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Blutgruppen beim Hund – warum man sich damit auskennen sollte

von Alexander Epinger
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Muss ein Hund operiert werden oder wenn er in einen Unfall verwickelt wurde, hilft oftmals eine Bluttransfusion, um das Tier zu retten. Da es für Tiere kein synthetisches Blut gibt, sind Tierkliniken und -praxen auf freiwillige Blutspenden von anderen Hunden angewiesen. Genauso wie für uns Menschen gibt es auch für Tiere Blutbanken. Für Operationen und bei Notfällen kann dort das passende Blut für den Hundepatienten angefordert werden. Damit die Haustier-Blutbanken über genügend Blutkonserven verfügen, sind Blutspenden erforderlich. Erfahre hier alles über Blutgruppen beim Hund und wie eine Blutspende von Hunden für Hunde abläuft.

Blutgruppen beim Hund – diese Gruppen gibt es

Auch unsere Hunde haben wie wir Menschen verschiedene Blutgruppen, die bei einer Bluttransfusion miteinander harmonieren müssen. Die Blutgruppen von Hunden werden als Dog Erythrocyte Antigene, kurz DEA, bezeichnet.

Es gibt rund 20 verschiedene Blutgruppen bei Hunden, doch unterscheidet man hauptsächlich zwischen zwei Blutgruppen – DEA 1.1 positiv und DEA 1.1 negativ, da sie die häufigsten Blutgruppen bei Hunden sind.

Hunde mit der Blutgruppe DEA 1.1 negativ sind besonders gut als Blutspender geeignet, da diese Blutgruppe aufgrund der stärksten antigenen Wirkung gut für die Bluttransfusionen beim Empfänger-Hunden ist.  

Bei Ersttransfusionen spielt die Blutgruppe unter Hunden noch keine Rolle. Denn anders als Menschen oder Katzen tragen Hunde nicht von Geburt an Antikörper gegen fremde Blutgruppen in sich. Die Blutgruppen – und hier vor allem DEA 1.1 negativ und positiv – werden erst bei einer erneuten Transfusion relevant. Dann ist auch ein Verträglichkeitstest von Spender- und Empfängerblut (Kreuzprobe) notwendig.

Für Züchter:innen ist die Kenntnis der Blutgruppe im Notfall ebenso wichtig zu wissen, denn bei Unverträglichkeiten kann es hier zu schwerwiegenden Komplikationen bei trächtigen und säugenden Hündinnen kommen. Wird eine DEA 1.1 negative Mutterhündin mit DEA 1.1 positivem Blut transfundiert, können ihre Welpen aufgrund von Antikörpern in der Muttermilch eine Zerstörung ihrer roten Blutkörperchen entwickeln und daran sterben.

Kann ein Mensch einem Hund Blut spenden?

Hunde und Menschen haben unterschiedliches Blut und Blutgruppen, daher können sie sich nicht gegenseitig Blut spenden. 

Blutgruppen beim Hund – Wann wird eine Blutspende benötigt?

Hunde können anderen Hunden mit einer Blutspende das Leben retten. Sei es, dass Blut für eine anstehende Operation benötigt wird, starker Blutverlust nach einem Unfall ausgeglichen werden muss oder ein Blutaustausch nach einer Vergiftung nötig ist.

Hund auf OP Tisch.

   Vor der Blutentnahme wird der Spenderhund gründlich untersucht. Nur gesunde Hunde mit passenden Blutwerten kommen für eine Blutspende infrage.

Welche Blutgruppen gibt es bei Hunden?

Bei Hunden gibt es um die 20 Blutgruppen. Die zwei relevantesten Blutgruppen sind: DEA 1.1 positiv und DEA 1.1negativ.

Blutgruppen beim Hund – Ablauf einer Blutspende

Vor der Blutentnahme wird der Spenderhund gründlich untersucht. Nur gesunde Hunde mit passenden Blutwerten kommen für eine Blutspende infrage. Darüber hinaus müssen noch weitere Voraussetzungen erfüllt werden. Hunde dürfen nicht älter als zehn Jahre sein und sollten ein Körpergewicht von mindestens 20 Kilogramm auf die Waage bringen. Außerdem ein ruhiges und gelassenes Wesen haben, keine Medikamente nehmen sowie regelmäßig geimpft und entwurmt worden sein. Der Spenderhund darf außerdem selbst noch nie fremdes Blut erhalten haben. Ob ein Rüde kastriert ist oder nicht, spielt keine Rolle. Mit läufigen Hündinnen sollte man aus Rücksicht auf die Hündin selbst und anderen Hunden gegenüber nicht zum Blutspenden gehen.

Zusammengefasst:

  • Der Hund sollte zwischen 1,5 bis 9 Jahre alt sein
  • Sein Körpergewicht muss mindestens 20 kg betragen
  • Gesunder körperlicher und psychischer Zustand
  • Ruhiges und ausgeglichenes Wesen
  • Regelmäßige Impfung, Entwurmung sowie Zeckenprophylaxe
  • Keine aktuelle Einnahme von Medikamenten

Für die Blutabnahme wird dem Spenderhund etwas Fell am Hals abgeschoren, denn das Blut muss aus der Halsvene entnommen werden. Nachdem die Stelle desinfiziert wurde, wird das Blut über eine gelegte Kanüle abgenommen. Je nach Gewicht des Hundes kann dies bis zu ein halber Liter Blut sein. Dies wird in der Tierarztpraxis besprochen und jede/jeder Halter:in muss sein Einverständnis dafür geben. Der Organismus eines gesunden Hundes kann die gespendete Blutmenge in kurzer Zeit wieder aufbauen. Durchschnittlich können Hunde drei- bis viermal im Jahr Blut spenden, mehr sollte es aber nicht sein. Denn auch für einen gesunden und ausgeglichenen Hund ist das Prozedere nicht unbedingt mit einem Waldspaziergang zu vergleichen.

Hat ein Hund bereits selbst einmal Spenderblut erhalten, ist er als Spender-Tier nicht mehr geeignet, da sich eventuell Antikörper im Blut gebildet haben könnten. Ebenso Hunde, die aus Südeuropa oder dem südlichen Ausland stammen, wie zum Beispiel oftmals Tierschutzhunde, kommen wegen möglicher Übertragung von Infektionskrankheiten nicht als Spender infrage

Was kostet eine Bluttransfusion beim Hund?

Die Kosten für eine Bluttransfusion hängt von den Umständen ab, weshalb ein Hund Blut transferiert bekommen muss - im Rahmen einer Operation, Unfalls, Vergiftung oder sonstigen Umständen.

Vorteile für Tier und Halter

Neben dem befriedigenden Wissen, dass das Blut des eigenen Hundes anderen Hunden das Leben retten kann, hat man bei einer Blutspende auch andere Vorteile. Denn vor jeder Blutspende, erhält der eigene Hund eine umfassende und kostenfreie tierärztliche Untersuchung, inklusive einer Blutuntersuchung, bei der auch die aktuellen Leber- und Nierenwerte bestimmt werden. Zudem werden die Blutgruppen beim Hund bestimmt. Durch diese kostenlosen Untersuchungen erfährt man, ob der eigene Hund organisch gesund ist und er richtig und ausgewogen ernährt wird. Grob kann gesagt werden, dass diese Tierarztleistungen einem Wert von circa 300 Euro entsprechen.

Nach der Blutspende erhält der Spenderhund Futter und Wasser. Rund eine halbe Stunde später ist der Hund wieder so weit fit, dass er nach Hause kann. Jedoch sollten 24 Stunden lang keine größeren Spaziergänge, Anstrengungen oder sportliche Aktivitäten mit dem Hund unternommen werden.

Wie lange dauert eine Bluttransfusion beim Hund?

Wie lange eine Blutspende dauert, hängt je nach Größe und Gewicht des Spenderhundes ab. Bei einem Spenderhund mit 20 KG kann man circa mit 30 Minuten rechnen, plus die Zeit, die er benötigt, um sich wieder zu regenerieren.

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