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Lebererkrankung beim Hund

von Michelle Holtmeyer
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Lebererkrankung beim Hund ist eine schwere Diagnose, aber gut behandelbar. Die Funktion der Leber beim Hund ist für einen funktionierenden Organismus von großer Wichtigkeit. Sie ist maßgeblich an den körpereigenen Entgiftungsprozessen beteiligt. Ist die Arbeit der Leber durch eine Krankheit eingeschränkt, so kommt es nach und nach zu einer sich im Körper ausbreitenden Vergiftung. Im schlimmsten Fall kann eine Lebererkrankung beim Hund daher auch lebensgefährlich für das betroffene Tier werden und mit dem Tod enden. Um möglichst früh eine Lebererkrankung beim Hund ausmachen zu können und den Vierbeiner rechtzeitig zum Tierarzt zu bringen, sollte jeder Hundehalter die Gründe und Symptome einer Lebererkrankung beim Hund kennen.

Anatomie der Hundeleber

Die Leber des Hundes befindet sich im vorderen Bereich des Bauches und liegt dort gut geschützt hinter den Rippen. Sie ist das größte innenliegende Organ und verfügt über rund 1500 verschiedene Funktionen, die für den Stoffwechsel von Bedeutung sind.

Eine Hundeleber besteht aus sieben Leberlappen, die sich jeweils in verschiedene Untereinheiten aufteilen. Jedes Leberläppchen hat die Form eines Sechsecks und besteht aus speziellen Leberzellen, die fachsprachlich auch Hepatozyten genannt werden. Je nach Körpergröße und Rasse des Hundes wiegt seine Leber zwischen 125 g und 1,4 kg. Auf der Unterseite der Leber liegt die Gallenblase, die durch die Leberlappen geschützt wird.

Grundfunktionen der Leber beim Hund

Die Leberzellen, aus denen die Leber besteht, werden von unzähligen Blutgefäßen durchlaufen. Während dieses Transportes von Blut aus der Leberarterie und der Pfortader hinüber in die Zentralvene des Hundes werden auch die im Blut enthaltenen Nähr- sowie Giftstoffe durch die Leber geführt. Ihre Funktion besteht nun darin, diese Stoffe aufzunehmen und zu verstoffwechseln.

Abbau von Gift- und Schadstoffen

Je nachdem was für ein Stoff aufgenommen wird, bestimmt sich der weitere Weg dieses Stoffes. Nährstoffe, die für den Körper wichtig sind, werden eingespeichert, damit sie dem Körper zugutekommen können. Gift- oder Schadstoffe, die den Körper des Hundes belasten würden, werden von der Leber zerstört und abgebaut. Bei diesen Prozessen wird zwischen verschiedenen Stoffwechsel-Arten unterschieden, die die Grundfunktionen der Leber ausmachen. Es erfolgt der Fettstoffwechsel, der Zuckerstoffwechsel und der Eiweißstoffwechsel in der Leber, je nachdem welcher Nährstoff gerade in die Leber gelangt.

Energie für geistige und physische Aktivitäten

Beim Fettstoffwechsel wird das im Blut enthaltene Fett diesem entzogen und in den Hepatozyten gespeichert. Aus diesen Fettspeichern wird die Energie gewonnen, die der Körper des Hundes für alle möglichen Aktivitäten benötigt. Für die Verstoffwechselung des Zuckers wird Insulin benötigt, ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse produziert und der Leber anschließend zur Verfügung gestellt wird. Insulin hilft dabei, Zucker in Form von Glykogen einspeichern zu können, um dann ebenfalls als Körperenergie eingesetzt zu werden.

Lebererkrankung Hund: Vierbeiner im Wald

Gift- oder Schadstoffe, die den Körper des Hundes belasten würden, werden von der Leber zerstört und abgebaut.

Treiber des Eiweißstoffwechsels

Beim dritten Stoffwechselprozess, dem Eiweißstoffwechsel, empfängt die Leber die Aminosäuren, aus denen Eiweiß sich zusammensetzt und wandelt einige davon zu Kohlenhydraten um, die wiederum in Form von Glykogen eingespeichert werden. Die Aminosäuren, die nicht verstoffwechselt werden können, werden zu Ammoniak, einem giftigen Restprodukt, welches der Körper nicht benötigt. Dementsprechend wird Ammoniak von der Leber über den Harn aus dem Körper geleitet wird.

Produktion von Gerinnungseiweißen

Die letzte wichtige Grundfunktion der Leber ist die Produktion von Gerinnungseiweißen, die für die Blutgerinnung zuständig sind. Ist die Bildung dieser Stoffe gestört, kommt es beim erkrankten Hund zu einer Gerinnungsstörung. Im Fall einer offenen Wunde besteht so das Risiko zu verbluten, auch wenn die Wunde an sich nicht sehr groß ist und bei einem Hund ohne Gerinnungsstörung kaum gefährlich wäre. Die unzähligen weiteren Arbeiten, die die Leber übernimmt sind jede für sich essentiell für einen gesunden Organismus, was die Leber zu einem solch wichtigen und bewundernswerten Arbeiter des Körpers macht.

Die verschiedenen Lebererkrankungen

Es gibt neben angeborene Lebererkrankungen auch Erkrankungen, die erst im Laufe des Hundeleben auftreten. Angeborene Krankheiten sind ein portosystemischer Shunt oder die Kupferspeicherkrankheit. Der portosystemische Shunt, ebenso Lebershunt genannt, ist einer Fehlbildung der Organe. Bei einem gesunden Hund fließt das Blut durch die Leber, die es von Giftstoffen befreit. Danach fließt es zu anderen Organen und versorgt sie mit wichtigen Stoffen. Wenn ein Tier einen Lebershunt hat, wird die Leber um Blutkreislauf umgangen und das ungereinigte Blut gelangt zu anderen Organen. Somit tritt einer allmähliche, innere Vergiftung ein.

Lebererkrankung Hund: Dalamtiner Kupfertoxikose

Dalmatiner haben oftmals Lebererkrankungen.

Die Kupferspeicherkrankheit wird auch als Morbus Wilson oder Kupfertoxikose bezeichnet. Es ist eine genetische Erkrankung des Kupferstoffwechsels. Der Körper des Hundes speichert übermäßig Kupfer. Das Spurenelement lagert sich in der Leber und in anderen Organen ab. Verschiedene Hunderassen leiden vermehrt an diesem Gendefekt. Dazu gehören der Bedlington Terrier, der Dalmatiner oder West Highland White Terrier.

Weitere Lebererkrankungen treten im Laufe des Hundelebens auf. Dazu gehören Hepatitis, Leberfribrose, Adipositas sowie Lebertumore. Außerdem schädigen Medikamente und andere Vergiftungen die Leber des Hundes nachhaltig.

Welche Lebererkrankungen beim Hund gibt es?

Es gibt angeborene Krankheiten, wie die Kupferspeicherkrankheit oder den portosystemischen Shunt, die durch Genfehler hervorgerufen werden. Zu den nicht angeborenen Lebererkrankungen gehören Tumore der Leber, Hepatitis, starkes Übergewicht (Adipositas), Vergiftungen, z.B. durch Rattengift, oder die Leberfibrose. Auch eine lange Medikamentengabe kann zu einer Schädigung der Leber führen.

Ursachen von Lebererkrankungen beim Hund

Eine Lebererkrankung bei Hunden kann verschiedene Ursachen haben. Sie kann zum einen durch genetische Fehler angeboren sein. Aber auch durch bestimmte Medikamente, Viren oder Bakterien kann die Leber so stark belastet werden, dass sie erkrankt. Auch starkes Übergewicht bei Hunden schädigt die Leber, da überschüssiges Fett irgendwann im Gewebe der Leber eingelagert wird, wenn der Körper keinen anderen Speicherort mehr dafür weiß. Dieses Fett schädigt dann das empfindliche Gewebe der Leber, so dass ihre vielen Funktionen stark eingeschränkt werden.

Einige Hunderassen, wie beispielsweise Dalmatiner, der Dobermann oder verschiedene Rassen von Terriern, haben eine genetische Prädisposition für eine Erkrankung der Leber. Bei diesen Rassen sollten daher die Leberwerte regelmäßig kontrolliert und auftretende Symptome in Hinblick auf eine Lebererkrankung betrachtet werden.

Symptome einer Lebererkrankung beim Hund

Erste Symptome, die mit einer Lebererkrankung einhergehen, sind meist recht unspezifisch und können auch bei anderen Erkrankungen auftreten. Es ist daher sehr schwer, einen Leberschaden frühzeitig zu erkennen und auch erfahrene Tierärzte stellen zunächst meist andere Diagnosen.

Häufig kommt es bei an der Leber erkrankten Hunden zu Müdigkeit, fehlendem Appetit, Durchfall, Erbrechen, Fieber oder auch auffälligem Gewichtsverlust. Eine bereits fortgeschrittene Lebererkrankung zeigt Symptome wie Gelbsucht (gelb verfärbte Schleimhäute), aufgeschwemmtes Gewebe, einem auffällig aufgedunsenen Bauch und Krampfanfällen.

Wie äußert sich eine Lebererkrankung beim Hund?

Erste Symptome können Durchfall, Erbrechen, Fieber, Schwäche, Appetitlosigkeit und damit einhergehend Gewichtsverlust sein. Aufgeschwemmtes Gewebe und gelbe Schleimhäute deuten auf eine bereits stark fortgeschrittene Leberproblematik hin.

Lebererkrankung beim Hund – Diagnose und Behandlungsmethoden

Die Diagnose einer solchen Erkrankung der Leber geschieht anhand im Blut gemessener Leberwerte. Auch eine Biopsie der Leber kann Aufschluss darüber geben, woran der Hund leidet. Hierbei wird ein winziger Teil der Leber entnommen und im Labor untersucht. Kommt es zur Diagnose Lebererkrankung, dauert eine Behandlung meist sehr lange an, ist jedoch auch sehr erfolgsversprechend. Da die Leber ein sehr widerstandsfähiges Organ ist, welches über ein hohes Regenerationspotential verfügt, sind auch akute Erkrankungen meist gut in den Griff zu bekommen.

In einigen Entzündungsfällen, die auf Bakterien zurückzuführen sind, werden dem Hund zunächst Antibiotika verabreicht, um diese Entzündung zu bekämpfen. Im weiteren Behandlungsplan spielt die Ernährung des erkrankten Tieres eine besonders wichtige Rolle. Die muss meist komplett umgestellt werden. Durch eine veränderte Zusammensetzung des Futters soll der noch funktionsfähige Teil der Leber entlastet werden und somit über mehr Kraft für die Regeneration der restlichen Leberteile verfügen.

Hund mit Lebererkrankung

Eine Biopsie der Leber kann Aufschluss darüber geben, woran der Hund leidet.

Was tun bei einer Lebererkrankung beim Hund?

Als erste Maßnahme wird die Entzündung der Leber medikamentös behandelt und dem Hund meist viel Flüssigkeit verabreicht. Langfristig muss das Futter des Hundes umgestellt und der Hund auf eine Leberdiät gesetzt werden. Diese ermöglicht eine Regeneration der Leber und dem Tier damit noch einige beschwerdefreie, glückliche Jahre.

Lebererkrankung beim Hund: Ernährungstipps

Für Hunde mit einer eingeschränkten Leberfunktion eignet sich eine proteinreduzierte Schonkost als Ernährung, damit das giftige Abbauprodukt Ammoniak, das beim Eiweißstoffwechsel entsteht, wegfällt. Zudem sollten hochwertige Fettsäuren im Futter enthalten sein sowie möglichst wenig Natrium und Kupfer. Im Futter enthaltenes Zink sorgt für die Aufnahme von Kupfer aus dem Darm.

Faserstoffe, die beispielsweise in Karotten oder Zuckerrübenschnitzeln enthalten sind, können die Aufnahme von Ammoniak im Darm verhindern und so eine Ammoniakvergiftung reduzieren. Auch die Gabe von Bitterstoffen, wie Mariendistel, hat sich in einer Leberdiät bewährt. Durch die Bitterstoffe werden die Zellen der Leber stark zur Neubildung angeregt und vorhandene Entzündungen minimiert.

Bei einer Lebererkrankung sollte zudem ausschließlich das verordnete Diätfutter gefüttert werden. Leckerlis oder Kausnacks müssen aus dem Ernährungsplan des Hundes weichen, da sie meist zu viele Abfallstoffe enthalten, die die kranke Leber nicht verstoffwechseln könnte. Wichtig ist, dass die Ernährung mit dem behandelnden Tierarzt abgestimmt wird, damit sie mit der Behandlung abgestimmt ist.

Welches Futter ist bei einer Lebererkrankung beim Hund zu empfehlen?

Bei Lebererkrankungen empfiehlt sich besonders hochkalorisches Futter mit niedrigem Proteingehalt, hochwertigen Fettsäuren sowie Bitter- und Faserstoffen. Kupfer- und Natriumgehalt des Futters sollten niedrig sein, der Zinkanteil dagegen verhältnismäßig groß.

Heilungsverlauf und vorbeugende Maßnahmen

Solange es noch nicht zu einer vollständigen, irreversiblen Leberzirrhose gekommen ist, erholt sich die Leber meist größtenteils und dem betroffenen Hund steht, unter Einhaltung bestimmter Maßnahmen, ein normales Leben bevor. Die Prognosen einer Lebererkrankung sind daher recht gut, besonders wenn die Erkrankung frühzeitig festgestellt werden konnte. Eine umfassende Erholung der Leber benötigt jedoch viel Zeit und Geduld und ist nicht von jetzt auf gleich erledigt, da sich das Organ nur Schritt für Schritt regeneriert.

Um Lebererkrankungen vorzubeugen, sollte stets viel Wert auf hochwertiges und ausgewogen zusammengesetztes Futter gelegt werden. Auch bei einem Hund sollte Übergewicht unbedingt vermieden werden. Die Gabe von leberbelastenden Medikamenten sollte zeitlich immer stark begrenzt vorgenommen werden und mit der regelmäßigen Kontrolle der Leberwerte einhergehen, um eine Überlastung des Organs und damit eine nachhaltige Schädigung oder ein Versagen zu verhindern. Wie genau die Heilungschancen aussehen, sollte mit dem behandelnden Tierarzt besprochen werden.

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