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Zahnstein beim Hund entfernen, vorbeugen & Kosten kalkulieren

von Rica Kenning
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Zahnstein gehört bei unseren Hunden zu den meist vertretenden Volkskrankheiten der Tierwelt. Dabei leiden nicht nur ältere Hunde unter Zahnstein, selbst junge Tiere können bereits massiven Zahnstein entwickeln. Diese führt nicht nur zu einem unangenehmen Atem, sondern kann ein ernsthaftes Risiko für die Gesundheit des Tieres darstellen. Wir zeigen, wie Du Zahnstein beim Hund effektiv vorbeugen kannst, wie bestehender Zahnstein entfernt wird und wie hoch die Kosten hierfür im Durchschnitt sind.

Ursachen von Zahnstein bei Hunden

Die Hauptursache für Zahnstein beim Hund liegt bei der Ernährung. Durch die modernen Hundefuttersorten fehlt dem Hund der natürlichen Zahnabrieb, wie der Wolf ihn noch beim Kauen von Knochen hatte. Bei jedem Fressen bleiben beim Hund Nahrungsreste als Plaques am Zahn hängen, besonders wenn die Ernährung aus Nassfutter besteht, jedoch auch bei Trockenfutter. Diese Ablagerungen bestehen meist aus Kohlenhydraten und Proteinen. Bleiben diese leichten Ablagerungen auf den Zähnen liegen, werden sie auf die Calcium- und Phosphatverbindungen reagieren, die eigentlich zum Schutz der Zähne sind und zu einer Mineralisation führen. Diese Mineralisation der Ablagerungen zeigt sich als dunkler Zahnbelag auf den Zähnen, der eine steinartige Struktur besitzt, und kann nicht mehr durch einfaches Reinigen der Zähne entfernt werden. Dies ist der Zahnstein beim Hund, der meist nur noch durch einen Tierarzt unter Narkose entfernt werden kann.

Wird der Zahnstein nicht beseitigt, können sich Bakterien einnisten und zu einer Parodontitis und einer Zerstörung des Zahnhalteapparates führt. Entzündungen können sich sogar negativ auf das Herz und die Organe der Tiere auswirken.

Symptome & Diagnose – So erkennst Du Zahnstein bei Hunden

Zahnstein beim Hund lässt sich leicht erkennen. Die Tiere haben braune oder gräuliche Auflagerungen an den Zähnen, die bereits eine harte und feste Struktur haben. Sehr deutlich lässt sich an den langen Schneidezähnen der Tiere erkennen, wo sich der Zahnstein immer zuerst in der Nähe des Zahnfleisches anlagert. Der Zahnstein ist jedoch nicht nur optisch zu erkennen. Meist entsteht ein starker Geruch und die Hunde riechen aus dem Maul. Die Geruchsbildung kommt von den Bakterien, die sich auf dem Zahnstein ansammeln. Die Bakterien ernähren sich von den Essensresten und dem Zahnstein selbst und sondern Stoffwechselprodukte ab, die für den üblen Geruch sorgen.

Verfärbungen und Mundgeruch sind die ersten Symptome von Zahnstein. Ohne Behandlung kommt es zu Schäden am Zahn, die für den Hund schmerzhaft sein können und auch zu Entzündungen führen. Ein weiteres Symptom ist daher ein auffallendes Fressverhalten beim Hund. Das Tier kann den Kopf schief halten beim Fressen oder auffallend nur auf einer Seite kauen. Auch schmerzhaftes Zusammenzucken oder das Vermeiden von langem Kauen können Anzeichen für ein Zahnproblem sein.

Wie erkenne ich Zahnstein bei meinem Hund?

Zahnstein beim Hund lässt sich durch Zahnbelag, der dunkelbraun oder grau ist, bereits sehr früh erkennen. Dieser ist zunächst noch weich und wird erst später zu steinhartem Zahnstein. Ebenfalls ein gutes Erkennungsmerkmal ist der Mundgeruch, den die Hunde mit Zahnstein entwickeln. Doch spätestens wenn der Hund ein auffallendes Verhalten beim Fressen zeigt, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.

Folgen von Zahnstein beim Hund

Zahnstein beim Hund entfernen

Mundgeruch und Verfärbungen an den Zähnen sind erste Symptome.

Wenn der Zahnstein unbehandelt bleibt oder spät vom Hundehalter entdeckt wird, kann es zu teilweise schweren gesundheitlichen Problemen und Folgeerkrankungen kommen. Zu dem möglichen Folgen von Zahnstein gehören diverse Parodontalerkrankungen. Diese äußern sich unter anderem durch:

  • Dunkle Verfärbungen der Zähne und des Zahnfleisches
  • Übelriechender Mundgeruch, der von den Bakterien auf dem Zahnstein kommt, die häufig eine Entzündung auslösen
  • Versteinernde Ablagerungen an den Zähnen, vor allem an den Fang- und Reißzähnen, aber auch die Backenzähne werden schnell die selben Ablagerungen aufweisen
  • Das Zahnfleisch zieht sich zurück und die Zähne können locker werden
  • Das Zahnfleisch entzündet sich (Gingivitis), dies lässt sich durch leicht erkennen, da es anschwillt und sich deutlich rot verfärbt
  • Das Zahnfleisch beginnt, meist nach dem Fressen zu bluten
  • Verweigerung der Nahrungsaufnahme, da das Kauen des Futters dem Hund schmerzen bereitet
  • Abszessbildung an der Zahnwurzel und dem Zahnfleisch
  • Verlust von Zähnen
  • Infektion des Kieferknochens, die sich unbehandelt sogar auf die inneren Organe, wie Herz, Nieren und die Leber ausbreiten kann und Lebensgefährlich für den Hund wird

Ohne Behandlung kann eine der schlimmsten Folgen von Zahnstein für den Hund eine lebensbedrohliche Entzündung des Herzens (Endokarditis) sein. Deshalb ist es wichtig früh zu reagieren und bereits bei den ersten Anzeichen von Zahnstein einzugreifen und im besten Fall bereits vor dem Entstehen des Zahnsteines vorzubeugen.

Welche Hunderassen sind besonders betroffen?

Zahnstein kann jede Hunderasse in jedem Alter betreffen. Der Hauptgrund für die Bildung von Zahnstein liegt an der Ernährung der Tiere, dennoch gibt es ein paar Faktoren, die die Bildung von Zahnstein begünstigen. Hierunter fallen vor allem anatomische Veränderungen. Bei der Zucht von kleinen Hunden wurde die Schnauze und somit auch der gesamte Gebissapparat stark verändert, die Zähne stehen enger zusammen und der Kiefer ist schmaler geformt. Dadurch gibt es in den Zahnreihen kleine Spalten, wo sich Nahrungsreste verfangen und Bakterien nisten können. Hier entsteht besonders schnell ein Plaque und später auch Zahnstein. Große Hunde mit besonders schmalen und spitzen Mäulern, wie der Collie, können hierunter ebenfalls leiden.

Zu den meist betroffenen Hunden, die sehr häufig unter Zahnsteinbildung leiden gehören:

Die Entfernung des Zahnsteins

Zahnstein mit seiner steinartigen Struktur kann vom Besitzer selbst nicht mehr richtig entfernt werden. Die leichten Ablagerungen aber, welche erst nur für Verfärbungen sorgen, können noch mit einfachen Methoden und Hilfsmitteln entfernt werden. So gibt es im Handel spezielle Hundezahnbürsten mit Zahnpasta, die den Plaque löst und meist nach Leberwurst oder Käse schmeckt, so dass der Vierbeiner auch bereit ist, stillzuhalten und sich das Zähneputzen gefallen lässt.

Es gibt auch einige spezielle Zahnkratzer, die der Besitzer für harten Zahnstein nutzen kann. Diese bergen jedoch ein hohes Verletzungsrisiko für den Hund und auch dessen Zähne können mit dem Werkzeug beschädigt werden. Wir raten von solchen Zahnkratzern ab, da sie in der Anwendung zu unsicher und zu gefährlich für das Tier sind. Wesentlich harmloser hingegen sind die diversen Reinigungsgels für die Zähne des Hundes. Die meisten Hersteller der Zahnpflege-Gels versprechen mit einer einfachen und ungefährlichen Behandlung den Zahnstein innerhalb von ein paar Wochen zu entfernen.

Die Gels und Pasten funktionieren überwiegend gleich. Die Mixtur wird entweder mit dem Finger oder einer Fingerzahnbürste für den Hund gründlich auf die betroffenen Zähne aufgetragen und dies über mindestens vier Wochen, häufig sogar mehrmals am Tag. Bei leichtem Plaque können die Gels und Zahnpasta helfen, jedoch werden diese mit echtem Zahnstein nicht fertig und können teilweise sogar Unverträglichkeiten beim Hund auslösen. Daher ist eine gute Vorsorge und bei Bedarf der frühe Gang zum Tierarzt am besten, um die Zahngesundheit des Hundes zu gewährleisten.

Wie kann ich Zahnstein beim Hunde selbst entfernen?

Das Entfernen von Zahnstein sollte immer der Tierarzt übernehmen. Wenn der Hund jedoch erst Plaque an den Zähnen hat, kann dieser mit einer speziellen Zahnbürste für Hunde und Zahncreme für Hunde entfernt werden.

Professionelle Entfernung des Zahnsteins

Der einzige sinnvolle Weg festen Zahnstein, um Hundezahn zu entfernen, ist, seinen Tierarzt aufzusuchen und eine Zahnbehandlung beim Hund durchführen zu lassen. Dabei sind die Verfahren der Zahnreinigung beim Hund nicht anders als bei der Humanmedizin. Der Zahnstein wird unter Narkose mit einem Ultraschall-Gerät fachmännisch entfernt. Nach der Entfernung des Zahnsteines und der Beläge auf den Zähnen werden diese noch mit einer Politur versehen, die die Zahnoberfläche glättet und dadurch die erneute Bildung von Zahnstein verzögert. Wer nach der Reinigung eine gute Prophylaxe betreibt, kann dem Hund eine weitere Zahnreinigung für lange Zeit ersparen, dennoch wird der Hund im Alter vermutlich wieder Zahnstein bekommen.

Altersbedingter Zahnstein, kann leider nicht zu hundertprozentig verhindert werden. Dies hängt aber auch immer von den anatomischen Bedingungen beim jeweiligen Hund ab und von der Keimflora im Maulbereich des Tieres. Je früher der Besitzer zum Tierarzt geht und sich über die Zahngesundheit seines Hundes informiert, desto früher können erste Zahnsteinbildungen entfernt werden, ohne dass diese bleibende Schäden für den Hund verursachen. Des weiteres hängt die Zahngesundheit des Hundes immer von einer guten Ernährung und einer gründlichen Zahnpflege durch den Besitzer ab.

Wie viel kostet die Zahnsteinentfernung beim Tierarzt?

Die Kosten der Zahnsteinentfernung beim Hund hängen sehr stark vom Grad des Befalls ab und ob der Hund noch weitere Medikamente, wie beispielsweise ein Antibiotikum gegen Entzündungen des Zahnfleisches, braucht. Auch das Gewicht des Hundes ist für die Narkose wichtig und kann sich sehr auf den Preis auswirken. Röntgenbilder und das Entfernen von Zähnen kommen zusätzlich hinzu, wenn dies notwendig ist. Die einfachste Behandlung wird in etwa 20 bis 30 Euro kosten, im Durchschnitt wird eine Behandlung aber eher im Bereich der 100 Euro liegen und bei schweren Fällen kann es auch 300 Euro und mehr kosten. Ein Vorgespräch beim Tierarzt kann die potenziellen Kosten am besten aufzeigen.

Die beste Vorbeugung gegen Zahnstein

Jeder Hundebesitzer sollte sich mit dem Thema Zahnstein und vor allem mit Vorbeugung und dementsprechender Pflege beschäftigen. Mit einer einfachen Prophylaxe kann dem Hund viel Stress und auch Schmerzen erspart werden. Eine gute Vorbeugung fängt bereits bei der Ernährung des Hundes an. Neben einem hochwertigen Hundefutter braucht der Vierbeiner unbedingt Kauartikel. Mit diesen kann er sich lange beschäftigen und reibt kleine Ablagerungen an den Zähnen auf ganz natürliche Weise ab. Besonders geeignet hierfür sind getrocknete Tierohren, Ziemen, Pansen, Entenhälse und ähnliche Kauartikel.

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Was kann ich gegen Zahnstein beim Hund tun?

Am besten sollte eine gute Zahnpflege betrieben werden. Der Hund sollte neben seinem Futter mindestens zweimal die Woche Kauartikel bekommen, mit denen er sich selbst die Beläge von den Zähnen abreibt Beim zerkauen der Ziemen und Knochen. Als weitere Unterstützung kann der Hund an eine Zahnbürste für Hunde und entsprechende Zahncreme gewöhnt werden.

Das Putzen der Zähne beim Hund

Um eine Plaquebildung vorzubeugen, ist es ratsam dem Hund die Zähne zu putzen, besonders wenn er zu den gefährdeten Rassen für Zahnstein gehört. Die Zahnbürsten und Fingeraufsätze gibt es in jedem Fachmarkt für Haustiere und natürlich Online.

Die passende Zahnpasta gibt es in verschiedenen Geschmackssorten, hier kann der Besitzer ganz nach den Vorlieben seines Hundes gehen. Wichtig ist es, die Reinigung der Zähne in einem regelmäßigem Abstand durchzuführen. Der Abstand richtet sich nach der Anfälligkeit des Hundes für Plaque und Zahnstein. So ist bei manchen Rassen alle zwei Tage sinnvoll und bei anderen Rassen reicht eine Reinigung einmal die Woche oder nur einmal im Monat. Ein Tierarzt kann hierbei beraten. Wenn der Hund langsam und mit Belohnungen an das Putzen der Zähne gewöhnt wird, wird er dabei still halten und sich sogar auf die leckere Zahncreme für Hunde freuen. Die Gewöhnung daran erfordert aber Zeit, der der Besitzer für die Zahnpflege einplanen sollte.

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Wie oft muss der Zahnstein entfernt werden?

Der Zeitraum, in dem Zahnstein beim Hund entfernt werden muss, hängt sehr stark von den anatomischen Voraussetzungen der Rasse ab und wie die Pflege des Besitzer betrieben wird. Einige Hunde müssen jedes Jahr vom Tierarzt eine Zahnreinigung bekommen, andere Hunde haben ihr leben lang ein sauberes Gebiss.

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