Turnierhundesport

von Michael Hein
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Turnierhundesport ist nicht nur eine anspruchsvolle Sportart für den Hund, sondern auch Frauchen, Herrchen und die ganze Familie können sich dabei amüsieren und zugleich fit halten. Mensch und Tier müssen zusammenarbeiten und aufeinander Rücksicht nehmen. Dabei kann das Team nur so erfolgreich sein wie der Schwächere von beiden. Alles zum Turnierhundesport erfährst Du in diesem Artikel.

Was ist Turnierhundesport?

Turnierhundesport wird gern als Leichtathletik mit Hund bezeichnet. Kennzeichnend für diesen Sport ist, dass Halter und Hund in verschiedenen Disziplinen gemeinsam antreten. Dabei kommt es im Unterschied zu den meisten anderen Hundesportarten nicht auf Größe, Gewicht, Alter oder Rasse des Hundes an. Je nach den Eigenschaften, die der Hund mitbringt, findet sich bestimmt die passende Variante, die gerade diesem Vierbeiner gefällt.

Was ist Turnierhundesport?

Beim Turnierhundesport treten Mensch und Hund gemeinsam in verschiedenen Disziplinen an. Dazu gehören Hindernis- und Hürdenlauf, Geländelauf, Slalom und Gehorsamsübungen.

Vierkampf

Eine beliebte Disziplin ist der Vierkampf, bestehend aus den Teilen Hürdenlauf, Gehorsamsübung, Hindernislauf und Slalom.

Gehorsamsübung

Bei der Gehorsamsübung muss der Hund zum Beispiel seine Leinenführigkeit unter Beweis stellen, außerdem kann er zeigen, dass er die wichtigsten Kommandos wie „Sitz“ und „Platz“ befolgt.

Hürdenlauf

Im Hürdenlauf muss das Team eine Strecke von 30 oder 40 Metern mit aufgestellten Hürden bewältigen, wobei Mensch und Hund die vier bis sechs Hindernisse parallel überspringen.

Turnierhundesport Parcours

Beim Turnierhundesport treten Mensch und Hund gemeinsam in verschiedenen Disziplinen an.

Slalom

Beim Slalom durchläuft das Team einen Parcours mit Slalomstangen, deren Aufstellung dem alpinen Skiwettbewerb ähnelt.

Hindernislauf

Auf einer Sprintstrecke von 75 Metern Länge finden sich verschiedenartige Hindernisse, die Mensch und Hund gemeinsam bewältigen müssen.

Geländelauf

Eine weitere verbreitete Disziplin, die sich vor allem für Einsteiger anbietet, ist der Geländelauf über eine Distanz von 1000, 2000 oder 5000 Meter. Zwar ist der Hund dabei angeleint, aber kann seine Lauffreude dennoch ausleben. Außerdem lässt sich die Distanz genau passend zu den Fähigkeiten des Hundes auswählen.

CSC

Wer sich größere Herausforderungen wünscht, kann mit seinem Hund am Combinations Speed Cup (CSC) teilnehmen. Dabei treten drei Teams in einer Mannschaft an und müssen als Staffel einen Parcours mit zahlreichen Hindernissen, Hürden und Slalomstangen durchlaufen.

Welche Hunde eignen sich für den Turnierhundesport?

Jeder sportliche und gesunde Hund kann mit einem menschlichen Partner ein Team bilden. Auf Gewicht, Größe oder Alter des Tieres sowie des Partners kommt es nicht an.

Warum ist Turnierhundesport sinnvoll für den Hund?

Turnierhundesport kommt dem angeborenen Bewegungsbedürfnis eines jeden Hundes entgegen. Nur wenn ein Hund körperlich genügend ausgelastet wird, bleibt er lebenslang fit, schlank und agil. Vor allem intelligente Vierbeiner brauchen außerdem geistige Anregungen, sie freuen sich über abwechslungsreiche Aufgaben und genießen dabei die Zusammenarbeit mit ihren vertrauten Menschen. Gerade beim gemeinsamen Sport kann sich eine enge Bindung zwischen Mensch und Tier entwickeln. Nicht zuletzt lehrt dieser Sport alle Teilnehmer Teamgeist und gegenseitige Rücksichtnahme. Denn nicht nur ein sportlicher Halter muss sich an seinen betagten Hund anpassen, sondern ebenso lernt ein quirliger Vierbeiner, auf sein nicht ganz so athletisches Herrchen oder Frauchen zu warten.

Slalom im Turnierhundesport

Grundsätzlich kann jeder Hund, der eine gewisse Fitness mitbringt, am Turnierhundesport teilnehmen.

Welche Hunde eignen sich für Turnierhundesport?

Grundsätzlich kann jeder Hund, der eine gewisse Fitness mitbringt, am Turnierhundesport teilnehmen. Es gibt jedoch Hunderassen, die von Natur aus sportlicher sind als andere. Beispielsweise sind Border Collies und Australian Shepherds als wahre Sportskanonen bekannt, die jede Menge Herausforderungen brauchen. Auch der Jack Russel Terrier gehört trotz seiner geringen Größe zu den Energiebündeln unter den Hunden und eignet sich hervorragend für viele Disziplinen des Turnierhundesports. Dagegen gibt es auch Rassen, wie etwa Möpse oder Dackel, die naturgemäß wenig Freude daran haben, über Hindernisse oder Hürden zu springen.

Das Wichtigste ist, dass der Hund gesund ist, Spaß an der Bewegung hat und keine rassetypische Neigung zu Gelenkerkrankungen aufweist.

Wo kann ich Turnierhundesport ausüben?

In Deutschland gibt es zahlreiche Vereine, die Turnierhundesport in allen Disziplinen für Einsteiger und Fortgeschrittene anbieten. Zum Trainieren eignen sich auch Wälder und Wiesen vor der Haustür.

Ab wann kann man mit Turnierhundesport anfangen?

Da der Hund beim Turnierhundesport Hindernisse überspringen muss, darf er mit dem Wettkampfsport erst beginnen, wenn sein Knochengerüst vollständig ausgewachsen ist. Welpen sollten noch keinesfalls Sprungübungen absolvieren, die ihre Gelenke stark belasten. Erst ab einem Alter von etwa 12 bis 15 Monaten sind die meisten Hunde für den Turnierhundesport einsatzbereit. Schnelligkeit, Beweglichkeit und Leinenführigkeit dürfen aber auch schon bei den Kleinsten trainiert werden. Jeder Hundeführer sollte seinen Liebling genau beobachten und versuchen, seinem individuellen Bewegungsbedürfnis und seiner Lernfähigkeit gerecht zu werden.

Welche Grundkommandos muss der Hund beherrschen?

Für den Einstieg in den Hundesport sollte der Hund die Grundkommandos:

  • Sitz,
  • Platz,
  • Bleib und
  • Fuß

verinnerlicht haben.

Ab wann kann man mit Turnierhundesport anfangen?

Im Alter von 12 bis 15 Monaten sind die meisten Hunde ausgewachsen und belastbar genug, um mit dem Turnierhundesport zu beginnen.

Tipps zum Start: So lernt Dein Hund Turnierhundesport

Fast jeder gesunde Hund hat ein natürliches Laufbedürfnis. Deshalb gelingt der Einstieg in der Disziplin Geländelauf zumeist am leichtesten. Auf einer schönen Laufstrecke in der freien Natur kann der Hund zunächst angeleint lernen, sich auf seinen menschlichen Partner einzustellen und die wichtigsten Kommandos umzusetzen. Wenn es mit dem Geländelauf gut klappt, können Hund und Halter sich nach und nach auch an Hürden, Hindernissen und Slalomparcours versuchen. Für Anfänger bietet sich als Nächstes ein Shorty an, eine verkürzte Variante des CSC auf zwei parallelen Bahnen.

Wo kann ich Turnierhundesport ausüben?

In Deutschland hat sich der Turnierhundesport vor etwa 30 Jahren etabliert und erfreut sich heute großer Beliebtheit. Über die Website des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH) findet jeder Vereine in seiner Region, die sowohl Einsteigerkurse als auch Turniere in allen gängigen Disziplinen ausrichten.

Hund vor Parcoursstange

Jeder sportliche und gesunde Hund kann mit einem menschlichen Partner ein Team bilden.

Ausrüstung für den perfekten Start in den Turnierhundesport

Da nicht nur der Hund, sondern auch der Mensch erst einmal eine Menge über den Sport lernen muss, sollten sich Anfänger einer Hundesportgruppe anschließen. Für die ersten Übungen sind eine 1,5 m lange Leine und ein gut sitzendes Halsband nötig, außerdem gehören kleine Leckerlis, zwei Spielzeuge und bequeme Sportkleidung für den menschlichen Teampartner zur Grundausstattung.

Fazit: Eignet sich mein Hund für den Turnierhundesport?

Jeder Hund, unabhängig von seiner Größe, seiner Rasse und seinem Alter, kann sich für den Turnierhundesport begeistern, sofern er nicht körperlich eingeschränkt ist und einen ausgeprägten Bewegungsdrang hat. Um an Wettkämpfen teilzunehmen, müssen regelmäßig die gängigen Impfungen und eine Tierhalterhaftpflicht nachgewiesen werden.

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