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Stabyhoun

von Marcel Hammerich
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Wer sich ein Allroundtalent wünscht, liegt mit einem Stabyhoun goldrichtig. Die Rasse vereint positive Eigenschaften mit der richtigen Portion Eigensinn. Welche Eigenschaften der friesische Vierbeiner noch parat hält, verrät das Rasseportrait. Der Stabyhoun gehört zur FCI-Gruppe 7 der Vorstehhunde, sie ist der Sektion 1 zugeordnet.

Stabyhoun im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 48-53 cm
Gewicht: Rüden: 22-27 kg, Hündinnen: 18-23 kg
FCI-Gruppe: 7: Vorstehhunde
Sektion: 1.2: Kontinentale Vorstehhunde, Typ Spaniel
Herkunftsland: Niederlande
Farben: Schwarz-Weiß, Braun-Weiß, Schwarz-Schimmel, Braun-Schimmel
Lebenserwartung: 13-14 Jahre
Geeignet als: Familiend-, Jagd- und Hofhund
Sportarten:
Charakter: Anhänglich, Friedlich, Liebenswürdig, Intelligent, Gehorsam, Gelehrig, Ruhig, Wachsam
Auslaufbedürfnisse: hoch
Sabber-Potential:
Stärke des Haarens:
Pflegeaufwand: eher hoch
Fellstruktur: lang, schlicht
Kinderfreundlich: eher ja
Familienhund: eher ja
Sozial:

Herkunft und Rassegeschichte

Friesischer Vorstehhund Welpe

Außerhalb seiner Heimat ist der Stabyhoun eher selten zu finden.

Die Hunderasse Stabyhoun (auch Stabijhoun) stammt aus Friesland in den Niederlanden. Vermutlich leitet sich der Name des friesischen Vorstehhundes aus der Wendung „Sta mij bij“ ab, was mit „Hilf mir“ oder „Steh mir bei“ übersetzt wird. Das in der friesischen Amtssprache vorkommende Wort „houn“ bedeutet „Hund“. Bekanntheitsgrad erlangte der Stabyhoun in heimatlichen Gefilden ab dem 19. Jahrhundert.

Als „Allerweltshund“ bewegte sich der fleißige Vierbeiner hauptsächlich auf Höfen von Bauern, die ihn für allerlei Arbeiten einsetzten. Weil Bauern nur über geringfügige finanziellen Mittel verfügten, besaßen die meisten von ihnen diese Hunderasse. Der Stabij fungierte als Haus-, Hof-, Wach- und Jagdhund. Oft hielt er den Hof frei von Ratten und Mäusen. Er wurde aber auch für die Vogel- oder Fuchsjagd eingesetzt.

Der Stabyhoun hat sich aus unterschiedlichen Hundetypen heraus entwickelt, die in der Geschichte namentlich nicht erwähnt werden. Dabei muss es sich um bestimmte Ortsschläge gehandelt haben. Einige Quellen vermuten eine Abstammung von französischen oder spanischen Spanielrassen, die einst in die Niederlande gebracht wurden.

Später – um das Jahr 1940 – kreuzten Züchter die Hunderasse Wetterhoun mit ein. Daraus versprach man sich einen größeren Arbeitshund. Weil ein Wetterhoun aber auch ein Wasserhund ist, haben sich entsprechende Eigenschaften auf den heutigen Stabyhoun übertragen. Heute zeigt sich die friesische Fellnase hervorragend beim Apportieren aus dem Wasser. Auch als Rettungshund kommt das Tier in Betracht.

Um das Aussterben der beiden Rassen Stabyhoun und Wetterhoun durch die Verpaarungen zu verhindern, wurden sie später wieder reinrassig gezüchtet. Im Jahr 1960 wurde der Stabyhoun endgültig vom kynologischen Dachverband FCI offiziell anerkannt. Ein Stabyhoun kommt außerhalb seiner Heimat kaum in einem anderen Haushalt vor und gilt daher als eher selten.

Wesen & Charakter vom Stabyhoun

Ein Stabyhoun ist ein angenehmer Geselle, der im Leben eines Menschen nicht viel Trubel anrichtet. Als ehemaliger Haus- und Hofhund beweist er sich noch heute gut, wenn ihm Aufgaben erteilt werden. Als Herzensanhänger seines zweibeinigen Rudels zeigt sich der wachsame Friese friedlich und liebenswürdig. Frauchen und Herrchen ist er treu ergeben. Anderen Menschen gegenüber verhält er sich freundlich. Allerdings ist die Natur des Hundes nicht darauf aus, Jedermanns Freund zu werden. Auch mit anderen Hunderassen oder Haustieren versteht sich ein Stabijhoun gut, wenn in dieser Hinsicht die richtige Erziehung geleistet wurde.

Der intelligente Tierkopf lernt gerne. Die Bereitschaft, Neues zu lernen, mag er durch die erzieherische Hand seines Besitzers erfahren. Bei guter Sozialisation ist das Tier gelehrig und folgsam. Noch heute wird der Stabyhoun für apportierlastige Aufgaben eingesetzt. Als Wachhund eignet sich sein Wesen ausgezeichnet. Veränderungen oder drohende Gefahr meldet der friesische Vierbeiner lautstark.

Manchmal verhält sich der Vorstehhund aber auch eigensinnig. Geschuldet ist das dem früheren Leben, sich auf dem Hof frei bewegen zu dürfen. Die versierte Fellnase stöbert bei Ausflügen in der Natur daher auch gerne mal abseits des Weges. Körperlich bewegt sich die Hunderasse gerne, Interessenten müssen aber nicht mit einem übermäßigen Bewegungsdrang rechnen.

Wie ist das Wesen des Stabyhoun?

Der Stabyhoun ist friedlich, anhänglich und liebenswürdig.

Hunde dieser Rasse

Aussehen des Stabyhoun

Stabyhoun in der Natur

Der Friesische Vorstehhund kann bis zu 53cm groß werden.

Der Körperbau der Rasse Stabyhoun ist normal proportioniert und kräftig. Die Rasse kann bis zu 27 kg schwer werden bei einer Größe von maximal 53 cm. Das mittelgroße Tier verfügt über ein mittellanges Fell, das die Farben Schwarzweiß, Braunweiß oder auch Orange mit weißen Stellen haben kann. Das Haarkleid ist weich, seidig und stellenweise gewellt. Die braunen Augen sind stets wachsam.

Impressionen der Hunderasse

Erziehung & Haltung des Stabyhoun – Das gilt es zu beachten

Ein Stabyhoun ist das Herumstreunen innerhalb seines Hofes schon immer gewohnt gewesen. Die Möglichkeit sich innerhalb seiner Umgebung frei zu bewegen, hat zu Eigensinn geführt. Für Interessenten ist diese Eigenschaft aber ganz ungefährlich. Mit Respekt und den richtigen Erziehungsmethoden behandelt, kann das einem Menschenleben eine amüsante Würze geben.

Obwohl der haarige Friese auch Jagdinstinkte besitzt, muss das Tier nicht nur von Jägern gehalten werden. Zwar sind die meisten Jagdhunde generell für einen etwas schwierigen Charakter bekannt, beim Stabyhoun ist das aber nicht der Fall. Das liegt mit der Vielseitigkeit seiner Aufgabengebiete zusammen und mit dem Zusammenleben mit mehreren Familienmitgliedern. Die Bereitschaft sich sozialisieren zu lassen, war in der Vergangenheit von Anfang gegeben. Aus diesem Grund ist das gelehrige Wesen auch für Anfänger geeignet, aber etwas Vorwissen und Erfahrung wären nicht schlecht. Mit dem Besuch einer kompetenten Hundeschule lernt ein Anfänger gut mit dem zeitweiligen Dickkopf umzugehen.

Bei der Erziehung sollten Liebe, Respekt und Konsequenz vorherrschen. Das Tier braucht eine klar zugeteilte Rolle – Rudelchef sind Frauchen oder Herrchen. Die Intelligenz des Hundes führt manchmal dazu, eine gut gemeinte Nachgiebigkeit herauszulocken, damit sich der Eigensinn ausleben lässt. Das macht ein Stabyhoun aber ohne Hinterlist. Ein Mensch mit Hundeverstand erkennt die liebenswürdigen Tricksereien seines Haustieres in der Regel sofort. Der Anfänger muss sich darin noch üben.

Ein Stabijhoun kann sowohl in einem Haus als auch in einer Wohnung gehalten werden. Bei der Haltung in einer Wohnung braucht er den täglichen Spaziergang. Dabei darf es sich nicht nur bei einem kurzen Spaziergang um den Block handeln.

Was kostet ein Stabyhoun Welpe?

Seine geringe Verbreitung macht eine verlässliche Aussage über einen genauen Preis nicht möglich. Bestimmend sind aber die Faktoren Alter, Geschlecht und Herkunft. Für die Haltung müssen Interessenten monatlich mit ungefähr 50 Euro rechnen.

Ernährung des Stabyhoun

Ein Stabyhoun stellt keine besonderen Ansprüche an sein Hundefutter. Besitzer können diese Hunderasse mit Nass- oder Trockenfutter füttern, dabei kann der Hundemagen auch beides bekommen. Hochwertiges Hundefutter gibt es im Fachhandel. Dabei wählt der Tierhalter das Futter nach der richtigen Altersgruppe aus: Welpen, Junior, Adult und Senior stehen zur Auswahl.  Handelt es sich um Fertigprodukte, sollte der verantwortungsbewusste Hundeführer auf einen hohen Fleischanteil achten: Mindestens 80 Prozent Fleischanteil garantieren eine ausreichende, proteinreiche Ernährung. Zucker, künstliche Aromen oder Konservierungsstoffe sollten nicht enthalten sein.

Entscheiden sich Besitzer nur für Trockenfutter braucht der Stabyhoun ca. 220 bis 280 Gramm am Tag. Erwachsene Hunde bekommen zwei Mahlzeiten und Welpen vier kleinere Mahlzeiten am Tag. Bei den Dosierungsangaben auf der Verpackung handelt es sich um grobe Richtwerte. Abhängig ist die Futtermenge vor allem vom Energiebedarf des Hundes. Die Gabe des Futter muss diesem individuell angepasst sein, um Übergewicht zu vermeiden. Auch eignet sich der niederländische Vorstehhund für ein Rohfütterung.

Ein Stabyhoun ist niemals kurz vor seinem ausgiebigen Ausflug oder der Jagdarbeit zu füttern. Wer das macht, bringt das Tier gesundheitlich in Gefahr, weil das Risiko einer Magendrehung besteht. Sie ist lebensgefährlich. Am besten bekommt das Tier nach seiner Hauptmahlzeit Ruhe zur Verdauung.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Stabyhoun am Wasser

Die Rasse neigt nicht zu Übergewicht.

Die Lebenserwartung für die Hunderasse Stabyhoun liegt bei 13 bis 14 Jahren. Die Stöbernase aus den Niederlanden erfreut sich bester Gesundheit. Das ist nicht nur der frischen Luft seiner Heimatregion zu verdanken, sondern seiner naturgegebenen Robustheit. Rassetypische Krankheiten sind bei dieser Hunderasse nicht bekannt. Ernähren Hundehalter ihren treuen Freund gemäß der Ernährungsfaktoren und achten dabei auf ausreichend körperliche und geistige Auslastung, ist ein langes Hundeleben garantiert.

Doch schon beim Kauf eines Welpen können Gesundheitsgefahren ausgeschlossen werden – Der Erwerb sollte immer bei einem seriösen Züchter erfolgen. Interessenten können sich Dokumente zu Gentests der Elterntiere zeigen lassen.

Der Hund neigt an sich nicht zu Übergewicht. Steht die Fütterung aber nicht im Verhältnis zur tatsächlichen Aktivität des Hundes, legen sich schnell zusätzliche Pfunde auf die Hüfte. Auf zu viele Leckereien neben den normalen Mahlzeiten verzichtet ein konsequent denkender Hundehalter. Dauerhaftes Übergewicht führt zu Herz- und Atemproblemen, viele Hunde kämpfen später auch mit Diabetes.

Ein Stabyhoun ist sowohl kälte- als auch nässeverträglich. Im Sommer muss das Tier vor Hitzewellen geschützt werden. Spaziergänge an schattigen Orten und ausreichend mitgeführtes Wasser für den Hund sind wichtig.

Wie alt wird ein Stabyhoun?

Ein Stabyhoun kann ein Alter von 14 Jahren erreichen.

Pflege des Stabyhoun

Das Fell der Rasse Stabyhoun braucht keine intensive Fellpflege, es sollte aber regelmäßig gebürstet werden. Von Vorteil ist das selbstreinigende Fell des Hundes. Das heißt: Bei Nässe trocknet der Schmutz und fällt von selbst ab. Die Hundebürste muss daher nicht täglich zum Einsatz kommen. Die stetige Pflegeroutine weckt ein gewisses Wellnessbedürfnis in dem Tier, wenn die Hand beim Bürsten massierende Bewegungen macht. Hierfür kann ein Massagehandschuh verwendet werden. Die Regelmäßigkeit stärkt vor allem die Bindung zwischen Mensch und Hund. Zudem lassen sich Haare in Haus und Wohnung reduzieren. Aufgrund der selbstreinigenden Eigenschaften des Haarkleides benötigt der Hund kein Hundebad.

Im Sommer müssen Zecken und Flöhe mit entsprechenden Mitteln aus dem Fachhandel entfernt werden. Das Fell kann aber auch vorbehandelt werden. Die Krallen kürzt der Hundekenner mit einer Krallenschere. Oft laufen Hunde überwiegend auf weichem Boden. Dabei nutzen sich die Krallen nur unzureichend von selbst ab. Daneben werden die Zähne mit der Hundezahnbürste gereinigt. Einen ähnlichen Reinigungseffekt haben Zahnpflegesnacks. Kommt ein Stabijhoun im Wasser zur Jagd zum Einsatz, sollten auch die Ohren regelmäßig überprüft werden.

Stabyhoun – Aktivitäten und Training

Ein Stabijhoun ist von Natur aus ein bewegungsfreudiger Hund. Dabei müssen Interessenten weder mit einem nervösen noch mit einem ständig drängenden Tier rechnen. Bei körperlicher und geistiger Auslastung zeigt sich der friesische Vorstehhund ausgeglichen und umgänglich. Bekommt der Stabyhoun nicht ausreichend Bewegungsmöglichkeiten, wirkt sich das auf sein Verhalten aus.

Aktive Hundebesitzer, die das Tier gut unter Kontrolle haben, können es zum Fahrradfahren oder Joggen mitnehmen. Der treue Gefährte verhält sich seinen Besitzern gegenüber grundsätzlich anhänglich. Als sportlicher Begleiter kann er längere Wegstrecken problemlos bewältigen. Die konditionelle Leistung zeigt sich auch bei diversen Hundesportarten, für die der Vierbeiner geeignet ist.

Als Hundesportart eignet sich in erster Linie Agility als Hundesport. Der Hundeparcours bietet sehr viel Abwechslung, die den Hund auf mehreren Ebenen geistig und körperlich fördert. Die Vierbeiner müssen Hindernisse schnell und fehlerfrei überwinden. Dies geschieht beispielsweise im Überspringen von Hindernissen oder in Form von Ausweichmanövern bei Slalom-Übungen. Dabei begleitet der Mensch seinen Hund mit motivierenden Worten.

Wer mit seinem Stabyhoun einen Hundesport besucht, darf sich auf eine Stärkung der Bindung zu seinem Vierbeiner freuen. Anfänger können gerne mit Obedience anfangen. Die Folgsamkeit und der Gehorsam können im Rahmen dieses Hundesports gefestigt werden.

Wozu wird der Stabyhoun eingesetzt?

Ein Stabyhoun ist vornehmlich ein Hund, der für Haus, Hof und zur Jagd eingesetzt werden kann.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Stabyhoun

Der Hund ist ein kleines Allroundtalent, das vielseitig eingesetzt werden kann. Trotz seines Jagdinstinkts erweist sich der Stabyhoun als sehr umgänglich. Deshalb ist er ein besonders guter Familienhund.

Nachteile des Stabyhoun

Der Hund ist weder in Hinsicht auf Verhaltensweisen noch in Hinsicht auf seine Gesundheit mit Nachteilen verbunden. Auch gilt die Rasse nicht als überaktiv. Ein Nachteil könnte sein, dass sich die Suche nach einem Hund dieser Rasse länger hinziehen kann. In Deutschland werden sie nicht oft gezüchtet, sodass man oft in den Niederlanden selbst suchen muss.

Passt der Stabyhoun zu mir?

Stabyhoun im Portrait

Der Stabyhoun zeigt sich als toller Familienhund.

Wer sich auf einen Stabyhoun einstellen möchte, darf auf viel Bewegung an der frischen Luft gefasst sein. Zwar bleibt das Tier an kalten Tagen gern in seinem warmen Zuhause, sobald es aber stöbern und laufen kann, ist die Couch schnell vergessen. Aktive Hundefreunde, die auch selbst Sport treiben, haben mit einem Stabyhoun einen sportlichen Partner an ihrer Seite. Aber auch gemäßigte Freunde der Natur müssen sich mit dieser Hunderasse nicht überfordert fühlen. Auf Wandertouren oder längeren Spaziergängen lässt sich der friesische Vierbeiner ebenso körperlich und geistig auslasten. Die Haltung in der Wohnung erfordert daher einen täglichen, längeren Spaziergang. Mit einem Haus plus Garten ist die niederländische Hunderasse natürlich ebenso glücklich.

Ein Stabijhoun braucht Zeit mit seinem treuen Zweibeiner. Der Hund ist nämlich sehr anhänglich. Der künftige Erwerber sollte sich also genügend Zeit freischaufeln können. Wird dem Hund langweilig, kann sich das negativ auf die Möbel auswirken. Wie alle Hunde neigt die Rasse, leicht zerstörerisch zu werden, wenn keine Auslastung erfolgt. Auch darf man den Friesländer deshalb nicht allzu lange alleine lassen.

Ein Stabyhoun ist ein toller Familienhund. Er ist kinderlieb und Kindern ein lebhafter Spielgefährte. Seinen Familienmitgliedern zeigt er sich folgsam. Voraussetzung ist aber immer die richtige Erziehung. Auch ist die Rasse für Senioren, die selbst noch gern aktiv sind, geeignet.