Eurasier

Der Eurasier ist eine noch relativ junge Hunderasse aus Deutschland. Die schönen Hunde mit dem dichten löwenartigen Fell erinnern stark an Huskys und andere nordische Hunde oder an Spitze. Sie sind bei Familien sehr beliebt, da sie ein freundliches und aktives Wesen besitzen.

Im FCI sind sie unter der FCI-Gruppe 5 Spitze und Hunde vom Urtyp, Sektion 5 Asiatische Spitze und verwandte Rassen. Ohne Arbeitsprüfung. Mit der Standardnummer 291 zu finden. Der Eurasier wurde als reiner Familienhund gezüchtet und kann dennoch sportlich sehr aktiv sein und ist auch ein sehr guter Therapiehund.

Eurasier im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 48-60 cm
Gewicht: 18-30 kg
FCI-Gruppe: 5: Spitze und Hunde vom Urtyp
Sektion: 5: Asiatische Spitze und verwandte Rassen
Herkunftsland: Deutschland
Farben: Kitz, Schwarz, Rot, Schwarz-Braun, Wolf-Sable
Lebenserwartung: 11-14 Jahre
Geeignet als: Familien- und Begleithund
Sportarten: Obedience, Agility
Charakter: Intelligent, Aufmerksam, Ruhig, Wachsam
Auslaufbedürfnisse: hoch
Sabber-Potential:
Stärke des Haarens:
Pflegeaufwand: gering
Fellstruktur: dichte Unterwolle und mittellanges, lose anliegendes Grannenhaar
Kinderfreundlich: ja
Familienhund: ja
Sozial: eher nein

Herkunft und Rassegeschichte

Der Eurasier ist eine noch recht junge Hunderasse, die ihren Ursprung in Deutschland hat, obwohl der Name hierbei irreführend ist. Um genau zu sein stammt der Eurasier aus Baden-Württemberg aus dem Ort Weinheim an der Bergstraße. Der Begründer der Rasse war Julius Wipfel, dessen Familienhund vor kurzem Verstorben war und der sich zum Ziel gesetzt hat, einen robusten und natürlichen Hund zu züchten, der genauso umgänglich und freundlich wie sein Mischling ist. Er wollte einen neuen Polarhundtypus kreieren, der ein idealer Familienhund ist. Hierfür kreuzte er drei bekannte Hunderassen miteinander.

Am Anfang wurde eine Wolfsspitzhündin mit einem Chow-Chow-Rüden verpaart, aus diesem Wurf nahm Wipfel die vielversprechendsten Hunde und verpaarte diese wiederum mit Samojeden, die den Hunden mehr Eleganz und eine ruhigere Art mitgeben sollten. Die Zucht war erfolgreich und er hatte bereits nach einigen Jahren ein einheitliches Bild eines ursprünglich aussehenden Haushundes, der ein idealer Begleiter für Familien ist. Im Jahr 1973 erhielt der Eurasier seine Anerkennung im FCI-Rassestandard und war somit die jüngste eingetragene Hunderasse innerhalb Deutschlands.

Ist der Eurasier ein Anfängerhund?

Ja, der Eurasier ist ein absoluter Anfängerhund, dennoch sollte die Erziehung des Hundes nicht vernachlässigt werden und der Besuch einer Hundeschule ist ratsam.

Wesen & Charakter vom Eurasier

Der Eurasier ist ein reiner Begleithund. Dies bedeutet, dass er für keine bestimmte Aufgabe gezüchtet wurde, wie beispielsweise Jagdhunde, Hütehunde und Schlittenhunde. Er soll ein ausgeglichener und freundlicher Begleiter des Menschen sein. Der Vierbeiner wurde aus sehr ursprünglichen Hunderassen herausgezüchtet und neigt manchmal zu eigenständigen Entscheidungen und kann ein ziemlicher Individualist sein. Er ist ein selbstsicherer Hund und besitzt ein ruhiges und freundliches Grundwesen. Dennoch ist eine konsequente Erziehung erforderlich, damit er auch in einer Stadt gut mit seinem Besitzer zurechtkommt. Trotz seiner individuellen Art und seinem selbstbewussten Auftreten ist der Eurasier ein sehr freundlicher und angenehmer Hund, der gerne mit seinem Besitzer spielt und diesen begleitet. Er besitzt ein sehr feines Gespür für die Stimmung seines Besitzers und ist diesem treu.

Er versucht immer seinem Besitzer zu gefallen, besonders durch seine anhängliche und verschmuste Art, doch sein Temperament und seine Energie können ohne eine gute Erziehung durchaus zu Problemen führen. Ein frühes und konsequentes Training machen den Eurasier aber schnell zum Traumhund, wobei besonders das Alleine-bleiben trainiert werden sollte. Denn der Eurasier liebt es in der Nähe seines Menschen und seiner Familie zu sein, und bleibt nur ungern alleine. In ihm liegt weder ein Jagdverhalten noch die geringste Spur von aggressivem Verhalten vor. Seine lebensfrohe Art, kann zu überschäumenden Verhalten führen, welches mit einem guten Training einfach in den Griff bekommt.

Mit anderen Tieren und besonders anderen Hunden versteht er sich in der Regel gut. Er spielt gerne mit Artgenossen und ist sogar im fortgeschrittenen Alter ein aktiver und bewegungsfreudiger Hund.

Eurasier sind Begleithunde mit sanftem Wesen
Eurasier sind Begleithunde mit sanftem Wesen

Aussehen des Eurasiers

Der Eurasier ist ein mittelgroßer bis großer Hund, der ein mittellanges Fell mit einer sehr dichten Unterwolle besitzt. Mit einer Größe von 48-60 cm bringt es der Eurasier auf ein Gewicht von 18-32 kg. Er ist ein schlanker Hund, auch wenn dies durch sein Fell meist verdeckt wird und kann sportlich sehr aktiv sein. Sein dichtes Fell bietet ihm einen zuverlässigen Schutz vor Kälte, muss jedoch im Sommer gründlich ausgebürstet, werden. Sein Fell wirkt zu jeder Jahreszeit weich und kuschelig und kann in nahezu allen Farbvarianten auftreten. Im FCI-Standard wird nur Weiß, Weiß-Gescheckt und Leber als Farbe ausgeschlossen. Besonders oft sind wolfs-ähnliche Zeichnungen bei den Eurasiern vertreten.

Ein weiteres Merkmal im Erscheinungsbild der Rasse ist die blaue Zunge, die ein Teil der Hunde besitzt. Diese stammt vom Einkreuzen des Chow Chow und wird in der Rasse stellenweise immer noch weitergeben. Das Aussehen des Eurasiers ähnelt sehr stark dem großen Spitz und Elo eine gute Möglichkeit diese Hunde voneinander zu unterschieden ist die Größe, ein Eurasier ist deutlich größer und besitzt eine spitz zulaufende Schnauze. Das Gangbild des Hundes ist elegant und kraftvoll und er gilt als sehr robust und widerstandsfähig.

Wie groß kann ein Eurasier werden?

Er wird zwischen 48 cm und 60 cm groß und ist dennoch recht leicht mit gerade mal 18 bis 32 kg. Das dichte Fell lässt ihn jedoch immer größer und vor allem dicker wirken.

Erziehung & Haltung des Eurasiers – Das gilt es zu beachten

Die Erziehung des Eurasiers erfordert viel Zeit
Die Erziehung des Eurasiers erfordert viel Zeit

Der Eurasier ist ein aktiver Hund, der mit Spaß und Ausdauer einen Hundesport verfolgen kann. Er braucht viel Zeit bei der Erziehung und tägliche Auslastung und Training, besonders wenn es sich um einen noch jungen Hund handelt. Bei der Erziehung ist ein konsequenter Umgang mit dem Hund wichtig, es sollte dabei immer mit positiver Bestärkung gearbeitet werden. Leckerlis oder ein Spielzeug motivieren den Eurasier zusammen mit seinem Besitzer zu lernen und zu arbeiten. Da er durchaus seinen eigenen Kopf hat, dauert eine gute Grundausbildung circa 1 bis 2 Jahre. Da er aber weder aggressiv ist noch andere schwerwiegende Eigenschaften, wie unkontrolliertes Jagen oder einen Schutztrieb besitzt, ist er auch vorher schon ein guter und verlässlicher Familienhund, der nur mit seiner Energie etwas stürmisch ist.

Als Anfängerhund ist er sehr gut geeignet, da sein freundliches Wesen und seine aktive Art ihn zu einem guten Begleiter für Singles und Familien macht. Er ist freundlich und offen gegenüber Menschen und braucht die Zuneigung seines Besitzer. Da der sensible Hund sehr genau auf die Körpersprache seines Menschen achtet, ist es sinnvoll mit dieser zu Arbeiten. Klare Gesten und eine freundliche motivierende Mimik helfen, dass das Training besser läuft. Mit schlechter Laune oder ohne eigene Motivation, wird auch der Hund nicht richtig mitarbeiten.

Der Eurasier ist für viele Sportarten geeignet. Agility, Rally Obedience, Fährtenarbeit und Trickdogging sind nur eine kleine Auswahl der Sportarten, die ein Eurasier ausüben kann. Er ist sogar für den Zugsport geeignet, wenn er ausgewachsen ist. Am besten testet der Besitzer verschiedene Sportarten und wählt die, die ihm und seinem Hund am besten liegen.

Zudem liebt die Hunderasse lange Spaziergänge und kann gut am Fahrrad oder als Reitbegleitung geführt werden

Wann ist ein Eurasier ausgewachsen?

Der Eurasier ist mit circa 15 Monaten ausgewachsen.

Ernährung des Eurasiers

Der Eurasier besitzt einen robusten Magen und kann sowohl Nassfutter als auch Trockenfutter vertragen. Aufgrund seiner ursprünglichen Vorfahren liebt er besonders Fleisch und viele Halter ernähren ihre Eurasier mit Barf. Unabhängig davon, für welche Art der Fütterung sich der Besitzer entschiedet, wichtig ist in erster Linie, dass es sich um hochwertiges Futter handelt ohne Getreide, Zucker oder Geschmacksverstärker.

Fleisch sollte der Hauptbestandteil des Futters sein und es sollte sich am Alter des Hundes orientieren. So braucht der Eurasier bis zu seinem zwöften Lebensmonat noch Welpenfutter und kann erst danach auf Futter für erwachsene Hunde umgestellt werden und mit etwa sieben bis acht Jahren sollte auf die Seniorfutter gewechselt werden

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Der Eurasier ist eine sehr gesunde Hunderasse, die über wenige bekannte Erbkrankheiten verfügt. Die Lebenserwartung für einen Eurasier liegt deshalb bei bis zu 15 Jahren. Im Alter kann es bei einigen Hunden zu Problemen in der Hüfte kommen, dies ist aber selten und kann mit einer gesunden Lebensweise und regelmäßigen Tierarztbesuchen gut in den Griff bekommen werden.

Da der Eurasier zu Übergewicht neigen kann, ist es wichtig, dass er genügend Auslauf bekommt. Nur mit täglichen langen Spaziergängen bleibt der Eurasier lange fit und gesund. Um einen gesunden Hund zu haben, der ein Leben lang fit und aktiv bleibt. Ist es wichtig, bereits bei der Wahl des Züchters genau auf die Gesundheit der Elterntiere zu achten. Nur ein seriöser Züchter, der wirklich aus Leidenschaft für die Rasse agiert und nicht aus Geldgier oder reinem Schönheitswahn, wird auch gesunde und aktive Welpen haben.

Wie alt kann ein Eurasier werden?

Der Eurasier ist ein gesunder und aktiver Hund, der ein hohes Alter erreichen kann. Viele der großen Hunde werden bis zu 15 Jahre alt. Es hängt natürlich sehr von der Pflege des Tieres ab und davon ob es von einem guten Züchter stammt.

Pflege des Eurasiers

Durch das lange und sehr dichte Fell des Eurasiers ist dieser pflegeintensiver als kurzhaarige Rassen. Gerade zum Fellwechsel verliert der Eurasier nicht nur sehr viel Fell, sondern muss aktiv von seinem Unterfell befreit werden. Tägliches und langes Bürsten ist hierfür wichtig. Außerhalb des Fellwechsels sollte das Fell des Hundes trotzdem regelmäßig gebürstet werden, damit es nicht verfilzt und sich Schmutz und kleine Äste oder Blätter darin verfangen. Die Ohren sollten regelmäßig kontrolliert werden, ebenso die Augen des Tieres. Ansonsten bereitet die restliche Pflege des Hundes nur wenig Arbeit, denn er muss weder geschoren werden, noch braucht er regelmäßig ein Bad.

Eurasiers – Aktivitäten und Training

Der sportliche Eurasier muss ausgelastet werden
Der sportliche Eurasier muss ausgelastet werden

Der Eurasier sieht zwar aus wie ein gemütlicher Teddybär, jedoch ist er ein sehr aktiver und sportlicher Hund. Er ist gerne im freien unterwegs und kann für viele Hundesportarten begeistert werden. Da seine Vorfahren zu den ursprünglichen Hunderassen zählen, kann er sich sogar für das Ziehen von Schlitten oder Rollern begeistern. Obwohl er steht sanftmütig und verschmust ist, ist der Eurasier ein ziemliches Kraftpaket. Er kann aber auch seine feine Nase nutzen und für Sucharbeiten und Fährtentraining ausgebildet werden. Durch sein schönes Erscheinungsbild ist er auch ein guter Schul- und Therapiehund, da es nur sehr wenig Menschen gibt, die vor dem Fellknäuel mit dem sanftem Blick Angst haben. Er lässt sich schnell auf Menschen ein und kann sehr gut die Körpersprache einer Person lesen und dieser Trost spenden.

Doch auch wer den Hund nur als freundlichen Familienhund und Begleiter halten will, muss täglich mit langen Spaziergängen rechnen und sich viel Zeit für die Erziehung und die Pflege des Hundes nehmen. Er bleibt nicht gerne alleine und möchte am liebsten immer an der Seite seines Menschen sein. Deshalb sollte er nicht zu lange alleine bleiben und um Idealfall mit zur Arbeit genommen werden. In der Stadt kommt er ebenso gut zurecht, wie auf einem abgelegenen Hof. Er orientiert sich an den Vorgaben seines Besitzers und kann auch gut selbst Entscheidungen treffen.

Mit anderen Hunden versteht er sich gut, vorausgesetzt er hatte eine gute Sozialisierung im Welpenalter erfahren. Er spielt gerne mit seinen Artgenossen und hat keinerlei Aggression oder Dominanz in seinem Verhalten.

Wie viel Auslauf braucht ein Eurasier?

Ein Eurasier braucht viel Auslauf und Beschäftigung. Er braucht mehrere Stunden Zeit am Tag, darunter sollten mindestens drei Spaziergänge sein, die mindestens eine Stunde lang sind. Einmal die Woche kann dann noch ein aktiver Hundesport ausgeführt werden.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Eurasiers

Als jüngste Rasse in Deutschland wird der Eurasier immer noch mit anderen Rassen wie dem Spitz, dem Samojeden und dem Chow Chow verwechselt. Doch er ist eine eigenständige Rasse mit einem gutmütigen Charakter und einer aktiven Art. Als reiner Begleithund fühlt er sich an der Seite seines Besitzers besonders wohl und dies ist auch seine größte Besonderheit. Trotz des schönes Erscheinungsbildes ist der Eurasier kein Modehund. Er hat einen festen Liebhaberkreis und ist besonders wegen seiner sanften Art geschätzt. Das Zuchtziel beim Eurasier war es einen optimalen Familienhund zu züchten und dies ist gelungen. Er ist für Anfänger geeignet und hat dennoch seinen eigenen Charakter und Charme.

Der Eurasier soll alle Eigenschaften eines idealen Familienhundes verkörpern
Der Eurasier soll alle Eigenschaften eines idealen Familienhundes verkörpern

Wie viele Welpen bekommt ein Eurasier?

Die Anzahl der Welpen hängt natürlich stark von der Veranlagung und dem Alter der Mutter ab. Im Durchschnitt hat ein Wurf zwischen sechs und  acht Welpen. In sehr seltenen Fällen kann eine Hündin sogar zehn Welpen bekommen.

Nachteile des Eurasiers

Ein Nachteil des Eurasiers ist mit Sicherheit der Pflegeaufwand, den das lange und sehr dichte Fell verursacht. Wenn die Pflege des Felles vernachlässigt wird, neigt das Fell schnell dazu zu verfilzen und Knoten zu bilden. Diese sehen nicht nur unschön aus, in verfilztem Fell können sich schnell und unbemerkt Parasiten und anderes Ungeziefer breit machen und bieten einen Nährboden für Infektionen und Pilzerkrankungen der Haut.

Sein impulsives Verhalten im Jungendalter kann zudem für einige Halter schwierig sein, es ist daher ratsam eine Hundeschule oder einen Hundeverein aufzusuchen für die Erziehung des Eurasiers. Ein weiteres Problem kann sein, dass sich Menschen den Eurasier als Haustier holen, ohne bereit zu sein, ihm die nötige Beschäftigung und Auslastung zu geben. Dann wird die überschüssige Energie des Hundes oft zum Problem. Er hört dann nicht und ist sehr impulsiv, gerade bei Artgenossen ist er aufgeregt und hibbelig.

Passt der Eurasier zu mir?

Der Eurasier ist ein absoluter Familienhund. Er ist einfühlsam ruhig und verschmust, dennoch braucht er Auslauf und Beschäftigung. Wer einen Eurasier möchte, muss sich bewusst sein einen großen Hund zu haben, mit einem pflegeintensivem Fell und einem hohen Zeitanspruch. Er ist für Singles und Familien gleichermaßen geeignet und sogar Senioren können mit dem Eurasier sehr glücklich werden, wenn sie noch fit genug sind, mit ihm lange Spaziergänge zu unternehmen und ihm etwas sportliche Auslastung zu bieten. In erster Linie braucht es aber Zeit, denn der Eurasier ist nicht gerne alleine. Er kann nicht in einem Zwinger gehalten werden und braucht unbedingt die Zuwendung durch seine Menschen.

Was kostet ein Eurasier Hund?

Je nachdem um welche Fellvariante es sich handelt, können die Kosten für einen Eurasier Welpen bei einem guten und seriösen Züchter bei 1300 bis 2000 Euro liegen.

Kolja von edogs

Kolja von edogs

Kolja gehört zu dem Team von edogs und ist unter anderem für alle technischen Belange rund um den Hundemarkt verantwortlich.

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