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Zwergpinscher

von Kolja von edogs
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Der Zwerg- oder auch Rehpinscher ist eine alte, deutsche Hunderasse, die aufgrund ihrer geringen Größe heute gerne als Stadthund gehalten wird. Dabei ist der kleine, aufgeweckte Kerl seiner ursprünglichen Nutzung nach viel eher ein Jäger und Wächter!
Den Standard führt die FCI unter der Nr. 185 in Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer, Molossoide, Schweizer Sennenhunde und andere Rassen, Sektion 1: Pinscher und Schnauzer, ohne Arbeitsprüfung.

Zwergpinscher im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 25-30 cm
Gewicht: 3,5-6 kg
FCI-Gruppe: 2: Pinscher und Schnauzer – Molosser – Schweizer Sennenhunde und andere Rassen
Sektion: 1: Pinscher und Schnauzer
Herkunftsland: Deutschland
Farben: Hirschrot, Schokolade-Hellbraun, Schwarz-Braun, Schwarz-Rost, Schokolade-Rost, Rot
Lebenserwartung: 13-15 Jahre
Geeignet als: Wach-, Begleit-, Familien- und Wohnungshund
Sportarten: Agility, Dogdancing
Charakter: Spielerisch, Abgehend, Energiegeladen, Ansprechbar, Klug, Freundlich
Auslaufbedürfnisse: eher hoch
Sabber-Potential: gering
Stärke des Haarens: eher gering
Pflegeaufwand: gering
Fellstruktur: kurz, dicht, glatt, anliegend, glänzend
Kinderfreundlich: mittel
Familienhund: ja
Sozial: eher nein

Herkunft und Rassegeschichte

Wie bei so vielen anderen alten Hunderassen, die im mitteleuropäischen Raum entstanden sind, wird auch beim Pinscher der steinzeitliche Torfhund als Urahn vermutet. Fakt ist, dass pinscherartige Hunde bereits seit einigen Jahrhunderten sowohl als Mäuse- und Rattenfänger auf Höfen (dann auch unter der Bezeichnung „Rattler“) als auch zur wachsamen Begleitung von Kutschen und Fuhrwerken zum Einsatz kamen. Dabei gab es sowohl hinsichtlich der Größe als auch der Fellbeschaffenheit dieser Hunde noch kein einheitliches Bild. Meist waren sie von mittlerer Größe, robust und mit glattem oder rauhaarigem Fell in unterschiedlichsten Farbvarianten. Vor allem aber waren sie sehr selbstbewusst, aufmerksam und meist nur ihrem Herrn treu ergeben.

Zwergpinscher im Rasseportrait

Der Zwergpinscher blickt auf eine lange Geschichte zurück.

Bereits im Jahr 1895 gründete der Züchter Josef Berta den „Pinscher- und Schnauzer-Klub“, nachdem man einige Jahre zuvor damit begonnen hatte, die glatthaarigen Pinscher von den rauhaarigen Schnauzern züchterisch abzugrenzen. Auch die gezielte Zucht auf unterschiedliche Größenschläge setzte hier schon an. So entstand neben dem mittelgroßen Deutschen Pinscher auch der kleinere, wendige Zwergpinscher als eigene Rassevariante.

Bereits Mitte der 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts wurden über 1000 Zuchtbucheintragungen registriert, womit der Zwergpinscher auf eine lange und stabile Entstehungsgeschichte zurückblicken kann. Schnell fanden die kleinen, eleganten Hunde mit dem trabend-federnden Gang und dem großen Herzen ihren Weg heraus aus dem Stall und hinein in die feine Gesellschaft. Vor allem als Begleitung gut situierter Damen in den Städten wurde der Rehpinscher schon bald zum Modehund. Denn er war pflegeleicht und mit seinem kurzen, glatten Fell auch absolut polstertauglich. In einer wohlwollenden Rassebeschreibung von Felix Ebner aus dem Jahre 1937 ist zu lesen: „Mit seinen sauberen Pfötchen, seinem kurzen, glatten Fell, kann er getrost auf die elegantesten Polstermöbel genommen werden,…und wenn man ihn täglich ein paarmal vor die Haustüre geleitet, wird der Stadtrat stillschweigend und gebührenfrei die geringen Zeichen seines Stoffwechsels entfernen lassen.“

Wesen & Charakter vom Zwergpinscher

Nun darf man sich nicht täuschen lassen und denken, der Zwergpinscher sei ein typisches Schoßhündchen, das zufrieden damit ist, auf dem Sofa zu hocken und nur kurz vor die Tür zu kommen, um sein Geschäft zu verrichten. Im Gegenteil, der Rehpinscher ist ein äußerst lebhafter, temperamentvoller Bursche, der kraftstrotzend darauf wartet, mit Herrchen oder Frauchen aktiv zu sein. Und da er dazu neigt, sich vorrangig nur einer Person im Rudel eng und unerschütterlich treu anzuschließen, sollte diese Person auch möglichst viel Zeit mit ihm verbringen.

Da diese Rasse hochintelligent, neugierig und lernwillig ist, haben die kleinen Kraftpakete viel Freude an spielerischen Aktivitäten, bei denen sie auch ihren Kopf einsetzen können. Ausreichend gefordert und in den Familienalltag integriert, ist der Zwergpinscher ein toller Familien- und Begleithund. Kinder sollten allerdings schon alt genug sein, um zu verstehen, dass der Hund auch seine Rückzugsmöglichkeiten und Ruhezeiten braucht. An andere Haustiere muss der Pinscher gut gewöhnt werden. Denn im Grunde seines Herzens ist er nach wie vor ein Jäger, und dieses Verhalten bricht bei schnell laufenden Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen und Co. gerne durch.

So selbstsicher und ausgeglichen der Zwergpinscher ist, wenn er körperlich ausgelastet und auch geistig gefordert wird, mag er doch überhaupt nicht gerne alleine bleiben. Er muss daher vorsichtig und einfühlsam an kurze Phasen des Alleinseins gewöhnt werden, um seiner Neigung zum Kläffen aus Langeweile oder Frust vorzubeugen.

Sind Zwergpinscher Kläffer?

Die Rasse neigt tatsächlich dazu, viel und gerne zu bellen. Wird der Hund aber ausreichend beschäftigt, viel bewegt und gut erzogen, dann ist dieses Problem gut in den Griff zu bekommen.

Hunde dieser Rasse

Aussehen des Zwergpinscher

Zwerg- oder Rehpinscher erreichen eine Schulterhöhe von etwa 25-30 Zentimetern und ein Gewicht zwischen vier und sechs Kilogramm. Ihr kurzes, faltenloses und dicht am Körper anliegendes Fell hat keine Unterwolle und zeigt einen schimmernden Glanz. Als Fellfarbe sind einfarbiges Rot- oder Hirschbraun genau so erlaubt wie tiefes Schwarz mit rötlichbraunen Abzeichen im Gesicht, an der Brust und den Läufen und unter dem Schwanz, dem sogenannten Brand.

Der muskulöse Körperbau ist nahezu quadratisch, da die Schulterhöhe der Gesamtlänge des Hundes entspricht. Der Kopf mit den großen Ohren, die bevorzugt als Steh-, aber auch als Kippohr getragen werden dürfen, und den ovalen, dunklen Augen sitzt auf einem nicht zu kurzen, schlanken Hals. Die mittellange, dünne Rute wird meist nach oben oder sichelförmig über den Rücken getragen. Früher wurden Pinscher an Schwanz und Ohren kupiert, was aber glücklicherweise in Deutschland mittlerweile gesetzlich verboten ist. Mit seinem meist trabenden Gang und dem glänzenden Fell ist der kleinen Pinscher eine sehr elegante Erscheinung.

Zwergpinscher im Rasseportrait

Der Zwergpinscher wirkt sehr elegant.

Was groß wird ein Zwergpinscher?

Zwerg- oder Rehpinscher erreichen eine Schulterhöhe von etwa 25-30 Zentimetern und ein Gewicht zwischen 4 und 6 Kilogramm.

Erziehung & Haltung des Zwergpinscher – Das gilt es zu beachten

Beim Zwergpinscher gilt im besonderen Maße der Spruch „Klein, aber Oho!“. Denn trotz seiner kleinen Statur will er sich viel bewegen. Auch sein wacher Verstand braucht viel „Futter“, damit er ein ausgeglichener und umgänglicher Begleithund wird. Somit ist diese Rasse nichts für Menschen, die wenig Zeit oder Lust haben auf tägliche Spaziergänge oder auch sportliche Aktivitäten mit dem Hund. Wer sich aber gerne ausdauernd an der frischen Luft bewegt, vielleicht auch joggt, reitet, mit dem Rad unterwegs ist und Spaß am Hundesport hat, für den ist der Zwergpinscher ein toller und absolut loyaler Begleiter.

Wie bei allen Hunde braucht auch der Zwergpinscherhalter eine gehörige Portion Geduld und vor allem liebevolle Konsequenz. Der Hund die Grundkommandos muss lernen, was er darf und was nicht, und so seinen festen Platz im Rudelgefüge und im Alltag seines Halters finden. Da die Rasse sehr intelligent und lernwillig ist und der Zwergpinscher seinem Lieblingsmenschen unbedingt gefallen möchte, ist die Erziehung nicht allzu schwer, immer vorausgesetzt, er kann sich ausreichend auspowern und muss sich nicht langweilen. Dann neigen die kleinen Pinscher doch schnell dazu, ihren eigenen Willen zu haben und ihr aufbrausendes Temperament zu zeigen. Sie können dann leicht zu nervösen Kläffern werden, was den nachbarschaftlichen Frieden schnell empfindlich stören kann.

Auch der Jagdtrieb, den sich die Rasse aus ihrer früheren Verwendung als Ratten- und Mäusevertreiber erhalten hat, muss durch konsequente Erziehung und ausreichende Beschäftigung im Zaum gehalten werden. Der frühe und häufige Kontakt mit anderen Hunden hilft, den Zwergpinscher zu einem sozialen, souveränen Vierbeiner zu machen, der bei späteren Hundebegegnungen gelassen und nicht aggressiv und dominant reagiert.

Wird der Rehpinscher ausgelastet, ist ihm die Größe der Wohnung egal. Ob in der Etagenwohnung in der Stadt oder im Haus mit großem Garten – Hauptsache er ist in den Alltag seines Menschen integriert. Mit seiner Spielfreude und seiner guten Laune wirbelt er diesen dann zu gerne gehörig auf.

Wie viel kostet ein Zwergpinscher?

Ein Zwergpinscher-Welpe von einem verantwortungsvollen Züchter kostet etwa 1000 Euro oder auch mehr.

Ernährung des Zwergpinscher

Auch ein sehr kleiner Hund stammt vom Wolf ab – und gehört damit zu den Fleischfressern. Eine artgerechte und ausgewogene Ernährung mit einem hochwertigen Futter auf Fleischbasis und mit der richtigen Zusammensetzung an Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien ist die beste Grundlage für ein langes und gesundes Hundeleben. Die Entscheidung für Nass- oder Trockenfutter muss der Hundehalter nach seinen Bedürfnissen treffen. Wobei kleine Hunderassen, die gerne ein hohes Alter erreichen, zumindest in den späten Lebensjahren oft Zahnprobleme entwickeln und dann besser mit weichem Futter versorgt werden sollten.

Immer muss natürlich der allgemeine Zustand des Hundes wie Lebensalter, Gesundheit und Aktivität bei der Rationsberechnung berücksichtigt werden. Wird viel spielerisch mit dem Hund gearbeitet, sollte die tägliche Futterration ganz oder zumindest teilweise als Belohnungshäppchen gereicht werden, da zusätzliche Leckerbissen den Zwergpinscher sonst schnell zu kräftig werden lassen. Und immer ist für ausreichend frisches Trinkwasser zu sorgen.

Was essen Zwergpinscher?

Hochwertige Fertigfuttersorten, egal ob Nass- oder Trockenfutter, bieten eine optimale Zusammensetzung aus Fleisch, Gemüse und allen wichtigen Vitaminen und Nähr- und Mineralstoffen, damit Dein Hund gesund ernährt wird.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

In der seit vielen Jahren sehr verantwortungsvoll betriebenen Zucht der Zwergpinscher konnte die Entstehung rassetypischer Erkrankungen glücklicherweise vermieden werden. Nach wie vor handelt es sich hier um robuste, vor Kraft und Gesundheit strotzende Hunde, die durchaus ein hohes Alter von 15 und mehr Lebensjahren erreichen.

Leider gibt es auch bei dieser Rasse unseriöse „Züchter“, die versuchen, immer kleinere und leichtere Hunde zu produzieren und teuer zu verkaufen. Solche Verzwergung führt aber dann unweigerlich zu mehr oder weniger starken gesundheitlichen Problemen dieser winzigen Hunde. Deshalb werden vom offiziellen Rassestandard Pinscher unter 25 Zentimetern oder mit weniger als vier Kilogramm Gewicht nicht anerkannt. Solche sogenannten Teacup-Hunde gelten oftmals als Qualzuchten.

Aufgrund des kurzen Fells und der fehlenden Unterwolle sind Zwergpinscher etwas kälte- und nässeempfindlich. Hier kann in der kalten und nassen Jahreszeit mit einem entsprechenden Hundemantel entgegengewirkt werden.

Pflege des Zwergpinschers

Das kurze Fell des Rehpinschers ist extrem pflegeleicht. Ab und zu mit einer weichen Bürste gestriegelt, glänzt es wunderbar. Schmutz und Schlamm nach einem ausgiebigen Spaziergang werden einfach mit einem feuchten Tuch abgewischt und der kleine Hund danach mit einem trockenen Handtuch wieder getrocknet.

Je nach Fütterung müssen gerade beim älteren Hund die Zähne regelmäßig vom Tierarzt kontrolliert werden, um starken Zahnstein zu entfernen und so die Funktion der Zähne so lange wie möglich zu erhalten.

Zwergpinscher – Aktivitäten und Training

Auch wenn seine geringe Körpergröße und die zarten Gliedmaßen ihn wie ein Schoßhündchen erscheinen lassen – der Zwergpinscher ist ein temperamentvolles Energiebündel und braucht viel Bewegung und Auslastung, um sich nicht zu langweilen. Da er sein großes Herz vor allem an nur einen Menschen hängt und somit nicht „Everybody’s Darling“ ist, muss dieser eine Mensch auch bereit sein, seinem kleinen Vierbeiner diese Bedürfnisse zu erfüllen.

Zwergpinscher im Rasseportrait

Ein Zwergpinscher braucht viel Bewegung.

Neben den täglichen ausgiebigen Spaziergängen an der frischen Luft heißt das, ihn auch mental zu beschäftigen. Zum Beispiel durch interessante und wechselnde Such- und Intelligenzspiele oder auch in den unterschiedlichsten Hundesport-Disziplinen. So ist es keine Seltenheit, auf dem Agility-Parcours oder bei Obedience- oder Dog-Dancing-Kursen neben den aktiven Border Collies und Australian Shepherds auch die kleinen Zwergpinscher anzutreffen, die hier ihren größeren Trainingspartnern nicht selten die Show stehlen.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Zwergpinschers

Zwergpinscher im Rasseportrait

Zwergpinscher gibt es schon sehr lange.

Da die Pinscher eine sehr alte Rasse sind, tauchen sie auf zahlreichen alten Gemälden immer wieder auf, und auch literarisch gehört der Pinscher in Deutschland zum Kulturgut. In Theodor Fontanes Roman „Der Stechlin“ beispielsweise ist ein Pinscher als Rattenfänger im Einsatz, und auch im Schwarz-Weiß-Straßenfeger „Der dritte Mann“ aus dem Jahr 1949 spielt ein Zwergpinscher eine nicht unerhebliche Rolle.

Nachteile des Zwergpinschers

Ein gut ausgelasteter Zwergpinscher freut sich, viel Zeit mit seinem Menschen zu verbringen, dem er gerne gefallen möchte. Nur ein gelangweilter, zu wenig geforderter und beachteter Pinscher wird zum nervösen, manchmal auch aggressiven Kläffer. Auch ist er ein aufmerksamer Wächter, was ebenfalls schon früh in erträgliche Bahnen gelenkt werden muss, damit er nicht bei jedem unbekannten Geräusch anschlägt.

Schließlich heißt es, bei allen kleineren Tieren vorsichtig zu sein, damit nicht sein alter Jagdinstinkt die Oberhand gewinnt und er wieder zum „Rattler“ wird, der früher Stall und Hof frei von Ratten und Mäusen gehalten hat.

Passt der Zwergpinscher zu mir?

Bevor man sich für die Anschaffung eines Hundes, egal welcher Rasse, entscheidet, sollte man sich immer einige wichtige grundsätzliche Fragen stellen:
  • Habe ich genügend Zeit und auch Lust, mich um meinen Zwergpinscher zu kümmern, ihn täglich ausreichend zu bewegen und zu beschäftigen?
  • Darf ich in meiner Wohnung einen Hund überhaupt halten?
  • Sind auch alle anderen Familienmitglieder einverstanden mit dem Einzug eines neuen vierbeinigen Mitbewohners?
  • Wer kümmert sich um den Hund, wenn ich einmal nicht kann?
  • Bin ich bereit, auch meinen Urlaub ab jetzt und für die nächsten etwa 15 Jahre mit dem Hund zu verleben?
  • Soll es ein Rüde oder doch lieber eine Hündin sein?
  • Habe ich ausreichend finanzielle Mittel, um nicht nur den Kaufpreis für den Welpen und die Erstausstattung mit Transportbox, Leinen, Spielzeug, Hundenapf und Hundebett zu bestreiten, sondern auch die laufenden Kosten für hochwertiges Futter, nötige Tierarztbesuche, Impfungen und Medikamente, Hundesteuer und Haftpflicht-Versicherung, eventuell den Besuch einer Hundeschule zu zahlen? Im Laufe seines Lebens verursacht ein Hund immerhin etwa die Kosten eines Kleinwagens, unabhängig von seiner Größe!
Zwergpinscher im Rasseportrait

Passt der Zwergpinscher zu Dir?

Hast Du Dir schließlich alles gut überlegt und Dich für den Einzug eines Zwergpinschers als neues Familienmitglied entschieden, solltest Du zunächst einen seriösen Züchter suchen. Wichtige Kriterien dafür, dass es der Züchter wirklich ernst meint mit seiner Zwergpinscherzucht, sind vor allem eine überschaubare Zahl an Zuchttieren und Würfen (am besten immer nur einer gleichzeitig) und die Haltung von Hündin und Welpen innerhalb der Familie und mit engem Anschluss an Bezugspersonen. Ein guter Züchter stellt Dir viele Fragen, will wissen, wie und wo Du seinen Welpen halten willst, und lehnt zur Not auch den Verkauf eines Hundes ab, wenn ihn Deine Antworten nicht zufriedenstellen.

Empfehlungen zur Fütterung, Informationen zu erfolgten tierärztlichen Behandlungen wie Erst-Impfungen und Wurmkuren und das Angebot zur Kontaktaufnahme auch nach dem Welpenkauf sollten für einen guten Züchter selbstverständlich sein. Am besten besuchst Du den Züchter bereits vor dem endgültigen Kauf des Welpen und schaust Dich bei ihm um.

Niemals solltet Du einen Welpen auf einem Tier-Markt oder aus dem Kofferraum eines dubiosen Hundehändlers kaufen, auch nicht aus Mitleid! Zwar sind diese Hunde meist billiger als bei einem seriösen Züchter, aber dahinter steckt fast immer skrupellose und grausame Tierquälerei! Die Muttertiere werden unter schrecklichen Bedingungen als reine „Wurfmaschinen“ gehalten. Die Welpen sind weder geimpft noch anderweitig tierärztlich versorgt, leiden oft schon bald nach dem Kauf an akuten, schlimmstenfalls tödlich verlaufenden Krankheiten oder bleiben zeitlebens ein Fall für den Tierarzt – und das ist unter dem Strich viel teurer als der Welpe aus einer seriösen und verantwortungsvollen Zucht!

Neben der Anschaffung über einen Züchter lohnt sich unter Umständen auch der Gang ins Tierheim – hier warten immer wieder auch reinrassige Zwergpinscher darauf, ein neues und schönes Zuhause zu finden. Auch haben sich verschiedene Tierschutzorganisationen ganz speziell der Hilfe für in Not geratene Zwergpinscher verschrieben und suchen für solche Hunde die passenden, liebevollen Besitzer. Frag doch einfach mal nach.

Wenn alle Fragen zugunsten des Hundes geklärt sind, dann steht dem Einzug Deines Zwergpinschers nichts mehr im Wege. Wichtig ist, dass Du Dich gerade am Anfang sehr intensiv und lange mit dem Welpen beschäftigst – denn wie bereits gesagt, entwickelt der Zwergpinscher oft eine besonders enge Beziehung nur zu einem Menschen, dem er dann mit ganzem Herzen ergeben ist, und das wird mit großer Sicherheit die Person sein, die sich am meisten um ihn kümmert. Kannst Du das nicht leisten, dann sei nicht enttäuscht, wenn der Hund später nicht Dir, sondern vielleicht Deiner Frau / Deinem Mann oder den Kindern folgt! Selbst wenn er sich in der Familie mit Kindern genau so wohlfühlen kann wie im Singlehaushalt, braucht der Zwergpinscher seine Bezugsperson. Auch für rüstige Senioren, die viel Zeit für ihn haben und gerne mit ihm spazieren oder wandern gehen, ist der kleine Pinscher ein optimaler Gefährte. Und wer nicht mehr ganz so bewegungsaktiv ist, kann vielleicht einem älteren, in Not geratenen Rehpinscher zu einem neuen und schönen Zuhause verhelfen und findet einen dankbaren und treuen Freund in ihm.