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Serbischer Laufhund

von Marcel Hammerich
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Ein Serbischer Laufhund wird auch Serbische Bracke genannt und wird von der FCI in der Gruppe 6 der Lauf- und Schweißhunde in der Sektion 1.2 der mittelgroßen Laufhunde mit der Standard-Nummer 150 geführt. Früher wurde der Serbische Laufhund auch Balkanischer Laufhund oder Balkanbracke genannt. Den heutigen Namen der Rasse legte die FCI erst im Jahr 1996 fest. Serbische Bracken sind Meutehunde, die für die Jagd auf Hirsche, Rehe, Wildschweine und verschiedene Arten von Niederwild eingesetzt wurden. Schon immer galt die Rasse aber auch als guter Begleithund.

Serbischer Laufhund im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 44-54 cm
Gewicht: 11-23 kg
FCI-Gruppe: 6: Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen
Sektion: 1.2: Mittelgroße Laufhunde
Herkunftsland: Serbien
Farben: Rot-Schwarz, Fuchsfarbig-Schwarz
Lebenserwartung: 12 Jahre
Geeignet als: Jagd-, Begleit- und Familienhund
Sportarten:
Charakter: Lebendig, Zuverlässig, Gütig, Gutmütig, Gehorsam, Zäh
Auslaufbedürfnisse: eher hoch
Sabber-Potential:
Stärke des Haarens:
Pflegeaufwand: eher gering
Fellstruktur: kurz, üppig, glänzend, etwas dick, gut anliegend
Kinderfreundlich: mittel
Familienhund: eher ja
Sozial:

Herkunft und Rassegeschichte

Eine Serbischer Bracke stammt ursprünglich aus den serbischen Grenzregionen zu Bulgarien. Es wird vermutet, dass die Rasse aus kleinasiatischen Laufhunden entstanden ist und dass sie seit gut 250 Jahren unverändert besteht. Die erste Erwähnung dieser Hunde war im Jahr 1905 durch Franz Laska. Einen Rassestandard gibt es seit dem Jahr 1924. 1940 erfolgte die offizielle Anerkennung durch die FCI. Heute wird die Zucht dieser Hunde von der Jugoslawische Kynologische Vereinigung kontrolliert. Es gibt diese Rasse zwei- und dreifarbig. Der Dreifarbige Serbische Laufhund wird allerdings als separate Rasse von der FCI geführt.

Laufhunde sind klassische Jagdhunde, die Wild über weite Strecken oft in einer Meute verfolgen. Alle Laufhunde sind sportlich sehr aktive Hunde, besitzen einen ausgeprägten Geruchssinn und zeigen ein gutes Sozialverhalten. Aufgrund ihres freundlichen Wesens sind sie seit einigen Jahren beliebte Familienhunde geworden, die aber auch viel Bewegung und Beschäftigung benötigen.

Woher stammt der Serbische Laufhund?

Wie der Name schon sagt, stammt der Serbische Laufhund aus Serbien. Ursprünglich wurde er vor allem an der bulgarischen Grenze gehalten, heute ist er aber über ganz Serbien verteilt.

Wesen & Charakter vom Serbischen Laufhund

Serbischer Laufhund von der Seite

Das Fell des Serbischen Laufhundes ist rot und weist im Bereich des Rückens eine große Platte auf, die schwarz ist.

Der Charakter des Serbischen Laufhundes ist innerhalb seiner Familie sehr sanft und liebevoll. Als ehemaliger Meutehund binden sich die Vertreter der Rasse eng an ihre Familie und zeigen sich mit Kindern verspielt. Vor allem dann, wenn es um Suchspiele geht. Zuhause verhält sich dieser Hund recht ruhig, wenn er artgerecht ausgelastet wird.

Grundsätzlich ist der Serbische Laufhund ein Arbeitstier, das sehr verlässlich ist. Bei der Arbeit ist dieser Hund mutig und selbstsicher, sehr ausdauernd und intelligent. Gegenüber Fremden sind die Vertreter dieser Rasse relativ neutral. Sie zeigen zwar keine Angst, greifen aber auch niemanden an. Serbische Bracken können sich zwar recht autonom verhalten, suchen aber wenn es geht immer die Rückversicherung bei ihrem Menschen. Diese Hunde bleiben nicht sehr gerne alleine. Werden sie dennoch alleine gelassen, benötigen sie eine Beschäftigung, damit sie sich nicht langweilen und auf dumme Gedanken kommen.

Das Temperament des Serbischen Laufhundes ist recht hoch, deshalb sollte ein enges Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Hund aufgebaut und schon früh mit der Erziehung begonnen werden und natürlich hat der Serbische Laufhund auch einen ausgeprägten Jagdinstinkt, der kontrolliert werden muss. Er neigt daher zum Weglaufen, wenn er die Möglichkeit dazu bekommt. Diese Hunde sind durch Futter leicht zu motivieren. Für Hundeanfänger eignet sich dieser Hund, wenn sie sehr sportlich sind und dazu in der Lage sind, ihm genug Bewegung zu verschaffen.

Hunde dieser Rasse

Aussehen des Serbischen Laufhundes

Eine Serbische Bracke wird bis zu 56 Zentimeter groß und 22 Kilo schwer. Das Fell der Rasse ist rot und weist im Bereich des Rückens eine große Platte auf, die schwarz ist. Es ist kurz und recht dicht und liegt eng am Körper an. Der Serbische Laufhund besitzt zudem eine wärmende Unterwolle.

Die Augen dieses Hundes sollen so dunkel wie möglich sein. Der Körperbau ist robust und sportlich. Die mittellangen Ohren fallen seitlich an den Wangen herunter. Die Rute des Hundes sitzt relativ hoch und ist im Ansatz dicker als an der Spitze. Sie darf in ihrer Länge bis zum Sprunggelenk reichen und wird in der Form eines Säbels getragen.

Impressionen der Hunderasse

Erziehung & Haltung des Serbischen Laufhundes – Das gilt es zu beachten

Serbischer Laufhund im Stehen

Der Serbische Laufhund ist relativ gut zu erziehen und eignet sich daher auch gut als Anfängerhund.

Serbische Laufhunde dürfen auf keinen Fall in einer Wohnung in der Stadt gehalten werden. Sie gehören zu den Hunderassen, die viel Bewegung und Freiraum und die Nähe zur Natur brauchen. Ein großer gut eingezäunter Garten ist von Vorteil, wo sich dieser Hund ausgiebig bewegen kann.

Der Serbische Laufhund ist ein Jagdhund mit viel Energie, der noch dazu eine große Ausdauer besitzt, daher benötigt er täglich lange Spaziergänge, wenn er nicht jagen darf. Auch Hundesport ist zu empfehlen, um diesen Hund auszulasten.

Die Rasse kann problemlos mit Kindern und auch anderen Hunden als Familienhund gehalten werden, wenn es um ihr Sozialverhalten geht. Diese Hunde sind sehr verspielt und freundlich. Wenn Katzen im Haus sind, sollte der Hund allerdings gut mit ihnen sozialisiert werden, denn Jagdhunde neigen dazu kleinere Tiere wie Katzen als Beute zu sehen. Auf Reisen können diese Hunde problemlos mitgenommen werden, wenn sie daran gewöhnt sind. Das gleiche gilt für Ausflüge in die Stadt.

Ein Serbischer Laufhund ist relativ einfach zu erziehen und lässt sich gut führen, wenn die Erziehung bereits in einem jungen Alter stattfindet. Die einzige Schwierigkeit in der Erziehung dieses Hundes ist sein Jagdtrieb. Deshalb kann dieser Hund ein guter Anfängerhund sein, wenn er entsprechend seiner hohen Aktivität ausreichend ausgelastet wird. Im Idealfall sollte sich der Halter Hilfe in einer Hundeschule suchen.

Ernährung des Serbischen Laufhundes

Der Serbische Laufhund stellt keine speziellen Ansprüche an sein Futter. Das Futter sollte wie bei allen Hunden auf das Alter und die Aktivität des Hundes abgestimmt sein. Da es sich um eine sehr aktive Rasse handelt, sollten Serbische Bracken nur nach getaner Arbeit gefüttert werden, damit sie nach dem Fressen ruhen können. Dies kann eine Magendrehung verhindern.

Der Jagdhund kann gut mit einem qualitativ hochwertigen Trockenfutter ernährt werden, das möglichst natürlich ist und keine Zusatzstoffe enthalten sollte. Zusatzstoffe im Futter können Nahrungsmittelunverträglichkeiten auslösen. Auf der Verpackung des Trockenfutters gibt es auch Hinweise zur richtigen Menge.

Die beste Ernährung für Hunde ist allerdings die Rohfütterung. Sie verlangt vom Halter jedoch einen größeren Zeitaufwand, weil das Futter selbst zusammengestellt werden muss. Außerdem sollten Menschen, die ihren Hund mit Rohfütterung ernähren, bestens über die Futterzusammensetzung Bescheid wissen. Das gleiche gilt, wenn für den Hund gekocht wird. In diesem Fall ist darauf zu achten, dass das Futter nicht gewürzt wird, da der Hund sonst Probleme mit dem Magen bekommen kann.

Nassfutter schmeckt den meisten Hunderassen zwar gut und ist leicht bekömmlich, allerdings sollte es nur als Futterzusatz verwendet werden, denn die Zähne des Hunde benötigen ein Futter mit Biss. Wenn ein Hund ausschließlich Nassfutter frisst, kann es zur Bildung von Zahnstein kommen. Aus diesem Grund ist es auch wichtig, dass der Jagdhund regelmäßig einen Kauknochen bekommt.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Der Serbische Laufhund hat eine hohe Lebenserwartung und wird etwa 12 Jahre alt, was für die gute Gesundheit der Rasse spricht. Hitze verträgt dieser Hund nicht so gut und muss an besonders warmen Tagen im Sommer etwas geschont werden. Obwohl der Serbische Laufhund eine dichte Unterwolle besitzt, ist er auch gegen Kälte empfindlicher als viele seiner Artgenossen. Zu Übergewicht neigt die Rasse nicht, ebenso sind keine rassentypischen Krankheiten bekannt.

Wie alt wird ein Serbischer Laufhund?

Der Serbische Laufhund kann gut bis zu 12 Jahre alt werden, manchmal auch älter.

Pflege des Serbischen Laufhundes

Serbische Bracken sind in der Fellpflege unkompliziert und verlieren auch nicht besonders viele Haare. Wer möchte, kann den Hund einmal pro Woche bürsten, um den Haarausfall zu reduzieren und sein Fell glänzend zu halten.

Vor allem bei Hunden mit Schlappohren müssen aber die Ohren regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden, damit es nicht zu Ohrenentzündungen kommen kann. Die Krallen nutzen sich zwar bei aktiven Hunden meist von alleine ab, sollten aber trotzdem regelmäßig auf ihre Länge kontrolliert werden, damit sich der Hund nicht daran verletzen kann.

Serbischer Laufhund – Aktivitäten und Training

Die Serbische Bracke kann am besten mit Beschäftigungsarten ausgelastet werden, die der Jagd ähnlich sind. Da diese Hunde Suchspiele lieben, sind sie ideal für die Fährtenarbeit oder fürs Mantrailing geeignet. Auf der Fährte darf der Hund Gegenstände mit seiner guten Nase suchen und muss diese dann anzeigen oder apportieren. Beim Mantrailing sucht der Hund ebenfalls über den Geruchssinn keine Gegenstände, sondern Menschen.

Auch Beschäftigungsarten, die viel Bewegung vom Hund verlangen, wie zum Beispiel CaniCross, eignen sich für den Serbischen Laufhund gut. Beim CaniCross wird auch noch das Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Hund gestärkt, denn beide begeben sich als Team auf Trails durch die Natur. Natürlich kann der Serbische Laufhund auch sehr gut am Fahrrad mitlaufen, freut sich über ausgedehnte Wanderungen oder die tägliche Jogging-Strecke.

Wie viel Auslauf benötigt ein Serbischer Laufhund?

Ein Serbischer Laufhund benötigt sehr viel Auslauf. Er sollte sich täglich für mehrere Stunden in der freien Natur austoben dürfen.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Serbischen Laufhundes

Der Serbische Laufhund ist in Deutschland bisher kaum verbreitet. Deshalb ist es auch recht schwierig, an einen Welpen der Hunderasse zu kommen, denn in Deutschland gibt es keine Züchter. Ganz anders in Serbien. Dort ist die Rasse sehr bekannt und über das ganze Land verbreitet. Der Serbische Laufhund ist in seiner Heimat sogar bekannter und weiter verbreitet als sein enger Verwandter, der Dreifarbige Serbische Laufhund. Da Serbische Bracken in ihrer Heimat weit verbreitet sind, gibt es auch einige schöne Mischlinge. Teilweise kann ein Mischling dieser Rasse über den Tierschutz im Internet zu finden sein.

Was kostet ein Serbischer Laufhund?

Die Preise für einen Welpen vom Serbischen Laufhund sind unklar, da es in Deutschland keine Züchter dieser Rasse gibt.

Nachteile des Serbischen Laufhundes

Der einzige Nachteil dieser Rasse ist der starker Jagdtrieb. Der Jagdtrieb muss kontrolliert werden, kann dem Hund aber niemals abgewöhnt werden, da es sich um ein angeborenes instinktives Verhalten handelt. Das hohe Bewegungsbedürfnis dieser Hunderasse kann sowohl als Vorteil als auch als Nachteil gesehen werden. Sicherlich werden eher gemütliche Menschen schlecht damit klar kommen. Sportliche Menschen hingegen werden vielleicht froh sein um einen fitten Begleiter an ihrer Seite, der jeder sportlichen Belastung stand halten kann.

Passt der Serbische Laufhund zu mir?

Serbischer Laufhund im Sitzen

Der Serbische Laufhund sollte täglich mehrere Stunden an die frische Luft.

Am besten passt der Serbische Laufhund natürlich zu einem Jäger. Aber auch sehr sportliche und aktive Menschen, die auf dem Land leben und sich täglich gerne mehrere Stunden an der frischen Luft bewegen, können mit Hunderassen wie dem Serbischen Laufhund sehr glücklich werden. Die Nähe zur Natur und die Bewegung sind die wichtigsten Gesichtspunkte bei der Haltung dieser Rasse. Hundeanfänger, die diese beiden Kriterien erfüllen, können mit einer Serbischen Bracke sehr glücklich werden. Für Senioren könnte sich die Haltung allerdings schwierig gestalten, denn es gibt Rassen, die sehr viel ruhiger und einfacher zufrieden zu stellen sind, wenn es um die tägliche Bewegung geht.

Die Serbische Bracke passt sehr gut in Familien, denn dieser Hund ist verspielt und kinderfreundlich und versteht sich bei Gewöhnung auch mit anderen Haustieren. Auch für eine Mehrhundehaltung eignet sich diese Hunderasse gut, denn sie wird in ihrem Heimatland oft innerhalb einer Meute gehalten.

Die Serbische Bracke ist zwar kein typischer Wachhund, fürchtet sich aber vor Fremden nicht und wird Alarm schlagen, wenn Unbekannte ihr Territorium betreten. Allzu lange alleine gelassen werden sollte dieser Hund aber nicht, da er sich schnell langweilen kann. Deshalb ist davon abzuraten, einen Serbischen Laufhund anzuschaffen, wenn man in Vollzeit berufstätig ist und sich tagsüber niemand um den Hund kümmern kann.