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Nasenbluten beim Hund – was Hundehalter wissen sollten

von Rebana Uhe
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Bei Nasenbluten beim Hund tropft oder rinnt aus den Nasenlöchern Blut. Da Nasenbluten beim Hund eher selten auftritt, sollten bei häufigeren Blutungen aus der Nase die Ursachen immer von einem Tierarzt abgeklärt werden, um schwere Erkrankungen wie Tumore oder Bluthochdruck rechtzeitig zu erkennen.

Ursachen von Nasenproblemen beim Hund

Verschiedene Ursachen schädigen die Nasenschleimhaut und die Nasennebenhöhlen. Die Ursachen können lokal oder systemisch sein. Nasenbluten beim Hund kann durch harmlose Ursachen ausgelöst werden, oder ein Symptom bei einer schweren Erkrankung sein.

Wie entsteht Nasenbluten beim Hund?

In der Nasenschleimhaut im vorderen Bereich der Nase, dem Locus Kießelbachi, befinden sich viele große und kleine Gefäße. Bei 90 Prozent von harmlosem Nasenbluten tritt Blut aus diesen Gefäßen aus. Kommt das Blut aus dem hinteren Bereich der Nase, liegt meist eine schwerwiegende Erkrankung vor. 
Nasenbluten kann einseitig oder beidseitig auftreten. 

Lokale Ursachen für Nasenbluten beim Hund

  • Verletzungen 
  • Chronische Entzündungen, die die Nasenschleimhaut schädigen 
  • Fremdkörper: Grashalme, Grannen 
  • Infektionen mit Pilzen, Bakterien oder Viren 
  • Erkrankungen der Zähne 
  • Missbildungen der knöchernen oder knorpeligen Anteile der Nase 
  • Polypen 
  • Tumore 
  • Lungenwürmer 

Heilt eine Entzündung der Nasenschleimhaut nicht aus, lagern sich in der Schleimhaut Immunzellen ab, die die Entzündung verstärken können. Es entsteht eine lymphoplasmazytäre Rhinitis, die mit einer starken Schädigung der Gefäße in der Nasenschleimhaut einhergeht. Es tritt immer wieder Nasenbluten beim Hund auf. Polypen in der Nase sind gutartig, verursachen aber Entzündungen der Schleimhaut. Es besteht immer die Gefahr, dass die Polypen entarten. Tumore in der Nase können die Schleimhaut, den Knorpel oder den knöchernen Anteil der Nase betreffen. Meistens handelt es sich um bösartige Tumore wie Adenokarzinome, Plattenepithelkarzinome, Chondrosarkome oder Sarkome. Metastasen werden meistens im Gehirn gebildet.

Was verursacht Nasenbluten beim Hund?

Nasenbluten beim Hund kann durch Verletzungen, Entzündungen der Schleimhaut oder der Nasennebenhöhlen, Infektionskrankheiten oder Parasiten verursacht werden.

Systemische Ursachen für Nasenbluten beim Hund

Nasenbluten beim Hund kann als Symptom einer systemischen Erkrankung auftreten.

Leidet ein Hund an einer Polyzythämie, befinden sich in seinem Blut mehr Zellen als normalerweise. Das Blut ist dickflüssig und schädigt die Gefäße. Aus den Rissen der Gefäßwand tritt Blut aus.

Rattengift kann starkes Nasenbluten beim Hund verursachen

Rattengift, das Cumarin enthält, verhindert die Gerinnung des Blutes durch die Zerstörung des Vitamin K. Die Blutungen treten nicht nur an der Nase und den Augen, sondern in allen Organen des Körpers auf. Auch auf den Schleimhäuten und der Haut sind punktförmige Blutungen zu erkennen. Die erhöhte Blutungsneigung kann angeboren sein, oder durch Verletzungen, Lymphome, Reisekrankheiten und Reaktionen auf Medikamente auftreten.

Chronische Niereninsuffizienz

Ist das Nierengewebe des Hundes geschädigt, können Schadstoffe nicht mehr vollständig aus dem Harn gefiltert werden. Die Regulierung des Blutdrucks durch die Bildung von Renin funktioniert nicht mehr. Der Blutdruck steigt an. Durch einen chronischen Bluthochdruck werden die Gefäßwände geschädigt. Der Hund leidet unter anderem an Nasenbluten. 

Was, wenn beim Hund die Nase läuft?

Tritt der Nasenausfluss regelmäßig immer wieder auf, sollte der Hund von einem Tierarzt untersucht werden, um schwere Schädigungen der Nasenschleimhaut zu vermeiden und Polypen früh zu entdecken.

Das richtige Verhalten im Fall von Nasenbluten beim Hund

Bei Nasenbluten beim Hund handelt es sich meistens um eine starke Blutung. Aus beiden Nasenlöchern rinnt hellrotes oder dunkelrotes Blut. Beim Niesen tritt ebenfalls schaumiges Blut aus der Nase aus. Um die Ursache für das Nasenbluten beim Hund abzuklären, sollte der Vierbeiner so schnell wie möglich von einem Tierarzt untersucht und behandelt werden. Davor sollte dem Hund Erste Hilfe geleistet werden.

  • Den Hund mit einer Leine sichern. 
  • Handelt es sich um schmerzhafte Verletzungen, kann dem Hund ein Maulkorb angelegt werden. 
  • Stress sollte vermieden werden 
  • Beruhigend auf den Vierbeiner einwirken. 
  • Die Nasenlöcher mit Wasser waschen und trocknen. 
  • Die Nase mit Tüchern kühlen. 
  • Bei äußeren Verletzungen kann die Blutung durch Druck gestoppt werden. 

Wird ein Maulkorb angelegt, sollte dieser nicht zu fest sitzen, damit die Atmung des Hundes nicht noch mehr beeinträchtigt wird. Eine Maulschlinge zur Sicherung ist nicht geeignet, da der Hund nicht mehr durch die Nase atmen kann. Nach der Erstversorgung sollte der Hund zu einem Tierarzt gebracht werden. Um schnell Hilfe zu erhalten, ist es wichtig, den Notfall telefonisch anzukündigen.

Nasenbluten Hund: Liegender Hund

Nach der Erstversorgung sollte der Hund zu einem Tierarzt gebracht werden.

Untersuchung von Nasenbluten beim Hund

Bevor eine Behandlung des Nasenblutens beim Hund durchgeführt wird, müssen für die Diagnose die Ursachen abgeklärt werden.
Folgende Untersuchungen sind notwendig:

  • Klinische Untersuchung des Hundes 
  • Blutuntersuchung: Blutgerinnung, Organwerte, Differentialblutbild 
  • Messung des Blutdrucks 
  • Röntgen 
  • CT (Computertomographie) 
  • Endoskopie der Nasengänge unter Narkose, wenn der Hund sich in einem stabilen Zustand befindet.

Wie lange lebt ein Hund mit Nasentumor?

Die Überlebenszeit eines Hundes mit Nasentumor hängt von der Art des Tumors, der Geschwindigkeit des Wachstums und einer eventuellen Metastasierung ab. Durchschnittlich liegt die Überlebenszeit zwischen drei Monaten und zwei Jahren.

Behandlung von Nasenbluten beim Hund

Die Behandlung von Nasenbluten beim Hund erfolgt immer individuell. Hat der Hund Rattengift gefressen, benötigt der Vierbeiner ein Antidot und Injektionen mit Vitamin K. Bei starken Blutverlusten muss eventuell eine Bluttransfusion durchgeführt werden.

  • Infusionen zur Stabilisierung des Kreislaufs 
  • Bluttransfusion 
  • Stärkung des Immunsystems bei Infektionskrankheiten 
  • Antiparasitika bei Lungenwürmern 
  • ACE Hemmer zur Senkung des Blutdrucks 
  • Antibiotika bei bakteriellen Infektionskrankheiten

Operative Behandlungen des Nasenblutens beim Hund

Werden Polypen bei der Rhinoskopie entdeckt, können diese mit Elektrochirurgie entfernt werden. Durch die Verwendung eines Kauters werden die Blutgefäße verschlossen. Es treten keine zusätzlichen Blutungen auf. Ob ein Tumor chirurgisch entfernt werden kann, ist von seiner Lage und Größe abhängig. Wurde bereits der Knochen von den Tumorzellen befallen, ist eine Entfernung oft nicht mehr möglich. Die weitere Behandlung erfolgt palliativ. Ist es nicht möglich, einen Tumor operativ zu entfernen, kann eine dendritische Zelltherapie eine Besserung bringen. 

Wie verhalte ich mich, wenn mein Hund Nasenbluten hat?

Der Hund sollte beruhigt werden, damit sein Blutdruck sinkt. Mit Wasser werden die Nasenlöcher gereinigt. Nach dem Trockenen der Nase kann nach der Ursache für das Nasenbluten beim Hund gesucht werden. Kann die Blutung nicht gestoppt werden, oder tritt sie häufig auf, sollte der Hund von einem Tierarzt untersucht werden, um die Ursachen abzuklären.

Wie kann Nasenbluten beim Hund vorgebeugt werden?

Durch gesundes und artgerechtes Hundefutter, das alle Nährstoffe in ausreichender Menge enthält, bleiben auch die Gefäße elastisch und gesund.  Vor einer Urlaubsreise sollte mit dem Tierarzt das gesundheitliche Risiko für den Hund an dem Urlaubsort abgeklärt werden. Ein angepasstes Impfprogramm schützt den Hund vor Reisekrankheiten wie Leishmaniose.  Um die Übertragung von Infektionserregern zu verhindern, sollte ein guter Parasitenschutz aufgetragen werden. Gut geeignet sind Spot-On Präparate oder ein Scalibor Halsband, das an Sandstränden die Kriebelmücken und Sandmücken abwehrt.  Wird in einem Haushalt Gift für die Schädlingsbekämpfung eingesetzt, sollte dieses immer so aufbewahrt werden, dass der Hund es nicht irrtümlich fressen kann. 

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