verlegen, der Hund wird sie suchen und finden. Die sensiblen American Bulldog eignen sich auch gut als Begleit- und Therapiehunde.

Woran auch immer der amerikanische Hund seinen Spaß hat, er muss beschäftigt und ausgelastet werden, sonst sucht sich der selbständige American Bulldog selbst eine Aufgabe, an der der Mensch dann meist weniger Freude hat. Ein American Bulldog kann durchaus auch einmal Möbel zerlegen oder im Garten Beete umgraben und Blumen ausbuddeln, wenn ihm langweilig ist.

American Bulldog in der Natur

Der American Bulldog ist ein aktiver Familienhund, der sich gerne bewegen möchte.

Gut zu wissen: Besonderheiten des American Bulldogs

In Deutschland hat der American Bulldog einen schlechten Ruf, doch in seiner Heimat ist er ein beliebter und weit verbreiteter Hund, der es sogar nach Hollywood geschafft hat. Dort übernimmt der Hund, der immer ein wenig Welpe bleibt, oft lustige Rollen. So ist eine American Bulldog der treue Begleiter der kleinen Strolche. Ein weiterer bekannter Film ist „Im Dutzend billiger“, eine Komödie über eine Großfamilie.

Ist der American Bulldog ein Kampfhund?

Der American Bulldog wurde bei Kämpfen in der Arena eingesetzt. Er war und ist daher schon aus diesem Grund als Kampfhund abgestempelt. Heute steht er in einigen Bundesländern auf der Liste der potentiell gefährlichen Hunde, die umgangssprachlich Kampfhunde genannt werden.

Nachteile des American Bulldogs

Leider wurde und wird der treue, sensible American Bulldog oft von sogenannten Vermehrern missbraucht. Sie züchten und erziehen die Hunde zu aggressiven Kampfmaschinen für Hundekämpfe und als Statussymbol in Halbweltkreisen, denn natürlich macht so ein muskulöser Hund mit seinen scharfen Zähnen etwas her und sieht gefährlich aus.

Das hat dem American Bulldog einen schlechten Ruf eingebracht und ihn in Deutschland in einigen Bundesländern zu Listenhunden auf der Liste der potentiell gefährlichen Hunderassen gemacht. In Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen dürfen sie nur unter bestimmten Auflagen gehalten werden, die von Bundesland zu Bundesland verschieden sind. Immer damit verbunden ist eine höhere Hundesteuer. Leider sitzen aus diesem Grund viele dieser wunderbaren Tiere im Tierheim und Menschen wechseln die Straßenseite, wenn sie einen American Bulldog sehen.

Passt der American Bulldog zu mir?

Wer einen American Bulldog bei sich einziehen lassen möchte, benötigt viel Zeit und muss ein aktiver Mensch sein. Hundeerfahrung ist ein großer Vorteil bei der Erziehung dieser Rasse. Selbst wenn man viel mit ihm unternimmt – in einer kleinen Stadtwohnung wird er sich nicht wohlfühlen. Auch wenn die Wohnung großzügig bemessen ist, in einer lauten Innenstadt sollte ein sensibler American Bulldog nicht leben müssen.

Der Lärm würde ihn völlig überfordern. Besser ist eine große Wohnung oder ein Haus mit Garten in einem ruhigen Vorort oder noch besser in ländlicher Umgebung. Der American Bulldog hat zwar lange Zeit als Wachhund „gearbeitet“, aber ein Leben nur im Hof oder gar in einem Zwinger ist nichts für ihn.

Die amerikanischen Bulldogge benötigt Familienanschluss und möchte mit seinen Menschen im Haus wohnen. Er ist grundsätzlich gutmütig und kinderfreundlich, aber alleine lassen sollte man ihn mit kleinen Kindern nicht. Viel zu oft wird die enorme Kraft dieser Hunde unterschätzt. Für Hundesport und als Begleiter fürs Joggen oder Radfahren ist der American Bulldog aufgrund seiner häufig auftretenden Gelenkprobleme nur bedingt geeignet.

Wer einen Begleiter für diese Sportarten sucht, für den wäre ein anderer Hund die bessere Wahl, denn auch wenn der American Bulldog in jungen Jahren gesund ist, kann er mit zunehmenden Alter Schwierigkeiten bekommen. Vor allem aber muss der Hundehalter standfest im doppelten Sinn sein: Er muss mit dem kräftigen Hund zurecht kommen und er darf bei der Erziehung nicht weich werden und muss konsequent bleiben.